Mit einem Dreier in die Winterpause!

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. FC Admira Wacker

Die ersten drei Pflichtspiele unter Roman Mählich hätten für den SK Sturm Graz nicht viel besser verlaufen können: Zwei Siege, ein Unentschieden und noch kein Gegentor sind Indiz dafür, dass der 47-Jährige Stabilität in das zuvor so wackelige Konstrukt bringen konnte. Gegen den FC Admira Wacker starteten die Grazer nicht zuletzt ob dieses Mini-Erfolgslaufes als klarer Favorit in die Partie. Der Umstand, dass die Niederösterreicher im Vorfeld der Begegnung nach 17 gespielten Runden mit nur elf Punkten den letzten Tabellenplatz belegten, trug sein Übriges zur klaren Rollenverteilung bei. Dennoch: Am vergangenen Wochenende hatten die Mannen von Reiner Geyer dem Branchenprimus aus Salzburg zuhause einen Punkt abgeknöpft, die Blackys mussten demnach trotz der scheinbar klaren Verhältnisse auf der Hut sein. Die erste Hiobsbotschaft für die Grazer gab es bereits vor Anpfiff. Kapitän Stefan Hierländer musste aufgrund einer Knöchelverletzung für das letzte Spiel vor der Winterpause passen.

Schwacher Beginn

Auch das Spiel selbst startete nicht wie erhofft, die Admira legte gut los und fand in Person von Patrick Schmidt in der vierten Minute auch gleich die erste gute Möglichkeit vor. Der Schuss des Angreifers ging schlussendlich aber doch recht deutlich an der rechten Stange vorbei. Die Schwarz-Weißen taten sich sichtlich schwer, Zugriff auf das Spiel zu bekommen und Torchancen zu kreieren. So verwunderte es nicht, dass die erste nennenswerte Aktion aus einem Eckball resultierte: Nach einem Gestocher im Strafraum verzog Otar Kiteishvili allerdings um einige Meter. In den ersten 20 Minuten passierte ansonsten gar nichts mehr. Sturm hatte zwar den Ball, aber keine Ideen. Erst ein Geistesblitz von Emeka Friday Eze sollte die 7.048 Zuschauer aus ihrer Lethargie holen. Der Nigerianer stoppte den Ball in der 25. Spielminute gekonnt mit der Brust, drehte sich sensationell und zimmerte das Leder volley in Richtung des gegnerischen Gehäuses. Einzig die Innenstange hatte – abgesehen von der Admira-Fraktion – wohl keine Lust auf dieses Traumtor und verhinderte den Einschlag. Wenige Sekunden später blockierte Eze den einschussbereiten Peter Zulj.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Diese Aktion brachte zumindest etwas Schwung in die über weite Strecken schwache Partie. Sturm probierte nun etwas mehr, auch wenn man vom zweiten Gang noch einige Km/h entfernt war. Versuche von Kiteishvili und Eze verpufften jedoch schon im Ansatz. Auf der Gegenseite hämmerte Dominik Starkl einen Distanzschuss gen Himmel. Nach 37 Spielminuten wurde es erneut etwas gefährlicher in Liebenau. Andreas Leitner fischte einen gut angetragenen Abschluss von Zulj aus der linken Ecke, wenige Sekunden später feuerte Eze einen weiteren Versuch über das Gehäuse der Gäste. Endlich nahm die Begegnung etwas an Fahrt auf, auch die Admira versuchte offensiv etwas mehr: Anastasios Avlonitis konnte in der 41. Minute im Verbund mit Jörg Siebenhandl gerade noch vor Schmidt klären. Einige Momente später köpfte der Grieche am anderen Ende des Feldes zu zentral – der Ball landete direkt in den Armen von Leitner. Kurz vor der Pause stockte den Fans dann noch einmal der Atem. Marco Sahanek setzte einen hervorragend getretenen Freistoß aus rund 25 Metern an den Pfosten. Siebenhandl wäre wohl chancenlos gewesen. Danach pfiff Schiedsrichter Dieter Muckenhammer bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt zum bitter nötigen Pausentee.

Koch bricht den Bann!

Sturm startete ambitioniert in die zweiten 45 Minuten und stieg von Beginn an auf das Gaspedal. Mit einem Kopfball von Lukas Spendlhofer in der 51. Spielminute klopften die Hausherren das erste Mal an, ein weitere Abschluss von Sandi Lovric wenige Augenblicke später blieb in der Admira-Hintermannschaft hängen. Danach flachte das Spiel wieder merklich ab. Sturm blieb zwar die spielbestimmende Mannschaft, bis auf einen schwachen Schuss von Kiteishvili passierte bis zur 60. Minute aber nicht mehr viel. Für das Tabellenschlusslicht vergab Pyry Soiri zunächst per Kopf noch eine Halbchance. Und dann durften die Fans in Graz endlich jubeln! Fabian Koch spielte in der 65. Minute einen ungewollten Doppelpass mit dem Admiraner Morten Hjulmand und schloss trocken zum so wichtigen 1:0 ab. Zunächst herrschte in Liebenau ob einer angezeigten Abseitsposition noch etwas Verwirrung, Muckenhammer überstimmte seinen Assistenten aber zum zweiten Mal an diesem Abend und lag damit goldrichtig. An dieser Stelle darf an die viel gescholtenen Schiedsrichter auch einmal ein Kompliment ausgesprochen werden. Hut ab!

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Sturm gab dieser Treffer sichtlich Aufwind und drückte auf das 2:0. Zunächst köpfte Eze aus Abseitsposition noch an die Querlatte, nur acht Minuten nach dem Führungstor sollte sich der Mehraufwand aber bereits lohnen. Peter Zulj legte ein sensationelles Solo hin und entwischte der gesamten gegnerischen Hintermannschaft. Mit links schloss er überlegt zu seinem fünften Saisontor ab. Die aufkommende Euphorie wurde in der 78. Minute beinahe wieder getrübt, Thomas Schrammel rettete in allerletzter Sekunde vor Soiri. Acht Minuten später konnte sich Siebenhandl mit einer Glanzparade auszeichnen, indem er einen Schuss des eingewechselten Sinan Bakis stark zur Seite abwehrte. Wenige Momente darauf verpasste der völlig freistehende Bjarne Thölke eine Flanke nur um Haaresbreite. Auf der Gegenseite fiel ein Abschluss von Kiteishvili zu schwach und zentral aus. In der Nachspielzeit setzte Sturm dann aber doch noch einen drauf. Der eingewechselte Philipp Huspek bediente den ebenfalls noch frischen Philipp Hosiner mustergültig, der per Flugkopfball sehenswert zum 3:0 einköpfte. Was für eine Befreiung! Gleich darauf war Schluss, Sturm setzte sich gegen den FC Admira Wacker mit 3:0 durch. Somit überwintern die Murstädter über dem viel zitierten Strich und dürfen sich nach vier Pflichtspielen unter Roman Mählich noch immer über eine blütenweiße Weste freuen. So kann es im kommenden Jahr gerne weitergehen!

Spieldaten

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21 Kommentare

  1. Grazer Fussballwunder sagt:

    Auch wenn nicht alle Spiele von Peter Zulj heuer gut waren, ich habe nie an seinen Qualitäten gezweifelt und schließlich ist er ein Spieler, der immer durch einen solchen Geniestreich wie heute eine Partie entscheiden kann.
    Hoffentlich bleibt er uns noch ein bisschen erhalten.

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  2. schmitzi82 sagt:

    Ja stimmt wenn Zulj Lust und Liebe hat kann er die Liga verzaubern,  wünsch es mir auch das er uns noch länger erhalten bleiben.

    4+
    • schmitzi82 sagt:

      Abrubo zur Stürmer Not , was ist mit Grbic von Altach oder Kvasina von Mattersburg sind zwei junge und Hungrige Spieler würden sich gut zu Sturm passen. Würde mal ein Auge drauf werfen.

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  3. Ennstaler sagt:

    Frage an die Statistiker: wann hat Sturm zuletzt ein Kopfballtor erzielt?

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  4. Ennstaler sagt:

    Ein Kompliment an Roman Mählich: was er macht hat Kopf und Fuß!

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  5. bianco nero tifoso bianco nero tifoso sagt:

     

    What a game,  Mählich ist ein Ergebnismonster.

    Ergebnisse, Punkte sind wichtig, nächstes Jahr fragt keiner wer, wie.

    15 Spiele, 1 Sieg und Tristesse, bevor ich es vergesse, danke Roman, bei Sturm herrscht Euphorie und Harmonie, Sturmfamilie 2018, la familia, das Gefühl ist da.

    Roman, i love you

    #nohomo,Worma, sorry

    Wir sind Sturm!

    Tradition und Historie, we are the schwaoze weisse family.

    Roman, du bist eine Legende, danke fürs schene Wochenende.

    Sturm Graz ein Leben lang, unsere Liebe, jetzt ist endlich Weihnachtsfriede.

    4 Spiele, 10 Punkte, 8:0 Tore, i want more.

    Roman Mählich: Trainergott, aussi aus dem Alltagstrott, einfach nur top,fratello, alles picobello.

    Ganz ehrlich, ich sag so, super Charakter alle Spieler, ihr habt es verdient das Sturmtrikot zu tragen, danke, big respect!

    Die Sturmfans sind treu,ich sehr viel freu, da gibt es kein Palaver, fuck that, heit bin i fett, a schenes Brett, frage nicht, saufen bei Sturmsieg ist Pflicht, vull dicht, ein Gedicht, gsoffne Gschicht.

    Sorry, aber ich hab noch was.

    Jedem Sackerl, sein Gackerl

    GAK, Orschlecha

    Sigi Nagl,du roter Bobo, geh in Orsch,du Schweinepriester des Kapitals,lass ma das,ich bin Mario Haas.

    calm down, no drama queen, bitte geh jetzt liegen

    ok, sorry

     

    6+
  6. 1909 sagt:

    Kluger Schachzug von Mählich, da noch Hosiner zu bringen, um ihm die Chance zu geben, vor der Pause nochmals ordentlich Motivation zu tanken. Und dann geht das tatsächlich voll auf. Alles geht momentan auf. Was so ein kleiner, mentaler Neustart alles bewirken kann. Man trifft zwar weiterhin das Aluminium, es ist nur plötzlich einfach egal.

    1+
  7. jorge72 sagt:

    für hosiner freuts mich besonders, weil ich noch immer denke, dass seine qualitäten für sturm ausreichend sind

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  8. Strauss sagt:

    Gestern war das letzte Spiel vom schönen Peda. Schade. Die Art den Fußball zu Streicheln war für mich(!) ein Genuss und erinnerte oft an Vastic. Das unvorhersehbare, die Überraschung, das lockere Fußgelenk. *Seufz* Alles gute Peda! Und für die Zukunft bitte wieder einen Jugo* in die Zentrale. Das passt einfach für Sturm! Dann lauft des Werkl! (Zulj, Muratovic, Vastic, Matic, Petrovic, Breber, Muzek..)

     

    *Für die Internetsprachpolizei: Der Jugo ist ein Wind aus dem Osten.
    Srečno

    2+
    • flo1909 sagt:

      Jug ist der Süden und Jugoslawe der Südslawe

       

      0
    • Athlan sagt:

      Das heißt, es ist definitiv schon bekannt, dass Zulj gehen wird – bzw. ist er das wohl schon. Schade, wirklich schade. Ich wünsch mir mal wieder eine Zeit, in der für Sturm Geld nicht so ein großes Hindernis darstellt und Spieler wieder längerfristig gehalten werden können. Ich weiß, dass heute ein anderer Wind weht, aber wenn ich dran denke, dass Osim von ’94 bis 2000 mit demselben Stamm arbeiten konnte, werd ich sentimental. Vielleicht finden wir auch bald wieder einen Sponsor, der viel springen lässt, wer weiß? Das würde der Manschaft gut tun und endlich mal die Möglichkeit bieten, einen Stamm aufzubauen. „Träum weiter“ werden jetzt sicherlich Einige denken; ja, das mach ich – weil ich Fan bin. Außerdem sind wir jetzt super unterwegs, nicht wahr? Darauf können wir aufbauen!

      1+
    • Arch Stanton sagt:

      Noch was zum Klugscheißen: Jug ist tatsächlich ein Wind. Aber einer aus dem Süden. Deinem Kommentar entnimmt man ohnehin Respekt für „Yugos“, geschätzter Strauss. Also kein Grund hier politisch korrekteln zu versuchen.

      Zum Erläutern der Begrifflichkeit empfehle ich, Kid Pex zu hören.

      Keep it Jugo, Do it Svabo!

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  9. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Über 400 Minuten ohne Gegentor, also defensiv kann dem Roman niemand was vormachen. Offensiv muss er sich halt wad überlegen. Es tut weh wenn Eze sich vorne zereißt und dann nach 70 Miniten ohne Saft ausgewechselt wird. Es braucht eben einen Typen wie Edi, der Spieler auf sich zieht damit Eze nicht bei 3 durchdribbeln muss.

    Das Frühjahr wird sehr spannend werden: Zulj, Spendelhofer, evtl. Mister X könnten uns verlassen und die verbleibenden Spiele sind gegen Austria, RB, Linz und Mattersburg. Um hier gut bestehen zu können müssen wir offensiv auch brandgefährlich sein. Aber sollte Mählich es schaffen in sein Top Defensiv Konzept auch eine effiziente Offensive einzubauen, dann ist tabellarisch noch sehr viel möglich.

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  10. Arch Stanton sagt:

    Also nichts gegen Euphorie und Aufbruchstimmung, gegen Siegesfeiern und trunkene Freude. Aber die Spiele sind jetzt so interessant zu schauen wie Teletextseiten. Ist das der Preis für Stabilität und die Null, die hinten steht?

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Jetzt müss ma eh sowieso bis Jänner warten. Sollte es wieder nen Umbruch geben, ist sowieso wieder alles ein Glücksspiel. Zulj will schon immer weg gefühlt, Spendi macht auch keine Anstalten auf Verlängerung und der Rest ist zumindest nicht unverkäuflich.

      Aber ja, sollte man im Jänner richtig abkassieren muss man auch was reinvestieren, denn in den 10 Spielen in der Meistergruppe werden wir nicht jedes nach Hause defensivieren können. Aber ich vertrau dem Roman das er mit gutem Spielermaterial was solides auf die Beine stellt, was auch Spaß macht beim zusehen.

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    • gepi20 sagt:

      Ja, es war das Spiel von Vogel zwar ansehnlich aber nicht offensiv erfolgreich. Jetzt stehen wir stabil nach 3 Spielen mit der 0. Die Basis über dem Strich zu sein ist gelegt . Schritt 2 wird im Frühjahr das Spielerische sein. Lieber Teletext als 1:6 gegen eine schwache Austria zu verlieren.

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Fair Play to Vogel: Eze war seit der schweren Rapid Verletzung lange out und brauchte auch noch lange um wieder der Alte zu werden. Vogel musste eine Offensive aus Pink und Hosiner zaubern. Wenn man sieht wie Eze die Räume jetzt schafft und Hosiner und Pink unter Mählich noch gar nie in der Startelf waren (oder?) kann man schon sagen einen fitten Eze hätte der Vogel auch gerne gehabt.

      Das Problem war nicht das wir uns keine Chancen erspielt haben, wir haben einfach niemanden mit eiskaltem Abschluss gehabt (ist teilweise immer noch so wenn Oti die Bälle in den Himmel jagt bzw. Hierländer am leeren Tor scheitert).

      Statistisch haben ein Hosiner und ein Pink mehr Scorerpunkte als ein Eze. Daher sollte man Statistiken eher weniger vertrauen. Auch unser 1 Sieg aus 15 Spielen spiegelte nicht immer die Leistungen wieder. Aber wir haben immer dieselbe Krankheit: Ist 1 Führungsspieler weg/verletzt bricht das ganze Team zusammen.

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  11. schlobanmichl sagt:

    Also diesmal muss man wirklich mal ein dickes Lob an den Schiedsrichter aussprechen.
    Für mich die beste Leistung, die ich seit langem in Österreich gesehen habe.
    Natürlich die Situation beim 1:0, die er völlig richtig bewertet hat. Viel mehr jedoch hat mir gefallen, wie er das Spiel laufen ließ. Was mich schon seit einer gefühlten Ewigkeit extrem aufregt ist die Unsitte in Österreich, dass bereits bei jedem kleinen Körperkontakt im Mittelfeld ein Foul gepfiffen wird. Noch mehr stört mich nur, dass die Spieler das auch bewusst provozieren. Muckenhammer hat genau das jedoch nicht gemacht. Immer wieder haben Spieler auf beiden Seiten versucht, einen billigen Freistoß zu schinden. Beinahe lustig dann deren Reaktionen, wenn es trotzdem weiter ging.
    So und nicht anders gehört für mich gepfiffen. Respekt vor dieser Leistung Herr Muckenhammer.

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