Nervenflattern Overload

Spielbericht: FK Austria Wien vs. SK Sturm Graz (2:1)

Flutlicht und eine Mannschaft, die um die Herbstmeisterschaft kämpft. Prinzipiell war alles angerichtet für ein Fußballfest für die Fans. Nur eben nicht für die Sturmfans. In der 18. Runde empfängt die zweitplatzierte Austria Wien in der Generali-Arena den SK Sturm, der in der bisherigen Saison vieles war, nur eines ganz sicher nicht: konstant. Diese schwankenden Leistungen schlagen sich auch in der Startaufstellung nieder, Franco Foda stellte die Elf an drei Positionen um. Christian Klem ersetzt Charalampos Lykogiannis, Daniel Offenbacher und Simon Piesinger dürfen statt Anel Hadzic und Andreas Gruber ihr Können zeigen. Diese Herren sind also die von Foda versprochenen „neuen Gesichter“, ob das aber den geforderten Umstellungen entspricht, bleibt jedem Sturmfan selbst überlassen. Nachdem Rapid und Salzburg Punkte liegen gelassen haben, wäre ein Sieg in diesem „Topspiel“ ein kleiner Befreiungsschlag in der Tabelle.

Unter dem mittelmäßig malerischen Favoritener Nachthimmel vor 6244 Zuschauern und einem durchaus gut gefüllten Auswärtssektor pfiff Schiedsrichter Schüttengruber nach dem Ehrenanstoß eines Oberwarter Jugendstürmers das Spiel an.

Stürmische Anfangsphase

Bereits nach drei Minuten spielt Simon Piesinger den Ex-Austrianer Sascha Horvath, der bereits im ersten Duell in dieser Saison getroffen hat, mustergütig frei. Keeper Osman Hadzikic stürmt noch aus seinem Tor, aber der „kurze“ Horvath legt den Ball ins kurze Eck. Bei so einem Start darf man auch mal solche Wortwitze bringen.

Sturm legt los wie die Feuerwehr, man spielt anfangs fast wie entfesselt, die Austria wirkt in den ersten 20 Minuten, als hätte man sie überrumpelt, während man bei den Grazern beinahe das Gefühl hatte, es würden da plötzlich 10 ganz andere Menschen in den Dressen stecken als in den letzten Wochen (Esser ausgenommen, aber dass der gut hält, ist ja inzwischen quasi keine Neuigkeit mehr). „Beinahe“ deshalb, weil die eklatante Abschlussschwäche eben immer noch da ist. Während die Austria in der Anfangsphase vorwiegend mit Flanken aufwartet, die selbst für Stefan Maierhofer mit Stefan Maierhofer auf seinen Schultern zu hoch wären, scheitern bei Sturm nacheinander Kienast mit einem Volley-Aufsitzer in Richtung Kreuzeck, Thorsten Schick völlig freistehend nach einer Flanke, Daniel Offenbacher mit einem Distanzschuss und wieder Roman Kienast, der den Ball frei vor dem herausgelaufenen Austriakeeper Osman Hadzikic am langen Eck vorbeizieht. Auch der Auswärtssektor zieht mit dieser bravourösen Leistung mit und macht sich lautstark bemerkbar. Die Fans konnten dieses Niveau halten, die Mannschaft leider nicht.

Ex-Austrianer S. Horvath (© GEPA pictures/ tipp3)

Ex-Austrianer S. Horvath (© GEPA pictures/ tipp3)

Wenn schon die Austria keine vernünftigen Angriffe schafft, dann sorgt eben die Sturmdefensive dafür, dass dem Deutschen im Grazer Kasten nicht kalt wird, Michael Esser muss mehrfach wegen zu kurz geratenen Rückpässen herauslaufen und klären.

Ab der 25. Spielminute plätschert das Spiel so dahin, die Grazer haben ihren Anfangselan abgelegt und lassen die Austria ins Spiel kommen. Hervorzuheben ist dabei leider Simon Piesinger, der hat seine guten Pässe heute mit dem Assist in der vierten Minute verbraucht, ab da war er ein verlässlicher Fehlpassverteiler. Erstmals brenzlig im Sturmstrafraum wird es, als Alexander Gorgons Schussversuch nach einer Ecke abgeblockt wird und der Ball zu Fabian Koch gelangt, aber der zirkelt die Kugel mit dem Außenrist neben das Tor.

Gerade als es den Anschein hatte, dass Sturm das Spiel unter Kontrolle hat, kommt Alexander Grünwald ca. 30 Meter vor dem Tor an den Ball. Klingt an sich relativ unspektakulär, problematisch wurde es dann als dieser einen schönen Diagonalball auf Fabian Koch spielt, der legt quer auf Roi Kehat, dieser lässt prallen und da steht Lary Kayode plötzlich völlig frei. Der zieht wuchtig ab und schon steht es 1:1, keine Chance für Esser. Sturm fängt sich also noch vor der Pause den Ausgleich, man lasse das Nervenflattern beginnen.

Direkt nach dem Ausgleich erschüttert ein Geräusch die Generali Arena. „Klonk“ – Simon Piesinger hatte sich daran erinnert, einstmals ein guter Distanzschütze gewesen zu sein, in der Nähe steht gerade auch keiner, also zieht er einfach mal ab. Der Ball fliegt und wird erst vom Tor gebremst. Aber halt nicht vom Tornetz sondern nur vom Lattenkreuz. Diese Szene hätte das ganze Spiel wohl anders gestalten können, wäre Sturm hier nochmals in Führung gegangen. Aber im Konjunktiv wäre die ganze Welt ein besserer Ort, und trotzdem existieren Dinge wie Angst, Hass, Ungerechtigkeit oder der GAK.

(c) SturmNetz.at

(c) SturmNetz.at

Die Austria übernimmt

Zur Pause gibt es offiziell keine Wechsel, der geneigte Sturmfan bemerkt aber sehr schnell, dass jetzt wieder die Herren auf dem Platz stehen, die die letzten Partien bereits in den Sand gesetzt haben. Gleich nach dem Wiederanpfiff lupft Alexander Grünwald die Kugel über die Abwehr auf Lary Kayode, der trifft aber das Tor noch nicht. Wenig später trifft Christoph Martschinko nur die Außenstange, nachdem Esser zuvor einen Schuss von Gorgon abprallen lassen musste.

Die Austria schnürt die Grazer in den ersten Minuten der zweiten Hälfte hinten ein, ein Gegentor liegt in der kalten Luft. In dieses Bild passt auch der erste Angriff über Offenbacher, der verpasst nämlich die Schussgelegenheit, und aus seinem Rückpass entwickelt sich ein brandgefährlicher Konter über Lary Kayode, der aber den Ball zum wiederholten Male nicht an Michael Esser vorbeibringt.

Nach einer Stunde bringt Franco Foda Kristijan Dobras für den bemühten aber dennoch schwachen Daniel Offenbacher. Kurz darauf jagt Kayode dem Ball hinterher, ignoriert dabei seine Umgebung und grätscht daher solcherart in Michael Esser hinein, dass sich zufällig anwesende Autounfallsachverständige plötzlich an ihre Arbeit erinnern. Dafür sieht er dann Gelb. In Minute 69 wird Sturm gefährlich, Dobras mit dem schönen Pass auf Roman Kienast, der hat eigentlich keinen Gegenspieler mehr vor sich, versucht aber dennoch das Rückdribbling. Es bleibt beim Versuch.

Piesinger sieht dann Gelb für ein Foul an Vanche Shikov, bei den Veilchen kommt Kevin Friesenbichler für Philipp Zulechner ins Spiel.

Die Austria ist nach 75 Minuten zwar immer noch die bessere Mannschaft, aber die drückende Überlegenheit der Anfangsphase kann zumindestens überwunden werden. Denkt man zumindest, denn in der 81. Spielminute klingelt es dann wirklich. Christoph Martschinko flankt von links, Alexander Gorgon steigt höher als sein Gegenspieler und köpft den Ball gegen die Laufrichtung von Esser ins Eck. 2:1, „verdient“ ist noch untertrieben.

Daraufhin wird durchgewechselt, Marko Meilinger kommt für Kehat, Marco Stankovic (noch einer mit Austriavergangenheit) für Sascha Horvath und Bright Edomwonyi darf sich die letzten zehn Minuten anstelle von Marvin Potzmann im Tore schießen versuchen.

Der Auswärtssektor lässt sich von diesem erneuten Rückschlag nicht beirren, sondern hüpft und singt immer weiter, möglicherweise auch aus temperaturtechnischen Gründen.

Nach 87 Minuten ist der SK Sturm dann im Glück, nach einem Laufduell stößt Lukas Spendlhofer Kevin Friesenbichler an der Schulter weg, andere Schiedsrichter haben da schon für weniger Elfmeter gepfiffen.

Mit der Einwechslung von Richard Windbichler für Kayode und der gelben Karte wegen Zeitschindens für Osman Hadzikic wird klar, dass sich die Austria in den letzten Minuten ausschließlich auf das Einmauern und Zerstören konzentriert, und mehr als ein paar Eckbälle springt dann für Sturm auch nicht mehr heraus, das Stadion jubelt als Manuel Schüttengruber nach 94 Minuten beim Endstand von 2:1 für die Hausherren abpfeifft.

© GEPA pictures/ tipp3

© GEPA pictures/ tipp3

Nach Abpfiff bekommen die Austrianer von Bundesligavorstand Christian Ebenbauer eine Trophäe für den Herbstmeistertitel überreicht.

Was lässt sich über dieses Spiel also abschließend sagen? Natürlich könnte man sich auf den Piesingerkracher ans Lattenkreuz kurz nach dem Ausgleich aufhängen und sagen, dass alles gut geworden wäre, hätte man hier nur die Führung erzielt. Möglicherweise ist das sogar korrekt. Nichtsdestotrotz darf man sich als Bundesligamannschaft nicht so verunsichert zeigen, wie Sturm das nach dem Ausgleich und insbesondere nach Wiederanpfiff tat. Was auch immer Franco Foda seinen Mannen in der Pausenansprache gesagt hat, funktioniert hat es nicht wirklich. Und so hat man mit einer katastrophalen Leistung in der zweiten Hälfte alle guten Ansätze die man anfangs durchaus gezeigt hat, wieder zunichtegemacht. Der Ruf nach einem Mannschaftspsychologen wurde schon öfters laut und Spiele wie dieses bilden zumindestens keine Argumentationsgrundlage gegen so einen Posten.

Natürlich darf man auswärts gegen den Tabellenführer knapp verlieren, aber zum einen sollte man sich dabei nicht so vorführen lassen, wie Sturm das hier tat, und zum anderen muss man auch sagen, dass die Austria vorwiegend deshalb Herbstmeister ist, weil alle anderen (inklusive Sturm) halt noch schlechter waren.

 

Stimmen:

Lukas Spendlhofer:

 

Spieldaten:

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BL_Aufstellungen

 

Die Spieler könnt ihr HIER bewerten.

 

18 Kommentare

  1. Moe sagt:

    Traurige Herbstmeisterschaft in ganz Fußballösterreich.

    Sturm heute anfangs schwach und dann wieder völlig unverständlich in alte Muster zurückgefallen. Die ’neuen‘ haben ja auch ordentlich beigetragen. Auch wenn da der Schuss und der Pass zum 1:0 dabei waren war das insegsamt einfach zu wenig!

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  2. black_aficionado sagt:

    Klem an beiden Gegentoren maßgeblich beteiligt. Beim Ersten schläft er im Verbund mit Horvath und lässt so den Koch in seinem Rücken außer Acht und beim Zweiten hat er sich einfach dermaßen grob verschätzt, er kommt nicht einmal in ein Kopfballduell mit Gorgon. War auch nicht der erste Ball den er heute (gestern) unterlaufen wäre, nur es war der Einzige bei dem dahinter ein Austrianer stand und direkt etwas damit anfangen konnte…
    Wenn Lyko gegen Mattersburg schwach war, was war das dann heute vom Klem?

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  3. Arsenal sagt:

    Zeit für Foda mal „Eier“ zu zeigen und endlich die Spieler die seit Spielen, scheiße spielen raus zu hauen. Klem Gruber und Offenbacher raus, so das die Spieler sehen das sie was leisten müssen für ihr Geld…warum der hadzic auf der Bank Platz nehmen musste ist mir sowieso ein Rätsel

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  4. Nock-74 sagt:

    Die Stürmer aller Vereine freuen sich doch schon wenn sie gegen den Klem spielen dürfen. Er hätte das Duell auch nicht gewonnen wenn er direkt neben ihm gestanden wäre. Wie willst du denn einen Kopfball mit 1,72 gewinnen wenn dich fast jeder Stürmer um mind. einen halben Kopf überragt. Ich behaupte jetzt einfach mal so, dass wir mit dem Lyko das 2:1 nicht bekommen hätten! Moe hat vollkommen recht, unsere Liga ist so schwach wie nie und hier nur 5. zu sein ist eigentlich ein Armutszeugnis. Reaktion her und zwar jetzt. Bin eigentlich kein Freund von Schnellschüssen, aber Foda raus, Kühbauer her und raus mit der Peitsche!! Glaub aber persönlich, dass unser Präserl und sein GM automatisch in gebückte Haltung gehen sobald sie unseren Startrainer sehen und daher auch nichts unternehmen werden. Und meinen Wunschzettel an das Christkind für einen neuen Stürmer hab ich auch aufgrund dieser Hoffnungslosigkeit wieder zerrissen!

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  5. Analytiker sagt:

    Mich überrascht, dass hier – ebenso wie in anderen Sturm-Foren – immer wieder nur über die Fehler in der Defensive diskutiert wird (siehe Klem), während unsere Offensivschwäche meistens außen vor ist. Man kann meines Erachtens beim Herbstmeister nicht so verteidigen, dass dieser zuhause nicht zu Chancen kommt. Die Frage ist vielmehr, ob die gegnerische Mannschaft imstande ist, diese auch zu nutzen. Und ja, die Austria war es gestern Abend ebenso wie Salzburg beim vorhergehenden Auswärtsspiel. Umgekehrt steht es für mich außer Frage, dass diese Niederlage absolut verdient ist. Wenn man nämlich die Vielzahl an Chancen, die Sturm gestern in der 1. Halbzeit hatte, einfach nicht nutzt, kann man das Spiel nicht gewinnen. Und das ist auch das Kernproblem unserer Mannschaft in dieser Saison. Leider wird die anhaltende Unform unserer Offensivkräfte (siehe Schick oder Gruber oder Dobras) bzw. die mangelnden Alternativen im Angriff zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

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  6. Blacky575 sagt:

    Ich bin da ganz bei @Analytiker. Der Tormann und die Innenverdeidiger sind eigentlich ausreichend und stark genug für die Liga. Aber alle Außenverdeidiger sind zu schwach oder taktisch nicht gut eingestellt. Da kommt fast gar nix in der Vorwärtsbewegung. Moderne Außenspieler sollten halt doch etwas nach vorne machen.

    Das Mittelfeld rückt zu langssam nach und ist auch noch sehr Fehleranfällig. Die Passqualität ist leider unterdurchschnittlich. Druckphasen wo der Ball mal eine längere Zeit im Angriff ist und über mehrere Stationen lauft haben wir kaum.

    Der Stürmer ist halt bei der defensiven Ausrichtung mehr oder weniger auf sich allein gestellt und hängt oft in der Luft. Meiner Meinung nach müsste das Offensivspiel auf mehreren Schultern aufgeteilt sein. Bei uns hängt jedoch sehr viel vom Stürmer ab. Wenn der aus dem Spiel genommen wird sieht es halt sehr schlecht aus.

    Ich bin kein Foda-Hater aber man muss halt schon fragen warum wir immer die gleiche Taktik- und keine verschiedenen Alternativen dazu haben. Heuer ist es so das wenn wir 15 Minuten vor Spielende hinten sind kommt der 2.Stürmer der eh nix mehr bringt. Haben wir heuer leider übrigens viel zu oft so gesehen. Immer erst reagieren wenn wir ein Tor hinten sind.

    Leistung gestern war besser als gegen M´burg aber natürlich trotzdem viel zu wenig und deshalb eine verdiente Niederlage.

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    • Analytiker sagt:

      Ich bin absolut nicht der Meinung, dass die Außerverteidiger zu schwach sind, sondern vielmehr dass das Foda’sche Spielsystem ihnen keinen moderneren Spielstil erlaubt! Wenn nämlich das vorrangige Ziel ist, „zunächst defensiv gut zu stehen“ und erst danach kümmert man sich um die Offensive, wird der beste Außerverteidiger in unserer Mannschaft nicht zur Geltung kommen. Belegt wird dass ja auch durch den Umstand, dass keine andere Bundesligamannschaft einen derartigen Verschleiß auf dieser Position hat wie Sturm. Nicht zu vergessen, dass beispielsweis Potzmann bei Grödig einer der offensivsten Außerverteidiger der gesamten Liga war. Dieses starre Defensivkonzept von Foda sieht man auch an unserem eigenartigen Offensivpressing. Während andere Mannschaften das mit allen Spieler betreiben, sind es bei Sturm maximal drei bis vier Spieler, während die anderen Spieler weiterhin absichern.

      Aber noch einmal. Unser Problem ist nicht die Defensivleistung. Es ist aus meiner Sicht vielmehr die ungenügende Chancenauswertung, die uns die fehlenden Punkte auf die vorderen Plätze gekostet hat.

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  7. Neukirchner sagt:

    Im Vergleich zu Lykogiannis Leistung gegen Mattersburg war jene von Klem um Klassen besser. Bitte das nicht vergessen. Aber: Warum verpflichtet man einen Sharifi und lässt ihn – ohne sich jemals beweisen zu dürfen – wieder ziehen?
    So hart es klingt: Diese Saison kannst jetzt schon abschreiben. Mit ein bisschen Pech rutscht man sogar noch in die Abstiegszone. Wir sind 9 Punkte vor dem Letzten, aber 10 hinter dem Ersten. Und das absolut gerechtfertigt.

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  8. JulioGeordio JulioGeordio sagt:

    Wenn Du die Tore nicht selbst schiesst, dann schiessen die anderen. Ich verstehe nicht warum nach den ersten 20-25 Minuten fast gar nichts mehr in der Vorwärtsbewegung ging. In dieser Phase war der Gegner sehr schwach, aber durch unsere Passivität sind sie mehr ins Spiel gekommen. Der K.O.-Schlag zum 2-1 war total nachvollziehbar. Die Obergrenzen des jetzigen Kaders ist deutlich für alle zu sehen, gestern waren einige andere als am Samstag dabei, aber eine wesentliche Veränderung war kaum spürbar. Sind wir mit Platz 4 bis 7 zufrieden, dann haben wir die Spieler dafür. Oder gibt es doch einen anderen Weg, mit jungen hungrigen Spielern?

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  9. Rene90 sagt:

    @Analytiker
    hast ja einen treffenden „Usernamen“
    wegen Klem habe ich im anderen Thread „Spielercheck“ schon geschrieben, für mich ist immer die Ursache entscheidend, wie ein Tor zustande kommt und beim 2:1 war es eben Kama mit einem Fehlpass auf Höhe Mittellinie auf der Seite. In diesem Zusammenhang sieht man auch das größte Problem in unserem Spiel. Schick ist in die Tiefe gegangen und Kama spielte einen kurzen Pass und solche Situationen gab es gestern sehr viele. Ich war live beim Spiel und wenn ich sage, dass Schick mindestens 10 mal ganz alleine bzw frei auf der Seite war und nie angespielt wurde, dann liegt dies ganz klar an der Qualität wenn man dies nicht sieht bzw auch diese Bälle nicht spielen kann. Schick mit Unform zu bezeichnen ist ihm gegenüber nicht fair, denn wenn er keinen Ball bekommt wenn er frei ist kann er nichts dafür, denn seine Vorzüge sind nicht auf engen Raum, sondern in die Tiefe gehen. Wurde ja auch gestern im liveticker geschrieben (lese mir diesen immer durch was so geschrieben wird wenn ich das Spiel live gesehen habe) Schick schwach, da kann ich dann nur sagen, die Statistik spricht eben andere Bände und diesen Eindruck hatte ich auch (über 82% Passquote als Offensivspieler – positive Zweikampfverhalten und positive Bilanz in den Kopfballduellen) seine Chance hat er vergeben, aber schwach oder außer Form ist für jmich etwas anderes – letztes Saison wurde er immer wieder in die Tiefe geschickt, heuer passiert dies sehr selten.

    Klem war auch beim 1:1 nicht Schuld, denn Piesinger hat zuvor einen Zweikampf verloren ohne Schmattes, einfach lauwarm in den Zweikampf gegangen

    Foda hat das Spiel auch mitverloren, weil er nicht gewechselt, Kienast war spätestens in der 70 Min platt, konnte keinen Ball mehr halten etc, Piesinger mit unzähligen Fehlpässen und mit gelber Karte belastet und ging dann noch lauwarmer in die Zweikämpfe. Diese beiden durch Edi und Hadzic schon früher ersetzt werden müssen um frischen Wind zu bringen, aber man kennt ja Foda, gewechselt wird erst wenn wir im Rückstand sind

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    • black_aficionado sagt:

      Es stimmt schon, dass der Klem die Bälle nicht verloren hat.
      Aber dich hätte ich gerne als meinen Trainer gehabt, als ich ein paar mal Außendecker spielen „durfte“…
      Wenn man sich hinten dilettantisch, und das war es in beiden Situationen, anstellt, dann ist es wurscht wer den Ball verloren hat. Eine Mannschaft ist auch dazu da um Fehler auszubessern und die Defensive nun einmal dazu, dass sie etwaige Ballverluste der Vorderleute ausmerzt. Und bitte schau die Situationen noch einmal an. Beim ersten Tor lassen Klem und Horvath den Koch einfach frei und verschlafen den Wechselpass, beim Zweiten ist er a)1 Meter von Gorgon weg und b)unterhüpft er den Ball total. Klassischer Verteidigungsfehler, da hat er sich grob verschätzt.

      Zum Rest, da stimm ich dir zu! Bei Schick bleibt leider wieder nur die vergebene Chance hängen, dass er aber kaum brauchbare Bälle bekommt, bzw die die er hatte in aller Regel gut weiter verarbeitet hat, das kommt bei den Leuten nicht rüber.

      Dass Foda Wechsel scheut wie der Teufel das Weihwasser, das weiß mittlerweile auch schon jeder 🙁
      Piesinger grottig, darf bis zur 70.herumgurken. Kienast war nach der 30.min nicht mehr wirklich zu sehen, die Situation wo er den Haken im/vorm 16er versucht, das macht er leider immer. Ich weiß nicht ob er schon einmal mit dem Linken geschossen hat, aber er versucht IMMER sich den Ball auf den Rechten zu legen – der Haken ist „amtsbekannt“.

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  10. JuP sagt:

    Das Klem nicht alleine am 2:1 Schuld ist, ist glaube ich jedem klar, (zumindest wäre es schön gewesen, wenn er an seinem Gegenspieler dran gewesen wäre bzw. mitgesprungen wäre), aber das der gestern zum xten mal in dieser Saison eine Leistung unter aller Sau gebracht hat muss auch jeder sehen… In der offensive hatte er mindestens 4 Aktionen wo er frei flanken konnte, keine einzige von diesen Gelegenheiten kam auch nur in die Nähe eines Mitspielers… In der Defensive kannst du bei jedem Rückpass Wurstsemmeln nachschmeißen damit dieser nicht verhungert und dem angreifenden Stürmer in die Füße fällt… vielleicht sollte man da einem 22. jährigen Lykogiannis, der diese Saison noch dazu lange verletzt war, eine ehrliche Chance geben.

    Aber auch ein Potzmann der letzte Saison, wie schon von anderen erwähnt teilweise tolle Angriffe einleitete oder zumindest gefährliche Flanken brachte, hat unter Foda komplett sein Selbstvertrauen verloren, nach hinten war der auch bei Grödig schon oft anfällig, aber machte das dafür in der Offensive oft wett.

    Und zu Kienast… über den kannst du einfach nicht nur schimpfen… ist halt auch nicht mehr der Jüngste, hat oft wirklich gute Aktionen und tolle Ideen und heuer auch schon bewiesen das er für uns wichtig sein kann, aber der ist nun halt auch nach einer HZ bzw. nach 60 min fertig… Das da Foda nicht eingreift ist für mich unverständlich. Der war gestern in der 2. Hälfte platt.

    Und der schlacksige Piesi bei dem in der letzen Saison nur seine Torquote und Torvorlagen über seine Unbeweglichkeit und Fehlpässe hinwegtäuschten… wenn du dann neben dem noch einen Kamavuaka spielen lässt hast du in der Vorwärtsbewegung halt Null Tempo, Beweglichkeit und Ideen. Da stellt sich die Fragen, wie schlecht muss unser Mittelfeld sein damit endlich mal ein Lovric seine Chance bekommt.

    So genug aufgeregt, trotz allem werde ich die letzten 2 Saisonspiele wieder im Stadion sein und mir den Graus geben, man kann sich ja vieles schön trinken… aber nicht so ein Spiel wie gegen Matterburg oder die 2. Hälfte gegen Austria!

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  11. wama sagt:

    Wie man es dreht und wendet, Sturm ist und wird unter diesem Trainer nicht besser, sondern seit Monaten kontinuierlich unsicherer und schlechter.

    Mit Ausnahme der ersten paar Monate unter ihm, als es ihm gelang wieder Ruhe und Ordnung ins Team zu bringen, ist es ihm einfach nie gelungen, dem Team Konstanz, irgendeine erkennbare Linie, selbstbewusstes, mutiges Auftreten, …zu vermitteln.

    Klar ist der aufgeblähte Kader, den Goldbrich und Foda zusammenstellten, nicht berauschend, aber auch nicht so schlecht, wie er überwiegend rüberkommt. Woran es im Kader definitiv mangelt, ist ein echter Knipser, dazu sind nach wie vor die Außenverteidiger auf beiden Seiten viel zu defensiv ausgerichtet und wohl in Summe unsere größten Schwachpunkte.

    Foda schaffte es 18 Runden einfach nicht einzelne Kicker erkennbar besser zu machen, ganz zu schweigen davon, dass er der Mannschaft ein erkennbares System oder gar mehrere variable Systeme beibrachte.

    Sein Sicherheitsspiel hat sich über die Jahre nicht geändert, ein heute unumgängliches Gegenpressing ist bestenfalls ein paar Minuten im Spiel erkennbar.

    Ich kann mich an keine einzige Partie in diesem Herbst erinnern, in der man wenigstens 60,70 Minuten mutigen Powerfußball sah, das höchste der Gefühle waren 15,20 gute Minuten pro Spiel, der Rest war meist Warten auf Fehler, viel zu lasches und oft körperloses Auftreten, Fehlpassorgien.

    Was bitte hat Foda also erreicht, was hat er dazu beigetragen, dass Sturm Graz einen ansehlichen, begeisternden Fußball spielen kann? Genau gar nichts!!!

    So werden uns die Fans noch in dieser Saison in Scharren davonrennen, wird am Ende ein Schnitt unter 8000 rausschauen.

    Wer jetzt noch nicht erkennen kann, dass man mit dieser Führungsriege, also Goldbrich, Foda und Jauk, dazu mit dieser Medienlandschaft(Kleine, Krone), die das alles noch immer schönschreibt, keinen Millimeter weitergekommen ist, dem ist nicht zu helfen.

    Nur ein kompletter Wechsel an der Spitze würde Sturm die Chance geben, sich wieder positiv entwickeln zu können – geht’s so weiter, sind wir bald auf Augenhöhe mit den Abstiegskanditaten.

     

     

     

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  12. RAM6I sagt:

    Bild: GEPA pictures/ tipp3

    verdeutlicht Alles….

    Offenbacher..“Igitt, ein Ball“ Klem: „schau so klein bin i, pass sogar durch deine Beine“  Piesinger „Move to the left, move to the right, shalalala“

     

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  13. Rene90 sagt:

    @Nock-74
    dein Zitat „Moe hat vollkommen recht, unsere Liga ist so schwach wie nie und hier nur 5. zu sein ist eigentlich ein Armutszeugnis.“
    also dem zufolge war das Niveau in der Saison wo Sturm zuletzt Meister wurde „STÄRKER oder BESSER als jetzt ?
    Diesbezüglich habe ich eine andere Meinung, denn das Gesamtniveau der Liga ist um einiges höher als vor 5 Jahren. Der Unterschied ist einfach jener, dass es immer mehr ausgebildete Fußballer durch die Akademien gibt und daher die nicht so finanzstarken Vereine auch zu guten Fußballern kommen und die Breite dadurch viel dichter wurde. Ohne Athletik bist du heute nirgendwo – siehe unsere Spieler ala Offenbacher – Dobras etc. Leider will es von den Sturm Fans keiner WAHR haben, ich rede jetzt nicht von den Mannschaften Salzburg / Rapid / Austria Wien, dass es in der BL bessere linke Mittelfeldspieler gibt als der Verpflichtete Dobras. Unsere zentralen Mittelfeldspieler sind Durchschnitt, da gibt’s bei den anderen auch bessere Spieler.

    @Analytiker
    dein Zitat „Ich bin absolut nicht der Meinung, dass die Außerverteidiger zu schwach sind, sondern vielmehr dass das Foda’sche Spielsystem ihnen keinen moderneren Spielstil erlaubt! Wenn nämlich das vorrangige Ziel ist, „zunächst defensiv gut zu stehen“ und erst danach kümmert man sich um die Offensive, wird der beste Außerverteidiger in unserer Mannschaft nicht zur Geltung kommen.“
    dass sehe ich komplett anders, denn wie kann es dann sein, dass Schick sein einziges Tor im Spiel gegen Ried, wo er als RAV spielte, heuer erzielte und dieses sogar von ihm durch einen Vorstoß von hinten ausging. Denke kaum das Foda den AV’s verbietet offensiv zu werden, aus meiner Sicht liegt ganz klar an deren Qualität. Potzmann im Zweikampf gut, aber technisch und taktisch im offensiv Spiel eine Katastrophe (ich gehe ja soweit, Schick würde diese Position, zumindest in den Heimspielen, unserem Spiel nur gut tun, wenn man mal endlich offensiv spielen würde.

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  14. Hindemith Hindemith sagt:

    Ich sehe die Sache ja etwas differenzierter, als hier im allgemeinen Draufdreschen nach einer Niederlage zelebriert wird.

    Die ersten 25 Minuten waren richtig gut, so muss man bei der Austria deren Spielaufbau unterbinden, jeden ballführenden Gegner sofort attackieren, oft mit 6, 7 Leuten in der gegnerischen Hälfte, bei Balleroberung blitzschnell in die Spitze spielen, sofort den Abschluss suchen, 4 zu 0 Torschüsse in dieser Zeitspanne sprechen eine deutliche Sprache. Logisch, so einen Ballverlust wie beim 1 : 1 sollte nicht passieren, war aber irgendwie bezeichnend für unsere Performance nach der tollen Anfangsphase. Genau das bereitet mir Kopfzerbrechen. Schon klar, kräftemässig kann man das nicht über die volle Distanz durchhhalten, warum aber nach einer halben Stunde bereits der Saft weg war, soll einer einmal verstehen. Und vor allem kein funktionierender Plan B, was vor allem daran zu liegen scheint, dass wir in dieser Phase und wahrscheinlich im Großteil der zweiten Halbzeit keinen Druck im zentralen Mittelfeld aufbauen konnten, ebenso kein funktionierendes Flügelspiel zusammenbringen, es passen keine Laufwege, wir schaffen keine Überzahl am Flügel, weil das Zusammenspiel nicht funktioniert, weil zu wenig hinaus gerückt wird etc.

    Ich befürchte, gegen die Admira wird es wieder sehr zäh, weil der Ernstl Baumeister der alte Fuchs ganz genau weiß, wie er uns wieder das Leben schwer machen kann…

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  15. brent_everett sagt:

    Noch nie eine Sturmmannschaft gesehen, die so überhaupt nicht das Spiel gewinnen wollte! In der ersten Halbzeit -statt 3:0 od 4:0 zu führen- Großchancen läppisch vergeben u hinten lässt man der Austria ihre einzige Chance in HZ 1 nutzen. NIE hätte ich nach HZ 1 gedacht, dass man diese Partie verlieren könnte. Absolut JEDE andere Mannschaft in Ö egal ob WAC od Grödig hätten der Austria in HZ 1 eingeschenkt – die haben ja geradezu um die Tore gebettelt! Wie will Sturm überhaupt ein Spiel gewinnen, wenn die klarsten Chancen vernebelt werden? Vor allem: wie hat FF die Mannschaft f HZ 2 eingestellt? Es war doch klar, dass Fink die Austria nach einer desaströsen HZ1 umstellen wird – u FF hatte (wieder) keine Antwort parat. Die Taktik hieß offenbar: das x halten probieren – anders kann ich mir die Leistung in HZ 2 nicht erklären. FAKT ist: nur ein Trainerwechsel kann die Mannschaft wieder wachrütteln! WAC hat´s vorgezeigt. Haut FF endlich raus!

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