Matinee der besonderen Art

Testspiel: FC Holzhacker vs. SK Sturm Graz

Wir erinnern uns: Vor zwei Jahren, SturmNetz.at war nicht einmal in den Kinderschuhen, sondern eigentlich noch in Windeln, sollte es bei einem schönen Fußballfest in Kainbach bei Graz zu einem Testspiel zwischen dem SK Sturm Graz und dem FC Holzhacker, einer Grazer Hobbymannschaft, kommen. Kurz vor Beginn der Begegnung aber wurde grausige Gewissheit, was später als traurigster Tag der jüngsten Geschichte der steirischen Landeshauptstadt bezeichnet werden würde. An ein Spiel war nicht mehr zu denken, zutiefst geknickt stellte sich einer der Organisatoren mit Mikrofon auf das Spielfeld, um die logische Absage des Testspieles zu verkünden. An einem Trauertag könne man kein Fußballfest feiern, so seine Worte sinngemäß wiedergegeben.

Wenige Tage später wurde jedoch verlautbart, dass man dieses Fest und die Begegnung mit der steirischen Nummer Eins nachholen wolle und am vergangenen Samstag war es so weit. Erneut lud der FC Holzhacker die Schwarz-Weißen zum Testspiel am schmucken Kainbacher Sportplatz und das bei freiem Eintritt. In sportlicher Hinsicht zu vernachlässigen, bot diese Begegnung Platz für so manchen spielerischen Jux und den einen oder anderen gemeinsamen Lacher auf dem Spielfeld, denn im Mittelpunkt standen Spaß und gute Laune. In ausgesprochen entspannter Atmosphäre fand eine Fußball-Matinee der besonders angenehmen Art statt.

(c) SturmNetz.at

Jungspunde im Einsatz

Trainer Franco Foda sorgte mit der Aufstellung von Winfried Amoah, Sohn des Charles Amoah, ehemals teuerster Spieler Österreichs (ca. 50 Mio. Schilling Ablöse an St. Gallen), für Aufsehen und bot dem jungen Grazer die Gelegenheit, erstmals mit Teilen der Kampfmannschaft aufzulaufen. Weitere Jungspunde aus den eigenen Reihen durften ebenfalls ran: Puchegger, Bacher, Fadinger, Romano Schmid und Fabian Wetl.

Leichte Überlegenheit

Um den Spielverlauf ausreichend detailliert zu schildern, bedarf es nur eines Wortes: Einbahnstraßenfußball. Lediglich die Nennung der Torschützen könnte bei reinem Blick auf die Spielfakten noch für ein paar Zeilen mehr in diesem Bericht sorgen. Sturm ließ sich zu Beginn recht lange um das erste Tor bitten. Ganze acht Minuten (!) vergingen, ehe Stefan Hierländer den Ball zum ersten Mal ins Netz schupfte – zuvor fanden die Grazer Chancen im Halbminutentakt vor – allesamt wurden vergeben. In der 5. Minute rettete Holzhacker-Keeper Gordon Sherriff vor Philipp Zulechner und versetze das Publikum, dem auch sein Hund angehörte, in Verzückung. Die Gastgeber wehrten sich tapfer und so manch eines ihrer Zuspiele nach vorne mutete auch irgendwie spieleröffnend an, der Sieger der Herzen stand einfach von Minute eins weg fest. Sieger nach Toren, diesen Orden durften jedoch die Mannen des SK Sturm auf ihre Revers heften.

Die weiteren Torschützen der ersten Halbzeit hießen Zulechner (2:0 & 3:0), Thorsten Röcher (4:0) und Deni Alar (5:0 & 6:0).

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Überraschung: Sturm gewinnt!

In der zweiten Halbzeit wechselten die Blackies ordentlich durch – lediglich Amoah, Bacher und Wetl, durften weiterspielen, außerdem wurde Tormann Tobias Schützernauer als Feldspieler aufgeboten, auch er würde sich in die Torschützenliste eintragen. Im Kasten des SK Sturm stand nun Fabian Ehmann, der dort, wie schon Jörg Siebenhandl zuvor einen recht ruhigen Vormittag verbringen konnte – naja, zumindest bis er kurzerhand den Entschluss fasste, der Ruhe im eigenen Strafraum zu entfliehen und vorne mitzuspielen. Um das Pflichtprogramm für einen Spielbericht schnell „abzufrühstücken“, folgt eine Liste der schwarz-weißen Torschützen der zweiten Halbzeit:

Potzmann (7:0), Schmid (8:0 & 10:0), Schützenauer (9:0), Koch (11:0 & 15:0), Amoah (12:0), Ovenstad (13:0), Dobras (14:0),  Koch (15:0)

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EHRENSIEGERDERHERZENTREFFER

Alles schien klar zu sein, doch plötzlich kam in der 83. Minute ein Holzhacker im Strafraum der Gäste zu Fall und der Unparteiische deutete auf den Elferpunkt! „Jetzt wird es noch einmal spannend!“, bekam man auf der Tribüne zu hören und große Aufregung machte sich breit. Ehmann, der seinem Tor nur mehr wenig Aufmerksamkeit zu schenken gedachte, bemühte sich nicht mehr zurück in seinen Strafraum, er schickte Fabian Koch auf die Linie. Dieser, durch die Tatsache, dass er seine Hände nicht einsetzen durfte, etwas gehandicapt, hatte dem auserkorenen Schützen Moritz Plankensteiner nur wenig entgegenzusetzen und der Holzhacker-Stürmer netzte sicher zum alles entscheidenden Ehrentreffer ein – 1:15. Kainbach brannte. Das Publikum, der eine Rauchtopf, der gezündet wurde, und auch die Oberschenkel der Gastgeber, die sich trotz der deutlichen Niederlage heroisch geschlagen hatten und den Ausgang des Spiels nach Abpfiff begeistert feierten.

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1 Kommentar

  1. RAM6I sagt:

    Schönen Montag Allen,

    Zweiter Test und das Ergebnis passt ;). Hoffe alle hatten ihre Gaud.

    Doch wie wir erst kürzlich erfahren durften, sind selbst solch hohen Ergebnisse eine Gefahr für den Trainer.

    Muss sich Foda nun Sorgen um seinen Job machen? 😉

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