Showdown in der Hochsteiermark

Spielvorschau: KSV 1919 vs. SK Sturm Graz

Endlich wieder Cup! Die schönsten Wochen sind Englische Wochen. Der Spieltermin am Dienstagabend schmeckt zwar meist nicht allen, wird als „hindernder“ Umstand bei einem Spiel Kapfenberger SV, jetzt KSV 1919 genannt, gegen den SK Sturm Graz aber zur Irrelevanz verdammt, denn nicht einmal 45 Minuten Zugfahrt werden die wohl tausenden Sturm-Fans brauchen, um ihre Mannschaft auf dem Weg ins Viertelfinale des ÖFB Cups anfeuern zu können. Mühsam ist es zwar, den Begriff „Steirerderby“ an den Haaren herbeizuziehen, aber auch das ist nebensächlich. Im altehrwürdigen Franz Fekete Stadion, das der schwarz-weiße Anhang einst schon einmal fünfstellig zu füllen vermochte, wird es zu einem Showdown mit regionaler Brisanz kommen. So viel ist sicher.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Flügel gestutzt

Die Kapfenberger mussten sich die Rote Laterne umhängen lassen, denn die bisherigen Leistungen in der Zweiten Liga brachten ihnen lediglich magere acht Punkte und die Liga-weit schlechteste Tordifferenz nach nur zwei Siegen, zwei Remis und acht Niederlagen ein. Immerhin durften sie nach den Partien gegen Wacker Innsbruck und den GAK zunächst wieder etwas aufatmen, ehe das Gastspiel in Lustenau, wo derzeit Trainer Roman Mählich das Sagen hat, nach sicher geglaubter 2:0-Führung schließlich mit einer bitteren 3:2-Pleite endete. Trainer Kurt Russ äußerte sich nach dieser Begegnung folgendermaßen: „Derzeit ist es so, dass wir gute Leistungen nicht belohnen können.“ Paroli möchte man Sturm natürlich nichtsdestotrotz bieten. „Wir müssen wieder alle aufrichten und zusehen, dass wir am Dienstag eine Truppe aufstellen, die Sturm fordern kann, und dass wir die kleine Chance, die jede Mannschaft im Cup hat, nutzen können.“

Favorit

Dass der SK Sturm aus den letzten beiden Partien einiges an Selbstvertrauen mitgenommen hat, darf angenommen werden. Nach einer guten Leistung samt nur sehr knapp verpasster Sensation im Heimspiel gegen Salzburg und dem 4:0-Auswärts-Kantersieg gegen St. Pölten dürfte die Stimmung im schwarz-weißen Lager jedenfalls ziemlich gut sein. „Wir legen auf den Cup enormen Wert, nicht so viel wie auf die Liga, aber da wir uns in einem K.O.-System befinden, ist die Begegnung mit Kapfenberg das mit Sicherheit wichtigste Spiel der bisher abgelaufenen Saison“, meinte Trainer Nestor El Maestro am Montag bei der Pressekonferenz vor der Cup-Begegnung. Der Favoritenrolle misst er keine allzu große Bedeutung bei: „Wir gehen in jede Vorbereitung mit dem Wunsch, das Spiel zu gewinnen.“

„Ich habe zu Gott gebetet“

Kiril Despodov, der sich nach eigenen Angaben vor jedem Spiel den Segen von oben holt, durfte in Niederösterreich am vergangenen Wochenende nicht nur sein erstes Tor bejubeln, sondern gleich seinen ersten Hattrick im Profifußball. „I prayed to god before the game!“ Ob am Dienstagabend ein schnelles Stoßgebet helfen wird, darf jeder selbst glauben oder auch nicht. Was jedoch ganz ohne religiöse Rituale von oben kommen könnte, ist, wie schon in Klagenfurt, kühles Nass, denn der Wetterbericht kündigt genau das für den Lauf des Tages an. Möge es nur Tore regnen und das auf der richtigen Seite! Den Spielball nahm Despodov aus der NV-Arena mit nach Hause. „Wenn ich ihn dann in zehn Jahren sehe, werde ich mich immer an dieses Spiel erinnern!“ Über seine vertragliche Situation, eine Leihe bis Sommer 2020, äußerte sich der Bulgare nur äußerst vage: „Ich mag Sturm, warum also nicht noch ein Jahr?“ Leider beinhaltet der Leihvertrag keine Kaufoption, weshalb ein Verbleib über das Ende der aktuellen Saison hinaus unwahrscheinlich ist.

Koch fällt aus

Fabian Koch wird voraussichtlich nicht im Kader stehen, da er aufgrund einer „muskulären Kleinigkeit“ (O-Ton, Nestor El Maestro) derzeit nicht am Mannschaftstraining teilnimmt. Gegen den Wolfsberger AC am kommenden Wochenende dürfte der Tiroler aber wieder einsatzbereit sein.

Spieldaten

ÖFB Cup 2019/20, 3. Runde

Dienstag, 29. Oktober 2019, 20:30 Uhr – Franz Fekete Stadion, Kapfenberg

Schiedsrichter: Rene Eisner

Mögliche Aufstellung:

Siebenhandl; Sakic, Spendlhofer, Avlonitis, Hierländer; Ljubic, Dominguez, Despodov, Röcher, Kiteishvili; Balaj

Ersatz: Schützenauer, Schrammel, Donkor, Leitgeb, Jantscher, Huspek, Lema

Es fehlt: Koch F.

 

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6 Kommentare

  1. gepi20 sagt:

    Noch 4 Siege und wir spielen EC bzw. sind Cupsieger!

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  2. Ritter2016 sagt:

    Eigentlich wollt ich nach Kapfenberg rauf fahren. Bin jetzt doch zu bequem. 20:45 Ankick ist mir unter der Woche leider doch zu blöd.

    Jetzt sieht man: Sturm hat einen guten Kader. Also zumindest von den Namen her. 20 Feldspieler sind genug! Man könnte noch schauen dass man noch zwei Namen streicht und diese durch die Jugend auffüllt. Wird aber nicht passieren.

    1+
  3. Nock-74 sagt:

    OBERSTEIERMARK bitte! Dieses Sch..ss Hochsteiermark ist eine künstliche Erfindung unserer Tourismusindustrie!!!!

    1+
    • Sturmmani sagt:

      So ist es! Wir sind O B E R S T E I R E R und keine Hochsteirer! Furchtbar!!!

      SWG. aus Mürzhofen… ähm… Kindberg! 😉

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    • ds1909 sagt:

      Wenn die Obersteira kuman, dann tscheppert da Goan!
      LG aus der Obersteiermark,
      AUF DIE SCHWOARZEN!

      1+
  4. Ennstaler sagt:

    „Kapfenberg gegen Simmering“ war einst Brutalität. Was ist Kapfenberg gegen Sturm? David gegen Goliath? Stahlknappen gegen Uhrturmwappler? A „gmahte Wies’n“ ist es heute auf keinen Fall, Sturm tut sich immer schwer, wenn die Schwarz-Weißen haushoher Favorit sind und das Spiel machen müssen.

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