Rotiert und remisiert

Spielbericht: SV Ried vs. SK Sturm Graz 1:1 (0:1)

Viel Zeit zum Ärgern blieb Christian Ilzer und seiner Mannschaft nach der knappen Niederlage in der Champions League Qualifikation gegen Kyjiw nicht. Bereits am Samstag darauf wartete mit der SV Ried die nächste Aufgabe in der heimischen Fußballliga. „Wir müssen mit der nötigen Wucht und Energie spielen und dazu Effektivität sowie fußballerische Qualität zeigen, um gegen die heimstarken Rieder wichtige Punkte für die Meisterschaft zu holen“, gab Sturms Chefcoach vor der Partie die Marschrichtung vor. Umsetzen sollte diese eine im Vergleich zum Spiel am Mittwoch auf sechs Positionen veränderte Sturm-Mannschaft. Neuzugang Emmanuel Esseh Emegha fand sich nur ein paar Tage nach seiner Verpflichtung bereits direkt auf der Bank wieder und sollte schließlich in der Schlussphase auch sein Debüt geben.

Neuzugang Emmanuel Emegha durfte einen prall-gefüllten Auswärtsblock bestaunen. (c) SturmNetz

Ein Start nach Maß

Bei angenehmen kühlen 17 Grad Außentemperatur und bewölktem Himmel schaffte es Sturm von Beginn an, das Spielgeschehen zu dominieren und das Tempo hochzuhalten. Promt sollte der für Amadou Dante in der Startelf spielende David Schnegg am linken Fünferrand auch das erste Mal für Gefahr sorgen könnnen, die Flanke des ebenso neu in die Startfelf gerückten Vesel Demaku enpuppte sich allerdings als eine Spur zur lang. Bloß kurze Zeit später konnte der Auswärtssektor das erste Mal so richtig zum Beben gebracht werden: Ivan Ljubic und Vesel Demaku erkämpften einen bereits verlorenen Ball im Gegenpressing knapp vor dem Rieder Strafraum stark zurück, Demaku brachte das Spielgerät mit viel Effet an die erste Stange, wo Startelf-Debütant Christoph Lang seinem Bewacher entkam und den Ball zum Premierentreffer nur mehr über die Linie drücken musste. Auch in den Minuten nach dem Führungstreffer agierte Sturm weiterhin bissig in den Zweikämpfen und ließ den Gastgebern wenig Luft zum Atmen. Nach 26 gespielten Minuten sollte Manprit Sarkaria die dritte gute Torchance im Spiel verbuchen könnnen, seinen Schuss von der Strafraumgrenze konnte Ried-Goalie Samuel Sahin-Radlinger nur mit viel Mühe aus dem linken Eck fischen. Sarkaria sollte es auch sein, der auch die nächste Chance einleitete. Ideal vom Angreifer freigespielt, verzog Ivan Ljubic aus zentraler Position aber schließlich deutlich.

Großer Jubel nach dem Premierentreffer. (c) SturmNetz

Weiter (fast) nur Einbahnstraßenfußball

Vor allem die linke Seite über Alexander Prass, Schnegg und Sarkria machte den Riedern weiterhin das Leben schwer. Sobald dort das Tempo etwas angezogen wurde, waren die Wikinger bloß nur mehr Passagier. Die nächste gefährliche Aktion sollte zunächst dennoch über rechts beginnen. Nach gefälliger Kombination wurde Sarkaria gut bedient. Zwei gekonnte Haken später fiel dessen Schuss aber zu zentral und locker aus. Schließlich sollte Ried sich aber auch einmal aus dem Einbahnstraßenfußball der Grazer befreien können. Ein Schuss von Christoph Mondschein ging knapp über die Querlatte. Bei Wießmeiers Schuss aus dem Rückraum kurze Zeit später musste Alexandar Borkovic sich bereits in größerer Not dazwischen werfen. Die darauffolgende Ecke köpfelte Ex-Blacky Markus Lackner über Latte. Der folgende Pausenpfiff ertönte aus Sturm-Sicht wohl genau zur richtigen Zeit.

Ein bisschen gegen die Einbahn

Während die Hausherren unverändert in den zweiten Spielabschnitt starteten, nahm Christian Ilzer wohl in Hinblick auf das Rückspiel gegen Kyjiw Ersatzkapitän Jon Gorenc Stankovic und dem in Halbzeit eins sehr auffällig agierenden Sarkaria vom Platz. Rasmus Højlund und Gregory Wüthrich (Borkovic rückte von der Innenverteidigung auf die Sechser-Position) kamen neu ins Spiel. Von den Wechseln unbeeindruckt sollten die Innviertler dort anschließen, wo sie am Ende der ersten 45. Minuten aufhörten. Eine Flanke von Stefan Nutz fand Julian Wießmeier im Strafraum, dessen Kopfball ging aber am aber langen Eck vorbei. Kurz danach kam auch Sturm in Form eines Demaku-Abschlusses im zweiten Durchgang an. Nicht ankommen, sondern gehen musste in der Folge ein Akteur der Gastgeber. Nachdem sich Leo Mikic bereits in Minute 56 für Scharmützel mit Demaku Gelb abholte, musste er nach einem Foul an Selbigen schließlich mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz.

Ried bleibt dran

Trotz Ausschlusses versuchten die Hausherren weiter das Tempo zu bestimmen. Und das fast zur Freude des eingewechselten Højlund. Nach einem blitzsauber ausgespielten Konter verzog der Däne mit seinem linken Fuß knapp das rechte Eck. Doch ein möglicher Treffer hätte ohnehin nicht gezählt. Sandro Ingolitsch hat in der Situation davor Tin Plavotic in seinem Rücken übersehen und bei einem Klärungsversuch das Bein des Rieder-Innenverteidigers getroffen. Nach Eingreifen des VARs schaute sich Schiedsrichter Josef Spury die Szene noch einmal an und entschied auf Elfmeter – Christoph Monschein ließ daraufhin Siebenhandl keine Chance. Keine Chance hätte Siebenhandl wohl auch bei der nächsten gefährlichen Rieder Offensivaktion gehabt: Der Kapitän der Wikinger Marcel Ziegl bugiserte das Spielgerät nur Zentimeter am langen Eck vorbei. Auf Seiten Sturms sollte Neuzugang Emegha nach seiner Einwechslung in den letzten Minuten noch für Torgefahr sorgen. Doch weder er noch ein anderer Grazer Akteur konnte mehr den entscheidenden Akzent setzen. Es blieb beim 1:1, mit welchem die Rieder definitiv besser leben können als Sturm.

Spieldaten

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11 Kommentare

  1. Ivaneijew sagt:

    Immer gleiches Problem gegen Salzburg, Kiew und jetzt Ried.
    Die Chancen waren da, man war nur mega fahrlässig damit unterwegs. In Ried und gegen Salzburg musst nach den Chancen nach der 1. HZ 2 oder 3 Tore machen, in Kiew 1:0 in Führung gehen. Wenn nicht, kippen so Spiele halt (gegen Salzburg konnten man es halt drüber bringen)

  2. Erzschwoarza sagt:

    David Schnegg, ein kompletter Fail! Können wir den noch Retourschicken? Ich hatte schon bei seiner Bekanntgabe ein ungutes Gefühl, denn er ist schon bald Mitte 20 und hat sich nirgendwo durchgesetzt! Lv im Moment eine komplette Baustelle, denn Dante ist auch wie ne wundertüte aber schnegg, höchstens 2weit Liga tauglich

    • frankie roberts sagt:

      Sehe ich nicht so. Im Vergleich zu Wolfsberg war er verbessert. Schwach war man nur im letzten Drittel. Nur Sarkaria hatte gefährliche Abschlüsse, ansonsten war man im Strafraum (und an der Grenze) zu komplitziert. Die Leistung bis zur roten Karte war gut, dann ging die Spannung komplett verloren. Das war nach dem Gegentreffer nicht merh herzustellen – danach wars ehrlich gesgat peinlich schwach. Das Gegentor selbst war etwas Pech, auch wenn ich der Meinung bin, dass sich Ingolitsch da etwas blöd anstellt. Kann einmal passieren, dass man so eine Partie nicht gewinnt. Zu oft sollten wir uns das aber nicht leisten.

    • TheHerbst sagt:

      Für mich war Schnegg auch mit Abstand der schwächste Spieler. Defensiv hat er nichts zu tun gehabt (und ich glaub einen Kopfball gewonnen) weil die Rieder unseren 16er nur aus Erzählungen gekannt haben. Und ohne wirklich Aufgaben in der Defensive war offensiv absolut nichts erfolgreiches von ihm zu sehen. Gleich am Anfang „fischt“ er komplett unbeträngt einen kniehohen Ball und seine Flanken waren auch eher Patrick-Wolf-Style (also einfach jeden Ball komplett blind halbwegs in die Mitte dreschen und hoffen dass vielleicht doch wer drinnen is).

    • Erzschwoarza sagt:

      Dann hast du ein anderes Spiel gesehen oder kennst ihn vlt persönlich, Frankie. SCHNEGG war der schwächste Spieler am Platz. Lief total blind und überfordert hin und her und wusste nicht im Ansatz was er zu tun hatte.

    • frankie roberts sagt:

      Ich kenn ihn nicht persönlich. 🙂 Da hatten wir einfach eine andere Wahrnehmung. Ich fand ihn besser als Ingolitsch auf rechts. D#accord mit den schwachen Flanken, aber am Ball war er in Ordnung, defensiv hat sein Stellungsspiel gepasst (vgl. Dante!) und er ist dynamisch. Es war keine aussergewöhnliche Leistung, aber auch nicht katastrophal mmn. Wirklich Sorgen macht mir eigentlich Horvat. Ausser einer überdurchschnittlichen Ballbehandlung kann ich noch nicht erkennen, was der mitbringt.

  3. Maldini sagt:

    Zwei Punkte verschenkt, gar kein Thema – aber unglücklicher (bzw unfähiger als Ingolitsch beim Elfer) geht wohl kaum.

    Einziger taktischer Fehler war mMn die Auswechslung von Affengruber, durch die wir plötzlich keinen 6er mehr am Feld hatten, ein Ljubic die dritte Position innerhalb eines einzigen Spiels innehatte, Hierländer links einspringen musste, obwohl es mit Horvat noch einen Linksfuß gab (der allerdings auf die 10 musste) – dass da das gesamte Paket nicht mehr stimmte, darf nicht verwundern. Nichtsdestotrotz: mehr Pech als Unfähigkeit…

    • Beutelspecht sagt:

      Affengruber musst runternehmen. 1:0 vorne, einen Spieler mehr und das Spiel voll im Griff. Er war gelb vorbelastet und da war es ganz normal vom Trainer darauf zu reagieren. Der Rest ist einfach “ FUSSBALL“. Genau deshalb ist der Sport so faszinierend. Es kann immer alles passieren.

  4. CrazyBusiness sagt:

    Zwischenstand Sturm II – Rapid II 1:0,
    55. Toth, Elfmeter

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