Stürmer gesucht

Spielbericht: SV Mattersburg vs. SK Sturm Graz

Der SK Sturm bot am vergangenen Mittwoch gegen RB Salzburg eine sehr ansprechende Leistung. Sie war sogar so ansprechend, dass man meinen könnte, es war die beste in der laufenden Saison. Warum es gegen die Bullen aber wieder einmal nicht zu einem Sieg reichte, lässt sich vielleicht so am besten erklären: Wäre Sturm mit den neonfarbenen Dritt-Trikots der vorangegangenen Saison angetreten, hätte man Roman Kienast mit einer unbeweglichen Litfaßsäule verwechseln können, die irgendjemand unabsichtlich im Strafraum der Salzburger vergessen hat. Dass der Wiener die Grazer vor fünf Jahren zum Meistertitel geschossen hat, sei unvergessen, im Moment stolpert er aber über seine eigenen, sonst so gefährlichen, Füße. Das Problem sind die Tore, jene zumindest, die Sturm im Moment nicht schießt. Das muss sich aber ändern, will man aus dem Mattersburger Pappelstadion drei Punkte mitnehmen.

Kienast kann, auch wenn er wollte, nicht gegen Sturms Torflaute ankämpfen. Der großgewachsene Stürmer fällt krankheitsbedingt aus, Bright Edomwonyi darf sein, bisher noch nicht aufgeblitztes, Können wieder einmal unter Beweis stellen. Hinter ihm werden Marko Stankovic, der in so etwas wie einem Formtief steckt, Sascha Horvath und der zuletzt starke Kristijan Dobras rochieren. Der von einer Gelbsperre zurückgekehrte Wilson Kamavuaka ersetzt im defensiven Mittelfeld Sandi Lovric und Marvin Potzmann Tanju Kayhan, welcher sich im Abendschlager gegen die Bullen verletzt hat.

(c) SturmNetz.at

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We will rock you…

…tönt es durch die Stadionlautsprecher und der SV Mattersburg nimmt sich das anscheinend zum Motto. Nach gerade einmal zwei Minuten kann Michael Esser einen Schuss von Markus Pink aber per Glanzparade aus dem kurzen Eck fischen. Nach zehn gespielten Minuten versucht sich Dobras mit einem Kunstschuss: Von der Mittellinie sieht er, dass Markus Kuster viel zu weit vor seinem Tor steht und zieht ab. Es bleibt jedoch beim Versuch, der Ball geht neben den Kasten.  Zehn Minuten später kommen die Burgenländer wieder gefährlich vor das Tor der Gäste, einer schönen Kombination über die rechte Seite folgt eine Flanke, die Pink jedoch nicht verwerten kann, weil er das Leder überhaupt nicht trifft wie gewollt.

In der 25. Spielminute wird Sturm einer sehr guten Chance beraubt, als das Schiedsrichtergespann rund um Mag. Harald Lechner auf Abseits entscheidet, nachdem Edomwonyi aus „legaler“ Position gestartet ist und nur mehr Kuster vor sich hatte. „Edi“ ist es auch, der nach guter Flanke von Dobras mit dem Kopf zum Ball kommt. Seine Kopfballstärke ist in Graz aber hinlänglich bekannt, folgerichtig geht der Ball auch neben das Tor. Die erste richtig gefährliche Chance auf Seiten der Gäste hat Daniel Offenbacher: Der Scheiflinger kommt nach einer sehenswerten Kombination außerhalb des 16ers zum Abschluss, sein strammer Schuss verfehlt das rechte Kreuzeck nur knapp.

Das selbe Spiel

Fünf Minuten vor der Halbzeit bekommt Lukas Spendlhofer eine Hereingabe durch die Beine und Thorsten Röcher kann dadurch abschließen, Esser lässt sich aber nicht überraschen. Apropos Esser: Nur kurz darauf bringt Röcher von der anderen Seite einen Ball zur Mitte, Esser fischt unglücklich und Pink braucht den Ball nur mehr über die Linie zu drücken. Sturm versucht in Person von Edomwonyi zu antworten, Kuster kann einen Versuch vom Nigerianer aber zur Ecke abwehren. Und kurz vor dem Pausenpfiff ist es erneut Röcher mit einem Schuss aus der Distanz, diesmal hält der deutsche Keeper im Kasten der Grazer aber ganz sicher.

Mittlerweile ist es beinahe schon Tradition: Sturm dominiert die Partie über weite Strecken – wie gegen Salzburg – kann aber kein Kapital daraus schlagen – wie gegen Salzburg. Der Unterschied: Diesmal trifft der Gegner. Sturm benötigt also mindestens einen Treffer, um nicht mit leeren Händen heimfahren zu müssen. Die Frage ist: Wer soll ihn schießen? Edomwonyi bekommt kaum brauchbare Bälle und wenn doch, scheitert er entweder an der Abseitsregel oder an sich selbst. Generell scheint es, als traue sich bei den Steirern keiner zu schießen. Teils schönen Kombinationen folgt…nichts. Mit Danijel Klaric säße eine Stürmer-Alternative auf der Bank, ob diese zum Zug kommt, ist allerdings mehr als fraglich.

Gefahr ≠ Tor

Ein anderer, der für Tore sorgen könnte, ersetzt nach der Halbzeitunterbrechung Daniel Offenbacher. Donis Avdijaj hat nun 45 Minuten Zeit, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Nach einem Eckball, herausgeholt von Avdijaj, kann Stankovic per Kopf abschließen, Thorsten Mahrer stellt sich dem Versuch in den Weg. Der 10er ist es auch, der kurz darauf Kuster mit einem Distanzschuss prüfen sollte – eine dankbare Aufgabe für den jungen Goalie. Nach einer Stunde muss Kuster wieder einmal ernsthaft eingreifen. Edomwonyi behauptet die Kugel gut und verlagert das Spiel auf Avdijaj, der nicht lange fackelt und den U21-Nationaltorwart zu einer Parade zwingt.

Franco Foda nimmt den leicht angeschlagenen Stankovic aus dem Spiel und bringt mit Andreas Gruber eine weitere Offensivkraft, welche nach einer harten Artacke im gegnerischen Strafraum gleich einmal Gelb sieht. Gruber ist es auch, der fünf Minuten nach seiner Einwechslung galant die gegnerischen Innenverteidiger überlupft und somit Gefahrenherd Avdijaj idealst bedient. Auch er versuchts per Lupfer und überhebt damit Torwart als auch Tor. Potzmann nur kurze Zeit später mit dem nächsten Abschluss, abermals kein Problem für den starken Kuster.

20 Minuten vor Ende steht dieser nun unter Dauerbeschuss, vor allem die beiden Neuen sind heiß auf einen Treffer. Doch sowohl die Nummer 77 (scheitert nach Traumpass abermals am Keeper) als auch die 22 (drüber) können nicht ausgleichen. Auch Edomwonyi hat urplötzlich den Ausgleich am Fuß, Kuster vereitelt diesen aber mit einer überragenden Fußabwehr. Im Gegenzug macht Röcher beinahe das 2:0, „Bruno“ macht rechtzeitig die Beine zu. Es ist mittlerweile ein offener Schlagabtausch, in den jetzt auch – tatsächlich – Klaric involviert wird. Dobras macht Platz für den jungen Stürmer.

Es tut so weh

Bis auf einen harmlosen Distanzschuss von Patrick Bürger und einem Vertändler im Strafraum von Edomwonyi passiert im Burgenland nichts mehr. Mattersburg macht das gut und hält den Ball weg vom eigenen Tor. Sturm verliert mit 1:0. Man hat es als „Schwoaza“ heutzutage nicht leicht, die Spieler quälen sich (so scheint es) und für den Sturm-Fan ist das Zusehen eine Qual. Es fehlt einfach an jemandem, der Tore schießt, auch Klaric konnte nicht die nötigen Impulse setzen. Der dritte Platz ist nach dem 3:1-Heimerfolg der Wiener Austria über die SV Ried mit einem Rückstand von 10 Punkten nun endgültig außer Reichweite gerutscht.

Schade eigentlich, mit einem Heimerfolg gegen die Favoritener nächsten Sonntag, hätte man nochmals heranrücken können. Sturm wird trotz allem auch nach dieser Runde mit einem Zähler Vorsprung auf Mattersburg und Admira auf Platz 4 liegen. Die Niederösterreicher unterlagen in der Südstadt nämlich dem Wolfsberger AC mit 0:2. Torschütze zum Endstand? Marc-André Schmerböck, seines Zeichens Leihspieler des SK Sturm. Er trifft nun schon im zweiten Spiel in Folge und hat damit ein Tor mehr geschossen als Sturm in den letzten fünf Ligaspielen gemeinsam.

 

Stimmen zum Spiel

Das Fazit von Donis Avdijaj:

 

Warum hat man gegen Mattersburg verloren, Gerhard Goldbrich?

 

Fühlt sich der heutige Sieg besonders gut an, Ivica Vastic?

 

 

Spieldaten

BL_Statistiken_SVMSTU1.0

BL_Aufstellungen_SVMSTU10

 

Die Spieler könnt ihr HIER bewerten!

 

23 Kommentare

  1. Sturm-Echo sagt:

    Tja, nun ist SturmNeu also dort angekommen wo man mit einem Präsidenten der keine Kohle hat, eben hingehört…im sportlichen Niemandsland. Wer aus Geldmangel keinen Stürmer verpflichten kann der Tore schießt, spielt eben auf Augenhöhe mit Mannschaften die das auch nicht können ( Admira, Ried,…)…und Geldmangel sollte für einen Fußballpräsidenten etwas ekeliges sein…man sollte nicht Präsident eines Traditionsvereines in der Bundesliga werden wenn man kein Geld hat bzw. nicht in der Lage ist welches heranzuschaffen…das macht meiner Meinung keinen schlanken Fuß…WO IST DENN DIESER STEIRISCHE MILLIARDÄR DER DEM SK STURM WIEDER LEBEN EINHAUCHT???

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  2. RAM6I sagt:

    Kann Ihn überhaupt nicht leiden, aber glaube als Typ wäre er vl. genau der Richtige gewesen um vom Winter bis zum Frühjahr zu schauen was geht!

    Doch der ist jetzt auch schon weg..

     

    jetzt kommts…Stefan Maierhofer 😉

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    • Nock-74 sagt:

      ist zwar nur als scherz gedacht! jedoch traue ich dem 33jährigen maierhofer noch immer 10 tore pro Saison in unserer würstelliga zu! 1. slowakische Liga 2 spiele ein tor! 🙂 außerdem ist er mindestens doppelt so beweglich wie unser kienast und 100mal torgefährlicher wie unser edi und von seinem 100%igen Einsatz brauchen wir eh nicht zu sprechen! der edi trifft dann eh wieder in der Vorbereitung gegen dippelbaumkirchen und den 1.fc hintertupfing!

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    • eckballverursacher sagt:

      Endlich wieder mal der Name:

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    • Nock-74 sagt:

      Danke @eckballverursacher!! Made my day!

      Aber da könntest auch von unseren ein Stundenvideo zusammenstellen, wobei beim Kienast jeder glauben würde es ist in Zeitlupe aufgenommen! 😉

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    • eckballverursacher sagt:

      @Nock-74!

      Man kann von jedem Spieler so ein Video zusammenstellen, wenn man will. Beim Maierhofer ist halt der Vorteil, dass man nur ein Spiel dazu braucht.

      Richtig gut ist aber dann das Interview hinterher.

       

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    • kato kato sagt:

      @eckball wie hast des video eingebunden?

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    • eckballverursacher sagt:

      @kato

      Ganz einfach bei YouTube auf share, shortlink copy und paste. Das wars auch schon. Wird automatisch erkannt.

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  3. Blacky575 sagt:

    Es braucht keinen Millionär oder Milliardär. Wie wäre es mit den vorhandenen (meiste Sponsorgeld in der Geschichte) vernünftig zu arbeiten. Andere sogenannte Kleine können das auch. Bei uns versickern die Transfererlöse in verschiedenste (Vereins-)Kanäle, in die Mannschaft wird kaum was investiert. Es wird immer davon gesprochen das kein Geld da ist. Wenn ein Verein so viel Transfererlöse erziehlt wie Sturm muß Geld für Verstärkungen da sein. Es kann nicht sein das man einen Djuricin um ca. 2,7 Mio verkauft und für einen Nachfolger keine einzige Mio. ausgegeben werden kann. Da stellt sich dann der GM hin und sagt für einen Stürmer der in der Saison 10 Tore macht ist kein Geld da. Das ist Logik ala Sturm Graz. Man braucht kein Wirtschaftsexperte sein um draufzukommen das dies kein gesundes Haushalten der Finanzen ist. Das Aushängeschild und wichtigste Teil eines Vereins ist nun mal die Kampfmannschaft, da sollte man doch die meisten Gewinne wieder investieren. Wenn man ständig andere Löcher stopfen muß dann läuft irgendetwas total falsch im Verein.

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  4. Hindemith Hindemith sagt:

    @SturmNetz:

    Das gestrige „Talk und Tore“ wäre doch einen eigenen Beitrag wert, oder?

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  5. RAM6I sagt:

    Erstens, i muss mir bald Sky zulegen..(würde gern das ganze Interview sehen)

    Zweitens, dieses blöde Schubladen-System, sind aber so praktisch

    Drittens, wenn ich die letzten Niederlagen teils auf Grund fehlender Akteure mit einbeziehe darunter ein Piesinger und einen Klem, dann könnte man leicht erahnen wo dieser ganze Mist her kommt! Da die Aufstellung wie folgt aussehen würde…Klem statt Lyko davor ist ja Avdijai und ein super DM mit Offenbacher und Piesinger (tja *facepalm*)..das aber der 17-Jährige beide locker in die Tasche steckt, lassen wir einfach mal so stehen..(next *facepalm*)

    Viertens, bevor wir mal als Speerspitze einen Gruber aufstellen, lassen wir weiterhin das Austria-Camel Blondhaar und LL Cool Black Ball weiterhin durchs Feld purzeln und traben. (*facepalm*)

    Fünftens: keinen Plan haben, ist auch ne Art Plan haben!

    Sechstens: Ist mir echt schon zu sehr ein Kampf gegen Windmühlen…bye bye..

    2+

  6. Blacky575 sagt:

    @kato

    Danke für das posten. Hab es leider auch nicht sehen können. Mich würde die ganze Sendung interessieren. Gibt`s die irgendwo?

     

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  7. Nimrod sagt:

    Bezeichnend fand ich den Gesichtsausdruck von Godbrich als Pucher ihm vorwarf bei Kritik gleich beleidigt zu sein!

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