Not Enough

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. AEK Larnaka

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der gestrigen Europa-League-Begegnung SK Sturm Graz vs. AEK Larnaka sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Philipp Huspek – Note: 3,43

Huspek kam für die zweiten 45 Minuten und brachte zumindest etwas Schwung in das behäbige Spiel der Grazer. Immer wieder zog er auf der rechten Seite Sprints an, die vor allem im Verbund mit Eze etwas Unruhe in die Hintermannschaft der Gäste brachten. Seine Flanken gerieten allerdings häufig zu weit und verfehlten somit die Mitspieler. Dennoch zeigte er eine deutlich bessere Leistung als sein Vorgänger Grozurek und kürte sich zum „Man of the Match“. Selten war dies leichter.

Anastasios Avlonitis – Note: 3,72

Vom Trio Maresic, Spendlhofer und Avlonitis war der Grieche der mit Abstand beste Spieler. Mit seinem ruhigen Spielaufbau, der zugegebenermaßen teilweise auch recht ideenlos wirkte, brachte er zumindest etwas Stabilität in die Grazer Hintermannschaft. Zudem bewahrte er die Mannschaft Mitte der zweiten Halbzeit mit einem überragenden Tackling vor einem höheren Rückstand. Insgesamt eine solide Leistung des Innenverteidigers, mit der er seinen Stammplatz wohl weiter festigen dürfte.

Fabian Koch – Note: 3,73

Koch startete wie gewohnt als rechter Verteidiger bzw. ging er bei Angriffsbemühungen immer wieder ins Mittelfeld. Er interpretierte diese Rolle einen Tick zu offensiv, was wohl auch den Anweisungen von Trainer Heiko Vogel geschuldet war. Nach gut 20 Minuten stellte Vogel auf ein 4-4-2 um. Koch sollte von nun an im Mittelfeld für Akzente sorgen. das gelang mehr schlecht als recht, viele unnötige Laufwege sowie teilweise ungewohnte Unsicherheiten passten perfekt in das Gesamtbild des Abends. Der Tiroler hat schon weitaus bessere Spiele für den SK Sturm absolviert.

Markus Pink – Note: 3,88

Pink lieferte im Spiel gegen Larnaka nicht seine beste Leistung ab. Viele Stockfehler, zahlreiche misslungene Zuspiele und eine vergebene Großchance sind ein sehr unbefriedigendes Arbeitszeugnis für einen Stürmer. Den Kopfball in der 73. Minute muss der Neuzugang zum 1:1 im Tor unterbringen – auch, wenn er etwas in Bedrängnis geriet. Dennoch kämpfte die Nummer 14 brav und schmiss sich in jeden Zweikampf. Zumindest die Einstellung schien bei ihm zu passen. Viel mehr war es dann leider aber auch nicht.

Lukas Spendlhofer – Note: 3,90

Der 25-Jährige wirkte in der Fünferabwehrkette wie ein Fremdkörper und konnte überhaupt nicht an die gewohnt starken Leistungen anknüpfen. Mit der taktischen Umstellung wurde es dann etwas besser, dennoch baute Spendlhofer viele Fehler in sein ansonsten gutes Passspiel ein. Beim ersten Gegentreffer passte die Abstimmung mit Siebenhandl überhaupt nicht, der Innenverteidiger verlängerte den Ball zu Truyols, der nur mehr artig „Danke“ sagen musste und zur 1:0-Führung der Zyprioten einnickte. Zumindest im Interview zeigte er seine Größe und sprach anschließend von einer „teils unterirdischen Leistung“. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

Stefan Hierländer – Note: 3,91

Hierländer war trotz einer unterdurchschnittlichen Leistung einer der besten Sturm-Akteure auf dem Platz. Das sagt eigentlich schon alles. Hinten links wirkte der Villacher etwas verschenkt, eine etwas offensivere Position hätte dem Kapitän wohl gut zu Gesicht gestanden. Dennoch kämpfte er wie immer mit allem, was er hatte und bereitete in der Anfangsphase sogar eine Chance von Philipp Hosiner vor. Überschattet wurde sein passabler Auftritt von einer komplett unnötigen Aktion, mit der er die Mannschaft noch mehr in Bedrängnis brachte: Nach rüdem Einsteigen sah Hierli in der Nachspielzeit völlig zurecht die Rote Karte. Somit fehlt der Kärntner im Rückspiel. Ein Ausfall, der wohl nur sehr schwer zu kompensieren sein wird.

Jörg Siebenhandl – Note: 3,93

Irgendwie hat man das Gefühl, dass Jörg Siebenhandl noch nicht so ganz in der neuen Spielzeit angekommen ist. Bereits gegen Ajax unterlief ihm ein folgenschwerer Fehler, zudem finden seine Pässe des Öfteren den Weg ins Seitenaus. Natürlich hat die Nummer 27 speziell im Rückspiel gegen die Niederländer bewiesen, wie viel Klasse in ihm steckt. Aber was bringt das, wenn dennoch wichtige Tore auf seine Kappe gehen? So geschehen auch gegen AEK. Zunächst ließ er einen völlig harmlosen Rückpass von Avlonitis ins Toraus rollen, bei der anschließenden Ecke flog Siebenhandl völlig orientierungslos im Strafraum herum und ermöglichte Larnaka somit den Führungstreffer. Zuvor war ihm in der 16. Minute aber eine Glanzparade gegen Giannou gelungen, mit der er einen frühen Rückstand verhinderte. Dennoch bedarf es im Rückspiel – wie von der gesamten Mannschaft – einer gehörigen Leistungssteigerung. Denn die Null muss wohl stehen, will man den Aufstieg ins Play-Off noch schaffen.

Dario Maresic – Note: 4,08

Nach der schlechten Leistung gegen Innsbruck zeigte Maresic gegen den zypriotischen Cupsieger erneut eine schwache Performance. Seine weiten Pässe über die gesamte Spielfläche kommen in dieser Spielzeit noch nicht so gut wie gewohnt an und auch defensiv unterlaufen dem 18-Jährigen immer wieder einige Fehler. So geschehen gegen Innsbruck und auch gegen Larnaka: Das Zweikampfverhalten vor dem 0:2 war desaströs. Diese Fehler sollte er so schnell wie möglich abstellen, denn nur mit einem Maresic bei 100%-igem Leistungsvermögen wird dieses Resultat nächste Woche noch zu drehen sein.

Peter Zulj – Note: 4,16

Selten hat man Peter Zulj schlechter gesehen als in der Partie gegen Larnaka. Kaum Akzente nach vorne und auch als er im zweiten Teil der ersten Hälfte im defensiven Mittelfeld agierte, brachte er null Sicherheit in die Mannschaft. In den zweiten 45 Minuten wurde es etwas besser, in der 67. Minute hätte Sturm nach einem Foulspiel an dem Mittelfeldmotor einen Elfmeter zugesprochen bekommen müssen. Zudem forderte er Larnaka-Keeper mit einem gefährlichen Schuss zu Beginn der zweiten Halbzeit. Dennoch war es insgesamt eine sehr schwache Leistung, die Pässe blieben viel zu oft an seinen Gegenspielern hängen und Zulj konnte kaum für magische Momente sorgen. Diese braucht es in der nächsten Woche unbedingt.

Sandi Lovric – Note: 4,25

Lovric war sowohl defensiv als auch offensiv komplett überfordert und war in einem schwachen Sturm-Verbund noch immer eine negative Ausnahmeerscheinung. Bei ihm lief wenig bis gar nichts zusammen und Sandi war in den Zweikämpfen viel zu passiv. Gerade auf seiner Position fatal. Dass er trotzdem um jeden Ball kämpfte, muss man ihm sicher zugute halten. Insgesamt entsprach diese Leistung aber keinesfalls den hohen Ansprüchen und es würde nicht verwundern, wenn der 20-Jährige schon gegen St. Pölten auf der Bank Platz nehmen müsste. In der 64. Minute wurde er von Lackner ersetzt.

Philipp Hosiner – Note: 4,29

Müsste man den Auftritt von Philipp Hosiner mit einem Wort beschreiben, wäre es wohl „bemüht“. Doch dieses Bemühen war gegen die Gäste aus Zypern leider nicht genug, momentan fehlt leider schlicht und ergreifend noch der letzte Feinschliff. Immer wieder ließ der Wuschelkopf seine Klasse aufblitzen, so wirklich viel wollte ihm nichtsdestotrotz nicht gelingen. In der ersten Halbzeit vergab der Neuzugang eine gute Gelegenheit auf das 1:0, sein Schuss verfehlte das Ziel allerdings doch deutlich. Nach einer weiteren Gelegenheit in der zweiten Spielhälfte, die Tormann Tono souverän zunichte machte, wurde Hosiner in der 57. Minute von Emeka Friday Eze ersetzt.

Lukas Grozurek – Note: 4,38

Nachdem Grozurek am Wochenende gegen Innsbruck eine hervorragende Leistung gezeigt hatte, durften die Fans der Blackys mit ähnlich hohen Erwartungen in die Partie gegen AEK Larnaka gehen. Doch der gesamte Anhang wurde von Grozurek komplett enttäuscht. Endlose Fehlpässe, kaum Gefahr und am schlimmsten: fehlende Einstellung. Bezeichnend dafür eine Szene aus der ersten Halbzeit, als der Flügelspieler einen Ball an einen Gegenspieler verlor und einfach stehen blieb. Das darf in einem Europa-League-Spiel einfach nicht passieren. Auch Vogel war mit der Leistung des Ex-Admiraners nicht zufrieden und wechselte ihn zur Halbzeit aus. Fazit: eine desolate Leistung.

Wechselspieler:

Emeka Friday Eze – Note: 3,76

Der Nigerianer sorgte mit seiner Schnelligkeit immer wieder für Gefahr im Strafraum der Gäste. Zumindest im Ansatz herrschte so etwas wie „Momentum“, als Eze mit seinen Dribblings in den Sechzehner der Gäste durchbrach. Dennoch geriet Eze viel zu oft an zwei oder mehr Gegenspieler und konnte so immer gestoppt werden, bevor er zu einer guten Schussgelegenheit kam. Auf jeden Fall sollte der 21-Jährige für das Rückspiel eine Option sein, da er Larnaka deutlich mehr Probleme bereitete als Hosiner.

Markus Lackner – Note: 4,01

Lackner kam für den glücklosen Lovric ins Spiel und ersetzte ihn adäquat. Und nein, das ist bei Weitem kein Lob. Der Neuzugang kam des Öfteren einen Schritt zu spät und konnte auch nach vorne nichts mehr bewirken. Schade, denn einen Treffer hätten die Schwarz-Weißen mehr als nur gut gebrauchen können.

Sonstige Bewertungen:

Heiko Vogel – Note: 4,20

Vogel verzockte sich in diesem Spiel völlig. Vor allem die ersten 20 Minuten waren auch aufgrund der zu offensiven Ausrichtung katastrophal. Zumindest reagierte der Deutsche dann und brachte mit der Umstellung von 3-5-2 auf 4-4-2 etwas mehr Sicherheit in das Spiel der Grazer. Auch bei den Wechseln hatte der Übungsleiter nicht das goldene Händchen. Eze für Hosiner anstatt Pink zu bringen, darf durchaus kritisiert werden. Nach dem Spiel sprach er von „Fehlern, die er schon einmal gemacht hatte“. Gemeint waren damit wohl die Spiele gegen Mattersburg und den WAC, als er seine Mannschaft in den ersten beiden Pflichtspielen unter seiner Regie mit der taktischen Ausrichtung ähnlich wie gegen Larnaka überforderte. Dass Vogel sich nach dem Spiel bei allen Beteiligten entschuldigte und sich nach dem Befinden des Assistenten erkundigte, zeigt von seiner menschlichen Größe. Zumindest dafür Hut ab!

Schiedsrichterteam unter Mohammed Al-Hakim – Note: 3,56

Ähnlich schwach wie Sturm Graz. Der Schwede hatte keine klare Linie und verwehrte den Hausherren zudem noch einen glasklaren Elfmeter. Aber auch hier gilt: Dass er sich zusammen mit seinen Kollegen für eine Fortsetzung der Partie entschied, zeigt seine Größe. Wir dürfen an dieser Stelle noch einmal unsere Genesungswünsche für den Linienrichter aussprechen!

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 294 eingegangene Bewertungen und widmet Man-of-the-Match Philipp Huspek diesen Song:

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8 Kommentare

  1. Grazer Fussballwunder sagt:

    Bei aller verständlicher Kritik bzgl. der gestrigen Leistung muss ich trotzdem davor warnen jetzt die Nerven zu verlieren und ALLES und JEDEN in Frage zu stellen.
    Die halbe Stammelf ist neu. Das braucht natürlich Zeit bis sich das findet. Wenn die Fans jetzt auch noch Druck aufbauen wirds kaum besser werden. Welches Team, bei dem es kriselte, wurde jemals durch harsche Kritik der Fans unmittelbar besser? Gerade jetzt braucht die Mannschaft Unterstützung und Zuspruch der (treuen) Fans.

    Kritik können wir in ein paar Wochen noch immer äußern wenn sich gar nichts zum Besseren entwickelt.

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  2. magictriangle sagt:

    Was man sich bei den Verpflichtungen von ferreira? , Pink?, Hosiner?, Lackner? gedacht hat das würde ich gerne wissen.  Desolat und grottenschlecht bis dato. Alle 4 wären von keinem Top 5 Club verpflichtet worden.

    Warum? Das tritt bei jedem Spiel zu Tage.

    Ein Grozurek, der mindestens die Ablöse eines Alar verschlungen hat  –  gibt Rätsel ob seiner Lustlosigkeit oder doch fehlender Qualität auf.  Vielleicht könnte er sich deshalb, bis auf letzte Saison, nie durchsetzen.

    Goiginger wäre da schon ein anderes Kaliber gewesen, den ich noch aus der Regionalliga West kenne und gegen den unglaublich schwer zu spielen war.

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    • toreandreflo sagt:

      Grozurek ist nicht der Ersatz für Alar sondern für Röcher. Bisher hat Grozurek zwei Tore und Alar bei Rapid eins.

      Lackner kam vom 5. der abgelaufenen Saison.

      Goiginger wäre nicht finanzierbar bzw. der LASK verkauft ihn nicht einfach so.

      Pink wird noch einige Tore schießen.

      Hosiner ebenso.

      Ferreira ist (noch) nicht matchfit. Aber immer noch besser als Schrammel.

       

       

       

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  3. schmitz sagt:

    Wird mal Zeit das Husi in der start 11 steht !!!!Herr VOGEL

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  4. Ich würde den Titel Man of the match gar nicht vergeben, wenn der Spieler nicht mindestens eine 2,9 hat. In dem Spiel gabs nur 11 (14) Losers of the Match.

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  5. Ferdi sagt:

    Gefühlsmäßig wäre diesmal unser Georgier sogar mit Zechnschlapfn Man of the Match geworden.

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  6. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Wenn wir am Sonntag gewinnen haben wir 9 Punkte nach 3 Spielen…und die Ausrede „eh nur schwache Teams“ zählt nicht, da es uns gegen die am öftesten aufgestellt hat (vgl. Wolfsberg, Mattersburg bei Vogels Ankunft). Wenn dann gegen Rapid nicht verloren wird war das schon ein sehr ordentlicher Saisonstart.

    International haben wir ein Mentalitätsproblem oder was ähnliches, denn Vogel hat unsere internationale Peinlichkeit nicht erfunden (Breidablik, Podgoirca, Kasan, Fenerbahce, etc…). Gegen die beiden letzten kannst verlieren, aber gegen Kasan war ein Aufstieg zu 100% möglich. Wenn 3 verschiedene Trainer grandios gegen einfache Gegner gescheitert sind wage ich zu behaupten, es liegt nicht nur am Trainer…

    Die Mannschaft muss sich einfach zusammenreißen und die nächsten beiden Spiele kämpfen bis zum umfallen, anders wird ned gehen…

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    • RAM6I sagt:

      Guter Ansatz…

      Da fällt mir gleich der Sager eines ehemaligen von uns ein…“ a Internationale Teilnahme würde nur höhere Kosten bedeuten“

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