Sturm deckt alles, was schwarz ist in meinem Leben

Spielercheck: AEK Larnaka vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Begegnung AEK Larnaka vs. SK Sturm Graz sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Wie gesagt: nach jedem Spiel. Außer nach dem gestrigen. Denn das Adjektiv „ehrenvoll“ beschreibt unserer Ansicht nach in keinster Art und Weise auch nur irgendetwas von dem, was die schwarz/weißen Akteure in Larnaka abgeliefert haben. Darum setzten wir uns in der Redaktion gestern kurzerhand zusammen und beschlossen einstimmig, den Titel „Man of the Match“ erstmals in der Sturmnetz-Historie nicht zu vergeben. Und eines muss ebenso klar sein: Auch unsere subjektiven Beurteilungen, wie wir sie handelsüblich für jeden Spieler Woche für Woche formulieren und mit diversen Statistiken garnieren, können nach einem 0:5 bzw. einem 0:7-Gesamtscore im Europacup gegen eine Klubmannschaft  aus Zypern formal nicht gleich ausfallen, wie gewohnt. Denn was sich da gestern im Süden Europas abspielte, dieses Kreativ- und Lustlose, das Rat- und Tatlose – kurz der fußballerische Supergau – er war ein kollektiver.

Tobias Schützenauer – Note: 4,20

Schützi, der in Larnaka für den kurzfristig ausgefallenen Stammkeeper Jörg Siebenhandl in die Bresche springen musste, konnte einem gestern fast leid tun. Natürlich war da nicht alles sicher und souverän. Und klar, der Elfer, der zum 2:0 und damit zur Vorentscheidung geführt hat, ging auf seine Kappe. Letztendlich muss man sich allerdings erst einmal vorstellen, wie es für einen jungen Keeper bei seiner Premiere auf internationalem Terrain wohl sein muss, einen Hühnerhaufen aus lustlosen und völlig indisponierten Mannschaftskollegen vor sich zu haben, die sich in der Vorwärtsbewegung fad, uninspiriert und ohne jeglichen Raumgewinn die Kugel hin- und herschupfen oder im besten Fall das Runde weit nach vor dreschen- und gleichzeitig im Spiel gegen den Ball rasch sämtliche Nerven und den letzten Hauch an Überblick verlieren. Auf den Jungen draufhauen, scheint allein demzufolge wohl am wenigsten sinnvoll.

Raphael Obermair – Note: 4,37

Zeigte sich zumindest bemüht, wenngleich auch limitiert. Auch das Zusammenspiel mit dem, der sich gerade zufällig in der Nähe befand, funktioniert so wohl auch in einem hitzigen Cup-Fight gegen einen Zweitligisten kaum. Potenzial erkennbar und dennoch beschämend. 

Thomas Schrammel – Note: 4,49

Der Routinier, der es nicht zustande bringt, Routine auf den Platz zu bringen, war mit ein bis zwei Ausnahmen in Form von Vorstößen (lasst es mich so nennen) auch gestern eine absolute Vorgabe und wie der Rest eigentlich nicht beurteilbar.

Sandi Lovric – Note: 4,56

Fiel durch eine saudumme gelb/rote Karte in Minute 59 auf, bei der er den Ellenbogen ausfuhr, nachdem er lediglich sieben Minuten zuvor seine erste Gelbe im Spiel sah. Aber was heißt saudumm, sein Platzverweis steht eigentlich sinnbildlich für den gesamten Auftritt der Grazer in Larnaka. Lovric ging bis zu diesem Zeitpunkt im katastrophal schwachen Kollektiv unter und lieferte, wie alle anderen, eine Leistung ab, die es nicht einmal wert ist, näher und genauer betrachtet zu werden.

Fabian Koch – Note: 4,58

Eher wenig ehrenvoll präsentierte sich auch der sonst so leidenschaftlich agierende Fabian Koch. Nun gut, das Leidenschaftliche konnte man ihm auch gestern nicht absprechen, was allerdings sehr wohl auffiel und das nicht erst seit gestern, war sein besorgniserregendes Spiel nach vorne. Dort jagte ein Fehlpass den anderen und seine über den rechten Flügel geschlagenen Flanken konnten beinahe allesamt vom ersten Zyprer im Strafraum easy ausgeputzt werden. Null Gefahr also und eine reine Verschwendung von Energie, mehr war das nicht. 

Markus Pink – Note: 4,58

Musste systembedingt nach dem Ausschluss von Lovric in der 62. Minute für Avlonitis Platz machen und agierte bis zu diesem Zeitpunkt völlig blank und ohne jeglichen Zugriff auf das Spiel. Ohne brauchbare Bälle kein Torriecher – und den sagt man ihm schließlich voraus.

Peter Zulj – Note: 4,65

Es wäre natürlich leicht, an dieser Stelle auf den Grazer Spielmacher und Spieler der Saison 2017/18 draufzuhauen, vielleicht auch befriedigend für den Moment, aber dennoch eher weniger zielführend. Zum einen ist es die Einzelleistung von Peter Zulj, die natürlich klar zu hinterfragen und auch zu kritisieren ist, andererseits ist es in einem Mannschaftssport nun mal so, dass der Einzelne nur in einem intakten Kollektiv funktionieren kann. Und genau dementsprechend sollte man einen Spieler generell- und Zulj im Speziellen beurteilen. Die stümperhaft vergeigte Großchance inmitten der zweiten Halbzeit hätte er gegen Ende der letzten Saison wohl mit der Ferse gemacht. Wahrscheinlich wurscht, ob der Gegner dort Red Bull, Larnaka oder Ajax geheißen hätte.

Philipp Hosiner – Note: 4,68

Stand nominell am Spielfeld und verstand es dort aber nicht sonderlich gut, zumindest einigermaßen elegant unterzutauchen, da er immer wieder mit gravierenden Schwierigkeiten bei der Ballannahme auffiel. Ehrenvoll? Nein. Furchtbar? Eher. Aber im Endeffekt unklar. 

Lukas Spendlhofer – Note: 4,69

Der völlig unbedrängte, folgenschwere Fehler gleich zu Beginn, der die 1:0-Führung der Zyprer einleitete, die über die gesamte Spielzeit stark ausgeprägte Unruhe – egal ob im Defensivverhalten oder im Spielaufbau … was ist bloß mit Lukas Spendlhofer bzw. generell mit der gestandenen, wohl mitunter besten Innenverteidigung der Vorsaison los, die ja bekanntlich keinerlei Abgänge erfahren musste, sondern über die Sommerpause mit Avlonitis lediglich verstärkt wurde? Wir werden es vermutlich nicht erfahren und nachvollziehen fällt schwer, wohl ähnlich schwer, wie fünf Trümmerl auf Zypern.

Markus Lackner – Note: 4,72

Wirkt auf der Sechserposition heillos überfordert, technisch schwer limitiert und ohne Abräumerqualitäten ausgestattet, allerdings liegt der Verdacht nahe, dass Lackner noch eher als Fremdkörper in dieser Sturm-Elf agiert und deshalb kaum beurteilbar ist. Aber was weiß ich..

Dario Maresic – Note: 4,73

Bei Maresic gilt im Grunde selbiges, wie bei Lukas Spendlhofer. Wirklich schade und einigermaßen bizarr ist die Tatsache, dass man rund um den ganzen Transfer-Hickhack im Sommer und den damit verbundenen Enttäuschungen zumindest mit einer sehr gefestigten und punktuell verstärkten Innenverteidigung durchaus positiv in die Zukunft blicken konnte. „Ent-täuschend“ – ein Begriff den Alfred Tartar unlängst sehr treffend in seine Bedeutungseinzelteile zerlegte – wiederum ist, dass dies aktuell nicht ansatzweise zutrifft.

Einwechslungen:

Philipp Huspek – Note: 3,81

Wurde zur Halbzeit für den schwachen Dario Maresic in die Partie gebracht und stellte, mal abgesehen von einem Tempodribbling über rechts in den Strafraum inklusive anschließendem schwachen Stangler, nur eine geringe Bereicherung für das Spiel der Grazer dar.

Emeka Eze – Note: 4,30

Wurde in der 72. Minute für den vollkommen blanken Philipp Hosiner eingewechselt – beim Stand von 0:3 wohlgemerkt. Konnte auch nichts, absolut gar nichts ausrichten.

Tasos Avlonitis – Note: 4,60

Der Wechsel, der unseren Liveticker-Autor zum Auszucken brachte. Nach dem Ausschluss von Sandi Lovric zu Beginn der zweiten Hälfte und beim Stand von 0:1 aus Sicht der Grazer holte Heiko Vogel mit Markus Pink einen Stürmer vom Feld und brachte den Griechen. Ein Wechsel, der wohl unverständlich bleiben wird. Was folgte waren vier weitere Gegentreffer.

 

Trainer Heiko Vogel – Note: 4,71

Sollen andere beurteilen, Experten laufen eh zur Genüge herum. Bei einem gesamtmannschaftlichen Versagen könnte man einerseits jeden einzelnen Spieler zur Verantwortung ziehen, andererseits auch stellvertretend dafür den Trainer. Beides hätte in diesem Spielercheck so gut es geht vermieden werden sollen und ich hoffe, es ist mir gelungen. 

Schiedsrichter Paolo Valeri – Note: 3,47

S´ ma Wurscht.

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 377 eingegangene Bewertungen und widmet der Mannschaft folgende Nummer:

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11 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Ich schlage vor, SturmNetz und alle Fans und User gönnen sich jetzt eine Woche Pause um ein bisschen Hirn und anderen Körperteilen Erholung von den vielen Watschen, die wir jetzt Woche für Woche einstecken mussten, zu gönnen. Weil sonst kommt einem immer wieder gleich das Rearn oder steigt in einem die kalte Wut auf.

    4+
  2. Wenn wir hier stehen sagt:

    Enttäuschung und Wut

    Mehr fühl ich zurzeit nicht

    2+
  3. realistic sagt:

    Sehr gute Analyse, herumeierei.

    Treffend und präzise auf den Punkt gebracht!!!

    Vielen dank für eure Mühe. Man merkt das der Autor sehr angefressen ist  –  so wie jeder Sturm Fan wahrscheinlich!

    Und ich bleibe dabei DAS Hosiner, wie treffend analysiert wurde, jegliche Qualität fehlt. Eine Frechheit und ein Hohn dieser Transfer! Absolut Sinnlos.  Da kann man sich vom 37 jährigen Aigner noch was abschauen, wie der rotiert.

    Aber natürlich auch die anderen Flaschen an Neuzugängen sind definitiv zu schwach!

    Echt schräg und schade das dieses funktionierende Kollektiv zerstört wurde.  Maßlose Enttäuschung macht sich breit und es war beim Spiel gegen Hartberg schon absehbar.

    7+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Also nach den Vorstellungen brauchst keinen einzelnen herauszupicken…die waren alle grottenschlecht.

      Ist halt die alte Huhn-Ei Frage: Spielen die Neuen so schlecht weil die Alten kollektiv auslassen oder lassen sich die Alten mit runterziehen? So oder so kommts gleiche raus.

      Auf Einzelne hinhauen bringt sich rein gar nichts…btw. haben wir Beric auch die Qualität abgesprochen.

      2+
  4. realistic sagt:

    Ohne herumeierei meinte ich.

    0
  5. Marchanno Diaz Rabihou sagt:

    Alfred Tatar (nur 1 R). Aber ob es die philosophische Kunst des Alfred Tatar ist, oder der leicht ranzige Geschmack von Sauce tartare oder das lebensgefährliche verzehren von rohem beef tartar – es ähneln alle dem trara der gerade von schwarz/weiß auf den Platz gezaubert wird…..

    0
  6. schwoaza Peter sagt:

    Ich finde es interessant das mit den Neuzugängen härter ins Gericht gegangen wird als mit denen die eigentlich das Grundgerüst der Mannschaft sein sollten.    Sicher spielen momentan alle schlecht aber ich erwarte mir das z.B. ein Lovric mehr zeigt als ein Lackner oder ein Zulj mehr als ein Grozurek, ist aber m.E. nicht der Fall.

    swg

    2+
    • realistic sagt:

      Du hast schon recht.  Alle, meistens, spielen im Moment schlecht bzw.  können ihr Niveau unerklärlicher Weise nicht abrufen.

      ABER ich erwarte vom Sportdirektor schon das die Abgänge adäquat nachbesetzt werden, alleine schon wenn man so eine Chance hat und in der EL zumindest spielen zu können.

      Das ist nicht geschehen.

      Wenn man Ferreira beobachtet hätte wäre er nie verpflichtet worden. Lackner keine Worte dazu  –  konnte man in der Liga sehen. Pink als Ersatzmann von Maierhofer  (?? org oder) wäre klar das er eklatante technische Probleme hat und als Backup kann man ihn schon nehmen.

      Hosiner, ohne Worte  –  seit Jahren ausser Form und kann noch immer keinen Ball stoppen. Usw usw

      3+
  7. Aero Aero sagt:

    Das nicht wählen des „Man of the Match“ ist populistischer Dreck. Damit wird nur Leuten entgegengekommen, die ihre permanent negative Meinung, ohne Begründung hinausposaunen.

    Dies ist eine Einzelwertung und keine der kollektiven Leistung und da gibt es nun mal einen der an diesem Tag, in den Augen der Abstimmenden, besser war als alle anderen. Ob diese Leistung nun sonderlich gut oder schlecht war, sagt ohnehin die Note.

    Die Krönung des Theaters ist jetzt eigentlich nur mehr, dass ihr den Titel einem jungen Torhüter verwehrt, der sicher am wenigsten an der jetzigen Situation schuld hat.

    Bei aller Kritik, die auch nach dem Gebotenen berechtigt ist, hätte ich mir hier doch eine differenziertere Blickweise gewünscht.

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  8. Rene90 sagt:

    @ realistic
    ABER ich erwarte vom Sportdirektor schon das die Abgänge adäquat nachbesetzt werden, alleine schon wenn man so eine Chance hat und in der EL zumindest spielen zu können.

    für mich stellt sich halt die Frage, warum für GK Sturm Graz Kicker (die hier ihre Wurzeln haben) weniger zählen als Externe -> Schmerböck zu Obermair (aus der 4. Liga) und Schmerböck führt die Torschützenliste mit 4 Treffern!!! an

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