Renaissance

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. FC Wacker Innsbruck

Renaissance leitet sich aus dem Französischem ab und bedeutet frei übersetzt Wiedergeburt. Dieser Begriff beschreibt die europäische Kulturepoche zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit. Künstler und Gelehrte versuchten sich auf Werte und Leistungen der griechischen und römischen Antike zurückzubesinnen und diese wieder verstärkt in das Blickfeld der Menschen zu rücken. Das Ganze geschieht in Zeiten eines Umbruchs, dessen Ziel es jedoch ist, sich weiterzuentwickeln. Man kann gar von einem geistigen Erwachen sprechen. Auch wenn das paradox klingen mag, doch manchmal muss man einen Schritt zurückgehen um zwei nach vorne zu kommen. Doch was hat dieser geschichtliche Kurzexkurs mit unserem geliebtem Sportklub Sturm Graz zu tun?

Wer zwischen den Zeilen liest, wird die Parallelen schnell erkannt haben, denn die oben beschriebene Situation lässt sich hervorragend auf unseren Herzensverein umlegen. Unlängst durschritt man in Graz noch tiefe Täler, doch wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann, zeigt die aktuelle Entwicklung der Schwarz-Weißen. Nach einem furiosen Auswärtserfolg in Salzburg lacht man aktuell vom vierten Tabellenplatz, wohlgemerkt mit einem Spiel weniger. Freude machen dabei nicht nur die aktuell erzielten Resultate, sondern viel mehr die Art und Weise wie man sowohl auf, als auch abseits des Platzes auftritt. Der ergebnisorientierte, in ein Defensivkorsett eingeschnürte Ergebnisfußball, gehört in Graz scheinbar der Vergangenheit an. Die Spielweise des SK Sturm zeichnet sich durch hohe Intensität und Aktivität aus und es sind genau solche Attribute, die das schwarz-weiße Fanherz höherschlagen lassen. Bei all den Lobeshymnen der vergangenen Tage darf man jedoch keinesfalls vergessen, dass sich die Mannschaft in einem Umbruch befindet und auch wieder schlechtere Phasen kommen werden. Schier unrealistische Erwartungshaltungen, wie beispielsweise eine Platzierung unter den ersten Drei, dürfen dabei auch sofort im Keim erstickt werden.

Diese drei Tugenden wird man auch gegen Wacker Innsbruck an den Tag legen müssen © Martin Hirtenfellner Fotografie

Im Fußball ist nichts so alt wie der Erfolg von gestern und deshalb gilt es für unsere Mannschaft, den vollen Fokus auf die Cuppartie gegen den FC Wacker Innsbruck zu richten. Dieses Spiel wird für den SK Sturm nämlich aller Voraussicht nach ein ganz anderes wie gegen die Mozartstädter, aufgrund dessen jedoch nicht unbedingt einfacher. Die Grazer gelten hier als klarer Favorit und müssen mit diesem Druck umgehen. Auch wenn man das Heimrecht hält und sich somit eine lange Anreise erspart, darf man von einem harten Cupfight ausgehen. Die Gäste ergatterten aus den letzten vier Spielen zehn Punkte und konnten somit den durchwachsenen Saisonstart vergessen machen und sich stabilisieren. Die Tiroler verfügen zweifellos über Aufstiegsambitionen und haben den ein oder anderen Akteur mit Bundesligaerfahrung in ihren Reihen. Stellvertretend hierfür die Herren um: Marco Knaller, Markus Wostry, Florian Jamnig oder Ronivaldo.

Mit Otar Kiteishvili – hier im Duell gegen zwei Innsbrucker – ist am Dienstag verletzungsbedingt noch nicht zu rechnen © Martin Hirtenfellner Fotografie

Trotz all dem täte den Innsbruckern eine ähnliche Renaissance, wie sie der SK Sturm gerade erlebt, sehr gut. Zu wichtig ist dieser Traditionsverein samt seiner Anhängerschaft. Es wäre schade, wenn die Tiroler weiterhin im Zweitligasumpf dahindümpeln und somit ihre bewegte Historie nach und nach vergessen machen würden. Die Bundesliga braucht diesen Traditionsverein, jedoch darf mit dem Siegen gerne erst nach dem morgigen Spiel begonnen werden, welches vor Zuschauern mit Sicherheit ein sehr emotionsgeladenes geworden wäre. Sturm verfügt über die spielerischen Mittel um eine hochmotivierte, aber doch limitierte Innsbrucker-Mannschaft zu besiegen und dem Traum vom Cupfinale somit einen entscheidenden Schritt näherzukommen. Mögen man jene Worte in die Tat umsetzen.

Spieldaten

SK Sturm Graz vs. FC Wacker Innsbruck

ÖFB-Cup, Saison 2020/21, Achtelfinale

Dienstag, 24.11.2020, 20:25 Uhr, Sturm-Stadion-Liebenau

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Ingolitsch, Nemeth, Wüthrich, Dante; Gorenc-Stankovič, Hierländer, Ljubic, Kuen; Jantscher, Balaj

Ersatz: Schützenauer, Gazibegovic, Jäger, Zettl, Huspek, Friesenbichler, Mwepu

Es fehlen: Kiteishvili, Trummer, Geyrhofer, Koch, Strahlhofer (alle verletzt)

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4 Kommentare

  1. SM1982 sagt:

    Wir das Spiel Übertragen

  2. sturmgraz sagt:

    Auf ORF Sport + um 20.25 bzw auf ÖFB TV

  3. Ennstaler sagt:

    Der kürzeste Weg nach Europa führt über den Cup! Super, dass nach der mitgeteilten Aufstellung die stärkste Mannschaft antreten wird.

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