Niederlage gegen russische Stars

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. Zenit St. Petersburg 0:1

Ein weiteres Testspiel ist abgeschlossen. Bei brütender Hitze ging es im überschaubaren Ilz gegen den russischen Meister Zenit St. Petersburg. Das millionenschwere Starensemble ist gerade auf Trainingslager in der Steiermark und so durfte man heute gegen einen Fix-Starter der Champions League 15/16 sein Können unter Beweis stellen.

(c) SturmNetz.at

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1. Halbzeit:
Die Aufstellung der Grazer blieb ohne große Überraschung – einzig das Innenverteidigerduo der letzten Saison durfte nicht von Beginn an ran. Wilson Kamavuaka lief neben Kapitän Michael Madl auf. Im Verbund gelang es ihnen über fast die gesamte Spieldauer den russischen Sturmtank Artem Dzyuba in Schach zu halten. Aber alles der Reihe nach.

Nach einem kurzen Ehrenankick war Sturm die aktivere Mannschaft in der Anfangsphase. Zenit agierte abwartend und so waren es die Grazer, die das Tempo diktierten und nach fünf Minuten zum ersten Torabschluss kamen. Nach gut zehn Minuten kam Zenit immer besser ins Spiel und ließ in Folge Ball und Gegner gut laufen. Sturm versuchte hoch zu verteidigen und presste immer wieder an, aber die individuelle Klasse von Zenit verhinderte oft einen Grazer Ballgewinn. Wenn Sturm sich mal den Ball erkämpfen konnte, wurde schnell in die Tiefe gespielt. Immer wieder war es Simon Piesinger, der nach einem Ballgewinn weite Bälle hinter die russische Abwehrreihen schlug – aber es fehlte an der nötigen Präzision. 

Der beste Spieler bei Zenit war Kapitän Danny, 31-jähriger Portugiese, dem oft zu viel Platz gelassen wurde.

Nach 25 Minuten gab es die erste Trinkpause, bis dahin war das Spiel sehr ausgeglichen. Die Abwehr konnte einige Male gut klären und Sturm verließ sich auf sein Konterspiel. 

Daran änderte sich in der ersten Halbzeit auch nichts mehr und ein leistungsgerechtes 0:0 zur Pause wäre verdient gewesen. Leider kassierte man kurz vor der Pause noch ein unnötiges Tor. Kamavuaka versuchte früh zu klären, verfehlte aber den Ball; nach einem Pressball verlor Neo-Blacky Marvin Potzmann den entscheidenden Zweikampf und so tauchte plötzlich Oleg Shatov alleine vor Michael Esser auf. Esser kam gut raus, machte den Winkel zu, aber Shatov behielt die Übersicht und legte auf Dzyuba ab, der noch vor Kamavuaka am Ball war und ins leere Tor einschieben konnte.

Zur Pause wechselte Sturm nur zweimal: Lukas Spendlhofer kam für den starken Kamavuaka und Testspieler Julian Grupp für Sandi Lovric. Lovric zeigte oft seine fabelhafte Übersicht und wusste durch seine extreme Ruhe am Ball zu gefallen. Wenn man bedenkt wie jung Lovric noch ist, freut man sich auf jedes weitere Spiel von ihm.

2. Halbzeit:
In Halbzeit zwei änderte sich das Spielgeschehen nur wenig. Zenit ließ den Ball noch konsequenter in den eigenen Reihen zirkulieren und die Grazer damit ins Leere laufen. Die meisten Auswechslungen konnten dem Spiel keine entscheidende Wendung geben, einzig Marc Andre Schmerböck kämpfte unermüdlich und hatte vor den Zenitspielern überhaupt keinen Respekt. Gemeinsam mit Testspieler Milad Mohammadi gingen alle gefährlichen Angriffe in der zweiten Spielhälfte über die linke Seite. Donis Avdijaj konnte dem Sturmspiel heute überhaupt nicht seinen Stempel aufdrücken. Er war wie immer bemüht, aber es gelangen zu wenige Dribblings oder Zuspiele. Donis braucht einfach viele Ballaktionen um ins Spiel zu finden, das ließen die Russen heute nicht zu.

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Zenit konnte und wollte nicht mehr zwingend gefährlich werden. Einzig ein Freistoß von Starstürmer Hulk, der in der Pause eingewechselt wurde, war für Esser aber kein Problem. 

Esser konnte sich auch im Eins gegen Eins behaupten und zeigte eine gute Leistung. Wenn er den Ball am Fuß hat, wirkt er noch nicht immer sattelfest, hier muss Martin Klug noch den Hebel ansetzen um Bruno auf ein höheres Fußballlevel zu heben.

Am Ende waren bei beiden Mannschaften die Kräfte am Ende, Hulk geigte für das Publikum noch ein wenig auf und nach exakt 90 Minuten war das Kräftemessen gegen die Russen zu Ende.

Fazit:
Ein weiterer aufschlussreicher Test bei dem sich Franco Fodas Stamm für die kommende Saison wieder ein klein wenig mehr rauskristallisieren konnte. Die Russen waren am heutigen Tag eine Nummer zu groß. Man zeigte sich engagiert und mutig, aber Zenit hatte auch mit geschätzen 80% Leistungsniveau nie wirklich Probleme mit den Grazern.
So eine Niederlage schmerzt wenig, man konnte wieder viele Dinge ausprobieren, testen und verfeinern. Heute lag klar das Verteidigen im Fokus, aber auch das schnelle Umschalten nach Ballgewinnen wurde angestrebt. Franco Foda hat noch genügend Zeit um die Blackys auf das erste wichtige Match in dieser Saison, wenn es am 18.07. im Cup gegen die TSV Hartberg geht, einzustellen.

Schon am Mittwoch gibt es das nächste Testspiel gegen Terek Grozny, ebenfalls aus Russland, dem 7. der abgelaufenen russischen Liga. SturmNetz.at wird wieder vor Ort sein.

 

Nachfolgend ein paar Statements von Cheftrainer Franco Foda:
Das sagte Franco Foda über das Testspiel: „Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem heutigen Testspiel. Wir haben gestern zweimal trainiert und dementsprechend unter der Mörderhitze gelitten. In Halbzeit eins lief es noch nicht so gut, obwohl wir fast nichts zugelassen haben. Zenit ist eine Weltklassetruppe, die gehen das ganze Spiel über ein hohes Tempo und alle Spieler haben eine überragende Technik. In Halbzeit zwei sind wir auch des öfteren ins letzte Drittel eingedrungen. Insgesamt muss ich sagen, wir können es schon noch besser.“

Das sagte Foda zu den Testspielern:  „Mohammadi hat nur kurz gespielt, aber man sieht schon, dass er was drauf hat, er ist schnell und bewegt sich gut. Grupp ist ebenfalls ein junger Spieler mit Potential, mit dem ich heute zufrieden war. Auf alle Fälle werden beide am Mittwoch länger spielen, dann sehen wir weiter.“

Das sagte Foda zu Roman Kienast: „Roman braucht noch Zeit, ich werde ihn am Mittwoch länger spielen lassen. Nach so einer langen Verletzungspause ist einfach nicht mehr drin.“

Das sagte Esser zu seiner Leistung: „Bisher bin ich mit meinen Leistungen zufrieden. Ich habe mich gut eingelebt, das Niveau in der österreichischen Liga ist ähnlich wie zweite deutsche Bundesliga. Wir stehen hinten schon sehr gut, daher musste bzw. durfte ich mich nur selten auszeichnen.“

Das sagt Esser zur Torhütersituation: „Christian ist ein super Torhüter, den Kampf ums Einserleiberl nehme ich gerne an, aber letztendlich entscheidet immer der Trainer wer im Tor stehen wird.“

 

Spieldaten:
SK Puntigamer Sturm Graz – Zenit St. Petersburg 0:1 (0:1)
05. Juli 2015, 17:00 Uhr, Sportarena Ilz, Zuschauer: 1.900 

Tore: 0:1 Dzyuba (43. Minute)

SK Sturm (4-2-3-1): Esser; Potzmann (60. Ehrenreich) Madl, Kamavuaka (46. Spendlhofer), Klem (75. Mohammadi/Testspieler); Piesinger (85. Edomwonyi), Lovric (46. Grupp/Testspieler); Schick (72. Schloffer), Avdijaj (63. Schmerböck), Dobras (72. Gruber); Tadic (60. Kienast)

Zenit St. Petersburg (Startaufstellung): Lodyguin; Smolnikov, Neto, Lombaerts, Criscito Garcia, Yusupov, Witsel, Shatov, Dzyuba, Danny

Zenit St. Petersburg (Bank): Kerzhakov, Baburin, Anyukov, Kubyshkin, Zuyev, Ansaldi, Zinkov, Moguilevets, Fayzulin, Ryazantsev, Yevseyev, Hulk, Kiriyenko, Dolgov

 

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