Starkes Ende einer guten Woche

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. FC Flyeralarm Admira (4:1)

Wahlsonntag in ganz Österreich. Während wohl das gesamte Land nach der schier endlosen und teils erdrückenden Berichterstattung über das Ende des Wahlkampfes mehr als nur froh sein durfte, sollte für den SK Sturm Graz an diesem Sonntag der endgültige Startschuss für das vorzeitige Saisonziel „Meister-Play-Off“ fallen. Mit einem Sieg gegen den FC Flyeralarm Admira könnten sich die Blackys vor dem Spiel in der kommenden Woche gegen den FK Austria Wien um acht Punkte von den Veilchen absetzen, auch auf die vor der zweiten Hälfte des neunten Spieltags siebtplatzierte WSG Tirol hätte man nach einem vollen Erfolg gegen die Admira bereits sieben Zähler Vorsprung.

Dementsprechend motiviert schickte Trainer Nestor El Maestro seine Elf auf den Platz. „Natürlich hoffe ich, dass wir das Spiel am Sonntag mit einer sehr guten Leistung gewinnen“, hatte der 36-Jährige bereits beim Mediabriefing am Freitag gemeint. Sturm legte gut los und klopfte in der zweiten Minute zum ersten Mal an: Admira-Torhüter Andreas Leitner hielt einen Freistoß von Kiril Despodov jedoch sicher. Doch auch der Tabellenletzte aus der Südstadt versteckt sich nicht und versuchte sich immer wieder in der Offensive – zwingend wurde das Team von Klaus Schmidt aber zunächst genauso wenig wie die Grazer. Erst in der 18. Spielminute tauchten die Blackys das erste Mal so richtig gefährlich vor dem Tor der Gäste auf – und schon sollte es klingeln! Otar Kiteishvili legte sich den Ball zunächst etwas zu weit vor, holte sich das Leder aber wieder und ließ sowohl Christoph Schösswendter als auch Mortem Blom Due Hjumland im Strafraum sehenswert aussteigen. Seinen nicht allzu platzierten Schuss konnte Leitner anschließend nicht über die Latte drehen – 1:0 für Sturm nach einer mehr als sehenswerten Einzelaktion des Georgiers! Dieser Treffer verlieh dem Gastgeber merklich Selbstvertrauen: Nur 60 Sekunden später verzog Despodov nach gutem Pass von Bekim Balaj aber klar.

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Der Schwung nach dem 1:0 hielt allerdings nicht allzu lange an, Stefan Hierländer vergab per Direktabnahme eine weitere Halbchance, in der ersten halben Stunde passierte ansonsten aber relativ wenig. Die Admira klopfte nach einer Ecke zwar noch einmal leise an, wirklich in Bedrängnis gerieten die Schwarz-Weißen aber auch in dieser Situation nicht. Trotz der Ungefährlichkeit der Niederösterreicher wurde eines wieder einmal deutlich: Nach dem Führungstreffer ließ Sturm – wie schon nach dem 2:1 in Mattersburg sowie dem 1:0 in Klagenfurt – nach und ermöglichte es der nominell schwächeren Mannschaft, in die Partie zu finden. Kurz vor der Halbzeit vergab Kiteishvili dann noch einmal aus der Distanz. So ging es trotz eines leichten Leistungsabfalls in den letzten 20 Minuten der ersten Hälfte mit einer alles in allem verdienten 1:0-Führung in die Kabine.

Furioser Start in Halbzeit zwei

Beide Mannschaften nahmen in der Halbzeit jeweils einen Wechsel vor: Bei Sturm ersetzte Philipp Huspek den angeschlagenen Fabian Koch, bei der Admira kam Boris Cmiljanic für Muhammed Cham Saracevic in die Begegnung. Die Blackys starteten wieder gut und wurden in der 49. Minute sogleich belohnt: Despodov hatte auf der rechten Seite viel Platz und bediente Kiteishvili ideal. Der Georgier wollte eigentlich schießen, sein Abschluss riss ihm jedoch ab und fand genau zu Balaj, der aus kürzester Distanz keine Probleme hatte, das Spielgerät zum 2:0 zu versenken! Sturm drückte anschließend auf das 3:0, verpasste nach einem etwas zu hoch angetragenen Fallrückzieher vom unglaublich starken Despodov aber die endgültige Vorentscheidung.

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Das sollte sich umgehend rächen: Die Gäste griffen über die linke Seite an, plötzlich tauchte Cmiljanic alleine vor dem Tor der Grazer auf. Lukas Spendlhofer wehrte den Schuss zunächst artistisch mit der Schulter ab, Marko Kadlec brachte den Nachschuss aber sicher im Tor unter – der Anschlusstreffer aus dem Nichts! Doch Sturm reagierte überragend und schlug in der 54. Minute zurück. Despodov bediente Huspek, der nur 48 Sekunden nach dem Gegentreffer mit einem satten Rechtschuss den alten Vorsprung wiederherstellte. An dieser Stelle soll Despodov ein Extra-Lob entgegengebracht werden: Nicht nur offensiv zeigte der Bulgare eine überragende Leistung, auch nach hinten arbeitete der Mittelfeldspieler sehr stark mit. Einzig ein Torerfolg war Despodov im Dress der Steirer noch nicht vergönnt – doch dazu hatte er in diesem Spiel noch rund 30 Minuten Zeit.

Nach der turbulenten Anfangsphase flachte die Begegnung verständlicherweise wieder etwas ab, anders noch als in Halbzeit eins blieb Sturm jedoch klar die spielbestimmende Mannschaft. In der 70. Minute kamen die Südstädter dann doch für einmal vor das Tor des Gastgebers, Jörg Siebenhandl konnte einen Schuss von Cmiljanic jedoch sicher parieren. Dieser Versuch der Admiraner rüttelte die Blackys wieder wach, die nur zwei Minuten darauf den Sack endgültig zumachten. Thorsten Röcher tanzte sich mit etwas Glück an Fabian Menig und Christoph Schösswendter vorbei und vollendete mit einem strammen Schuss ins linke Eck – 4:1 für Sturm!! Kiril Despodovs Arbeitstag war unmittelbar nach diesem Treffer beendet. Unter Standing Ovations der 8.917 Zuschauer wurde er von Christoph Leitgeb ersetzt – bei weiteren Darbietungen dieser Art ist der erste Torerfolg im Trikot der Grazer nur mehr eine Frage der Zeit. Auch Thorsten Röcher musste wenig später Platz machen, Jakob Jantscher kam in die Partie.

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Die Begegnung war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Sturm kontrollierte das Spielgeschehen und hatte in der 82. Minute sogar die Gelegenheit auf das 5:1: Zunächst scheiterte Huspek an Leitner, den Abpraller konnte Leitgeb wenige Meter vor dem Tor nicht richtig verarbeiten – ansonsten hätte es wohl erneut im Kasten des Tabellenletzten eingeschlagen. Auf der Gegenseite hätte die Admira in der 86. Spielminute verkürzen müssen, der eingewechselte Erwin Hoffer drosch das Leder nach idealer Hereingabe von Seth Paintsil aber meilenweit am Tor vorbei. In der Nachspielzeit hielt Leitner einen guten Freistoß von Jantscher stark. So blieb es beim 4:1-Heimerfolg des SK Sturm Graz gegen den FC Flyeralarm Admira, der nicht nur ergebnistechnisch, sondern auch spielerisch Lust auf mehr machte. So darf es in der nächsten Woche in Wien gerne weitergehen!

Spieldaten

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8 Kommentare

  1. schwoaza Peter sagt:

    Nix los da, haben sie gewonnen

    Swg

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    • fuchsrob sagt:

      Das ist wohl dem Wahlsonntag geschuldet 😉

      War ein ganz passables Spiel. Bin voll zufrieden heimgegangen.Unsere Offense kommt auch in die Gänge schön langsam. Allerdings war die Admira auch net viel mehr als ein passabler Aufbaugegner.

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  2. Fanatiker sagt:

    Von einem gepflegten fußball sind wir weit weg. Sehr viel auf Zufall ausgerichtet.

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  3. Marchanno Diaz Rabihou sagt:

    nach Niederlagen schreiben sie schon den ganzen UNGEPFLEGTEN Frust unter die Spieler Bewertung, noch bevor der Spielbericht kommt .

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    • RAM6I sagt:

      Sei mir net böse aber hast net selbst schon satt. Ständig Negativ in a Richtung zu sein 😉

      Zum Spiel:
      Alter es war gegen die Admira, noch lange kein Grund um jetzt wieder alles mit der rosaroten Brille zu sehen. Ob Sie sich entwickelt haben, werden die kommenden zwei Spiele zeigen.

      Austria, schaffen wir es endlich einen Totgeglaubten nicht wieder zum Leben zu erwecken (darin sind wir Spitze) sondern schaufeln weiter an seinem Grab wie die andren vor uns.

      Salzburg, wie werden wir uns der Unaufhaltbaren Macht gegenüberstellen, präsentieren!?

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  4. goodoldtimes sagt:

    Also ich freu mich und denke, es geht bergauf. Vorallem die schnelle Antwort auf den Gegentreffer war ein starkes Zeichen. Klar, die Admira war schwach, aber trotzdem ein schöner Sieg.

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  5. glockgame sagt:

    Hatte schon mit dem schlimmsten gerechnet, wegen „Tote-wiederbeleben“ und so, aber man hatte von Anfang an das Gefühl, heute nicht! Auch wenns in HZ 1 noch etwas mühsam war, waren die 3 Punkte nie in Gefahr. Natürlich war die Admira gestern kein Gegner auf Augenhöhe, trotzdem souverän runtergespielt.
    Jetzt noch nächste Woche gegen die Austria auch so auftreten und siegen, dann kann man positiv in die Länderspielpause gehen.

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