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Spielercheck: LASK vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Bundesliga-Begegnung LASK vs. SK Sturm Graz sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Dario Maresic – Note: 1,63

Im 34. Pflichtspiel für Sturm durfte das Supertalent erstmals jubelnd abdrehen und darf sich nun – so knapp vor seinem Abgang im Sommer – auch noch „Torschütze für Sturm Graz“ nennen. Wie ein 100-jähriger Routinier, der jeden Tag zwölf Stunden am Spielfeld steht und nichts anderes macht, dirigiert und organisiert er seine Hintermannschaft. Vor allem in der Luft ist er einfach eine Macht, gegen den Innenverteidiger der Grazer sahen die Stürmer der Gastgeber aus wie kleine Kinder. Wie groß das Selbstbewusstsein des 18-Jährigen ist, wurde auch bei einem direkten Freistoßversuch deutlich, auch wenn dieser gründlich in die Hose ging. Der Spielaufbau war sein Part, Spendlhofer spielte ihm den Ball oft zu, doch die langen Bälle nach vorne kamen etwas zu selten an.

Peter Zulj – Note: 1,65

Die Schaltzentrale der Grazer spielte – beinahe schon business as usual – die meisten Pässe aller Sturmspieler, dies vor allem auch in der gegnerischen Hälfte. Die Linzer wussten ganz offensichtlich um seine Schlüsselspieler-Qualitäten und er wurde bei Ballbesitz gnadenlos von allen Seiten attackiert. Dank seiner Klasse und Coolness gelang es ihm jedoch, sich stets aus brenzligen Situationen zu befreien.  Was für ein feines Füßchen Zulj sein Eigen nennen darf, sah man spätestens bei seinem herrlichen Treffer zum 2:0: Aus exakt 23,4 Metern Torentfernung knallte er den Ball mit 91 km/h in die Maschen. Satt und sauber. Wirft man einen Blick auf Zuljs Passmap, wird deutlich, wie umtriebig der zentrale Mittelfeldspieler, der nach der Hereinnahme von Jeggo auf die 10 wechselte, agierte. Wie ein Pendel verteilte er die Bälle gleichmäßig auf rechts und auf links. Auch seine Pässe in die Spitze waren immer wieder sehr gefährlich, mit etwas besserem Timing und Abstimmung mit „Ezomwonyi“ wäre ein Zulj-Assist am Spielbericht sehr wahrscheinlich gewesen.  

Emeka Eze – Note: 1,73

Ein Stürmer ist für gewöhnlich nicht sehr gefährlich wenn er mit dem Rücken zum Tor steht. Bei Eze spielt das aber keine Rolle, denn wie gekonnt der Nigerianer den Ball abschirmt, um sich dann mitsamt diesem um den Gegenspieler zu drehen, zeugt von großer Klasse. Zwar konnte Eze in Pasching – obwohl er etwas höher als Edomwonyi stand – keinen Torschuss abfeuern, jedoch ging von ihm stets enorme Gefahr aus. Besonders dann, wenn er auf den linken Flügel auswich und mit Tempo auf seinen Gegenspieler zu dribbelte. Eine sehr starke Leistung, sein Platz in der Startelf dürfte mit so einer Leistung wohl kaum noch in Frage gestellt werden. 

Lukas Spendlhofer – Note: 1,84

Acht klärende Aktionen des Innenverteidigers zeugen von einer starken Leistung, auch das Zusammenspiel mit seinen Mitspielern klappt – trotz langer Verletzungspause – hervorragend. Immer wieder rückte er nach rechts um die die Lücke hinter Koch zu schließen, der wiederum dann als Innenverteidiger nachrückte. Das war einfach klasse anzusehen. Mit 80 % angekommenen Zuspielen markierte er zudem den Bestwert aller Grazer. Auch wenn viele Pässe nur Quergeschiebe auf Zulj oder Maresic waren, dahinter steckte ein klarer Plan: Nämlich die Pressingmaschinerie der Linzer zu aktivieren, um mehr Platz in der Offensive zu schaffen. Wie wichtig ein fitter Spendlhofer für Sturm ist, wurde in diesem Spiel mehr als augenscheinlich. 

Jörg Siebenhandl – Note: 1,92

Beinahe 90 Minuten lang unterbeschäftigt, musste Siebenhandl nur sehr selten eingreifen. Bei hohen Bällen behielt er stehts die Oberhand, ein einziges Mal gab es eine Unsicherheit: Als Victor vor ihm noch am Ball vorbei sprang und der Grazer Schlussmann die Kugel aus den Armen fallen lies. Wirklich gefordert wurde er nur einmal bei einem Schuss aus kurzer Distanz, den er dank gutem Positionsspiel mit einem klasse Reflex über die Latte drehen konnte. Auch ein abgefälschter Schuss in der Anfangsphase brachte die Nummer Eins im Grazer Kasten nicht in Bedrängnis. Im Spiel wusste Jörg immer wieder mit dem Fuß auszuhelfen und vermochte dadurch das Linzer Pressing zu umgehen. Sein Zielspieler Thorsten Röcher wurde vom Torhüter ein ums andere Mal angespielt und so konnte aus einem langen Ball in die Spitze auch eine Chance eingeleitet werden.

Philipp Huspek – Note: 2,02

Huspek braucht Platz und diesen bekam er – aus Sicht der Linzer – viel zu oft. Auch wenn keines seiner Zuspiele in den Strafraum einen Abnehmer fand, markierte er trotz schwacher Ballannahme den Assist zu Zuljs Treffer. Hier sah man Huspeks Klasse in Eins-gegen-Eins-Situationen: Zwar hat sich der Flügelflitzer durch eine unsaubere Ballannahme in eine schlechte Position gebracht, aber dank seiner Skills im Dribbling vernaschte er Riemann und spielte einen perfekt getimeten Pass. Das Mittel Doppelpass mit Zulj, Koch oder einem der Stürmer, ist ein einstudiertes Muster, welches sehr gut funktioniert. Hauptverantwortlich zeichnet dafür vor allem Huspeks schneller Antritt auf den ersten paar Metern. 

Sandi Lovric – Note: 2,04

Sehr auffällig war Lovric nicht unbedingt, das lag aber vor allem an seiner hervorragenden Laufarbeit im Spiel ohne Ball, dank der er unzählige Löcher hinter Zulj zulief und so Passwege und Gegenspieler stellte. Dadurch kamen die Linzer nie wirklich ins Spiel, fanden keine freien Räume und konnten durchs Zentrum kaum für Gefahr sorgen. Ein sehr starkes Spiel des jungen Mittelfeldspielers, der endlich wieder einmal eine Leistung ablieferte, mit der er seriöse Ansprüche auf einen Platz in der Startelf stellen darf.

Thorsten Röcher – Note: 2,16

Der Flügelspieler wurde von seinen Mitspieler immer wieder gesucht und auf die Reise geschickt, leider konnte er die Zuspiele nicht immer verwerten. Mit 14 Zweikämpfen scheute er kein direktes Duell und beschäftigte die Linzer ununterbrochen. Zu oft jedoch war er auf sich alleine gestellt. Einfach nur lange Bälle auf Röcher sind nicht unbedingt die Zuspiele, die er benötigt. Doch auch aus dem Zentrum heraus konnte er für Gefahr sorgen, als er in der ersten Halbzeit einen wunderbaren Lupfer auf Edomwonyi spielte, der die Chance allerdings nicht verwerten konnte. Seine ganze Klasse konnte er in einigen Dribblings zeigen, auch gegen mehrere Gegenspieler gleichzeitig. Im Zusammenspiel mit Potzmann spielte man die Defensive des Heimteams immer wieder löchrig, der Ex-Blacky Reinhold Ranftl dürfte letzte Nacht nicht sonderlich gut geträumt haben und möglicherweise über Schwindelanfälle klagen. 

Fabian Koch – Note: 2,21

Fünf Bälle konnte der Kapitän abfangen, so viele wie sonst keiner am Feld. Koch hielt in Pasching seinen Offensivdrang etwas im Zaum, spielte zumeist bei Ballgewinn sofort in die Tiefe auf Huspek und zog seltener als üblich in die Offensive. Defensiv hatte er Tetteh stehts im Griff, auch Joao Victor landete keinen Stich gegen den an diesem Tag ältesten Sturmspieler. Gemeinsam mit Maresic verzeichnete er die beste Zweikampfquote aller Sturmspieler, besonders bei Tacklings im Strafraum überzeugte er durch herausragendes Timing und konnte dadurch viele Offensivaktionen der Gastgeber bereits im Keim ersticken. 

Marvin Potzmann – Note: 2,26

Mit Potzmann auf der Linksverteidigerposition ist die linke Achse von Sturm um einiges gefährlicher als zuletzt. Das Zusammenspiel mit Röcher klappt exzellent, die beiden verstehen sich am Platz wirklich hervorragend. Auch wenn der Allrounder viele Positionen bekleiden kann, am stärksten ist er wohl nach wie vor auf der Position links hinten. Mit 85 Aktionen am Ball war er einer der auffälligsten Akteure am Platz. Auch wenn es hin und wieder eine kleine Nachlässigkeit in der Defensive gibt, dank seines Offensivdrangs war Sturm auf seiner Seite ständig gefährlich. Der 24-Jährige ging oft bis ganz nach vorne, um sich dann mit Röcher durch den Linzer Abwehrverbund zu kombinieren. Ein finaler Pass gelang dabei jedoch nicht.

Bright Edomwonyi – Note: 3,08

Edi spielte etwas hinter Eze und holte sich auch viele Bälle aus dem Mittelfeld. So ganz spritzig wirkt der Winter-Neuzugang noch nicht, auch wenn er in einem Laufduell mit Luckeneder diesem gut fünf Meter auf 40 Metern abnahm. Seine beiden Torschüsse gingen zwar auch wirklich aufs Tor, doch es fehlte an dem nötigen Zündstoff und an der Genauigkeit, um auch für Torgefahr zu sorgen. In einer Szene, als er nach außen dribbelte und dort ewig wartete, war man als Zuseher schon dem Zornesschrei nahe, doch als Zulj angebraust kam und er ihm die Frucht wie auf einem schmackhaften Obstteller servierte, war klar, was sein Vorhaben hinter dieser Aktion war. Alles in allem kein schlechtes Spiel des Angreifers, doch zum „alten“ Edi fehlt dann doch noch einiges. Eh gut so.

Ersatzspieler:

James Jeggo – Note: 2,64

In der 77. Minute stellte Vogel um, nahm Eze raus, zog Zulj nach vorne und sicherte mit Jeggo weiter ab. Der Australier war nicht sonderlich gefordert, gemeinsam mit Lovric machte er die Zentrale gut dicht und konnte so auch noch zwei Bälle abfangen.

Jakob Jantscher – Note: 2,73

Durfte fünf Minuten vor dem regulären Spielende Huspek ersetzen und bekam nicht mehr sonderlich viel Gelegenheit, sich zu präsentieren. Eine schöne Flügel-Kombination mit Röcher bleibt im Gedächtnis, aber es freut einen doch diebisch, wenn Sturm den Luxus besitzt, einen Jakob Jantscher von der Bank aus zu bringen.

Deni Alar  – Note: 3,00

Kam in der Nachspielzeit für Edomwonyi aufs Feld und durfte sich somit auch an einer Siegesprämie erfreuen. 

 

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 191 eingegangene Bewertungen und widmet Man-of-the-Match Dario Maresic folgende Nummer:

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10 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Das Schöne an der aktuellen Spielerbewertung ist, dass die Noten aller Spieler bei +-2 liegen; man sieht, die Mannschaft spielt aus einem Guss, alle hauen sich füreinander rein.

    1+
  2. Nock-74 sagt:

    Und bitte beim nächsten Spiel dieselbe Grundaufstellung! Danke!

    2+
    • brent_everett sagt:

      aber mit Hierli statt Edi..

      0
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Hierli wird dann aber nicht den 2. Stürmer neben Eze geben. Und mit Lovric und Zulj war die Zentrale gut bestellt. Der Flügel war auch gut in Schuss. Zulj hatte bei seinem Tor nur soviel Raum weil gefühlt die ganze Lask Mannschaft unsere 2 Viecher aus Nigeria bewachen musste. Hierli mag zwar spielerisch besser sein, 1vs1 sucht er aber nicht unbedingt und Edi hat auch ne andere Physis.

      Gegen die Admira kann man schon 442 spielen, da muss ich nicht das Mitteldfeld mit 3 ZM dicht machen weil wir den Ball so oder so haben werden. Eigentlich hatt sich keiner verdient auf die Bank gesetzt zu werden vom Lask Spiel.

      1+
    • Jimmy sagt:

      Das is genau das, was viele immer vergessen. Selbst wenn Wonyi nicht gut spielt (mMn war das gegen den LASK aber durchaus ok für die erste Bundesligapartie), hilft uns alleine seine Anwesenheit enorm. Das hat man beim LASK auch gesehen: Die waren so extrem damit beschäftigt, auf unsere extrem robuste und schnelle Doppelspitze aufzupassen, dass sie ihr eigenes Spiel überhaupt nicht aufziehen konnten. Das macht von der Grundgefahr her einfach so einen großen Unterschied, das ist enorm.

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  3. Ferdi sagt:

    Zuljs Auftreten erinnert mich ein bischen an „Mura“.

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  4. graz4ever sagt:

    Zu Maresic:

    He should stay and not go

    Zu Zujl:

    Da er der erste is, der mmg an Matic‘ Qualitäten herankommt is er für mich jez der:

    Porno Peter 

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  5. ChrisAluani sagt:

    Bin ich der einzige hier der findet das Zulj und Lovric vor allem in der ersten Hälfte kein besonders gutes Spiel gemacht haben diesmal? Da waren sehr viele lässige Pässe dabei, oft auch ins out oder viel zu unpräzise. Außerdem neigt der Peter oft dazu statt schnell nach vorne zu spielen, den Schwung rauszubehmen. Seine generellen Qualitäten sind unbestritten und die zweite Hälfte war dann auch eine klare Steigerung. Allerdings bin ich schon der Meinung das grad die Raumaufteilung zwischen der Offensivreihe und den Sechsern oft noch hinderlich ist um mehr Druck aufzubauen.

    Nichtsdestotrotz war das Spiel im gesamten wieder ein Schritt nach vorne und ein Zulj in Topform ist so oder so extrem wichtig für das ganze Team..

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    • Maldini sagt:

      Nein, bist du nicht! Zulj war mMn in der ersten Hälfte eine Zumutung (leichtsinnige Ballverluste, aussichtsreiche Spielsituationen verschleppt,…) und ich habe dies sogar drei Mal als Kommentar beim Liveticker zu posten versucht – wurde aber nicht ‚veröffentlicht‘!

      2+

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