Schwache Amas im Spitzenspiel

Spielbericht: SV Lafnitz vs. Sturm Amateure

SV Lafnitz gegen die Sturm Amateure. In anderen Worten: das absolute Spitzenspiel der Regionalliga Mitte. Der Tabellenführer trifft auf die Jungblackys, die sich lediglich einen Zähler dahinter auf Platz zwei befinden. Bekanntlich sind die Aufstiegschancen für Sturms Zweite heuer so groß wie wohl nie zuvor. Es besteht vorab also kein Zweifel, dass man sich hier nichts schenken wird und durchaus etwas auf dem Spiel steht. Der SV Lafnitz hat in dieser Spielzeit erst eine Niederlage zu Buche stehen – in Runde eins, ausgerechnet gegen den heutigen Gegner. Eine erfreuliche Nachricht gibt es aber bereits vor Ankick: Der lange an hartnäckigen, muskulären Problemen leidende Marc Andre Schmerböck feiert an diesem Abend sein Comeback.

Kalte Dusche

Die Gastgeber aus der Oststeiermark erwischen auf perfektem Grün und trotz klirrender Kälte vor vollen Rängen den deutlichen besseren Start. In der Anfangsphase haben die Amateure kaum Zugriff auf das Spielgeschehen, gleich mehrere gute Möglichkeiten für Lafnitz sind die Folge. Die Gäste erholen sich allerdings nach etwa zehn Minuten und ein offener Schlagabtausch scheint sich abzuzeichnen. Doch just als die Grazer etwas öfter bis in das  letzte Angriffsdrittel vordringen können, klingelt es im Gehäuse von Tobias Schützenauer. Einen Nachschuss haut Wolfgang Waldl unhaltbar und sehenswert in die Maschen. Wir schreiben die 16. Spielminute. Die Sturm Amateure sind in weiterer Folge überwieged mit Defensivarbeit beschäftigt, dabei machen die Blackys jedoch alles andere als einen sattelfesten Eindruck. Nur selten vermag man sich vom wieder stärker werdenden Druck der Hausherren befreien, zahlreiche Abspielfehler verhindern zudem einen kontrollierten Spielaufbau. Mit dem 1:0 ist man in dieser Phase noch durchaus gut bedient. Doch auch dieser Umstand hält nicht allzu lange: In der 40. Minute findet die schwache Defensivleistung der Amateure ihre Fortsetzung, Nikola Frljuzec kann ungehindert Flanken und findet in Michael Tieber einen Abnehmer, der aus etwa zehn Meter wenig Mühe hat, den Ball hinter die Linie zu befördern. 2:0 ist dann auch der aus Sturm-Sicht wenig erfreuliche Pausenstand. Nichts deutet in diesem Moment auf eine Aufholjagd der Blackys, die im Großen und Ganzen chancenlos wirken.

© Mario Singer Fotografie

Vorentscheidung

Unverändert kommen die beiden Teams aus der Kabine, unverändert gestaltet sich leider ebenfalls das Gezeigte auf dem Rasen. Nach wie vor haben die Lafnitzer alles im Griff und kommen zu zahlreicheren und weitaus besseren Möglichkeiten. So auch in der 51. Minute, in der ein starker Reflex von Tobias Schützenauer eine sehr frühe, endgültige Entscheidung verhindert. Praktisch im Gegenzug hätten die Grazer alles wieder spannend machen können. Ein sehenswert vorgetragener Konter bringt aber ebenfalls keinen Erfolg, Lukas Fadinger schließt etwas überhastet ab und knallt den Ball aus aussichtsreicher Position weit über das Tor. Viel Nennenswertes passiert dann längere Zeit nicht, wir machen daher einen Sprung in die 66. Minute: Nach einem Eckball können sich die Blackys abermals nicht befreien, eine Flanke der Hausherren findet dann den völlig alleine gelassenen Christoph Friedl, der aus kurzer Distanz nur noch hinhalten muss. Spätestens jetzt ist hier alles klar, von den Amateuren kommt weiterhin viel zu wenig. Lafnitz ist nach wie vor das gefährlichere Team und einem vierten Tor meist näher als Sturm dem Ehrentreffer. Martin Ehrenreich hatte diesen in der Schlussphase auf dem Fuß, verzieht aber denkbar knapp. Besser machen es abermals die Lafnitzer, die sich in der 87. Minute sehenswert in den Strafraum kombinieren, auch Tobias Schützenauer überspielen und locker einschieben können. Mario Kröpfl trägt sich dabei ebenfalls noch in die Torschützenliste ein. Den Oststeirern ist die Revanche somit mehr als geglückt, der Sieg ist auch in dieser Höhe völlig verdient. Der Schlusspfiff des Köflacher Unparteiischen Andreas Kolleger kommt einer Erlösung gleich. Wollen die Amateure weiterhin Richtung Erste Liga schielen, so bedarf es einer klaren Leistungssteigerung in den bevorstehenden Aufgaben, zumal auch Vorwärts Steyr mit einem Sieg den Abstand auf die Amas auf zwei Punkte reduzieren konnte.

© Mario Singer Fotografie

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