Lichtblicke

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. FK Austria Wien 1:1 (0:0)

Vergangenen Samstag konnte der SK Sturm mit einem Sieg gegen die Admira die Teilnahme am oberen Play-off fixieren. Auch der Abstand zum Drittplatzierten hält sich mit fünf Punkten Rückstand in Grenzen – bedenkt man, dass nach dem Grunddurchgang die Punkte aller Mannschaften geteilt werden. Dennoch hält sich die Euphorie in Graz aktuell im Zaum: zu lust- und ideenlos waren die letzten Auftritte der Mannschaft. Aber auch beim heutigen Gegner läuft es momentan nicht wirklich rund: Nach einem extrem schwachen Herbst steht die Austria nur auf Platz sieben der Tabelle. Bei noch zwei ausstehenden Spielen im Grunddurchgang hat man sechs Punkte Rückstand auf einen Platz in der Meistergruppe. Trotz zuletzt sieben ungeschlagenen Spielen in Serie (fünf Remis und zwei Siege) war die Ausgangslage vor dem Spiel für die Veilchen klar: Holt man in Graz keinen Auswärtsdreier, bekommt man es im Frühjahr sicher – unabhängig davon, ob Hartberg gegen LASK punktet- mit Mattersburg und Wattens statt mit Linz und Salzburg zu tun.

Nichts zum Erreichen des oberen Play-off konnten Abwehrchef Michael Madl und Mittelfeldregisseur Alexander Grünwald beitragen, die beide heute gelb-gesperrt nicht mit von der Partie waren. Bei Sturm kehrte Anastasios Avlonitis nach Verletzung wieder in die Startelf zurück. Niklas Geyrhofer musste trotz gelungenem Debüt in der Südstadt vorerst mit der Bank vorlieb nehmen.

Flotter Beginn

Gleich von Beginn an bekam man den Eindruck, dass die Mannen von Nestor El Maestro heute dem schwarz-weißen Publikum etwas beweisen möchten. Mit den heute wieder in der Spitze spielenden Philipp Huspek und Thorsten Röcher versuchte man die neu formatierte Austria-Innenverteidigung gleich unter Druck zu setzen. Aber auch die Austria ging von Anfang aggressiv an die Sache ran. Kein Wunder also, dass viele kleine Fouls die Anfangsphase prägten. Erste Versuche, den schnellen Christoph Monschein in Szene zu setzen, gingen aus Sturm-Sicht glücklicherweise daneben. Nach neun gespielten Minuten gab es auch im Austria-Strafraum das erste Mal Aufregung: Nach Vorlage von Dominguez tauchte Jäger plötzlich frei an der Strafraumgrenze auf, aber erwischte den Ball knapp nicht. Wenn die Wiener am Ball waren, ging es immer wieder schnell nach vorne. Vor allem von Solospitze Monschein ging immer wieder Gefahr aus. So auch in Minute 14, als Monschein völlig frei zum Schuss kam. Der Ball ging jedoch zwei Meter neben das Tor von Siebenhandl. Die Veilchen waren nach absolvierten 25 Minuten sehr bemüht, das Heft in die Hand zu nehmen und das Spiel zu kontrollieren. Pünktlich dazu rauchte es das erste Mal im Austria-Block. Schiedsrichter Markus Hameter musste das Spiel deswegen kurz unterbrechen.

Otar Kiteishvili gleich gegen zwei Austrianer. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Sturm am Drücker

Im Nebel von Liebenau tauchte Huspek das erste Mal gefährlich vor dem Austria-Strafraum auf. Sein Schuss aber war ungefährlich für Austria-Torhüter Patrick Pentz. Nach 25 Minuten konnte Sakic eine Flanke auf Jäger bringen. Dieser verlängerte den Ball auf Hierländer, der aus ungünstigem Winkel den Ball nicht an Pentz vorbeibrachte. Auch die anschließende Corner-Serie der Blackys wurde für die Veilchen gefährlich. Ivan Ljubic kam zwei Meter außerhalb des Strafraums zum Schuss. Dieser fand knapp nicht den Weg ins Tor. Diese Chance leitete eine Drangphase der Grazer ein. Seit langem sah man in Graz-Liebenau wieder einmal so etwas wie Kombinationsfußball. Das Team von Christian Ilzer versuchte, den Spielfluss der Grazer jedoch immer wieder mit kleinen, taktischen Fouls zu unterbinden. Die Austria wirkte zu diesem Zeitpunkt etwas überrascht vom offensiven und aggressiven Auftreten der Blackys. „Wer auf die Wiener scheißt, der klatschet in die Händ“ hallte es in Minute 40. aus der Nordurve. Grund dafür war das wiederholte sehr harte Einsteigen der Austria-Kicker, die auf den Druck der Schwarz-Weißen keine Anwort wussten.

Jung-Veilchen bestrafen schläfrige Sturm-Abwehr

Die heute an den Tag gelegten Offensivbemühungen der Grazer konnte auch der in Hälfte zwei eingesetzte Nieselregen nichts anhaben. Denn auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten bekam man den Eindruck, dass Sturm den Fans heute wieder mal etwas Sehenswerteres bieten möchte. Die zuletzt gezeigte Stärke nach Standards machte sich in der 55. Minute bemerkbar, als nach einer Hierländer-Ecke Dominguez zum Kopfball kam. Auch das Umschaltspiel nach Austria-Fehler funktionierte heute um einiges besser als in den letzten Spielen. Dabei wurde vor allem immer wieder der schnelle Huspek in Szene gesetzt. In der 60. Spielminute verfehlte sein Schuss nur knapp das lange Eck. Nach 65 gespielten Minuten versuchte auch Monschein wieder einmal sein Glück: Das Liebenauer-Grün machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung. Er blieb am bereits besser aussehenden, aber sich trotzdem noch in einem schlechten Zustand befindenden Rasen hängen. Rund um die siebzigste Minute wurde die Stimmung im Stadion noch einmal etwas heißer: Hierländer und Röcher wurden immer wieder unsauber von den Beinen geholt. Nach einem gefährlichen Freistoß von Hierländer ging es aber plötzlich ganz schnell in die andere Richtung. Der junge Dominik Fitz schlug den Ball lang nach vorne. Die Abseitsfalle der Sturm-Verteidigung griff nicht und der 23-jährige Sarkaria vollendete allein vor Siebenhandl eiskalt.

Voller Einsatz bei Thorsten Röcher. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Balaj schießt Austria in die Qualifikationsgruppe

Auf eine Reaktion seines Teams hoffend, brachte Nestor El Maestro in der 73. Minute Balaj und Friesenbichler ins Spiel. Mit Edomwonyi brachte auch Ilzer einen Stürmer in dieser heißen Phase neu ins Spiel. Das war wohl auch der Tatsache geschuldet, dass der LASK im Parallelspiel gegen Hartberg führte und man in der eigenen Partie den Deckel draufmachen wollte. In der 80. Minute ging es zum wiederholten Mal blitzschnell Richtung Sturm-Strafraum. Diesmal aber passten die Grazer Verteidiger gut auf. Auf der anderen Seite versuchte es Sturm mit Jantscher – dieser scheiterte knapp an Austria-Keeper Pentz. Der Offensiv-Mut von Sturm sollte aber in der 87. Minute belohnt werden. Friesenbichler spielte den Ball mit viel Übersicht auf Jantscher – der hatte das Auge für Balaj, welcher dann das Spielgerät nur über die Linie drücken musste. Nach einer Austria-Ecke konnte Sturm noch einmal schnell umschalten. Florian Klein konnte den Konter nur mehr mit unfairen Mitteln unterbinden. Er sah dafür die gelb-rote Karte. Die vier Minuten Nachspielzeit nutzten sowohl die Austria, die unbedingt einen Sieg für das obere Play-off brauchte, als auch Sturm für eine Schluss-Offensive. Am Spielstand änderte sich allerdings nichts mehr. In einem intensiven Spiel zeigten die Blackys phasenweise recht annehmbaren Offensivfußball – die Belohnung dafür blieb aber aus. Einziger Trost: Für die Austria geht es im Frühjahr ins untere Play-off.

Jubel nach dem 1:1. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Spieldaten

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8 Kommentare

  1. gepi20 sagt:

    Ich habe es bereits gestern im Live Ticker geschrieben:
    Ich verstehe es nicht mit fixer Quali im Play Off ohne echten Stürmer zu agieren. Dass Austria in so großer Unform spielt verdeckt die Tatsache von Sturms Abschlussschwäche.
    1-2 Angriffe gefährlich auf das Tor, davon 1 Last Minute Treffer, mehr ist das nicht. Wir werden sehen ob der Präsident Platz 5 oder 6 als Erfolg abklatscht – zu mehr reicht es nicht und mehr haben wir auch nicht verdient. Ich habe fertig!

    3+
  2. Komischerweise ist kein Stürmer am Feld und trotzdem werden zum großteil die Bälle hoch nach vorne gedroschen xD
    & kaum ist Balaj am Platz kommt 1 hoher Ball, er leitet per Kopf zu Jantscher und der kommt zum Abschluss.
    Also von der Spielidee, oder Spielfreude ist da kaum bzw. wenig zu sehen.
    Anstatt die jungen wilden mal ins „kalte Wasser“ zu schmeißen und den „alten“ eine Pause zu gönnen, konstant weiter beton anrühren und hoffen das sich vorne etwas tut.
    Nur gegen die Gegner im oberen Playoff wirds da aber sehr sehr finster.

    2+
  3. Ritter2016 sagt:

    Leider ist es so, dass zum dritten Mal in Folge (Vogel, Mählich, NEM) der Trainer nicht zum Kader passt. Das hat halt sehr viel mit einer verfehlten Personalpolitik zu tun. Das hat halt auch mit einer fehlenden Ausrichtung, fehlender Jugendförderung des Vereines usw zu tun. Aber ist halt so. Der Sportdirektor will schnellen „Erfolg“. Er könnte ja sonst in der Kritik stehen und seinen Job verlieren. Der Trainer muss diesen Erfolg liefern, mit dem was ihm hingestellt wird. Etwas entwickeln muss kann er nicht. Der Präsident will auch schnellen Erfolg. Sonst könnten ihn ja Leute anreden und ihm sagen, dass alles schlecht ist … Ein „Aufbau“ dauert aber viele Jahre. Ich „erinnere“ an die Aufbauarbeit der 1990er Jahre. Da gab es einen Ladislav Jurkemik der mal ein paar junge Spieler reingeschmissen hat, einen Milan Djuricin der mit ganz vielen jungen Spielern gearbeitet hat. Und dann eben Osim der über Jahre aufgebaut hat. Auch Foda hat bis zum Meistertitel viele Jahre aufgebaut. Jetzt soll immer alles „sofort“ gehen. Deshalb kauft man sich eine Mannschaft zusammen und wundert sich dann, dass es nicht funktioniert.

    Schnitt. Entscheiden mit welchem Trainer man die nächsten 2,3 Jahre machen möchte, Kader auf seine Spielausrichtung abstimmen, junge Spieler einbauen, Akademie auf die Spielausrichtung abstimmen, Kader in den nächsten Jahren aus der Akademie befüllen und ein paar „erfahrene“ Spieler dazuholen. Und fünf Jahre nicht von irgendeinem Titel oder Europacup reden. Dann wird das wieder was!

    9+
    • Bozo Bazooka sagt:

      Klingt alles gut, das Problem könnte nur sein, dass man heutzutage auch mit jungen Kickern nichts langfristiges aufbauen kann, weil die sich schleichen, sobald Salzburg oder ein anderer Verein winken. Dem könnte man natürlich mit einem lukrativen Vertrag entgegenwirken, das ist halt riskant. Oder man vertraut darauf, dass sich ein „Sturmgeist“ bei den jungen Spielern einstellt, die man einsetzt. Auch das kann in die Hose gehen. Um den Lask als Beispiel zu bemühen: Da war ein guter Teil der Mannschaft vor nicht allzu langer Zeit noch gemeinsam eine Liga tiefer. Da ist die Nachfrage noch geringer, und ein gemeinsamer Aufstieg schweißt wohl auch zusammen.

      0
  4. rio sagt:

    Wann wacht man auf? Keine 10.000 gegen die Austria, so will Graz seine Mannschaft einfach nicht sehen! Gibt es wirklich keinen Nachwuchsmann bei uns, der den Jäger-Part zuminderst gleichwertig spielen (?) kann? OPO, hurra, aber was erwartet uns nun da? Gegen die „Großen“ darf jetzt schon „meisterlicher“ Beton angerührt werden und irgend ein hoher Abschlag kann/wird/sollte vielleicht schon zum Torerfolg führen. Zukunftsperspektiven? Gegen Null! Weil bis Saisonende nichts passieren wird, dann eine wohlverdiente, schöpferische Pause (GK) erfolgt und der Meister bis zum Herbst die 6er Kette erfunden hat. Wie lange geht da wohl noch die Fankurve mit, ohne mit massiven Protesten die Verantwortlichen aufzuwecken? Stürmische Frühjahr ist angesagt, wohl anders, wie wir es erhofften!

    2+
  5. Melvinuss sagt:

    Das Gelbe vom Ei wars auch sicher gestern nicht, aber es war auch kein Hundskick, so wie einige von Euch hier schreiben. Ich bin auch enttäuscht von dem, was nach dem Cupsieg und Vize-Meister passiert ist und es wurden bzw. sicher auch werden weiterhin Fehler gemacht. Ich verstehe auch diejenigen, die sagen, es sei kein langfristiges Konzept, kein Plan dahinter, den man ohne wenn und aber durchzieht. An diejenigen möchte ich aber die Frage stellen, was bei den Ansprüchen des heutigen Sturmfans los ist, wenn wir auf eine auf Nachhaltigkeit angelegte Strategie hin nach den ersten 22 Runden auf Platz 9 oder 10 stehen? Andererseits sieht man auch, dass man auch in Wolfsberg und in Hartberg trotz deutlich kleinerer Möglichkeiten etwas auf die Beine stellen kann, das begeistert. Und nachhaltig ist und durchgezogen wird.

    Ich fand das Spiel gestern übrigens nicht toll, aber auch bei Weitem nicht so schlecht, wie hier zumindest die wenigen Kommentare den Anschein machen. Sturm war durchaus bemüht, mit viel Einsatz und Wille, mit einigen richtig guten (und auch schön herausgespielten) Chancen, mit ein bissl Glück und mehr Qualität vor dem Tor gewinnen wir die Partie gestern mit 2-3 Toren Unterschied. Ich rede nicht davon, happy oder zufrieden zu sein und natürlich kann man wieder alles und jedes bekritteln, zu wenig Junge/zu viel Alte, zu viel Legionäre oder zu wenig mit Qualität, zu wenig Spielwitz/Idee, zu wenig dies und jenes, aber das gestern war zumindest – als Einzelspiel betrachtet – solide. Am Ende alles auf eine Karte gesetzt und nach vorne gespielt. Und dann auch noch verdient das Tor gemacht.

    Man kann auch mal zumindest nicht unzufrieden sein, auch wenn es sicher weiterhin nicht das ist, was man sich als Sturmfan erwartet bzw. erhofft.

    Einmal schwoaz, immer schwoaz. Egal wos kummt!

    4+
    • Ich gebe dir recht + mir geht´s nicht anders. Es ist nur (sehr) gefährlich wenn solche „soliden Einzelspiele“ noch „einzelner“, sprich seltener, werden. Denn dann gibt irgendwann auch der Optimist auf + sagt sich „was soll ich da eigentlich noch“. Dann sind wir an einem Punkt wo vllt das gleiche passiert wie in den 90ern wo ich einer von nicht mal 1000 bin, die sich in die Gruabn verirrten.
      Jetzt sind die Verantwortlichen rasch gefordert, allen voran „Dagobert“ Jauk. Denn dieser ewige Sparkurs den er betreibt ist genauso wenig gesund für den Verein wie auf den Putz hauen.
      Wenn ich mir in meinem Sektor die Stimmen anhöre, muss ich sagen, es rumort schon ein wenig. Und die unsäglichen Sonntagsspiele tun dann noch, so wie gestern ( Spiel besch….., Sonntag versch….. haben einige gerufen), ihr übriges dazu.
      Ich hoffe die Verantwortlichen erkennen die Zeichen schnell + hören genau hin!!

      1+
    • SM1982 sagt:

      Meine Meinung hab die Verantwortlichen keine Eier um auf dem Tisch zu hauen,

      Es braucht So einen wie es Kartnig war, auch wenn er Sturm in den Ruin getrieben hat , aber das war einer der mal richtig auf dem Putz gebaut hat……

      Jauk ist nur ein Spar Fuchs ansonsten NIX!!!!

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