Punkteteilung im Schlagerspiel

Spielbericht SK Sturm vs. SK Rapid Wien

13.205 Fans im Stadion, Rapid Wien zu Gast und frühlingshafte Temperaturen. In Graz-Liebenau war an diesem Sonntagnachmittag alles für ein erstklassiges Fußballmenü geboten. „Dass die Öffnung im emotionalsten Spitzenspiel Österreichs kommt, ist besonders. Ich freue mich riesig auf jeden einzelnen Fan“, schwärmte Sturm-Präsident Christian Jauk im Vorfeld des ewigen Schlagers. Geschwärmt wird in Graz spätestens seit seinem Doppelpack gegen die WSG Tirol auch von Winter-Neuzugang Rasmus Højlund. Bei seinem ersten Heimauftritt für die Schwarz-Weißen wusste der junge Däne abermals anzuschreiben. Für einen vollen Erfolg reichte es schließlich aber wieder nicht.

Endlich: Die Fans sind zurück im Stadion. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Heim-Einstand nach Maß

Trainer Christian Ilzer vertraute gegen Rapid denselben elf Herren wie schon beim Frühjahrsauftakt in Tirol. Ferdinand Feldhofer hingegen warf nach dem 2:1-Sieg über Vitesse Arnheim in der Conference League die Rotationsmaschine an. Statt Martin Moormann, Srdjan Grahovac, Koya Kitagawa und Yusuf Demir beförderte der Rapid-Coach Christoph Knasmüllner, Kelvin Arase, Kevin Wimmer und Dejan Petrovic in die Startelf. Stammgoalie Paul Gartler fiel zudem aufgrund von muskulären Problemen aus. Für ihn durfte der 20-jährige Niklas Hedl sein Pflichtspieldebüt feiern. Und dieser sollte gleich hören dürfen, was es stimmungstechnisch bedeutet, beim Schlager zwischen Sturm und Rapid im Tor zu stehen. Beide Fanlager heizten auch ohne organisierten Support ordentlich ein. Nach gerade einmal sechs gespielten Minuten galt es für den jungen Tormann schließlich auch schon das erste Mal hinter sich zu greifen. Nach einem langen Einwurf von Amadou Dante, kochte Jakob Jantscher Emanuel Aiwu ab und legte das Spielgerät quer. In der Mitte lief Rasmus Højlund goldrichtig ein und drückte den Ball über die Linie. Kurze Zeit später war der Hütteldorfer Schlussmann bereits wieder in Aktion: Von Jon Gorenc Stankovic mittels Chipball perfekt eingesetzt, tauchte Jantscher frei vor dem Tor auf, scheiterte mit einem Schuss aus der Drehung aber an Hedl.

Bereits nach sechs Minuten durfte der junge Däne jubeln (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Vier Ecken – ein Tor

Rapid, von der frühen Führung der Gastgeber wenig irritiert, kam in der Folge besser ins Spiel – gefährlich wurden die Gäste in den ersten 20 Minuten jedoch nicht. Ähnlich wie bei Sturm liefen die meisten Offensivaktionen zunächst über schnelles Umschaltspiel und hohe Bälle. Zweitere Angriffsvariante führte auch zur nächsten schwarz-weißen Torchance. Højlund legte ab auf Manprit Sarkaria, der Jantscher am rechten Strafraumrand bediente. Der Schuss des Routiniers ging zwar knapp daneben, schien beim Feldhofer-Team aber den vielzitierten Schalter umgelegt zu haben. Vor allem über Standards näherten sich die Hütteldorfer immer öfter dem Torerfolg an. Nach 35 gespielten Minuten war es schließlich ihre vierte Ecke, die die mitgereisten Wiener Fans das erste Mal jubeln ließ:  Aiwu tauchte unbewacht vor dem Sturm-Tor auf und köpfelte das Spielgerät zum 1:1- Ausgleich über die Linie. Eine passende Antwort fiel der Mannschaft von Trainer Christian Ilzer vor der Pause nicht mehr ein. Die letzten zehn Minuten vor dem Halbzeitpiff waren aus schwarz-weißer Sicht geprägt durch Abspielfehler und drückende Gäste.

Jantscher blieb in hitziger Phase souverän

Der zweite Spielabschnitt startete akrobatisch. Nach einer Flanke von Alexander Prass setzte Manprit Sarkaria zum Seitfallzieher an, seiner Versuch verfehlte jedoch das Tor von Hedl. Die Gäste aus Hütteldorf starten mit einer Chance durch Kelvin Arase in die zweite Hälfte. Der Schuss des rechten Flügelspielers war für Siebenhandl jedoch kein Problem. Ein Problem hatte Sturm aber mit der Zweikampfführung von Robert Ljubicic gegen Prass in der 53. Minute, es wurde das erste Mal etwas hitziger – Rudelbildung inklusive. Der in der Folge von Jantscher getretene Freistoß ging  in die Mauer. Generell schien der Pausentee der Mannschaft von Ilzer aber gutgetan zu haben, die gegen Ende der ersten Halbzeit verlorene Spielkontrolle war zurückerlangt und auch die eigenen Angriffsbemühungen wurden wieder mehr. Ab Minute 62 durfte Anderson Niangbo statt Sarkaria mithelfen, diese auch in Tore umzumünzen. Zunächst musste er jedoch seine Mannen am Platz beruhigen, nachdem vor einer Jantscher-Ecke einige Rapid-Spieler sich über das Zweikampfverhalten der Grazer aufgeregten. Bei besagter Ecke zog der eingewechselte Martin Moormann Gregory Wüthrich schließlich so am Trikot, dass dieser zu Boden ging. Nach Hinweis seiner Kollegen entschied sich Schiedsrichter Walter Altmann dazu, auf den Punkt zu zeigen. Jantscher blieb in der Folge vom Punkt souverän.

Elfmeter verwandelt und auch sonst eine gute Figur abgegeben: Jakob Jantscher (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Wieder ist es ein Standard

Alexander Prass, der die linke Seite wie aufgezogen bearbeitete, sollte die nächste Sturm-Chance verbuchen, als er gleich durch zwei Spieler hindurchdribbelte und trotz Foul auch noch zum Abschluss kam. Sein Schuss ging allerdings daneben. Nicht daneben, aber geblockt wurde auch der nächste Versuch von Rapid. Während Sturm versuchte in der Folge etwas tiefer zu agieren und Højlund vorne mit langen Zuspielen zu bedienen, schaltete Rapid noch einmal einen Gang hoch. Wirklich gefährlich wurde es aber wieder nur durch Standards, dafür aber so richtig: Nach einer Ecke vom eingewechselten Yusuf Demir kam Kevin Wimmer am zweiten Pfosten zum Schuss und brachte das Spielgerät unter der Latte unter. Und auch die nächste Ecke der Gäste sollte Sturms Strafraum brennen lassen: Ein Kopfball von Ljubicic schaffte den Weg knapp nicht über die Torlinie. Auf der anderen sollte David Affengruber noch einmal zum Kopfball kommen, aber sein Versuch brachte nichts ein. Auch Højlunds Idee, Hedl mit einem Abschluss aus spitzen Winkel auf die kurze Ecke zu überraschen blieb unbelohnt. Überrascht wäre Hedl jedoch beinahe durch einen Rückpass von Aiwu geworden, aber der Tormann wusste den Ball noch ins Seitenout zu klären.

So fand das kultbehaftete Schlagerspiel zwischen Sturm und Rapid keinen Sieger. Die Blackys stehen mit dem Punktgewinn allerdings fix in der Meistergruppe und sind bereits seit vier Spielen am Stück gegen die Hütteldorfer ungeschlagen.

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13 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Was war denn mit dem LiveTicker los? Konnte ihn weder mit dem Feuerfuchs noch mit dem Randigen sehen.

  2. Ennstaler sagt:

    Allein die Statistik ist ernüchternd: Ballbesitz 60 : 40 für Rapid???!!! Und das bei einem Heimspiel! Die Baustelle „kreatives Mittelfeld“ staubt schon bis zum Uhrturm!

    • weizenheizer sagt:

      Das ist halt grad auch unser Spiel, dass wir schnell nach vorne spielen und den Ball nicht versuchen lange zu halten. Wobei es phasenweise schon Kick and Rush war..

    • Bozo Bazooka sagt:

      Schnell nach vorne ist mir eh viel lieber als ziel- und sinnloses hin- und hergeschiebe, das zu nichts führt.

  3. bianco nero tifoso sagt:

    Olta, Standards Burschen, schon gegen Tirol, zum Wohl, auf unseren Sponsor Puntigamer, ein Bier so wie wir.

    Merke, Standards sind nicht so unsre Stärke.

    Man muss Andi Schicker eine Statue errichten, wir Sturm Fans haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, eine Pilgerstätte für alle Sturmfans mit Lorbeerkranz Niederlegungen und Blumenspenden, nicht nur an Wochenenden.

    Es sieht ja ein jeder Blinder, dass der Rasmus ein absoluter Volltreffer is, auf einmal warst du da, supa Hawara.

    Da kommt Freude auf, danke für die Mitarbeit, danish Dynamite, soviel Freid.

    Rasmus ich liebe dir, bist ein Tier, a Viech, Beine wie eine Gazelle, sauschnell auf alle Fälle, ein Rohdiamant, auf den Spuren eines Erling Braut Haaland, nach 2 Spielen schon eine geile Braut, proud to be Sturmfan.

    Mundl, hau dir a Bier in die Venen, ein echter Wiener geht net unter, jetzt hilft nur mehr ein Wunder.

  4. fid82 sagt:

    2×2:2. 4 Tore nach hohen Bällen von der Seite kassiert. 3 Standards. Da liegt der Hund begraben. 7 auch außer Form.
    Das Spiel nach vorne ist aber nicht so schlecht.
    Wir hatten in beiden Spielen susdem Spiel her die besseren Chancen.

    Laut Krone sind wir am im Sommer ablösefreien 22 jährigen DM Demaku dran. Würde passen!
    BU für JGS oder evtl auch für die Raute.

  5. blackfoxx sagt:

    es zieht sich halt schon den ganzen Herbst hindurch bis ins Frühjahr: wir müssen im quasi mindestens 3 Tore machen um ein Spiel zu gewinnen…es wurde/wird halt viel über unsere Offensive geschrieben/diskutiert – wobei wir nach vorne hin so gut wie schon lange nicht performen, und die ganze Saison (trotz Ausfall von Kite!) eigentlich immer unsere Tore machen! Unser sogenanntes „Prunkstück“ von Saisonbeginn – die Abwehr – ist halt schon länger eine Baustelle. wir haben zwar an sich gute individuelle Spieler „hinten drin“, die rackern und kämpfen, dadurch aber auch eine Hektik reinbringen die nachteilig ist. Dante, Gazibegovic und vor allem Affengruber sind zweifellos starke Verteidiger, sind aber immer wieder für totale Aussetzter anfällig, auch geschuldet ihrem Spielstil – wo Intensität im Vordergrund steht und die Konzentration dann zweitrangig ist…Dazu noch ein Tormann, der – so ungern ich das schreibe – seinen Zenit aktuell überschritten hat und dann als letzter in der Fehlerkette dann auch noch patzt…Ich würde gerne Stanko wieder in der IV sehen und dafür Ljubic im MF, Stanko strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, vielleicht ist das „ansteckend“… 😉 was bei Standards so abgeht versteh ich nicht, da kommen wir überhaupt nicht in die Gänge – ist halt auch eine Spirale nach unten – wenn ich weiß, dass Standards immer gefährlich sind, hab ich schon ein mulmiges Gefühl bei jedem Corner – selbsterfüllende Prophezeihung und so…

    • TW1 sagt:

      Da bin ich nicht in allen Punkten deiner Meinung.
      Aus dem Spiel heraus lassen wir nicht sehr viele Chancen zu. Wenn wir bei den Standards die Tore bekommen, wo wir mit 8 oder 9 Spielern verteidigen, hat das nichts mit der Abwehrreihe oder dem Spielstil zu tun.
      Das diese Standards zustande kommen hat natürlich etwas damit zu tun, dass man so hoch steht und immer versucht schnell nach vorne zu spielen. Dabei passieren logischerweise auch viele Ballverluste, welche dann zu Gegenangriffen führen. Dafür sind aber zu 80% nicht die Abwehrspieler verantwortlich. Mit Stanko als IV würde sich der ganze Abwehrstress nur noch weiter nach hinten, und damit näher zum Tor verlagern, wenn man bedenkt was er jetzt als 6er schon vor der Abwehr wegräumt.

      Gegentore sind aber halb so schlimm, solange man selber um mindestens eines mehr macht. Es klappt halt nicht immer, aber diese Spielweise ist mir allemal lieber als jene, um jeden Preis die Null halten zu wollen, was dann meistens auch nicht funktioniert.
      Auch größere Mannschaften mit ähnlicher Spielausrichtung bekommen relativ viele Gegentore.
      Wenn man 2 Jahre zurück denkt, welchen Fußball wir da noch abgeliefert haben und das junge Spieler die heute gesetzt sind, wie Gazibegovic, Affengruber oder Prass noch als Nachwuchsspieler in der 2. Liga waren, darf man sicher nicht jammern. Hier wird super gearbeitet und ich kann es nur nochmal in Erinnerung rufen, wir sind erst im zweiten Jahr des Dreijahresplans.

  6. weizenheizer sagt:

    Mir hat Dante diesmal sehr gut gefallen. Wir haben finde ich aus dem Spiel heraus sehr gut verteidigt. Rapid ist ja nur aus Standards gefährlich geworden. Wenn wir unsere Standardschwäche abstellen und im Spiel nach vorne bissi mehr Präzision reinbringen, schauts für die Meistergruppe ganz gut aus.
    Wisst ihr was zu Kite?

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