Ostrowski: „Bakota und Jurtin waren meine Helden!“

SturmNetz Advent Tag 8 mit Michael Ostrowski

Die „Stille Zeit“ ist nur anderswo wirklich still. SturmNetz.at geht im Advent in die Vollen! Wir lassen ab heute bis zum Heiligen Abend 24 Prominente zu Wort kommen und sprechen mit ihnen über Sturm, Fußball, Gott und die Welt. Der Kult-Grazer, Schauspieler und Regisseur Michael Ostrowski erzählte uns unter anderem von seinem eigenen unrühmlichen Karriereende im Fußball und einer Bekehrung von Violett zu Schwarz.

Michael Ostrowski – By Author Manfred Werner/Tsui (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Michi, herzlich willkommen im Sturmnetz! Du bist ja unter anderem auch leidenschaftlicher Regisseur. Warst du das auch in deiner aktiven Fussballzeit beim SV Rottenmann?

Ja, der «Zehner» war eindeutig meine Lieblingsposition. Manchmal wurde ich auch als Rechtsaußen aufgestellt, aber das liegt mir nicht wirklich. Gespielt hab ich übrigens nur in den Jugendmannschaften. Die wichtigste Vorgabe der Trainer war damals, dass wir am Tag vor dem Spiel nicht zu viel rauchen sollten. Von solchen Feinheiten wie Taktik war eher nicht so die Rede. Im Maturajahr ist mir dann der Zeitaufwand fürs Training trotzdem zu viel geworden und ich hab mich fürchterlich unelegant aus dem Verein verabschiedet.

Oje. Wie genau hast du das angestellt?

Ich hab’s nicht übers Herz gebracht, der Mannschaft und den Trainern zu sagen, dass ich aufhören werde. Also bin ich einfach nicht mehr hingegangen.

Viel mehr Stil hast du dann allerdings bei der Wahl deines Lieblingsvereins gezeigt. Seit wann bist du Sturm-Fan?

Ich erinnere mich dunkel, dass ich als ganz kleiner Bub irgendwann mal sogar ein violettes Dress hatte. Aber die legendären Glanztaten von Gernot Jurtin und Bozo Bakota haben mich dann schnell bekehrt. Das muss dann etwa 1980 gewesen sein, da war ich sieben. Später bin ich dann nach Graz gezogen – in eine Studentenwohnung am Hafnerriegel, gleich neben der Gruabn. Das hat meine Liebe zu Sturm natürlich zusätzlich befeuert.

Michael Ostrowski bei der VIS 2016 Night of the Light – By Author Manfred Werner/Tsui (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

In Graz hast du dann auch deine kongeniale Kollegin Pia Hierzegger kennengelernt. Kannst du mit ihr über Fußball reden?

Pia hat ehrlich gesagt mehr Ahnung vom aktuellen Fußballgeschehen als ich. Wie das mit der betrüblichen Tatsache zusammenpasst, dass sie GAK-Fan ist, kann ich dir leider nicht erklären. Wir haben schon alles Mögliche versucht, sie zum Überlaufen zu motivieren. Aber es sieht nach wie vor nicht gut aus.

Ein ganz gefinkelter Vorschlag dazu: Schaut euch doch gemeinsam Schwarz-Weiß-Filme an!

Stimmt, das geht immer! Ich bin ein Riesenfan von Charly Chaplin, Oliver Hardy und Stan Laurel. Slapstick mit Tiefgang, damit kann ich ganz viel anfangen. 

Apropos Vergangenheit: Was war dein prägendstes Erlebnis als Sturmfan?

Das war eine – ehrenvolle – Niederlage in der Champions-League 1998. Ich war damals mit dabei im Stadion und völlig begeistert von der Geschwindigkeit, mit der uns Spartak Moskau schwindlig gespielt hat. Sowas war zu der Zeit in Österreich völlig unbekannt. Die anderen Gruppengegner waren Inter Mailand und Real Madrid – eine absolute Hammergruppe und Riesenehre. In Moskau haben wir dann tatsächlich noch einen Punkt geholt. Da war ich aber leider nicht dabei.

Mit deiner mitreißenden Art wärst du sicher auch ein passabler Trainer. Was könnten wir vom SK Sturm unter der Regie von Michael Ostrowski erwarten?

Ich wär wahrscheinlich sowas wie der Adi Pinter von Sturm: Große Worte, große Emotionen, große Show. Ein, zwei Spiele lang ginge das vielleicht gut, aber danach müsste ich mich  schleunigst vom Hof machen.

Du denkst gerade an einen ähnlich reibungsfreien Abgang wie beim SV Rottenmann?

Ja, wahrscheinlich, ungefähr genau so…

Lieber Michi, frohe Weihnachten und herzlichen Dank für deine Zeit!

Sehr gern geschehen. Frohe Weihnachten an das Sturmnetz-Team und alle Leser!

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