Sturm festigt den „Platz an der Sonne“!

Spielbericht: FC Admira Wacker Mödling vs. SK Sturm Graz

Admira gegen Sturm, Achter gegen Erster, Abstiegsangst gegen (verfrühte) Titelhoffnungen. Viel deutlicher konnten die Vorzeichen in dieser noch sehr jungen Saison kaum sein. Die Niederösterreicher standen vor dem Spiel nach zwei Debakel in den letzten beiden Spielen nur noch zwei Punkte vor dem Abstiegsplatz, während Sturm den Platz an der Sonne inne hatte. Trotz dieser optimistisch wirkenden Ausgangslage wäre ein wenig Pessimismus durchaus angebracht. Viel zu oft tat man sich sehr schwer in der Südstadt. Trotzdem wären drei Punkte für Sturm elementar wichtig, um die Tabellenführung auch in dieser Runde zu verteidigen und der unbeliebte Begriff „Pflichtsieg“ daher gar nicht so abwegig. Das Duell auf den Rängen ging schon vor dem Spiel deutlich an den Gästeanhang. Ein gewohnt gut gefüllter Auswärtsblock, der im völligen Gegensatz zur sehr regnerischen Anfahrt sogar noch einige Sonnenstrahlen genießen durfte, stand einer eher spärlich gefüllten Haupttribüne, auf der sich auch einige schwarz-weiße Aficionados versammelten, gegenüber. Trotz teils lebhaftem Wind also fast optimale Bedingungen für Spieler und Fans, um sich auf ein gutes oder zumindest spannendes Spiel zu freuen.

(c) Martin Hirtenfellner - Fotografie

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Von 0 auf 100 in 45 Minuten

Pünktlich um 18:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Dominik Ouschan diese Partie an, zeitgleich starteten auch die allseits bekannten, wenn auch nicht immer beliebten Südstädter Blasmusikanten ihre Instrumente. Die erste erwähnenswerte, wenn auch im Endeffekt ungefährliche Aktion gehörte den Gästen: Nach einer Ecke von Sascha Horvath übernahm Deni Alar den Ball per Ferse, erwischte diesen aber alles andere als optimal. Manuel Kuttin im Tor der Admira musste nicht mehr eingreifen. Sturm hatte in dieser Anfangsphase deutlich mehr Ballbesitz, agierte defensiv sehr abgeklärt und ließ dem Gegner kaum Platz. Im Spiel nach vorne fehlten aber noch die raumgewinnenden Aktionen. Die Admira kam in der 13. Minute nach einer zu harten Grätsche von James Jeggo erstmals zu einer vielversprechenden Möglichkeit durch einen Freistoß knapp an der Strafraumgrenze. Dieser ging zunächst in die Mauer, der Ball kam dann über Umwege doch noch vor das Tor, konnte aber nach kurzem Gestocher geklärt werden. Gleich im Gegenzug dann eine ähnliche Situation für Sturm, wenn auch aus etwas weiterer Entfernung zum Tor, doch der Freistoß von Uros Matic erzeugte keine Gefahr. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam nun auch die Admira etwas besser ins Spiel, erwähnenswerte Tormöglichkeiten suchte man aber noch vergeblich. In Minute 34 war das Momentum aber auf Seiten der Grazer. Während kurz zuvor Uros Matic und Sascha Horvath mit ihren Versuchen noch scheiterten, machte es Deni Alar besser: Nach einem grandiosen Zuspiel von Horvath hatte er nur noch Kuttin vor sich und netzte im Stille eines echten Goalgetters gekonnt zur verdienten Führung ein. Nur Augenblicke später erhöhte der auffällige Horvath fast auf 2:0, doch sein Abschluss aus kurzer Distanz war zu zentral und somit konnte Manuel Kuttin einen weiteren Gegentreffer verhindern. Sturm nun mit absolutem Powerplay, plötzlich schien alles wie geschmiert zu laufen. Nach einem Eckball durch Matic in der 41. Spielminute kam plötzlich Charalampos Lykogiannis aus kurzer Distanz zum Schuss, doch auch er scheiterte an Kuttin, der in dieser Phase Schlimmes für seine Admiraner verhindern konnte. Sturm brauchte recht lange um offensiv gefährlich zu werden, spielte sich gegen Ende der ersten Hälfte aber fast schon in einen Rausch und führte zur Pause absolut verdient.

(c) Martin Hirtenfellner - Fotografie

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Spitzenreiter, Spitzenreiter Hey! Hey!

Zu Beginn des zweiten Spielabschnittes vertrauten beide Trainer zunächst auf deren Startelf. Bei Sturm war dies natürlich wenig überraschend, bei der Admira musste man allerdings auf eine deutliche Leistungssteigerung oder zumindest das bekannte Mödlinger „Herzblut“ hoffen. Das Auffälligste zu Beginn der zweiten Halbzeit war eher der in Topform agierende Gästeblock, denn die Akteure am Feld, die vor allem auf Grazer Seite eher auf Abwarten bedacht waren. Nach 56 Minuten konnte Matic sehenswert durch Marc Schmerböck in Szene gesetzt werden, sein Versuch sich in Richtung Tor zu kämpfen aber misslang. Nach 59 Minuten reagierte Trainer Oliver Lederer und brachte Dominik Starkl für den schwachen Maximilian Sax und erhoffte sich somit mehr Offensivkraft seiner Mannschaft. Die nächste Möglichkeit hatten aber wieder die Grazer. Schmerböck bekam den Ball perfekt von Horvath serviert, sein Abschluss ging jedoch über den Kasten.

Dann stockte den Sturmfans für einen kurzen Moment der Atem: Srdjan Spiridonovic tauchte plötzlich völlig alleine vor Christian Gratzei auf, doch beim Schussversuch erwischte er eher den Rasen als den Ball und somit hatte der Grazer Schlussmann keine Mühe, diese Chance zu vereiteln. Nun nahm das Spiel wieder richtig an Fahrt auf. Freistoß für Sturm aus etwa 25 Metern Entfernung, Schmerböck tritt an, Lukas Spendlhofer kommt mit dem Kopf zum Ball und dieser kullert über die Linie. Das so wichtige 2:0! Brachialer Jubel am Feld und auf beinahe allen Tribünen. Während die Fans noch das Tor feierten, konnte Gratzei den Anschlusstreffer bei einem Freistoß der Mödlinger verhindern. Jetzt war richtig Feuer in der Partie. Die Hausherren versuchten sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen und kamen vermehrt zu Möglichkeiten, aber der zuvor fast beschäftigungslose Sturm-Torhüter wirkte bombensicher und hielt die Null. Erwähnt werden sollte auch der „Samma Schwoaz – Samma Weiß“ Wechselgesang der Sturmfans, der vor allem auswärts immer wieder für ordentlich Gänsehaut sorgt. Aber auch die kleine aber feine Admira-Fanszene war immer wieder akustisch und auch optisch zu vernehmen.

Nach 78 Spielminuten durfte Simon Piesinger sein lange erwartetes Comeback geben. Er kam für den gewohnt quirligen Sascha Horvath ins Spiel. Acht Minuten vor dem Schlusspfiff zog Alar nach einem Traum-Assist von Fabian Koch allen auf und davon, umkurvte Kuttin und sorgte mit dem 3:0 für Sturm für die endgültige Entscheidung. Unglaublich, wie effizient Sturm in dieser zweiten Hälfte agierte, da funktionierte fast alles. Die Betonung sollte aber auf dem Wort „fast“ liegen, denn fast sorgt Deni Alar mit einem Hattrick für das 4:0, agierte aber zu lässig. Nach dieser Aktion durfte der Doppeltorschütze für Roman Kienast Platz machen und verließ unter tosendem Applaus das Spielfeld. Nach 92 Minuten beendete Ouschan dieses Spiel, welches wohl als eines der besten einer Sturmmannschaft in der Südstadt – zumindest in jüngerer Vergangenheit – in Erinnerung bleiben wird. Sturm konnte zudem die Tabellenführung festigen und bis zu den Sonntagsspielen sogar ausbauen. Der Platz an der Sonne wird immer mehr zur angenehmen Gewohnheit. Für die Admira war es die dritte hohe Niederlage innerhalb der letzten drei Spiele. Bei Sturm hingegen war nach dem Spiel absolute Partystimmung angesagt. „Spitzenreiter, Spitzenreiter – Hey! Hey!“ heißt gegenwärtig der Kurvenhit, der auch ausgiebig mit der Mannschaft zelebriert wurde.

(c) Martin Hirtenfellner - Fotografie

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Stimmen zum Spiel

Lukas Spendlhofer:

„So leicht war’s nicht“:

Was sagst du zur Stimmung von den Sturmfans?

 

Deni Alar:

Was sind die Gründe, dass es derzeit so gut läuft?

Die Sturmfans machten sogar auf der Haupttribüne Stimmung, was sagst du dazu?

 

Christian Gratzei:

Heute gab es für dich nicht so viel zu tun, oder?

 

Christian Schulz:

Nach 25 Minuten sei der Knoten geplatzt und das 3:0 verdient:

4 Punkte Vorsprung sagt uns jetzt was? Ist noch mehr träumen jetzt erlaubt?

 

Daniel Toth:

Fazit:

 

Spieldaten

2016-09-17_fc-admira-wacker-moedling-sk-sturm-graz-statistiken

2016-09-17_fc-admira-wacker-moedling-sk-sturm-graz-aufstellungen

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18 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Und wieder wurde ein jahrelanger Angstgegner überzeugend geschlagen!
    So ist die neue Sturmmannschaft auf dem besten Weg, dort fortzusetzen, wo die alte Sturmmannschaft unter Osim aufgehört hat.

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  2. Lukas sagt:

    Gratulation an dem Trainer Franco Foda und der Mannschaft. Großes Lob auch an den Sportmanager Günther Kreissl. Gratulation auch an die mitgereisten Sturm Graz Fans für die tolle Stimmung. Erwarte das am 24.09. das Liebenauer Stadion ausverkauft ist gegen die Wolfsburger AC. Die Mannschaft verdient es und mit ausverkauften Liebenauer Stadion und so tollen Fans im Rücken soll nichts anbrennen. Mein Tipp Sturm Graz gewinnt gegen Wolfsburger AC vor dem Schlager in Salzburg.

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  3. Ennstaler sagt:

    Gegen Wolfsburg spielt Sturm erst im Herbst 2017 in der Euro-League.
    Aber auch gegen Wolfsberg wird es schwer genut, wollen doch die alten Sturmhasen Klem, Offenbacher u. Co. zeigen, dass sie zu Unrecht aussortiert wurden. Und aufpassen auf Hellquist, da hat auch bei Wr. Neustadt gegen Sturm getroffen.

     

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  4. letschi sagt:

    Super Deni, super Uros, super Sturm. Supergeil.

     

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  5. Adrian Pennino sagt:

    Alar ist groß!

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  6. jorge72 sagt:

    obwohl (eine äußerst schwache) admira matic diesmal gut aus dem spiel genommen hat und auch jeggo fehleranfälliger als sonst war, hat man die 3 punkte souverän aus der südstadt mitgenommen. schön dass das spiel nicht nur von einzelnen bei sturm zur zeit abhängt, sondern die mannschaft als ganzes anscheinend gut funktioniert. schulz, wie bereits auch von kreisl als masterpiece bezeichnet, wird dieser rolle mehr und mehr gerecht (perfekte leistung der ganzen abwehrreihe). jetzt noch 3 punkte im heimspiel gegen den WAC einfahren und danach das auswärtsspiel in salzburg einfach nur genießen und zu zeigen weshalb man völlig zurecht von der tabellenspitze lacht.

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  7. jott1976 sagt:

    Ich konnte das Spiel leider nicht vor Ort ansehen, sondern nur via SKY verfolgen. Es war eine Frechheit von SKY, die hatten scheinbar das Mikro direkt vor dem Heimfanklub, falls man das bei 50 Fans schon so nennen darf, aufgebaut. Man hörte andauernd nur ein paar gröllende Admiraner. Die restliche Stimmung ging im Fernsehen total unter.

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  8. Rene90 sagt:

    steht man oben, ganz oben, dann gewinnt man solche Spiele ohne einer spielerisch guten Leistung souverän, einen Fehler des Gegners mit der 1. Chance durch Alar eiskalt ausgenützt und somit war das Spiel gelaufen, denn diese harmlose Admira hätte in 5 Std keinen Treffer erzielen können, zu stark ist unsere Defensivabteilung

    gespannt bin ich schon, wie Gratzei in der Spielerbewertung abschließt :-)))))

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Bremen sucht nen Trainer…weißt du schon was?

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    • MadMax sagt:

      Bremen sucht nicht nur neuen Trainer, sondern Trainerteam! Die haben „rein Haus“ gemacht und gleich alle 3 „Trainer“ nach Hause geschickte.

      Meiner Meinung nach müssten aber Bode und Baumann gleich mitmarschieren! Die sind zu gleichen Teilen für diese Misere verantwortlich!

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    • GazzaII sagt:

      Einen Trainer der zu aller erst dafür Bekannt ist die Defensive zu stabilisieren sucht Bremen wohl seit König Otto Rehakles 😉 (wobei sogar er ja das in der extremen Form nur bei den Griechen gemacht hat=> vielleicht sogar noch länger;-)…)

      Aber auch wenn ich es mir vor Saisonbeginn (erstmals wirklich&vehement;-)…) gewünscht hätte, derzeit kann wohl kein Sturmfan hoffen dass Franco Foda da ins Gespräch kommt oder gar hingeht!

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  9. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Mir kommt nur vor das weder Kreissl noch Foda Anstalten machen den Kontrakt zu verlängern…da wär was Bares sicherlich nicht schlecht…

    Aber jetzt zu gehen wo er Erfolg hat wäre für alle Seiten keine optimale Lösung…

    Aber denke Bremen, Stuttgart und Co. setzen sowieso lieber auf Trainer aus dem eigenen Dunstkreis…

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    • Supersturm sagt:

      Ich glaube, da braucht sich keiner Sorgen zu machen, dass die Bremer auf Foda kommen..

      In D ist es ja schon längst üblich, dass Trainer, die bei irgendeinem Verein wg. Erfolglosigkeit gefeuert werden, beim nächsten freien Posten anheuern können – da gibt es unzählige Beispiele (Lienen, Funkel, Meier, Luhukay, Möhlmann, Veh, Frontzeck, Stanislawski, Kurz..). Die Bremer brauchen nur ein bisschen warten, dann wird mit Markus Weinzierl von Schalke der nächste frei sein..

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  10. Supersturm sagt:

    Sascha neben Piesi beim Abschlussjubel ist wohl das absolut genialste Foto

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