Sturm erkämpft Punkt in Salzburg

Spielbericht: Red Bull Salzburg vs. SK Sturm Graz (0:0)

Nach der schwachen Leistung bei der 0:3-Niederlage gegen den LASK am vergangenen Sonntag traf der SK Sturm auswärts auf Red Bull Salzburg. Die Ausgangslage war denkbar schlecht für die Grazer, denn trotz der Niederlage gegen den SSC Napoli am Donnerstag waren die Salzburger der klare Favorit. Eine Serie von 38 Spielen ohne Niederlage im eigenen Stadion sprach klar für die Mozartstädter. Ihr Trainer, Marco Rose, feierte zudem ein Jubiläum, zum 100. Mal stand er bei einem Pflichtspiel an der Seitenlinie der Bullen. Während der amtierende Meister schon längst für das Meister-Play-off qualifiziert ist, ging es für die Grazer um eine möglichst gute Ausgangslage vor dem letzten Spieltag gegen die Wiener Austria.

Im Vergleich zum vergangenen Spiel gegen die Linzer gab es kleine Veränderungen. Nach der Sperre von Anastasios Avlonitis startete Fabian Koch neben Dario Maresic und Lukas Spendlhofer in der Verteidigung, Stefan Hierländer kam auf der rechten Seite zum Einsatz. Philipp Huspek stand nach seiner Nichtnominierung letzte Woche ebenso in der Startelf. Die beiden Spitzen, die gegen den LASK noch von Beginn an ran durften, Anel Jakupovic und Philipp Hosiner standen gegen die Bullen nicht im Kader.

Sturm zeigt ein anderes Gesicht

Sturm startete durchaus gut in das Spiel. Schon nach zwei Minuten kam Sturm erstmals vor das Tor der Salzburger, Philipp Huspeks Stanglpass wurde von Startelf-Debütant Albert Vallci abgeblockt. Rund zehn Minuten dauerte es, bis die Salzburger das Kommando übernahmen. Die Bullen konnten sich tief in der Hälfte der Grazer festsetzen. Sturm stand jedoch gut, Salzburg konnte keine großen Chancen herausspielen. In Minute zwölf tauchte Otar Kiteishvili plötzlich vor Cican Stankovic auf. Dann die erste große Chance für die Bullen, Enock Mwepu nutzte den Fehler von Gideon Mensah und steckte auf Takumi Minamino durch. Lukas Spendlhofer konnte mit einer Grätsche klären. Zwei Minuten später ein ähnliches Bild. Minamino kam im Strafraum zum Abschluss, Jörg Siebenhandl konnte sich auszeichnen. Kurz darauf kam Kiteishvili wieder zu einer guten Möglichkeit, diese stellte aber für Stankovic keine große Herausforderung dar. In Minute 24 kam auch Emeka Eze erstmals zum Abschluss, nach Vorarbeit von Kiteishvili zirkelte der Nigerianer den Ball aber über das Tor. Kurz darauf konnte Siebenhandl einen Schuss von Andre Ramalho sicher aufnehmen. Mit Fortdauer der ersten Halbzeit blieb das Spiel flott, zwingende Chancen waren allerdings Mangelware. In der 44. Minute beinahe die Führung für die Gastgeber. Minamino traf nach perfektem Pass von Fredrik Gulbrandsen nur das Außennetz. Kurz vor dem Pausenpfiff nochmals Minamino, auch diesmal konnte der Japaner nach einem weiten Ball nichts Zählbares herausholen. Mit dem 0:0 ging es in die Pause. Eine über weite Strecken ausgeglichene Partie mit leichten Vorteilen für die Bullen.

(c) SturmNetz.at

Dabbur vergibt Matchball

Zu Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich wenig, Salzburg hatte etwas mehr Ballbesitz, wirklich zwingend wurden die Mozartstädter aber nicht. Beide Mannschaften versuchten Chancen zu kreieren, vor dem Strafraum war jedoch Endstation. Die erste Möglichkeit hatten die Salzburger, Gulbrandsen konnte sich rechts vom Strafraum durchsetzen, der Querpass fand jedoch keinen Mitspieler. In weiterer Folge legten die Bullen einen Gang zu. Nach 55 Minuten war es Minamino, der im Strafraum aber nicht an Maresic vorbeikam. In Minute 66 gab es die erste gute Möglichkeit in Halbzeit zwei für Sturm, Kiteishvili setzte den Ball von der Strafraumgrenze knapp neben das Tor. In der 72. Minute plötzlich Elfmeter für die Salzburger. Hierländer blockte einen Schuss von Minamino mit dem Unterarm. Doch die rund 350 mitgereisten Grazer Fans durften jubeln. Der zuvor eingewechselte Munas Dabbur vergab, der Israeli lupfte den Ball über Siebenhandl und über das Gehäuse. Weiterhin machte Salzburg das Spiel, Sturm kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Defensiv standen die Grazer aber gut und ließen nur wenig zu. Juan Dominguez kam ab der 81. Minute zu seinem Pflichtspieldebüt. Das Spiel flachte ab, Salzburg konnte den Ballbesitz nicht in Chancen umwandeln, zu kompakt war die Grazer Abwehr.
Sturm zeigte ein ganz anderes Gesicht als noch am vergangenen Sonntag. Wille und Teamgeist brachten den Grazern ein verdientes Unentschieden gegen den amtierenden Meister aus Salzburg. Die Abwehr war souverän, in der Offensive gibt es noch viel Luft nach oben.

Durch die gleichzeitige Niederlage von Rapid gegen Mattersburg hat der SK Sturm nun alles in der eigenen Hand und kann mit einem Sieg den Verbleib über dem Strich aus eigener Kraft schaffen. Eine Situation, mit der so vor diesem Spieltag nicht zu rechnen war.

Spieldaten

 

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12 Kommentare

  1. Grazer Fussballwunder sagt:

    Dieser erkämpfte Punkt und der Umstand dass wir das obere Playoff gegen die Austria selbst in der Hand haben freuen mich rießig.

    Zum Glück hat sich die Abfuhr in Salzburg nicht bewahrheitet, die viele hier im Forum befürchtet haben.

    2+
    • fuchsrob sagt:

      Ich geb zu, ich bin heute auch vom Worst case Szenario ausgegangen.

      Aber heute is alles perfekt für uns gelaufen + der legendäre Sturmgeist war wieder da. Ich freu mich riesiig auf das Endspiel gegen Sturm 2!!

       

      2+
    • schmitzi82 sagt:

      War auch.einer von Viele die meinten das Sturm heute unter die Reder kommt. Gsd hat mir die Mannschaft besseres belehrt.

      Ein Rieses Kompliment der der ganzen Mannschaft und Trainer Team.

      Genau das ist was wir von Sturm erwarten kämpfe Beisein, kratzen bis zur letzten Sekunde,  ja klar war es nicht schön Anzusehen aber Dieses X ist so viel Wert wie ein  Sieg,  und endlich konnte man den Sturm Geist wieder Sehen !!!

      Und Mählich hat auch alles auf der Seitenlinie gegeben wie einst auf denn Platz. Daumen Hoch !!!!

       

      Freu mich schon  auf Sonntag,  die Hütte wird Brennen

       

      In diesen Sinne: Der SK Sturm ist wieder Da!!!

      2+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      War auch einer von der Abteilung Unmöglich. Aber heute war die Mannschaft brav und hat gekämpft (auch wenns Rbs offensichtlich nicht zu sehr geschert hat). Der Punkt war verdient. Offensiv ists zwar noch immer ein Graus aber dann muss man halt improvisieren ala Lema oder was weiß ich. Bei 2 verletzen Stürmern Hosiner nichtmal im Kader…

      Trotzdem hat mans in der eigenen Hand und man kann die Saison noch sehr positiv abschließen. Also am Sonntag muss die Hütte brennen.

      1+
  2. Fanatiker sagt:

    Jetzt liegt es an uns, das Spiel gegen die Austria zu gewinnen (x könnte reichen).

    Kämpferisch diesmal Top!!!

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    • Grazer Fussballwunder sagt:

      Nicht zu laut sagen, dass ein X reichen könnte. Dann lehnen sich die Spieler wieder zurück und Rapid gewinnt 5:0!

      Jetzt tut das 3. Tor vom Lask gegen uns wieder ein bisschen mehr weh.

      2+
  3. Bozo Bazooka sagt:

    Wir können froh sein, dass der Munas so ein ünerheblicher Volldillo ist. Aber echt jetzt.

    3+
  4. rio sagt:

    Oft schon stark gespielt in Salzburg und dennoch verloren. Gestern eine Mauer errichtet und dank RB-Überheblichkeit (Munas!) einen Punkt erkämpft, so ist eben Fußball. Einen Punkt errungen, der allerdings wertlos ist, wenn gegen die Austria nicht ein „Wunder“ in der Offensive passiert. Erneut auf ein 0:0 zu spielen erscheint mir sehr riskant, weil Rapid jederzeit ein Schützenfest gegen Hartberg zuzutrauen ist. Nur wer oder wie bitte soll man mit diesem Team Tore erzielen? Die Offensivbemühungen sind ja schon als peinlich zu bezeichnen!

    2+
    • Arch Stanton sagt:

      Ich gehe davon aus, dass wir die Austrianer schwindlig spielen und alle, sogar der Busfahrer netzen werden..

      Auf die Schwoazn!

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  5. ds1909 sagt:

    Würde es gegen die Austria mit einem 4-2-3-1 versuchen. Nur mauern wird zu wenig sein.

    Kann’s mir so vorstellen: 7handl – Mensah, Spendi, Maresic, Koch – Dominguez, Lovric/Ljubic – Grozurek, Kiteishvili, Hierländer – Jakupovic.

    Denke so könnten auch mehr Bälle in die Spitze kommen, und dennoch auch in der defensive stark sein. Eze finde ich auch zur Zeit ein bisserl „Wampert“.

    Dennoch: Stark gespielt gestern, vor allem Mensah, brav einen Punkt erkämpft. Völlig anderes Gesicht als gegen den LASK. Wir hätten den Sack gegen M`burg schon zu machen müssen, so wirds ein zittern bis zum Schluss. Mensah wird wohl nicht zu halten sein.

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  6. Luca1111 sagt:

    Spielerisch wars natürlich nix aber egal. Wenn sonst nix geht dann wenigstens den A….  aufreissen. Mit viel Glück so wie gestern kann dann auch was gehen. Gegen die Austria wirds schwer aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Freut mich dass auch Mählich gestern wieder Einsatz gezeigt hat. Gegen die Austria muss halt auch mal wer treffen. Mauern allein wird nicht reichen.

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  7. Supersturm sagt:

    Ob es uns hilft, wenn die Austria gerade jetzt den Trainer entlässt? Mit Letsch an der Seitenlinie wäre mir wohler gewesen..

     

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