Rehabilitation zuhause

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. FK Austria Wien

Eine pfiffige Einleitung in die Vorschau auf die kommende Partie, in der der SK Sturm zuhause auf die Wiener Austria trifft, vermag der Autor ebenjener momentan einfach nicht zu verfassen, denn Ernüchterung hat wahrlich nichts Inspirierendes an sich und ist schon gar keine gute Muse, die einem zur richtigen Zeit einen zündenden Gedanken einflüstert. Sie ist nicht einmal annähernd so reißerisch und dunkel wie die Enttäuschung, die man eigentlich empfinden sollte, wenn sich jener Verein, dem man sein Herz immer wieder jede Saison, jedes Wochenende, ja jede freie Minute aufs Neue hingibt, als Herbstmeister zum Frühjahrsauftakt einen nassen Hosenboden holt und sich diesen irgendwie, gefühlt, auch noch redlich verdient und kaum so rasant und kurzzeitig wie der Zorn, der einen Fan eine Niederlage spüren lassen sollte. Aber das kennen wir! Wir, also diejenigen, die in den alles bedeutenden 90 Minuten für nichts als die Farben Schwarz und Weiß leben, können mit beinahe erschreckend schlechten Frühjahrsauftaktspielen mittlerweile in stoischer Ruhe verbleibend umgehen, wir kennen das – und dann keimt irgendwie wider besseren Wissens, erlangt durch Erfahrung, doch immer wieder die Hoffnung auf, dass eine befürchtete Unserie schließlich nichts anderes als ein einziges einfach nur schlechtes Spiel ist und eben nicht tatsächlich zur langwierigen Schwächephase wird. Um derartige Befürchtungen endgültig vom Tisch zu wischen und schwarz-weiße Zweckoptimisten nicht doch noch zu enttäuschen, bedarf es einer beherzten Leistung des SK Sturm, einer Rehabilitation in der Gunst seiner Anhängerschaft, die trotz aller Widrigkeiten wahrscheinlich mehrheitlich zuversichtlich geblieben ist und abermals mit der Hoffnung auf drei Punkte zahlreich im Stadion erscheinen wird.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie – Sascha Horvath erzielte ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein sein erstes Bundesligator

Und hey, ein Heimspiel …

… steht an diesem Wochenende auf dem Programm! Das gibt ja immer irgendwie Anlass, Gutes zu vermuten, egal wie der Gegner heißt. Zuhause werden die Karten, wenn es zuvor nicht nach Wunsch lief, neu gemischt. Ein Axiom des Fußballs. Außerdem rangiert Sturm immer noch auf Rang drei in der Tabelle und selbst wenn der Widersacher der aktuellen Runde geifernd im Nacken der Blackies sitzt, dürften sie die Nase im Rennen um die Favoritenrolle doch leicht vorne haben. Okay, das ist dann doch zu viel Optimismus. Mit einem Sieg könnten sie aber nicht nur die derzeitige Position festigen, sondern, mit etwas Glück, sogar wieder ganz oben mitmischen. Besonders hoffen lässt einen übrigens nicht nur die Zuversicht, sondern auch die Statistik: In den letzten acht Aufeinandertreffen des SK Sturm und der Wiener Austria siegte gleich sechsmal die Heimmannschaft, niemals jedoch die Gäste. Außerdem gelang dem SK Sturm in den letzten zwölf Heimbegegnungen mit den Veilchen aus Wien-Favoriten immer ein Tor.  Gründe, sich als Sturmfan auf dieses Spiel zu freuen, gibt es also nichtsdestotrotz genug.

„Nur ein Sieg ist die richtige Antwort“

Da ist sich Kapitän Christian Schulz beim Mediabriefing sicher. Gegen Mattersburg habe man in der vergangenen Bundesligarunde nicht das gezeigt, was möglich gewesen wäre und man sei nun erpicht darauf, gegen die Austria mit der Unterstützung der eigenen Fans anders, also erfolgreicher, aufzutreten, so der Innenverteidiger. Franco Foda stimmte dem naturgemäß zu und haderte gleichzeitig etwas mit dem Spiel seiner Mannschaft in Ballbesitz, denn der Schlüssel zum Erfolg liege darin, dieses effizienter zu gestalten und in weiterer Folge auch mehr gefährliche Situationen zu erzeugen. Dies gelang im Burgenland nur viel zu selten. „Wir haben einfach zu wenig auf Risiko gespielt und zu wenig das Eins-gegen-Eins gesucht“, merkte Foda an. 

Lück in der Startelf

Aus dem Vollem kann der Coach in der 22. Runde der Tipico Bundesliga hinsichtlich der Personalsituation leider nicht schöpfen, denn neben Philipp Zulechner, Dario Maresic und Roman Kienast muss auch die Nummer eins zwischen den Pfosten, Christian Gratzei, auf einen Einsatz verzichten. Für den kurzfristig erkrankten Tormann wird Daniel Lück einspringen, in den Foda vollstes Vertrauen setzt. 

Spieldaten

SK Sturm Graz vs. FK Austria Wien
Samstag, 18.02.2017, 16:00 Uhr, Merkur Arena, Graz-Liebenau

Schiedsrichter: Markus Hameter

Mögliche Aufstellung: Lück; Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis; Piesinger, Jeggo; Horvath, Hierländer, Schmerböck; Alar

Ersatz: Schützenauer; Schoissengeyr, Potzmann, Huspek, Ovenstad, Atik, Chabbi

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3 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    Oh Scheiße…OHNE Kienast..OMG OMG!!!

    😉

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  2. Hindemith Hindemith sagt:

    Es ist wieder eines dieser Spiele, die zeigen werden, wohin uns der Weg mittelfristig führt. Nach einer teilweise grandios verlaufenen Herbstsaison bedeutet heute eine Niederlage oder auch nur ein Unentschieden, dass der Abstieg in die quälende Mittelmässigkeit vorprogrammiert ist. Ich hoffe, dass alle Beteiligten aus dem Mattersburg ihre Lehren gezogen haben, und eine dem Gegner entsprechende Leistung bringen…

    1+

    • graz4ever sagt:

      Hoffentlich kommt einfach diese Unkonstanz (wie sie uns aus x letzten Saisonen bekannt is) nicht wieder rein: 1 Spiel echt Bombe, 1-2 ganz schlechte od sehr mittelmäßige Spiele, wieder 1 halbwegs Gutes…etc etc

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