Schmähbankerl: Stadion muss Eishalle weichen

SturmNetz-Advent 2018 – #23

Auch in diesem Jahr möchten wir euch die Zeit bis zum heiligen Abend etwas versüßen. Im heurigen Advent blicken wir zurück auf einige denkwürdige Ereignisse aus 3,5 Jahren SturmNetz. Hinter Türchen Nummer 23 versteckt sich ein Beitrag, der nie veröffenlicht wurde:

Unsere Motivation, unsere Leserinnen und Leser am 1. April auf das Glatteis zu führen, ist so groß, dass auch heuer wieder gleich mehrere Vorschläge für einen gelungenen Scherz zur Diskussion standen. Neben der Gabalier-Geschichte, der überraschenderweise doch einige auf den Leim gegangen sind, stand auch der folgende Artikel zur Auswahl, den wir euch nicht vorenthalten wollen. Keine Sorge, das war alles nur ein Schmäh:

Stadion muss Eishalle weichen

Wie heute in einer Pressemeldung der Stadt Graz verlautbart wurde, muss das Liebenauer Stadion im Falle einer erfolgreichen Bewerbung der Landeshauptstadt für die Olympischen Winterspiele 2026 einer multifunktionalen Eishalle weichen, die künftig auch dem Breitensport zur Verfügung stehen soll. Beschlüsse in Stadtrat und Landtag haben den Weg für eines der größten Bauprojekte der letzten Jahrzehnte geebnet. Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) begründet dies mit den aufgrund der Winterspiele in der Region zu erwartenden tiefschürfenden Umwälzungen am Sportmarkt zugunsten von Eissportarten wie Eisschnell- und Eiskunstlauf: „Die Sportstadt Graz muss die Zeichen der Zeit erkennen und lesen können!“, heißt es in dem knapp 15-seitigen Folder, der mit dieser Ankündigung ausgeschickt wurde.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Was ist geplant?

Geplant ist eine Erweiterung der erst kürzlich sanierten Liebenauer Eishalle. Dabei soll künftig Platz für bis zu 9000 Eishockey-Fans geschaffen werden. Dort, wo sich aktuell noch die Osttribüne des Fußballstadions befindet, wird Eishalle 2 gebaut, die neben Eisschnelllaufbahnen auch eine Eisfläche für den Eiskunstlauf zu bieten haben wird. Sie soll 6000 Eisschnelllauffanatikern ermöglichen, ihre flotten Heldinnen und Helden live zu bewundern. Auf der Fläche zwischen Eisenbahn und Eingang zur Eisschnelllaufhalle, wo sich jetzt Spielfeld und Westtribüne befinden, soll die lange versprochene Fanmeile aufgebaut werden, wo Eissportverrückte mit Köstlichkeiten aus der Region und Merchandise-Artikeln versorgt werden. Laut Tourismus-Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl könne man sich durchaus vorstellen, die Meile nach dem größten Fußballtrainer zu benennen, der in Graz je gewirkt hat. „Eine Ivica-Osim-Fanmeile wird auch die jetzt noch verstimmten Sturm-Fans für die Sache begeistern“, ist sich Eibinger-Miedl sicher. Der Spatenstich ist für 2023 angesetzt.

Größte Investition in den Sport

Finanzlandesrat Anton Lang (SPÖ) geht von einem Investitionsaufwand in der Höhe von 45 Millionen Euro (exkl. Stadionneubau) aus, der zu 70 % von der öffentlichen Hand getragen werden soll, 30 % kommen aus den Taschen privater Gönner der heimischen Wirtschaft.

Aus Stadtregierungskreisen ist zu vernehmen, dass die Ausschreibung des Auftrags für den Abbruch des 1997 als modernste Arena Österreichs eröffneten Stadions bereits kurz vor Veröffentlichung steht und auch die Pläne für einen modernen Eispalast seit Monaten auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters liegen.

Wohin mit Sturm?

Die Frage, wo der SK Sturm in Zukunft seine Heimspiele bestreiten soll, wurde indes auf die lange Bank geschoben. Man könne sich vorstellen, eine Übereinkunft mit der Stadt Klagenfurt zu treffen, die den Blackys mit ihrer 32.000 Leute fassenden Arena Obdach für die Übergangszeit bieten könnte. Ein neues Fußballstadion soll es definitiv auf Grazer Boden geben, konkrete Pläne dafür liegen allerdings noch keine vor. Laut Insider-Informationen wurde allerdings seitens der SPÖ ein Vorschlag zum Besten gebracht, die das neue Stadion auf den nunmehr zu Bauland umgewidmeten Ackerflächen hinter dem Shoppingcenter West errichten möchte – eine Idee, die wohl erst diskutiert werden muss, so wie auch die Finanzierung. Details wurden bisher nicht bekanntgegeben.

Grenzenloser Ärger beim SK Sturm

Beim SK Sturm ist man über das Vorgehen der Stadt in dieser Angelegenheit empört: „Ich kann mich dazu momentan nicht äußern, da auch der Vorstand des Vereins erst heute über dieses Vorhaben informiert wurde. Nur so viel: Das ist ein Skandal!“ Christian Jauk, der während des Telefonats mit SturmNetz.at hörbar verärgert war, konnte sich nicht erklären, wie eine solche Idee zustande gekommen sein könnte. Hinter vorgehaltener Hand spricht man in der Geschäftsstelle jedoch davon, dass von einem GAK-Fan als Bürgermeister „nichts G’scheiteres“ kommen kann. In Messendorf arbeitet man mittlerweile mit Hochdruck an einer Lösung für dieses Problem und hat eine Experten-Task-Force ins Leben gerufen, die mögliche Optionen für die Zukunft prüfen wird. „Alleine die Tatsache, dass uns die Stadt Graz vor vollendete Tatsachen stellt, könnte uns auch genügen, um uns nach einer neuen Heimstätte außerhalb der Stadtgrenzen umzusehen. Die Stadt Graz sollte von unserem großen Namen in Zukunft einfach nicht mehr profitieren dürfen“, so Vorstandsmitglied Dr. Ernst Wustinger. Jauk relativiert aber: „Über ungelegte Eier soll man nicht sprechen. Wir wollen natürlich weiterhin der SK Sturm GRAZ bleiben!“

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4 Kommentare

  1. schmitzi82 sagt:

    Na Booomm mehr braucht net , das kommt raus wenn ein  Roter das Ruder von Graz führt.

    Vielleicht wird ja was mit ein neues Stadion….. die Hoffnung stirbt zuletzt

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  2. fuchsrob sagt:

    Und heute kommt der Weihnachtshase 😉

    Frohe Weihnachten liebe Sturm-Familie!!

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