Sag zum Abschied leise Porno

Spielbericht: SV Ried vs. SK Sturm Graz

Bei eisigen Temperaturen ging es in Oberösterreich einerseits darum, die unmittelbare Nähe zur Tabellenspitze zu wahren und anderseits um einen sportlich positiven Jahresabschluss nach einer tollen Hinrunde. Dabei blickten alle Augen natürlich gespannt auf Uros Matic, der bekanntlich sein letztes Spiel für Sturm bestritt. Gab es den letzten fulminanten Porno als Abschiedsgeschenk?

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Beide Teams starteten durchaus ambitioniert. Bis zur ersten Großchance dauerte es dann auch nur zehn Minuten. Christian Gratzei konnte jedoch nach gefährlichem Stanglpass in allerhöchster Not retten. In dieser Tonart ging es dann zunächst auch weiter. Nur zwei Minuten später hatte Marcel Ziegl die Führung für die Hausherren auf dem Fuß, scheiterte zum Glück allerdings ebenfalls. Die Anfangsphase gehörte vor nur 3.216 Besuchern demnach klar den Riedern. Sturm musste hingegen froh sein, nicht schon frühzeitig einem Rückstand nachzulaufen. Nach exakt 15 Minuten leitete Bright Edomwonyi im Zusammenspiel mit Philipp Huspek sehenswert einen Konter ein. Letzterer konnte nur mittels Foul kurz vor der Strafraumgrenze gestoppt werden. Klare Sache für Charalampos Lykogiannis, der den Ball jedoch in die Mauer hämmerte. Kurze Zeit später setzte sich neuerlich Edi wunderbar im Strafraum durch, ließ sich dort nicht fallen, wurde aber in letzter Sekunde am Abschluss gehindert. Die darauffolgende Ecke erwies sich als bis dato beste Chance für die Gäste. Nach Flanke von Kristijan Dobras köpfte der Führende der Torschützenliste, Deni Alar, nur hauchdünn über das Gehäuse. Die nächste gefährliche Aktion der Blackies bekam man dann erst sehr viel später zu sehen, nämlich in Minute 29. Erneut ist es der nigerianische Stürmer, der eine schöne Hereingabe im Fallen nur noch mit den Zehenspitzen erreicht – letztlich keine große Gefahr. Das alles klingt womöglich aufregender, als es tatsächlich war. Ließen die Anfangsminuten noch etwas hoffen, war man nun von einem guten Spiel ebenso weit entfernt wie von einer Rückholung Daniel Offenbachers. Erst in Minute 41 war es abermals Bright mit einer guten Chance. Sein Kopfball ging aber direkt in die Arme des Rieder Ersatzkeepers Reuf Durakovic. Fast im Gegenzug dann die Oberösterreicher: Nach Steilpass versuchte es der schnelle Patrick Möschl mit einem Heber – grundsätzlich zwar die richtige Entscheidung, der Ball zappelt jedoch auf dem und nicht im Netz. Eine Nullnummer zur Pause war daher die logische Konsequenz. Bei winterlichen Temperaturen wurde einem nicht warm ums Herz.

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Gerne würde der Autor von einem gänzlich anderen Bild nach Wiederbeginn berichten. Das niedrige Niveau blieb den frierenden Zuschauern jedoch erhalten. Wie aus dem Nichts waren es in Minute 56 dann aber die Blackies, die sich dem Führungstreffer plötzlich annäherten. Dobras legte mit der Brust auf Alar ab, der sofort abzog. Reuf Durakovic konnte sich dabei erstmals so richtig auszeichnen: Dank eines ausgezeichneten Reflexes lenkte er den Ball noch irgendwie knapp an der Stange vorbei ins Toraus. Schade drum. Verdient hätte sich Sturm die Führung zwar zu diesem Zeitpunkt nicht gehabt, aber wer fragt später schon danach? Und diese Führung fiel dann in Minute  63 tatsächlich. Edomwonyi leitete die Aktion zunächst mit dem genialen No-Look-Zuspiel auf Dobras ein, der legte auf Deni Alar ab. Der zuletzt wenig erfolgreiche Goalgetter schoss sich dann offensichtlich den Frust der vergangenen Spieltage von der Seele und knallte den Ball brachial ins Gehäuse. Traumtor, ein unglaublich wichtiges obendrauf! Franco Foda hält also sein Wort: Im Mediabriefing versprach er noch, dass gegen Ried auch endlich wieder ein Stürmer treffen würde. Gesagt, getan. Ist das schon die Vorentscheidung in einem schwachen Spiel?

Unmittelbar nach dem umjubelten, erlösenden Treffer kommt es zu einer Premiere: Für den lauffreudigen aber glücklos agierenden Philipp Huspek kam Andi Gruber erstmals in dieser Saison ins Spiel. Die Wikinger fanden in weiterer Folge spielerisch keinerlei Mittel, um zurück in die Spur zu finden. Viele lange Bälle liefen ins Leere, Frust und Resignation machen sich auch im Publikum breit. Zurecht, wie sich noch herausstellen sollte. Denn Deni „Doppelpack“ Alar ist wieder im Geschäft. Nach einem gut getretenen Corner von Dobras fällt diesem der Ball direkt vor die Füße. Das Spielgerät brauchte er lediglich noch über die Linie zu stolpern. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Sturm die Heimreise mit dem so wichtigen Dreier antreten würde. Was Sturm zu Saisonbeginn so stark machte, trat jetzt wieder gänzlich in Erscheinung: Obwohl man keine Galavorstellung ablieferte, ging man komfortabel in Führung und hatte dann auch noch das Glück auf seiner Seite. Nach katastrophalen Stellungsspiel der schwarz-weißen Defensive tauchte nämlich plötzlich Orhan Ademi in Minute 83 alleine vor Christian Gratzei auf. Mit einer grandiosen Fußabwehr vereitelte der wiedererstarkte Oldie allerdings den Anschlusstreffer und machte damit die letzten Hoffnungen der Oberösterreicher endgültig zunichte. Sollte man zumindest meinen. Denn einen hatten die Rieder noch, und der hatte es richtig in sich. Nach einer Ecke und etwas Konfusion kam Thomas Fröschl drei Meter vor dem Tor an den Ball und brachte das große Kunststück zustande, diesen über die Querlatte zu hämmern.

Und wer die Tore nicht macht …

Ja, es kam noch ganz dick für die Gastgeber. Soviel vorweg: Es pornote. Es pornote gewaltig. Porno himself, die personifizierte Fußballerotik, legte sich den Ball für einen Freistoß zurecht und pornote das Leder unwiderstehlich ins Kreuzeck. Sturm ist immer gut für besonders emotionale Geschichten. Hier ist die nächste. Uros beschenkte die Fans und sich selbst und sorgt für einen Bilderbuchabschied. Jedes weitere Wort wäre an dieser Stelle nun überflüssig.

(c) SturmNetz.at

 

Stimmen zum Spiel:

Uros Matic:

… sagt Danke:

 

… du bist jetzt glücklich?

 

… über den Deal mit Kopenhagen:

 

Charalampos Lykogiannis:

… über Wechselgerüchte:

 

Franco Foda:

… über den Abgang von Matic:

 

Spieldaten:

 

Die Spieler könnt ihr HIER bewerten!

 

1 Kommentar

  1. graz4ever sagt:

    Uros ‚Porno‘ (‚Oida‘) Matic:

    Traum Premierenvorstellung mit (Traum)Torgeschenk bei den Fans

    Traum Abschiedsvorstellung mit (Traum)Torgeschenk für die Fans 🙂

    THANK YOU SO MUCH 4 THIS INCREDIBALE SHOW UROS (Graz wird dich nie vergessen) 🙂

    9

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