Statistik: Sturm im freien Fall

Bereits Runde 12 brachte retrospektiv die Wende

22 Runden sind gespielt. Teilt man diese in zwei Hälften zu je 11 Runden, so erkennt man einen deutlichen Formunterschied des SK Sturm. Konnte man in der ersten Hälfte der bislang absolvierten Saison noch ausgezeichnete 28 Punkte einfahren, gelangen den Schwarz-Weißen in den letzten 11 Runden nur noch magere 11 Punkte.

Den Anfang dieser Unserie bildete das Heimspiel gegen den SV Mattersburg im vergangenen Oktober. Rückblickend kann diese Begegnung wahrscheinlich sogar als Schlüsselspiel bezeichnet werden. Es war wohl jene Partie, die den Akteuren im Sturm-Dress einen regelrechten „Knacks“ bescherte. Von da an ging es steil bergab.

Was war passiert? Nach einer „unterdurchschnittlichen“ Leistung der Blackies, so formulierte es Stefan Hierländer nach dem Spiel, ging es mit einem verdienten 0:1-Rückstand in die Pause. Ein anderes Gesicht sah man jedoch in der zweiten Halbzeit. Sturm dominierte, war die klar bessere Mannschaft und konnte das Spiel durch Treffer von Deni Alar und Stefan Hierländer sogar noch drehen. Bis zum Ende der Nachspielzeit glaubte jeder an einen Heimsieg, der sogar noch höher ausfallen könnte. Doch es kam zu einer überraschenden Wende: Schiedsrichter Markus Hameter ließ mehr als die angezeigten vier Minuten Nachspielzeit zu und den Burgenländern gelang in der 95. Minute der äußerst glückliche Treffer zum 2:2-Ausgleich. 

„Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, sagte ein enttäuschter Hierländer nach Spielende. Auch Trainer Franco Foda zeigte sich vom Last-Minute-Ausgleich alles andere als begeistert: „Es ärgert mich, dass wir das Spiel trotz der guten zweiten Halbzeit nicht nach Hause gefahren haben“.

Hat das Spiel mentale Spuren hinterlassen? Gab es diesen „Knacks“ bei den Spielern ob des bitteren Ausgleichtreffers tatsächlich? So oder so, dieses Spiel läutete eine echte Negativserie ein.

Während Sturm in den ersten elf Spielen noch ganze neun Siege bei nur einem Remis (Rapid) und einer Niederlage (Ried) einfahren konnte, fielen die Resultate der zweiten Hälfte der bisher gespielten Partien äußerst ernüchternd aus. Mit der Ausnahme von drei fantastischen Auswärtsspielen (2:1 gegen Rapid, 4:0 gegen den Wolfsberger AC und dem schmeichelhaften 3:0 gegen Ried) zeigten die Schwarz-Weißen wenig zufriedenstellende Leistungen. Neben den drei Siegen gab es zwei Unentschieden und ganze sechs Niederlagen.

Die Blackies zeigten ein in dieser Form wohl sehr seltenes Wechselspiel von Licht und Schatten hinsichtlich der Punkteausbeute. 28 zu 11 – eigentlich unglaublich.

Es kommt sogar noch bitterer beim Vergleich der Tabellenpositionen: Vom sensationellen Platz an der Sonne und acht Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Altacher sowie einem 11-Punkte-Polster auf Salzburg und die Austria, rutscht der SK Sturm in der Statistik der letzten 11 Runden ganze acht Plätz ab und belegt nur den neunten Rang! Von einem Tabellenführer mit solch einem Punktevorsprung auf den Zweitplatzierten hätte man sich ein selbstbewusstes Auftreten mit breiter Brust und einem unbändigen Siegeswillen erwarten können. Dem war nicht so – stattdessen kam es zum freien Fall.

Den Ursprung der drastischen Negativkurve rührt aus dem Mattersburg-Heimspiel. Die Ursachen sind jedoch schwer zu erklären. Fakt ist, auch mit den Winterabgängen Uros Matic und Bright Edomwonyi konnten die Blackies in den 9 Spielen vor der Winterpause nur 11 Punkte einsacken. Die beiden Spieler sind somit eindeutig nicht der einzige Grund für die insgesamt schwache Darbietung in den bisherigen zwei Spielen im Frühjahr.

Aufwachen!

Sturms gegenwärtiges Spiel ist schnell beschrieben: verängstigt, planlos, hässlich. Hinzu kommt eine Passqualität jenseits von Gut und Böse, die schön herausgespielte Aktionen gar nicht erst ermöglicht. Vom ambitionierten Herbstmeister ist gar nichts mehr zu sehen. Dafür kann und darf auch, wie zuvor erwähnt, der Abgang zweier überaus wichtiger Akteure nicht als Ausrede herangezogen werden. Der Kader ist breit genug. Nun müssten eben andere Akteure über sich hinauswachsen, den Ton angeben, für frischen Wind sorgen. Man müsste sie aber auch lassen, dafür sind sie schlussendlich da.

Nun ist man jedenfalls binnen kurzer Zeit auf den für Sturm traditionellen vierten Tabellenplatz abgerutscht. Derzeit lässt ebenso rein gar nichts darauf schließen, dass man erneut den Anschluss an die Spitze findet. Vielmehr schielt man bereits auf Rapid und fragt sich, ob uns der Erzrivale trotz katastrophaler Seuchensaison wohl noch einzuholen vermag. Ein Umstand, der wohl mehr aussagt, als einem lieb ist. Es droht also einmal mehr Mittelmaß und eine Spielausrichtung, die nur in absoluten Ausnahmefällen Fans noch vom Hocker haut. Das kennt man in Graz leider bereits zur Genüge. Es sei denn, man würde es rechtzeitig schaffen aufzuwachen. Das kennt man in Graz allerdings weniger gut. 

 

16 Kommentare

  1. DerWurst sagt:

    Bin ja gspannt auf die nächsten Spiele. Nun kann Foda zeigen, was er draufhat…

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  2. Rockstar Rockstar sagt:

    kann die Tabellen nur schwer lesen leider, der Hintergrund ist das Problem

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  3. Marchanno Diaz Rabihou sagt:

    Die grosse Überraschung (von unserem Defensivapostel & Taktikfuchs) wird eine überraschende 5er Kette sein. Entweder ein grauenvolles 0:0 (immerhin nicht verloren) oder in den letzten 15 min 2 Stürmer und OM und vielleicht ein Sonntagsschuss zum glücklichen Ausgleich.

    Alles schon gesehen…

    PS: Nur so eine Idee: Mit 2 Stürmern und Lovric, Schmid, Schützenauer, Schoissengeyr etc verliert man gg diese austria auch nicht höher (ja, und auch gg Mattersburg nicht)

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  4. vampy99 sagt:

    FAKE, FAKE, FAKE! FAKE NEWS!!!11!

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  5. Hindemith Hindemith sagt:

    Ich will ja nicht klugscheissen, aber in eurem Ergebnisplan haben sich 3 Fehler eingeschlichen:

    Runde 8: 0:3

    Runde 10: 0:1

    Runde 11: 1:0

    Was man noch erwähnen könnte, wäre das Ausscheiden im Cup gegen St.Pölten, nur 4 Tage nach dem Mattersburg-Heimspiel, ein weiterer Tiefschlag!

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  6. RAM6I sagt:

    Es ist halt so, wir werden unter Foda 4.0 keine Spiele ala Foda 1.0 mehr sehen. Als er als Trainer auch noch so etwas wie Mut und den Wunsch zum Offensiv Fußball in sich hatte.

    Seine Taktik ist für den Arsch, wobei man sich hier allein die Frage stellen muss…hinten drin stehen hohe Bälle auf die Flügel, Flügel Pass in die Mitte überhaupt als solches bezeichnet werden darf.

    So langsam muss man dem Trainer vieles unterstellen. Noch nie habe wirklich ernsthaft eine Steigerung eines Spielers gesehen die msn Foda zuschreiben könnte, eher geht es in die andere Richtung umso länger die Spieler mit erm zu tun haben umso schlechter werden Sie.

    Blick auf die Tabelle dazu reicht.

     

    Er profitiert selbst am meisten davon wenn in einem Transferfenster viele Wechsel stattfinden. Spieler noch frisch motiviert bei uns eingetroffen, checkt sein System noch nicht und will im Spiel überzeugen. Leistung oben…länger bei uns Leistung geht nach unten mit kurzen Aussetzern nach oben..

     

    Ist halt mein kleiner Eindruck…

     

     

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    • Supersturm sagt:

      Der für mich richtigste Absatz in deinem Post ist der, dass sich die Spieler unter FF nicht steigern, sondern immer mehr abbauen..
      Das ist augenscheinlich und wirkt sich am negativsten aus..
      Jeder Sportler, der was erreichen will (meist Einzelkämpfer), sagt, dass er sich weiterentwickeln will und sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen darf.. In einer Mannschaftssportart hört man solche Worte zwar nie, weil immer „die Mannschaft im Vordergrund steht..“, aber ich glaube, kaum ein Spieler verinnerlicht die Tugenden, sich immer steigern und besser werden zu wollen. Sonst kann ich mir dieses Phänomen nicht erklären. Mich würde interessieren, welcher Spieler des SK Sturm wirklich (und ich meine wirklich) das Ziel hat, ins Ausland zu kommen..

      Gratzei zu alt, Koch??, Spendlhofer??(kam schon vom Ausland retour, ohne sich durchsetzen zu können..), Lyko?, Huspek? Schmerböck? Horvath??, Hierländer?,Dobras?
      Ich will die Liste nicht unnötig in die Länge ziehen, meine aber, dass all diese Spieler mit dem Ist-Stand (Gehalt, an sie gestellte Leistungsanforderung) sehr zufrieden sind und mit dem derzeit geleisteten zufrieden sind. Daher werden auch nicht auf große Leistungssteigerungen zu erwarten sein.. LEIDER!

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    • RAM6I sagt:

      @Supersturm:

      So stellt sich die Frage warum es eigentlich, so ist.

      Ist es die Grazer Luft die keine Steigerungen zu lässt?

      Ist es diese familiäre Atmosphäre die bei uns herrscht die keine Steigerungen zulässt?

      Sind es die Verträge die einen glücklich ruhen lassen. (Wobei hier in Österreich generell Leistungsverträge für alle (ausser RBS) Vereine sinnvoller wäre.

       

      Oder ist doch der Trainer der täglich mit den Spielern zu tun hat, sie in ein Konzept zwingt das keine Entwicklung zulässt?

       

      Traurig allein das man bei uns mit mitte 20 noch immer als Talent gefeiert wird. (Gerade in unserer Liga nämlich) Sag ma mal so wer mit 18 nicht so weit ist, sollte es sein lassen.

       

       

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  7. Supersturm sagt:

    @RAM6I: ich würde sagen, von all deinen Punkten trifft ein Teil zu und führt zum Endergebnis.

    Zu deinem letzten Absatz würde ich sagen, dass der eine oder andere wahrscheinlich schon mit 18 so weit wäre, aber wenn man keine Chance bekommt, sich über einen längeren Zeitraum (ich wäre schon mit einigen Einsatzminuten zufrieden..) zu zeigen, wird es schwer, sich in einer Profiliga (wenn auch nur der Ö-BuLi) zu etablieren.

    Ich glaube, dass die durchwegs talentierten Amateure (Maresic, Skrivanek, Schmid, Seidl…) noch nicht einmal auf den Notizblöcken der 2. Liga in Ö stehen, da die RL-Mitte wahrscheinlich nicht oft gescoutet wird..

    Also geht deren Weg dann meist zu anderen Vereinen der Regionalliga oder oft sogar in die Landesliga..

     

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  8. brent_everett sagt:

    Mein Tipp: FF wird versuchen mit seiner traditionellen 0:0 Taktik ein Unentschieden gegen St. Pölten zu ermauern. St. Pölten kann – wie schon gegen Altach – locker drauflos spielen, da Sturm kein direkter Konkurrent um den Abstieg ist. Für St. Pölten ein Bonusspiel, für Sturm eine Zitterpartie gegen einen Angstgegner. Am Ende wird St. Pölten ganz locker gewinnen.

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  9. Manuel Lampl sagt:

    Die werden auf dem 5ten Platz landen, davon geh ich zu 100% aus!

    Wahnsinn, wie man von einer gut eingespielten Mannschaft zu so einer Sorchtruppe verkommen kann und das in so kurzer zeit, mir fehlen immer noch die Worte nach den 2 Spielen im Frühjahr.

    Nach so langer zeit und so langem Mittelmaß sind wir erneut in der Versenkung angeklagt und jedes Team in der Buli freut sich wenn Sturm kommt oder man zu Sturm fährt, gibt sichere 3 Punkte!

    Ist mir immer noch unbegreiflich und kann ich einfach nicht verstehen, was aus dieser Mannschaft nach den ersten 11 Runden geworden ist.

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  10. Manuel Lampl sagt:

    Muss noch etwas anmerken:

    Niemand glaubt mehr an unser Team, keiner räumt ihnen eine Topplatzierung ein, vil kann man jetzt befreiter aufspielen, was ich nicht glaube, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

     

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