Machtdemonstration

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. SCR Altach (4:1)

„Das Viertelfinale ist unser nächstes Ziel“, erklärte Franco Foda bei der gestrigen Pressekonferenz vor dem großen ÖFB-Cup-Schlager zwischen Sturm Graz und dem SCR Altach. Die Zeichen vor der Partie standen dafür auch nicht allzu schlecht: Altach konnte in den 13 vorangegangenen Begegnungen im Liebenauer Stadion gerade einmal zwei Punkte holen und verließ den Platz elfmal als Verlierer. Doch wie wir alle wissen, hat der Cup seine eigenen Gesetze. Nicht zuletzt deshalb hatte Foda bereits am Vortag die bestmögliche Mannschaft angekündigt. So überraschte es auch nicht, Deni Alar nach überstandener Krankheit wieder in der Startformation zu sehen. Im Vergleich zum Sieg gegen den SV Mattersburg gab es zusätzlich noch drei weitere Veränderungen: Christian Schoissengeyr rückte etwas überraschend für Dario Maresic in die Startelf, Sandi Lovric ersetzte James Jeggo und Thorsten Röcher gab sein Startelf-Comeback. Am Samstag hatte Marvin Potzmann noch anstelle von Röcher am linken Flügel gespielt, dieser rückte im Spiel gegen die Vorarlberger zurück auf die rechte Abwehrseite, wofür Fabian Koch Platz machen musste.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Blitzstart

Vor 6.478 Zuschauern war Sturm von Beginn weg die aktivere Mannschaft. Nach einer wunderschönen Kombination über die rechte Seite hatte Peter Zulj in der fünften Minute die erste Chance auf die Führung, sein Schuss ging jedoch knapp über das Tor. Zwei Minuten später war es jedoch soweit: Röcher wurde von Altach-Kapitän Philipp Netzer im Strafraum gefoult. Elfmeter! Wie schon im Spiel gegen Mattersburg trat Zulj an, blieb auch diesmal cool und verwandelte sicher. 1:0 für Sturm, der so wichtige frühe Führungstreffer war geglückt. Danach blieben die Blackys am Drücker, ohne weitere zwingende Chancen herauszuarbeiten. Doch gerade als Altach etwas ins Spiel zu finden schien, schlug Sturm das zweite Mal zu. Nach einer herrlichen Ballstafette über Philipp Huspek und Röcher brauchte Goalgetter Deni Alar nur mehr seinen Fuß hinzuhalten. 2:0 in der 20. Minute, die Stimmung wurde insbesondere in der Nordkurve immer besser.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Kalte Dusche schnell weggesteckt

Dass den Grazer Fans danach die Freude am Spiel etwas verging, lag an der schnellen Antwort der Altacher. Der zuvor gewonnene Eindruck hatte nicht getäuscht, der Tabellensiebente der Österreichischen Bundesliga war trotz des neuerlichen Rückschlags besser im Spiel und vermochte dies in der 25. Minute auch in Zählbares umzuwandeln. Nach einem Abwehrfehler von Routinier Christian Schulz reagierte Bernard Tekpetey am schnellsten und verkürzte zum 1:2 aus Altacher Sicht. Sturm ließ sich davon jedoch nur kurz beirren und konnte in der 35. Minute den vermeintlichen Zwei-Tore-Vorsprung wiederherstellen. Stefan Hierländer vollendete nach toller Vorarbeit von Alar, der Treffer wurde vom Schiedsrichtergespann rund um Gerhard Grobelnik aber zu Unrecht wegen Abseits aberkannt. Dass die Grazer dennoch mit zwei Toren Vorsprung in die Pause gingen, war den beiden Startelf-Rückkehrern zu verdanken. Nach technisch versierter Vorarbeit von Thorsten Röcher war es in der 43. Minute erneut Deni Alar vorbehalten, sich in die Torschützenliste einzutragen. Mit einem platzierten Linksschuss überwand er Gäste-Keeper Filip Dmitrovic und sorgte so für die 3:1 Führung des Tabellenführers. Mit diesem Spielstand ging es dann nach ereignisreichen 45 Minuten auch in die Halbzeitpause.

Altach kommt auf

Die zweite Halbzeit begann auf Grazer Seite mit einer personellen Veränderung: Laufwunder James Jeggo ersetzte den Torschützen zum 1:0, Peter Zulj, der ein wenig mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatte. Dieser Wechsel hielt die Gäste aus dem Ländle jedoch nicht davon ab, mit allen Mitteln auf den Anschlusstreffer zu drängen. Nach guter Einzelaktion ließ sich Tekpetey jedoch viel zu leicht fallen und sah somit völlig zu Recht die gelbe Karte. Nur eine Minute später war Altachs Philliph Netzer mit genau dieser Bestrafung noch gut bedient, als er Hierländer im Mittelfeld mit einer brutalen Grätsche zu Boden brachte. Danach plätscherte die Partie etwas vor sich hin, Altach probierte alles, kam aber zu keiner zwingenden Torchance. Aber auch Sturm konnte keine Möglichkeiten mehr herausspielen. Die Partie war bis Mitte der zweiten Hälfte recht zerfahren, keines der beiden Teams konnte sich einen entscheidenden Vorteil verschaffen. In der 69. Minute jedoch blieb allen Anhängern der Grazer kurz der Atem stehen. Völlig aus dem Nichts traf Johannes Aigner zum 2:3. Sollte man meinen: Auch hier entschied das Schiedsrichterteam auf Abseits, wieder war es die falsche Entscheidung. Ausgleichende Gerechtigkeit könnte man vermuten, an der miserablen Schiedsrichterleistung ändert es trotzdem nichts. Diese Fehlentscheidung schien die Altacher jedoch nur noch mehr zu motivieren. Sie waren jetzt die klar spielbestimmende Mannschaft und Sturm konnte sich bei Marvin Potzmann bedanken, dass er in der 73. Spielminute in letzter Sekunde vor dem heraneilenden Tekpetey rettete.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Die Erlösung

Aufgrund der offensiven Spielweise der Vorarlberger fand Sturm jedoch immer mehr Räume vor und wusste dies in der 81. Minute auch entscheidend zu nutzen. Nach einem Bilderbuchkonter über Hierländer und Potzmann schloss Thorsten Röcher gekonnt via Innenstange ab. 4:1, die Entscheidung! Das Comeback des linken Mittelfeldmanns war geglückt und auch der andere Rückkehrer durfte sich über eine sehr gute Leistung freuen. Deni Alar, mit zwei Toren maßgeblich am Sieg beteiligt, wurde in der 85. Minute mit Standing Ovations verabschiedet. Danach durfte sich auch Christian Schoissengeyr fast noch über ein Tor freuen, sein wuchtiger Kopfball wurde von Altach-Tormann Dmitrovic jedoch glänzend pariert. Am Ergebnis änderte dies freilich nichts mehr, Sturm schaukelte den Vorsprung souverän über die Zeit und durfte sich über den ersten Cup-Viertelfinaleinzug seit der Saison 2015/2016 freuen!

Stimmen

Peter Zulj

Wie sahst du das Spiel? War der Sieg auch in dieser Höhe verdient?

Thorsten Röcher

Drei Assists, ein Treffer, war es das bisher beste Spiel deiner Karriere?

Wie sahst du insgesamt die Leistung des Teams?

Deni Alar

…über die Begegnung:

Franco Foda

…analysiert das Spiel:

Günter Kreissl

Wie sahen Sie die Leistung der Mannschaft?

Hannes Aigner

…über die Leistung der Gäste:

Kristijan Dobras

…über das Schiedsrichterteam aufgrund des zu Unrecht verwehrten Treffers:

Spieldaten

 

Galerie:

5 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    Hoffe echt, Foda bleibt! Denn so groß, war die Chance auf einen Titel scho lang net mehr find i! Aber halt nur, wenn uns jedes Jahr einer der wichtigsten Bausteine des Erfolgs weggenommen werden.. Matic, Edi letztes Jahr (a wenns da scho bergab ging, wär das Loch in das wir gefallen sind, sia net so groß gewesen), ein endlich variantenreicher + flexibler Foda, eventuell dieses Jahr..

    0

    • graz4ever sagt:

      ..soll natürlich heißen: „..nur wenn uns nicht jedes Jahr…weggenommen werden“

      0

  2. Nock-74 sagt:

    Na hoffentlich sehen wir am ersten Foto nicht den neuen Trainer neben unserem Ex-Trainer!

    1+

    • RAM6I sagt:

      Hoffen wir es.

      Beim derzeitigen Stand dürfte Foda The Next ÖFB Trainer werden.

      Als Nachfolger würde ich mal mit Mählich sprechen…Nicht wegen Stallgeruch, sondern den aktuellen Leistungen mit Wr. Neustadt.

       

      Besser, als so manche andere Vorschläge…Kühbauer, Pfeiffenberger Baresic, etc…

       

      Wäre auch einem Gregoritsch nicht abgeneigt trotz dem einen bekannten Foto. *netsowildaufmidraufhauen*

      0

  3. Ennstaler sagt:

    Zur Frage „Foda neuer ÖFB-Teamchef?“ empfehle ich, die glasklare Analyse auf http://fm4.orf.at/stories/2874723/ nachzulesen.

    1+

Schreibe einen Kommentar