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Spielercheck: SK Sturm Graz vs. SV Ried

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Bundesliga-Begegnung SK Sturm Graz vs. SV Ried sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Christian Gratzei – Note: 1,68

Der Obersteirer ist in dieser Saison die personifizierte Konstanz. Woche für Woche ruft er starke Leistungen ab, so auch in dieser Runde. Mit einigen starken Paraden hielt er Sturm im Spiel und strahlte dabei stets Sicherheit aus. Selbst schwierige Rückpässe wurden vom Oldie souverän zur Seite geklärt. Wäre Zuljs Lattentreffer einige Zentimeter weiter unten eingeschlagen, Gratzei wäre chancenlos gewesen. Zwar verflog er sich einmal bei einer Flanke, tauchte aber dafür in Halbzeit eins bei einem verdeckten Schuss wie eine Katze ab und fischte den Ball noch aus dem langen Eck. Das leidige Thema Ausschüsse wird wohl bis zu seinem Karriereende Thema bleiben, denn keinen einzigen Ausschuss konnte Gratzei gegen Ried an den Mann bringen.

Lukas Spendlhofer – Note: 2,34

Wie auch sein Nebenmann in der Innenverteidigung hatte Spendlhofer die Rieder über die längste Zeit gut im Griff. Auch wenn die Wikinger zu einigen Chancen kamen, kann man weder Spendlhofer noch Schulz einen großen Vorwurf machen. Viele klärende Aktionen im Strafraum stehen am Ende auf seiner Leistungsbeurteilung, denn egal ob per Kopf oder mit dem Fuß, der 23-jährige Innenverteidiger warf sich in alles, was Richtung Tor kam. Verlor wie Schulz im gesamten Spiel nur einen Zweikampf.

Fabian Koch – Note: 2,45

Eine eher unauffällige Leistung von Koch, jedoch war seine Abwehrseite auch bei weitem nicht so gefordert. In der Offensive wäre sicherlich mehr möglich gewesen, aber oft wurde viel freier Platz vor ihm von Huspek nicht besetzt. Somit konnte Koch nur schwer aufrücken, weil sein Mitspieler einfach zu passiv agierte. Mit 94 Ballaktionen war er wieder einmal der aktivste Spieler in Schwarz-Weiß, Brauchbares sprang dabei allerdings zu selten raus. 79 % angekommene Pässe können sich für einen Außenverteidiger wirklich sehen lassen, 55 % gewonnene Zweikämpfe ist allerdings keine famose Quote, auch wenn er unter dem Strich immerhin deren zehn gewinnen konnte.

Christian Schulz – Note: 2,62

Endlich konnte Christian Schulz wieder zeigen, warum er trotz seines fortgeschrittenen Alters verpflichtet wurde und gleich die Kapitänsschleife umgebunden bekam. Mit einer bärenstarken Leistung rettete er einige Male in höchster Not, allermeist nach Fehlern von Lykogiannis. Tat sich mit dem bulligen Stürmer Ademi etwas schwer, verlor aber nur einen einzigen Zweikampf über 90 Minuten. Das ergibt einen Wert von 83 % gewonnen Zweikämpfen und somit den besten Wert aller über das gesamte Spiel eingesetzten Sturmspieler. Wirft man einen Blick auf die Positionen seiner klärenden Aktionen, fällt einem schnell auf, dass der Deutsche in diesem Spiel nicht nur den Innen- sondern auch den Linksverteidiger mimen musste.

Baris Atik – Note: 2,64

Atik rieb sich wie immer in jedem Zweikampf auf und deren gab es ziemlich viele, denn genau 20 absolvierte die Leihgabe aus Hoffenheim und konnte davon zehn für sich entscheiden. Er hätte das Spiel im Alleingang entscheiden können, scheiterte aber einmal an Rieds Schlussmann Durakovic und ein anderes Mal an Schiedsrichter Harald Lechner, der ein klares Rot-Foul an ihm übersah. Mit vier Torschussvorlagen und überragenden 73 Ballaktionen war er der Dreh- und Angelpunkt in einer ansonst so schwachen Sturm-Offensive. 

James Jeggo – Note: 2,99

Nach überstandener Verletzung fehlte Jeggo im Passspiel immer wieder das richtige Timing. Als defensiver Mittelfeldspieler sollte man eine bessere Passquote als 66 % zuwege bringen. Seine Mitspieler müssten sich voll und ganz darauf verlassen können, dass der Ball nicht wieder leichtfertig verloren wird. Hatte aber auch starke Aktionen, als er zum Beispiel einmal im eigenen Sechzehner mit viel Herz und Leidenschaft retten konnte. Der Australier vermisst eindeutig einen spielintelligenten Kicker an seiner Seite. Simon Piesinger klebte teilweise wie ein Schatten an ihm, da fehlt in der Konsequenz dann zumeist eine Anspielstation im Spielaufbau.

Deni Alar – Note: 3,04

Auch wenn Alars Zweikampfquote nie wirklich rosig aussieht, seine Passstatistik kann sich auch in diesem Spiel wirklich sehen lassen. Mit 88% angekomener Zuspiele hat Alar den besten Wert der gesamten Mannschaft, 14 erfolgreichen Passversuchen stehen nur zwei Fehlpässe gegenüber. Wenn Deni den Ball behaupten kann, leitet er ihn meist gut an seine Mitspieler weiter. Agierte das ganze Spiel über sehr aktiv und hatte gleich in den ersten acht Minuten drei sehr gute Chancen. Er ließ sich immer wieder weit nach hinten fallen, leitete dadurch immer wieder Offensivaktion ein und auch das Verständnis mit Atik klappte recht gut.

Marc Andre Schmerböck – Note: 3,10

Schmerböck begann wie auch in den letzten Spielen stark, baute dann aber schnell ab. In der Offensive fehlt ihm einerseits manchmal die Unterstützung von Lykogiannis, der Schmerböck zu selten einfach nur hinterläuft und andererseits  Lösungsansätze, wie man auf engstem Raum seinen Gegenspieler überspielen könnte. Mit Platz vor sich weiß Schmerböck wesentlich mehr anzufangen, wie bei der herrlichen Vorarbeit zu Alars Abseitstreffer gut zu sehen war. Lobenswert ist sein Zug in die Spitze, immer wieder sucht er auch den Weg in die Mitte, um hier freie Räume zu besetzen. Mit präziseren Zuspielen wäre sein Tor-Konto sicher um einige Treffer reicher. Schmerböck musste einen sehr harten Zusammenstoß mit Reifeltshammer überstehen und hatte Glück, in dieser Situation unverletzt zu bleiben. Eine Zweikampfquote von 50% spiegelt seine Leistung auch insgesamt wieder. In der Defensive ließ er Lykogiannis beinahe das gesamte Spiel über alleine, deckte den freien Raum, stellte keine Passwege zu und agierte auch sonst zu zaghaft. 

Charalampos Lykogiannis – Note: 3,40

14 von 15 Zweikämpfe wurden von Lykogiannis verloren –  das ergibt eine Zweikampfquote von 6 %. Sechs Prozent. War mit der rechten Rieder Offensivseite völlig überfordert, besonders Möschl hatte seinen Spaß mit dem Außengriechen, der in der Schlussphase auch noch verdientermaßen die Gelb-Rote Karte sah. Zwar muss man erwähnen, dass Lykogiannis in der Defensive von Piesinger und Schmerböck genau null Unterstützung bekam, jedoch rechtfertigt dies so eine Zweikampfquote nicht einmal ansatzweise. Auffallend waren auch die vielen missglückten Dribblings und Fouls, fünf Mal vertändelte Lyko so den Ball, sechs Mal konnte er sich nur mehr mit einem Foul behelfen, so häufig wie kein anderer Sturmspieler. Die Pause gegen Mattersburg kommt vielleicht zur richtigen Zeit.

Simon Piesinger – Note: 4,04

Piesinger ist außer Form, das ist nicht zu übersehen. Einfache, erste Ballkontakte misslingen, sodass sich der Turm immer wieder selbst in Bedrängnis bringt und zu oft das Spielgerät leichtfertig verliert. Na klar, einen Ball annehmen und weiterverarbeiten, sollte jeder Bundesligakicker immer und zu jeder Zeit drauf haben, bei seinen Unzulänglichkeiten ist der Geduldsfaden der Fans aber eben schon kürzer als ein abgebrannter Docht. Genau diese Spannung überträgt sich zu schnell auf Simons Körpersprache am Feld. Auch wenn einem Ballverlust so manches Mal ein Kommunikationsfehler seiner Mitspieler vorausging, die meisten Aktionen des schlaksigen Mittelfeldspielers wirken einfach unbeholfen. Eine Pause würde Piesinger sicherlich sehr gut tun, auch wenn seine Passquote mit 74% in Ordnung war. In den Zweikämpfen funktioniert einfach viel zu wenig, das belegt auch eine Quote von gerade einmal 41 % gewonnen Duellen. Wirft man einen Blick auf die Heatmap, dann erkennt man schnell, dass Piesinger die meiste Zeit auf der rechten Spielfeldhälfte anzutreffen war, dort, wo eigentlich Jeggo den Laden dicht hielt. So fand Ried immer wieder unglaublich viel Platz auf der linken Abwehrseite der Grazer und einen heillos überforderten Lykogiannis vor. Aber wie so oft wäre die subjektive Beurteilung anders ausgefallen, hätte Piesinger seine Großchance – als er aus elf Metern das Tor nicht traf – kurz vor der Pause genützt.

Philipp Huspek – Note: 4,19

Bekam vom Trainer das Vertrauen, in der Startelf aufzulaufen – wurde dann aber völlig zurecht in der Pause von Sascha Horvath ersetzt. Ihm gelang keine einzige gelungene Aktion, teilweise beschlich einem sogar das Gefühl, seine Kollegen würden ihn absichtlich übersehen. Mit einer Passquote von nur 38 % findet sich der Grieskirchner am Ende dieser Statistik wieder. Genügend Platz hätte Huspek auf der rechten Seite definitiv gehabt, jedoch klebte er beharrlich an der Mittellinie. Kapitel eins im Buch „Wie werde ich meinen Platz in der Startelf wieder los?“

Wechselspieler:

Sascha Horvath – Note: 1,85

Wenn jeder Wechsel so einen Effekt hätte, wie die Hereinnahme von Horvath, dann wäre Fußball eine andere Sportart. Mit ihm kam Kreativität und Konsequenz auf den Platz, die in Abwesenheit von Hierländer in den ersten 45 Spielminuten nicht vorhanden war. 83 % gewonnene Zweikämpfe und 88 % angekommene Zuspiele sprechen eine eindeutige Sprache. Mit Horvath bewies Foda ein richtig gutes Händchen. Er riss gleich zwei Mal mit nur einem Pass auf Atik die gesamte Rieder Hintermannschaft auseinander. Solche punktgenauen Zuspiele sieht man bei Sturm leider zu selten. Auch der Pass auf Zulechner vor dem 1:0 kam von Sascha Horvath. Nach solchen Leistungen muss ein Platz in der Startelf die logische Konsequenz sein.

Philipp Zulechner – Note: 2,41

Joker-Tore sind bei Sturm absolute Mangelware. Der Treffer von Zulechner ist erst das dritte Tor eines Einwechselspielers in dieser Saison. Deni Alar wurde oft zum Man-of-the-Match gewählt, trotz teilweiser katastrophalen Statistiken, solange er das machte, wofür Stürmer am Platz stehen – nämlich Tore zu erzielen. Endlich gelang dem Winterneuzugang ein Erfolgserlebnis, einen besseren Zeitpunkt für seinen Premierentreffer hätte sich Zulechner kaum aussuchen können. Mit dem Rücken zum Tor stehend konnte er den Ball gut behaupten und im Fallen genau im rechten Eck unterbringen. Ein Treffer, der zu 90 % aus unbändigem Willen bestand. Einziger Wermutstropfen: Zulechner verdrehte sich in der Schlussphase leider das Knie und fällt damit womöglich für das Spiel gegen Mattersburg aus.

Marvin Potzmann – Note: 2,68

Mister 100 %. Alle Pässe kamen in den letzten Minuten an, der einzig notwendige Zweikampf wurde auch gewonnen – mehr konnte man von Potzmann nicht verlangen. Der Wiener, der in der Schlussphase nach dem Ausschluss von Lykogiannis die linke Seite dicht machen sollte, erledigte diese Aufgabe perfekt. Wurde einmal von Hart geblockt, sonst hätte sich Marvin auch gefährlich in die Offensive einschalten können. Nächste Runde bekommt Potzmann wohl die Chance, seine guten Leistungen auch über 90 Minuten zu zeigen.

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 249 eingegangenen Bewertungen und widmet Man-of-the-Match Christian Gratzei diesen Song:

6 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Bitte bitte bitte mal Ovenstad einsetzen…Jeggo ist schon der defensive Abräumer. 2 defensive 6er brauchen wir nicht wenn wir nur mit einem Stürmer spielen…

    Und Pisis Flanken sind für Trump ne größere Bedrohung als Nordkorea…tut ma leid will den Pisi nicht niedermachen aber Gruber ist ein Flankengott im Vergleich…

    Aber ernsthaft 3/4 der Pässe die Pisi anbringt sind zurück…dabei soll er der Offensivere der beiden 6er sein..

    Ovenstad kann nicht so schwach sein…aber anscheinend scheint Foda auf Kreissl Transfers allergisch zu sein. (Ovenstad trotz Pisi nicht gesetzt…Chabbi sogar durch Kienast ersetzt…Zulechner auch nicht gerade Stammgast im Kader). Ist halt nicht gerade förderlich wenn Trainer nach A will aber Sportvorstand nach B…

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    • flo1909 sagt:

      Es geht gar nicht so darum wer da spielt; FF hat immer und wird immer mit einer extrem destruktiven doppel-6 spielen. Von dem System ist er überzeugt und davon geht er, üblicherweise, nicht ab. So lange FF Trainer ist werden wir das so sehen, egal wer da spielt!!! Ich respektiere, dass FF von seinem System überzeugt ist und deswegen so spielen lässt, vielleicht, gemessen an den erzielten Punkten, ist das auch das beste System, zum Anschauen ists ein Graus!!! deswegen hätte ich gerne einen anderen Trainer.

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  2. Nimrod sagt:

    Ist schon irgendwie bezeichnend, wenn bei einem Heimspiel gegen den Abstiegskandidat #1 der Goalie zum BOTM gewählt wird, gefolgt von drei Verteidigern…

    Was muss eigentlich Horvath anstellen, um endlich in die Startformation zu rutschen?

    Zum Thema Piesinger möchte ich nichts mehr hinzuzufügen, hier wurde bereits genug geschrieben.

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  3. Jocole sagt:

    Horvath muss nur bei Ballbesitz des Gegners auch mal einen Zweikampf gewinnen oder in ein Kopfballduell gehen auch auf die Gefahr hin das dann die Frisur nicht hält!  Macht der Atik ja auch mit ähnlicher Körpergröße!

    Ebenso Schmerböck! Gewinnt gefühlt kein Duell wenn der Gegner angreift! Die 2 genannten meiden jedes Kopfballduell! Dazu noch Huspek!

    Genau deshalb sitzt er auf der Bank!

    Piesinger spielte eine bärenstark 2. Halbzeit! In der ersten war er unsicher wie das gesamte Mittelfeld!

    Zu Moritz Lösch: Piesinger für die Unsicherheit von Lykogiannis, für die Passqualität v Jeggo, oder Gratzei den Freistoß in Salzburg nicht hält, verantwortlich zu machen ist schon sehr daneben gegriffen!

    Statistiken gewinnen auch kein Fußballspiel! Sind Großteils nur was für die Medien und sonst für die Katz!

    Warum hat Horvath über 80 % gewonnene Zweikämpfe? Ganz einfach weil er defensiv in gar kein Duell geht oder kommt! Würde er in Kopfballduelle gehen wären es 40%!

    Will damit nur verdeutlichen, warum wahrscheinlich Piesinger gesetzt ist und nicht die Herren Horvath, Huspek, Schmerböck, Dobras, Stankovic u.Gruber!

    In einem Fußballspiel hat nun mal auch der Gegner den Ball! Und dann braucht es gewisse Qualität ihn zu erobern (nicht nur von Abwehrspielern), dass wird hier bei Sturmnetz überhaupt nicht in Erwägung gezogen! 

     

     

     

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Schöne Aufzählung nur spielen die genannten alle nicht auf der 6…

      Pisi verliert mehr als die Hälfte seiner Zweikämpfe als 6er aber der offensive  60kg Horvath gewinnt NUR 80% seiner Zweikämpfe…Willst ihn gleich verkaufen oder wie?

      Und ich weiß nicht welches Spiel du gesehen hast aber bärenstark war Pisi bei jeder Betrachtungsweise nie…wennst als 6er eine negative Zweikampfsbilanz hast warst schwach. Punkt.

       

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  4. Jocole sagt:

    @ Schworza 99: Du vergleichst ja in deinem Eingangsstatement hier auch Grubers Flankenqualität mit derer Piesingers….Obwohl Piesingers nicht am Flügel spielt!

    Ich hab Zweikampfverhalten und Kopfballspiel bei Ballbesitz des Gegners herangezogen um einen möglichen Grund zu finden warum Horvath  nicht in die erste Elf kommt! Diese Fähigkeiten braucht er einfach in der Bundesliga! Auch links im Mittelfeld…

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