Rückschlag für den Herbstmeister

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. RB Salzburg

Amtierender Meister gegen Herbstmeister. Die Vorzeichen standen ganz klar auf Spitzenspiel. Und auch das Wetter spielte mit: 10 Grad Mitte Dezember können sich durchaus sehen lassen. Franco Foda baute seine Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche erwartungsgemäß um – Kapitän Christian Schulz stand nach muskulären Probleme wieder in der Startelf, Philipp Huspek ersetzte Kristijan Dobras, Deni Alar spielte nach seiner raschen Genesung auf seiner angestammten „10er Position“ und Stefan Hierländer rückte auf den linken Flügel und verdrängte somit Marc Andre Schmerböck aus der ersten Elf. Salzburg musste, vor allem in der Offensive, aufgrund der vielen verletzungsbedingten Ausfälle, mit einer doch ungewohnten Startaufstellung ins Spiel gehen. Der zuletzt so starke Xaver Schlager stand erneut von Beginn an am Feld. 

Mehr Kampf als Spiel

Das Spiel begann gut. Nach etwa drei Minuten musste Christian Gratzei in seinem 300. Spiel in Schwarz-Weiß zum ersten Mal eingreifen. Ein guter Steilpass von Valentino Lazaro konnte vom 35-jährigen noch rechtzeitig abgefangen werden. Doch auch Sturm begann stark, nach einem schönen Pass im Strafraum von Deni Alar auf Hierländer versuchte Letzterer den Salzburger Schlussmann zu überheben – zu hoch. Die Grazer versuchten die Bullen früh zu stören und ihnen durch die daraus resultierenden Fehlern und mit gutem Umschaltspiel die Hörner zu ziehen. Salzburg, gewohnt spielstark, versuchte in einem 4-4-2 mit Bällen in die Tiefe zum Erfolg zu kommen. Torchancen waren eher rar, Härte und Körpereinsatz zeichneten die erste Hälfte. Es war dennoch kein schlechtes Spiel, das man an diesem dritten Adventsonntag in Liebenau zu sehen bekam, denn es ging um viel, das war deutlich spürbar. Matic sah in Minute 26 Gelb, zwei Minuten später arbeitete er mit unfairen Mitteln gegen Laimer an der Seitenauslinie, danach gab es eine Rudelbildung vor der Salzburger Betreuerbank – zusammengefasst Gelb für Jeggo und Laimer aufgrund der Konfrontation nach Abpfiff der Aktion sowie Riesenglück für Sturm und Matic, dass man hier nicht in Unterzahl spielen musste. Danach passierte nicht mehr allzu viel in Halbzeit eins, in einem Spiel in dem man sich absolut nichts schenkte. 

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Von eins auf drei in 45 Minuten 

Salzburg kam besser aus der Kabine. Hwang lief sich nach guter Kombination frei, bekam in der Mitte das Leder perfekt von Berisha serviert und verfehlte das Tor knapp. Darauffolgend: Eckball Sturm, Edomwonyi wird im Strafraum von Upamecano „umarmt“ und kommt so nicht zum Ball. Da kann man schon Elfmeter pfeifen. Halbzeit zwei begann deutlich offensiver als der erste Durchgang, auch weil Salzburg nun deutlich höher stand. Bei Sturm war jedoch zu wenig Struktur im Spiel. Die Bullen weiter stark, ein Abschlag von Walke ging direkt auf Hwang, sein Schuss konnte jedoch geblockt werden. Die nachfolgende Ecke sorgte auch für Gefahr: Das Spielgerät flog lang bis ans Strafraumeck, perfekt auf den Kopf von Laimer, welcher den Ball knapp neben das Tor setzte. Und Salzburgs Offensive machte sich bezahlt. In Minute 64 brachte Laimer einen Ball gut zur Mitte, im ersten Versuch traf Berisha diesen nicht, konnte die zweite Chance jedoch nutzen und per Außenrist für die Führung sorgen. Doch auch Sturm wurde offensiver, kam durch Deni Alar zur Ausgleichschance. Doch dieser, bewacht von zwei Salzburgern, konnte das Spielgerät nicht unter Kontrolle bringen und abschließen. Anschließend sprang der Abpraller zu Huspek, sein Schuss ging jedoch in die Arme des Salzburger Schlussmanns. In Minute 70 dann ein Schock für den amtierenden Meister. Edomwonyi wurde von Matic ideal in die Tiefe geschickt, nahm sich den Ball mit dem Kopf mit und wurde an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Zurecht, jedoch nicht unbedingt zwingend, schickte Schiedsrichter Ouschan Upamecano vorzeitig in die Kabine. Der anschließende Freistoß, getreten von Lukas Spendlhofer, landete in der Mauer. Sturm versuchte nun, vor allem mit hohen Bällen die Salzburger Defensive zu knacken, einer dieser Bälle von Christian Schulz in Minute 84 flog über das halbe Spielfeld und erreichte beinahe den sprintenden Huspek. Eine gute Ausgleichsmöglichkeit gab es für den eingewechselten Philipp Zulechner der nach Matic-Ecke in der Mitte unbedrängt zum Kopfball kam, Walke konnte das Leder jedoch parieren. Wirkliche „Sitzer“ gab es aufseiten der Blackys nicht. Den Matchball gab es trotzdem und den hatte Marc Andre Schmerböck am Fuß. In der Nachspielzeit bekam er den Ball im Strafraum auf seinen linken Fuß serviert, der Schuss konnte jedoch vom sicheren Alexander Walke gehalten werden. Danach war Schluss. Der erste Saisonsieg der Bullen gegen die Grazer war kein ungerechter, eine Punkteteilung wäre jedoch verdienter gewesen. Der amtierende Meister stieß also letztendlich den aktuellen Herbstmeister vom Thron und bugsiert die Schwoazen auf Platz Drei. 

 

Stimmen zum Spiel:

Franco Foda:

„Kleinigkeiten haben die Partie entschieden“:

 

„Gegen Salzburg kann man verlieren, unnötig waren die Niederlagen gegen St. Pölten und Admira“:

 

Christian Gratzei:

… Fazit zum Spiel:

 

„Glücklicheres Ende für Salzburg“:

 

„Dass wir nicht mehr von der Tabellenspitze lachen, kann ich vertragen, dass wir verloren haben, nicht“:

 

Stefan Hierländer:

… über seine Chance:

 

… warum die 3 Punkte nach Salzburg gehen:

 

Christian Schulz:

Trotz Niederlage war es aber ein braves Spiel von Sturm, oder Herr Schulz?

 

… über die Schiedsrichterleistung:

 

Lukas Spendlhofer:

„Keine schlechte Partie“:

 

„Salzburg war eiskalt“:

 

Marc Schmerböck:

„Von der Einstellung können wir uns nichts vorwerfen“:

 

Günter Kreissl:

„Die Mannschaft hat alles gegeben, ich bin stolz auf die Leistung“:

 

„Wir haben wenig zugelassen“:

 

… über den Verlust der Tabellenführung:

 

Andreas Walke:

„Wir hatten die klareren Möglichkeiten“:

 

Oscar Garcia:

Originalton (Spanisch):

 

„Es war ein ausgeglichenes Spiel“ (Übersetzung):

 

 

Spieldaten:

 

Galerie:

 

Die Spieler könnt ihr HIER bewerten!

 

5 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    Ja, ein X wär eindeutig gerechter (allein wegen des nicht gegebenen Elfers)…Schade 🙁

    Aber Staub abklopfen – Einsatz u. Kampfgeist haben eh absolut gestimmt (nur das ‚FeinTuning‘ heut leider net so) – und zum Abschluss no nen 3er, dann war das eine mehr als erfreuliche Hinrunde 🙂

    SturmGraz4ever..and ever..and ever..

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  2. Supersturm sagt:

    vielleicht sollten wir einmal mit violetten Dressen spielen – ist schon merkwürdig, dass Sturm im gesamten Herbst nicht einen Elfmeter zugesprochen bekommen hat…. Die Veilchen aus Wien haben 5 Elfer! Soweit ich diese Saison beobachtet habe, spielt die Austria nicht permanent im Strafraum oder in Strafraumnähe, dass die Elfer nur die Folge ihrer extrem offensiven Spielweise sind…

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  3. Nock-74 sagt:

    Meine Hoffnung besteht nun darin, dass die „Last“ des Tabellenführers wieder weg ist und sie nun wieder so befreit wie zu Saisonbeginn spielen können!

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  4. django sagt:

    da läuft einiges falsch , die Spieler Loben sich selber , das sie alles gegeben haben , Kreisel , Foda und die Medien Loben alle das die Spieler alles gegeben haben , für sowas sollte es kein Lob geben . die bekommen alle x 1000 Euro jedes Monat auf ihr Konto , jeder Arbeiter muss jeden Tag alles geben . da wird nach Niederlagen alles immer  schön geredet , mir kommt die Galle hoch 🙁

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  5. Ennstaler sagt:

    Ganz bei Dir, Django! Welcher Hackler wird dafür bedankt, dass er seine Arbeit tut? Dass Fussballspieler „alles geben“ sollte doch selbstverständlich sein. Mich wundert, dass Kreissl bei dieser Lobhuddelei mitmacht. Seit es die 3-Punkte-Wertung gibt, sollte doch jeder Trainer 100prozentig auf Sieg spielen lassen. Lieber 2 Siege und 4 Niederlagen als sechs Unentschieden mit Sicherheitsfussball.

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