Männliches Frauental bezwingt trockenes Gamlitz

Spielbericht: SV Frauental vs. FC RB Weinland Gamlitz

A Wurschtsemmal, a Bier & da Tog ghert dir! Zum Abschluss der 15. Runde der Oberliga Mitte West empfängt der SV Frauental den FC RB (Rasenballsport?) Weinland Gamlitz am Sportplatz SV Frauental. Drei überdachte Holzbankreihen, reichlich Stehplätze, hervorragender Rasen! Man möchte meinen, man sei in Grödig, nur ist hier das Bierservice besser. Es geht um einiges im Grazer-Derby-Duell der Trainer. Ex-Roter DI Zeljko Vukovic hat mit seiner Elf die Chance, vom neunten Rang auf Platz 7 vorzurücken und zwischen die Gäste rund um Coach und Blacky-Legende Harald Holzer vier Zähler zu bringen. Momentan trennt die beiden Teams nur ein Punkt und der SV Pachern, Tabellenführer dieser Liga ist übrigens ein ominöser Klub aus Weinzödl, der am gestrigen Samstag auswärts gegen den Tabellenvorletzten SV Gralla nur ein torloses Remis ergattern konnte und nun nur mehr zwei Punkte vor Platz drei liegt (Hihi). Das war es aber auch schon wieder mit gratis Berichterstattung für den Stadtrivalen auf SturmNetz, Schiedsrichter Mag. Thomas Ofner pfeift das Spiel im sonnigen Frauental nach einem Ehrenankick durch Matthias Wallner der Firma Hagebau mit sechsminütiger Verspätung an!

© Martin Hirtenfellner

Der Dorfplatzsprecher scheint im Übrigen noch nicht vertraut mit der Oberliga und heißt die Zuseher zu einer Partie der Unterliga herzlich willkommen. Nicht nur die Sonne blendet, sondern auch die roten Dressen der Gastgeber erschweren einen klaren Durchblick. Die Gäste hingegen haben sich auf unseren Besuch vorbildlich eingestellt und laufen in schwarzen Dressen auf. Da aber der Heimverein die Berichterstattung gewonnen hat, wollen wir nicht Partei ergreifen und verzeihen den Faux-Pas der Deutschlandsberger. Die erste richtig gute Möglichkeit für die Weststeirer ergibt sich in Minute 16, Gregor Furek hat über rechts viel Platz doch scheitert mit seinem wuchtigen Schuss am hervorragend disponierten Rene Grill. Dann passiert lange Zeit nichts, nach über einer halben Stunde ist es aber so weit! Petar Vlah, Fußballgott, nickt nach einer herrlichen Freistoßflanke von Timotej Petek zum verdienten 1:0 ein! Das Stadion, oder was auch immer, bebt, dem Autor fällt beinahe seine unfassbar geile Kotelettesemmel um 3,80 € aus seinen zittrigen Händen und das Publikum befindet sich in psychedelischem Zustand – irgendwann wird Extasy in Frauental nach Petar Vlah benannt!

Ronny der Renner

Eine Viertelstunde später zeigt die sexuell sehr ansprechende Dorfplatzuhr, bei dessen Herstellung die Sekunden noch nicht erfunden waren, 45 an und das Spiel geht mit einem 1:0 in die Pause. Die Männer am Platz haben durchaus gezeigt, dass sie Fußball spielen können, Petek hat seine technischen Fähigkeiten schon aufblitzen lassen und 6er Florian „Flurl“ Eibinger zählt sowieso aufgrund seiner Robustheit, Übersicht und Abgebrühtheit zu unseren Lieblingen. Die Geldtasche prall gefüllt, das Sechser-Tragerl voll, die Kotelettesemmeln heiß! Abseits des Platzes ist Ronny der Bierträger der größte Aktivposten, jener Ronny, der auch in Messendorf Hopfen und Malz unter die Leute mischt.

© Christian Albrecht, SturmNetz

Nach einer äußerst kurzweiligen Pause beginnt der zweite Durchgang beinahe mit einem Paukenschlag: Innenverteidiger Andrej Prejac auf Seiten der Leibnitzer scheint zu viel Gamlitzer Traubensaft genossen zu haben und verschätzt sich böse und Gregor Furek hat freie Bahn und schiebt den Ball nur um Millimeter am langen Eck vorbei! Im Gegenzug ergibt sich für den eingewechselten Sandro Bloudek die erste große Chance für die Gäste, Torhüter Daniel Paul kann sich jedoch auszeichnen! In sieben Minuten in Halbzeit zwei passiert mehr, als in den ganzen ersten 45 Minuten – Kapitän Patrick Haring versucht sich mit einem direkten Freistoß aus gut 30 Metern und zwingt damit sein Pendant im Tor der Gäste zu einer wichtigen Parade! Den anschließenden Eckball köpft Dominik Nöst seinem eigenen Goalie in die Hände, jetzt weiß der Stürmer wenigstens, wie es sich anfühlt, aufs Tor zu zielen, auf der Gegenseite blieb er bislang noch fast alles schuldig.

Grill nicht auszudämpfen

Dann ist eine Stunde um und Timotej Petek dreht den Swag auf, lässt seinen Gegenspieler wie einen Amateur aussehen – oh, wait – und setzt Haring perfekt in Szene. Dieser macht anschließend jedoch viel zu wenig daraus und trifft Rene Grill so mittig wie nur möglich. Kurz darauf setzt Petek Flurek per Stangler ein, der 9er umkurvt den Goalie und bringt den Ball nur mehr ans Außennetz. Flurek ist es auch, der ein paar Sekunden später nur einige Hundertstel zu spät kommt und den nächsten Stanglpass somit nicht erreicht. Da ist jetzt viel mehr Action drin, als noch in Durchgang 1, für so ein Flair jede Woche würden wohl viel einen Abstieg des SK Sturm mit Handkuss in Kauf nehmen. Obwohl, man kann ja auch zum GAK konvertieren. Es ist dann wieder der glücklose Furek, der nach zwei Übersteigern am Verteidiger vorbei ist, Grill aber nur auf die Zwölf trifft.

© Martin Hirtenfellner

Flurek ist sowieso in beinahe jeder Offensivaktion der Frauentaler beteiligt, zunächst scheitert er selbst wie schon so oft an den Füßen des großartig aufspielenden Grill. Unmittelbar darauf spielt er den perfekten Pass auf den eingewechselten Christoph Fuchs, doch auch dieser ist nicht in der Lage, den Kapitän der Mannschaft aus dem weststeirischem Hügelland zu bezwingen. Fünfzehn Minuten vor Schluss kommen wieder einmal die Schwarzen gefährlich vor den Kasten von Paul, Bloudek bedient Prejac und der verzieht aus 16 Metern nur knapp. Und Flurek kann es doch! Das Dorf steht Kopf und mir dreht sich ebendieser! Petek ist es, der den Stürmer ideal mit einem Lochpass auf die Reise schickt, dieser verzögert äußerst klug und verlädt so den diesmal machtlosen Rene Grill. Flurek ruft mit seinem Torjubel à la Thomas Müller ein Erdbeben der Stufe 3 hervor, so groß und schwer ist der Stein, der ihm da vom Herzen fällt.

A little bit like ÖFB

Dann ist die Partie aus! Frauental bezwingt Gamlitz hochverdient mit 2:0! Vong Dressen, Ergebnis und vor allem Chancenauswertung her weckt der SV Frauental durchwegs Erinnerungen an den ÖFB vom letzten Länderspiel, die einzigen Unterschiede sind nur die Qualität des gebotenen Fußballs und die Bezahlung. Frauental rückt somit auf Rang 7 vor und befindet sich nur mehr zwölf Punkte hinter dem GAK – zur Erinnerung, dem SK Rapid fehlen 15 Zähler auf den SK Sturm. Praktisch gesehen haben diese Statistiken genau gar keinen Zusammenhang, theoretisch genausowenig. Es sollte nur so oft wie möglich angemerkt werden. Es war auf alle Fälle schön, wieder unbeschwerten und ehrlichen Fußball zu sehen und noch nie haben sich die Teammitglieder von SturmNetz so sehr über Treffer der Roten gefreut. Nächsten Freitag trifft Frauental auswärts auf den Tabellenzweiten SV Gleinstätten und hat die Chance, näher an die Spitze ranzurücken. Ausnahmsweise werden wir dort nicht mit vor Ort sein, aber der Tag wird kommen, an dem wir uns wieder dem Amateurfußball widmen. Einfach weil’s schön ist.

© Martin Hirtenfellner

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4 Kommentare

  1. Arsenal sagt:

    Warum wurde von dem Spiel berichtet?

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  2. graz4ever sagt:

    Wirklich coole Idee 🙂

    Das gleich in doppelter Hinsicht:

    ne wirklich innovative, pfiffige Idee um die Länderspielzeit mit „neuen“ News zu füllen, die auch für Sturm Fans ganz angenehm zu lesen sind für Zwischendurch
    als Support f „die Kleinen“
    uns allen die steirische Fußballlandschaft zumindest ein klein wenig näher gebracht

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  3. SchwarzerRabe sagt:

    Amüsanter Liveticker, nett zu lesender Nachbericht!

    Bierträger Ronny war (ist?) auch in der Eishalle und in Liebenau unterwegs. 😉

    Schön zu wissen was Haki Holzer heutzutage macht!

    Danke @SturmNetz !

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