Nach Massenschlägerei: GAK mit offenem Brief

Nach dem gewaltsamen Aufeinandertreffen einiger Sturm Graz und GAK „Fans“ nach dem Spiel gegen Rapid Wien am vergangenen Samstag, wendet sich nun der GAK mit einem offenen Brief an die Grazer Fußballszene. In diesem werden einige vergangene Zwischenfälle aufgezählt, welche das Problem mit gewaltbereiten Anhängern beider Fanlager verdeutlichen soll. Der gesamte Wortlaut:

 

Der GAK 1902 distanziert sich entschieden von den gewaltsamen Ausschreitungen, die sich am vergangenen Wochenende vor dem Liebenauer Stadion abgespielt haben. Der Vorstand wird nach Abschluss der Ermittlungen gegen jene Personen, die sich an den Gewalttätigkeiten beteiligt haben, die entsprechenden Schritte einleiten und auch Hausverbote verhängen.

Der Vorfall reiht sich in eine Vielzahl von Gewaltexzessen und kriminellen Handlungen zwischen den beiden Fangruppen ein, die an Anzahl und Brutalität stetig zunehmen. Um das Ausmaß des Problems für die Öffentlichkeit begreifbar zu machen, haben wir versucht, eine Auflistung der schwersten Vorfälle der letzten Jahre zu erstellen:

11.08.2012: Fans des SK Sturm überfallen am Hasnerplatz einen Bus mit GAK-Fans, die von einem Auswärtsspiel in Kapfenberg zurückkehren. Zahlreiche Businsassen, darunter ein Pensionist, werden verletzt.

6.12.2014: Fans des SK Sturm überfallen die Weihnachtsfeier eines GAK-Fanclubs im Cafe „Skurril“ in der Grazer Heinrichstraße. Sie verletzen dabei den Inhaber des Lokals und einen Angestellten. Es entsteht ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Juli 2016: Zwei GAK-Fans entwenden im Liebenauer Stadion ein Transparent des Fanklubs „Grazer Sturmflut“. Hier beginnt nun eine Reihe extremer Gewalttaten:
Noch am gleichen Tag wird ein GAK-Fan vor seinem Haus von mehreren Vermummten überfallen und zusammengeschlagen. Auf der „Suche“ nach dem Transparent lauern Vermummte der Mutter eines GAK- Fans vor ihrem Haus auf und nötigen sie, ihre Garage durchsuchen zu lassen.

12.8.2016: Vor dem „Club 1902“ ist eine Fangruppe des GAK mit der Anfertigung einer Choreographie beschäftigt. Sie wird von 20-30 Vermummten überfallen. Es gibt diverse leichte Körperverletzungen. Eine geraubte Fotoausrüstung wird in den folgenden Tagen wieder zurückgegeben.

22.10.2016: Eine Gruppe von sieben GAK-Fans wird im Univiertel von ca. 30 Vermummten überfallen.

17.12.2016: Überfall auf eine GAK-Weihnachtsfeier vor einem Lokal in der Abraham-a-Santa Clara-Gasse in Graz. Erneut ausgeführt von ca. 30 Vermummten.

25.8.2017: Bei der Rückkehr vom Auswärtsspiel in St. Anna am Aigen wird ein Bus, besetzt mit 28 Anhängern, Mitarbeitern und Vorstandsmitgliedern des GAK, vor der Karl-Franzens-Universität von den üblichen 20 vermummten Sturmfans überfallen. Es gibt mehrere Verletzte, darunter ein Vorstandsmitglied des GAK 1902 (Rissquetschwunde) und ein Mitarbeiter des GAK 1902 (Nasenbeinbruch). Der älteste Verletzte ist 65 Jahre alt. (Auffallend ist, dass hier, wie bereits beim Überfall am Hasnerplatz, nicht der reine „Kurvenbus“ ausgewählt wurde, sondern jener, der allen Interessierten eine Mitfahrgelegenheit bietet.) Den Fanpolizisten, die den Bus begleiteten, gelingt es, einen der maskierten Angreifer festzunehmen. Er wird wegen diverser Straftaten angezeigt.

4.11.2017: Auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Bad Radkersburg halten die Busse der GAK-Fans vor dem Liebenauer Stadion, wo zwei Stunden zuvor das Spiel Sturm- Rapid zu Ende ging. Nach kurzen Provokationen entwickelt sich eine Massenschlägerei. Ein Busfahrer wird durch einen Flaschenwurf verletzt.
Noch am selben Abend überfallen 30 Vermummte erneut das GAK-Lokal „Skurril“ in der Heinrichstraße. Von den 15 anwesenden Gästen werden vier verletzt; es entsteht ein Sachschaden von 8.000 bis 10.000 Euro.

Es ist keinesfalls unsere Absicht mit diesem Schreiben den SK Puntigamer Sturm wegen des Verhaltens eines minimalen Prozentsatzes seiner Anhänger zu diskreditieren. Die meisten Straftaten finden, wenn auch in loser Verbindung zum Fußball, abseits der Spiele statt. Auch soll dies keine Aufrechnung der Schuld sein. Fakt ist aber: Wir haben ein Gewaltproblem in dieser Stadt!
Wir möchten daher den Vorstand des SK Puntigamer Sturm und die Vertreter der Fanpolizei dazu einladen, gemeinsam mit uns an einer Entschärfung der Situation zu arbeiten.
Reden wir und handeln wir! Es soll bei Sturm und GAK nur noch um eines gehen: um Fußball!

Der Vorstand des GAK 1902

22 Kommentare

  1. Ritter2016 sagt:

    Leider zählt der GAK da nur auf, was die Vermumten „Sturm-Schläger“ leisten – GAKler, also die paar die es sind, liefern sich auch Gewaltexzesse.

     

    Für mich unvorstellbar was da abgeht. Sollen die Buben doch bitte gegeneinander Kicken… meiner persönlichen Meinung nach gehören die alle auf Jahre eingesperrt!

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  2. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Die Verantwortlichen einfach mithilfe der Fanklubs ausforschen (die prahlen bestimmt mit ihren hirnlosen Aktionen) und mehrjährige Stadionsperren aussprechen…solche Trotteln gehören nicht in die Kurve sondern ins Gefängnis.

    Sagt ja keiner was wenn sie sich im Wald verabreden und sich gegenseitig die Schädel einschlagen…ist zwar trotzdem dumm aber immerhin werden so keine Zivilisten verletzt.

    Aber in die Stadt gehen und Lokale überfallen, oder die Aktion gegen Rapid…wir sind hier beim Fussball und nicht bei der Mafia. Wäre ja dafür das die Polizei und die Vereine bei Ausschreitungen viel härter durchgreifen…wennst ne lebenslange Sperre für nen Platzsturm bekommst und ein paar Jahre Gefängnis überlegt es sich jeder 2x…

    Sogar Punkte Abzüge würde ich befürworten weil wenn ich ins Stadion gehe will ich Fußball sehen und weder Gewalt noch homophobe/rassistische etc. Gesänge. Die

    Beispiel: Steiermark Choreo: So geht Fussball. Das ist Emotion. Einer der besten Momente als Sturm Fan.

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    • jorge72 sagt:

      bin ich großteils bei dir. nur weiß ich nicht ob einer gesellschaft wirklich langfristig geholfen ist, wenn man diese leute kriminalsiert und das problem nicht an der wurzel anpackt…chancengleicheit bildung umverteilung – eltern die ihre erziehungsaufgaben wieder wahrnehmen etc…

       

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    • Ivaneijew sagt:

      @jorge

      Also eines der dümmsten Dinge die ich hier je gelesen habe.

       

      Was ist das für eine Aussage bitte? Nur weil jemand bei der Bildung oder Umverteilung zu kurz gekommen ist, darf er im Stadion randalieren oder Lokale überfallen?

       

      Die Leute gehöhren aus dem Stadion geworfen und nach aller härte des Gesetzes bestraft!

      Genauso wie ein Fanklub der sich Gewalt auf die Fahnen schreibt!

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Naja wenns was kriminelles machen werdens halt kriminalisiert…

      Es gehört halt wie in England geregelt: Dort sitzen die Leut 1-2m vom Spielfeld entfernt und es passiert selten was…warum? Weil wenns was passiert: ZERO TOLERANCE.

      Es gibt einfach keine Rechtfertigung für Gewalt und schon gar nicht für eine solche geplante.

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    • flo1909 sagt:

      @Schwoaza 99: So wie in Englad wäre es super gel!!! Karten dann ab 70 Euro, kein Bier mehr, keine Choreos, wennst aufstehst kommt gleich der Steward und ermahnt dich, wennst gegnan Schrir schimpfst Stadionverbot!!!!

      Hal ein richtiger Zirkus für die Bobos; Keine Arbeiter mehr sondern nur noch Webdesigner, Manager, Börsianer und Turis!!!

      Ich freu mich auch drauf!!!

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    • jorge72 sagt:

      @ flo – danke dafür, dass es noch leute gibt die an werte wie freiheit glauben…

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      @flo1909

      Ja weil in Österreich wer 70€ für ein Spiel verlangen kann…aber ein paar Bier um 4/5€ sind natürlich kein Problem…schon mal was von Angebot-Nachfrage gehört? Aber bin mir sicher bei United gegen City z.B. schauen nur Manager zu…75k Manager…

      Und Choreo Verbot und Stadionverbot wennst gegen an Schiri schimpfst…In England schimpfens sogar in der Zeitung übern Schiri…

      @jorge72

      Anscheinend gibts auch den Wert „Gewalt“ wenn man den Transparenten der unseren glauben mag…

      Der Wert Freiheit gilt anscheinend nur für Sturm Fans. Gak Fans (und andere auch) haben anscheinend nicht die Freiheit zu wählen Gak Fans zu sein oder haben auch nicht die Freiheit Gewalt zu entgehen.

      GEWALT HAT IM FUSSBALL EINFACH NICHTS VERLOREN.

       

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    • jorge72 sagt:

      also um eines vorweg klarzustellen, mit gewalt hab ich gar nichts am hut. aber ich glaube eben nicht, dass es die lösung ist zu kriminalisieren. gerade aus england weiß man, dass sich das problem in untere ligen verlagert hat. mein ansatz ist eben dahingehend, sich mal ernsthaft darüber gedanken zu machen, woher diese gewaltbereitschaft in der gesellschaft generell kommt und vor allem müsste man auch  hinterfragen, warum unser aller freiheit nach und nach mehr beschränkt wird und wem das letztendlich dient.

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Allein wieviel gegen Rapid geheizt wurde…da hat man schon sehr viele Freiheiten. Und wie schon das Spiel auswärts gegen den Lask gezeigt hat…einige gehen nur wegen dem randalieren ins Stadion. (Sogar auswärts)

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    • GazzaII sagt:

      Um vorweg mal eines festzuhalten, um was zum Thema zu sagen, ich finde den GAK Brief lächerlich! Wenn meine Fans Sch..sse bauen zähle ich als Rechtfertigung nicht Vergehen der Anderen auf! Bei Sturm ist es wie bei Rapid, natürlich kennt man die Idioten, was macht man dagegen anscheinend nicht viel… Ob ich eine lächerliches Bengalenverbot wenig exekutiere oder Schläger nicht entferne sind Meiner Meinung nach 2 paar Schuhe!

      Zu England, das mit dem Schiri ist genauso Blödsinn wie mit den EUR 70,- (auch wenn die Karten zu teuer sind) und das mit den unteren Ligen (zumindest bis zur 6ten, ist mir live nichts untergekommen und gelesen habe ich hier von fast keinen Zwischenfällen…),

      richtig ist das Hinsetzen (ausser in Liverpool…), wenig Choreos und Stimmung (Ausnahmen gibt es)=> wird derzeit überlegt wieder Stehplätze in die Stadien zu bringen.

      Um das Problem zu lösen sollte man sich meiner Meinung nach ein Beispiel an PSG nehmen, auch wenn die Situation dort nicht 1:1 gleich war

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Das mit den Sitzplätzen hat aber den Grund das damals so viele Menschen bei der Katastrophe gestorben sind. Die Fans kämpfen ja für Safe Standing, nur ist schon klar das Politik und Vereine ein mulmiges Gefühl dabei haben wenn man an die ganzen Todesopfer denkt…

      Die Sitzplätze gibt es nicht weil es als Strafe verordnet wurde, sondern weil man nach der Katastrophe einfach einen scharfen Schnitt setzen musste. Natürlich sind Choreos so schwieriger nur schaut nach Dortmund: die haben einfach mal so die Choreo von, wie bereits genannt, Liverpool 1:1 kopiert (am Anfang You Never Walk Alone singen). West Ham schießt bei jedem Spiel Seifenblasen in die Luft…also man geht schon auf seine eigene Art damit um.

      Der Punkt ist wie England kann man mit unserer Liga sowieso nicht vergleichen. Nur könnten der Verein und die Fansklubs mehr gegen Gewalt tun. Weil wenn ich mit einem Plakat wo Gewalt draufsteht in die Kurve komme und es auch aufhängen kann, kann ich mir aussrechnen wieviele eben jene tolerieren oder aktiv wegschaun…

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    • GazzaII sagt:

      Das ist schon klar das Katastrophen und vermutlich auch Hooligangewalt der Grund fürs Sitzen waren.

      In Liverpool hast du eine Choreo und hinter dem Tor stehst du 90 Minuten=> kA warum es dort geht erlaubt ist, in WestBrom saß ich hinter dem Tor in der letzten Reihe und es kam ein Security weil einer stehen wollte. Ab League One hast du sowieso noch grounds mit offiziellen Stehplätzen.

      Die Stehplatzidee in Premier League und Championship kommt von den Vereinen selbst, nicht von den Fans, vermutlich weil abgesehen von einer handvoll Ausnahmen (wobei ich natürlich nicht alle Stadien beurteilen kann) der meistgehörte Song im Stadion „Is this a Libary“-gesungen von den Gästefans, ist.

      Ich bin bei dir, Gewalt hat in Stadien nichts verloren und es kann mir keiner erzählen, dass man die paar Idioten nicht identifizieren kann, wie gesagt die PSG Lösung würde mir gefallen!

      Dort kam „der Scheich“ die 2 großen rivalisierenden Fanklubs (die für Stimmung sorgen) wurden für (ich glaube) 2 Jahre aus dem Stadion verbannt weil es untereinander zu Gewalttätigkeiten kam. Seit letzter Saison werden nach und nach wieder Mitglieder der Fanclubs ins Stadion gelassen (jeweils 400/Fanclub/Saison) sollte was passieren sind sie raus=> bisher funktioniert das sehr gut!

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  3. flo1909 sagt:

    Mir gehts vor allem darum, dass die ganze Sicherheitsdiskussion eine große Mogelpackung ist; Letztlich dient diese in erster Linie die totale Kommerzialisierung des Fußballs unter dem Deckmantel der allgemeinen Sicherheit zu legitimieren!!

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  4. Ivaneijew sagt:

    Also um es mal ganz klar festzuhalten, wer behauptet man darf Gewalt nicht kriminalisieren, der hat in unserem Land nichts verloren!

     

    Gewalt gehört immer kriminilasiert! Egal ob im Stadion oder zu Hause oder sonst etwas! Und wenn jemand Gewalt verübt oder verherrlicht, gehört das bestraft aus und fertig! Und ned dann sagen, ich darf alles kurz und klein schlagen und andere Menschen verprügeln, weil die Welt ist ungerecht!

     

    Wer Gewalt verübt oder verherrlicht gehört bestraft und aus dem Stadion geworfen!

    Und ein Fanklub der sich Gewalt auf die Fahnen schreibt gehört aus dem Stadion geworfen und bestraft! Weil @jorge, was würdest run wenn dein Nachbar dazu aufruft dich zu verprügeln?

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    • jorge72 sagt:

      also ich bin froh, dass du nichts zu reden allein dein erster satz, zeugt von passiver gewalt, dass es schlimmer gar nicht mehr geht…nachdenken würde dir mal ganz guttun denke ich

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    • Ivaneijew sagt:

      Und du redest Gewalt klein, Gewalt hat schlicht und einfach in unserer Gesellschaft nichts verloren und dafür gibt es keine Ausreden, so wie du sie vorbringst!

       

      Und Gewalt ist schlicht und einfach kriminell, auch wenn du wieder sagen wirst wir sollen nicht alles kriminalisieren!

       

      Und ich stehe dazu, es regt mich extrem auf wenn jemand wie du @jorge Gewalt kleinredet!

       

      Und ich stehe auch dazu, dass ich mich dafür schäme was sich so mancher Fanklub und die Kurve in letzter Zwit leistet!

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    • jorge72 sagt:

      ich versuchs jetzt noch ein letztes mal – meine aussage zu der ich stehe ist,  dass ich law and order politik nicht als alleiniges heilmittel ansehe und meist eine ganze gesellschaft unter den repressionen leidet (auch geschichtlich nachweisbar). und eine gesellschaft damit nicht umbedingt humaner wird, sondern umgekehrt. dh in keinster weise, dass ich gewalt nicht verurteile oder gar verherrliche…

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  5. jorge72 sagt:

    und so leute wie du schreien eben nach totaler (unter)ordnung…. mir macht eher das angst, nicht die paar wahnsinnigen im stadion.

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  6. jorge72 sagt:

    zitiere deinen ersten satz von oben „Also um es mal ganz klar festzuhalten, wer behauptet man darf Gewalt nicht kriminalisieren, der hat in unserem Land nichts verloren! – also dann fragen ich dich, wo fängt gewalt an und wer entscheidet das???

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    • Ivaneijew sagt:

      Das Strafgesetzbuch entscheidet das und der Staat, ganz einfach.

      Und es geht nicht um Unterordnung, sondern ganz klar, um das kleinreden von Gewalt, so wie du es machst und dazu stehe ich, wer Gewalt und kriminelle Handlungen kleinredet und verharmloszät, hat bei uns nichts verloren, schließlich sind wir ein Rechtsstaat und keine hau drauf Rebuplik, wo jeder machen darf was er will, wenn er eine Ausrede dafür hat.

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    • Arch Stanton sagt:

      Was, geschätzter Ivaneijew fängst Du mit dem Begriff Staatsgewalt an?

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