Machs nochmal, Bright!

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. Wolfsberger AC

Eines gleich vorweg: Es gibt kein Packderby. Der WAC ist zwar der geographisch am wenigsten weit entfernte Gegner, nichts desto trotz hat sich dieses Spiel die Bezeichnung „Derby“ nicht verdient, und wäre der GAK nicht vollkommen in der Versenkung verschwunden, so würde auch niemand auf die Idee kommen, dieses Duell mit den Lavanttalern als solches zu bezeichnen.

Die Möglichkeit einer Serie

Zwei Spiele, sechs Punkte. Was für die Grazer vor einigen Wochen noch nach reiner Science-Fiction klang, wurde in den letzten beiden Runden auf durchaus kuriose Weise zur Realität. Zunächst konnte man einen Rückstand gegen den SV Grödig in den letzten Minuten des Spiels noch drehen, und letzte Woche schoss Bright Edomwonyi den SCR Altach quasi im Alleingang zurück hinter den Arlberg.

Diese Entwicklung, in Kombination mit der furchtbaren Rückrunde der Wiener Austria und der Niederlage der Admira Wacker  gegen RB Salzburg, führt dazu, dass der Blick auf die Tabelle derzeit wieder deutlich optimistischer stimmt. Man liegt jetzt wieder nur noch einen Punkt hinter der Admira und auch nur fünf Punkte hinter der Austria. Falls die Grazer also den Drive aus den letzten Wochen mitnehmen können, und gegen die „Kleinen“ nun wieder regelmäßig gewinnen, so könnte diese – von fast allen Fans eigentlich eh schon abgeschriebene – Saison zumindest sportlich noch einigermaßen angenehm ausgehen. Dafür müssten die Grazer jedoch etwas schaffen, was diese Saison noch nie gelang: Drei Spiele in Folge gewinnen.

Drei!

Die schöne Zahl 3 könnte man derzeit überhaupt als Motto für das vergangene und das kommende Spiel ansehen. Der SK Sturm peilt den dritten Sieg in Folge an, mit weiteren drei Punkten könnte man im Kampf um Platz 3 einiges an Druck auf die Admira und die Austria ausüben (vorausgesetzt, die Veilchen gewinnen am Sonntag das Wiener Derby nicht), und dann gibt es da ja noch Dreight Edomwonyi.

So fürchterlich wie dieser Wortwitz ist, so großartig war es, dem Stürmer letzten Samstag zuzusehen. Vor diesem Spiel wären die Fans wohl schon mit einem einzelnen Assist des Nigerianers in der Partie zufrieden gewesen. Dieses Ziel war bereits nach drei Minuten erreicht, und plötzlich traf Edomwonyi auch ins Tor. Natürlich ist es nicht das erste Mal, dass die Sturmfans diese Hoffnung haben, aber vielleicht, vielleicht, ist ihm letzten Samstag wirklich der Knoten geplatzt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass er jetzt in jedem Spiel einen Triplepack erzielen wird, aber es würde ja schon reichen, wenn er die Großchancen, die er sonst zumeist liegen lässt, einfach verwertet. Im Optimalfall erreicht Edomwonyi für die letzten Runden noch ein derartiges Formhoch, wie es letztes Jahr Simon Piesinger hatte. Träumen ist ja noch erlaubt.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Gefahr aus den eigenen Reihen

Der WAC hat in den letzten acht Runden für einen „Abstiegskandidaten“ durchaus überzeugende 16 Punkte geholt und sich wohl endgültig aller Abstiegssorgen entledigen können. Mitverantwortlich dafür ist ein junger Mann, den die Grazer noch allzu gut kennen. Marc-Andre Schmerböck erzielte in den letzten sechs Spielen immerhin drei Tore, darunter letzte Woche der Last-Minute-Ausgleich gegen den SK Rapid Wien. Es bleibt zu hoffen, dass sich Schmerböck daran erinnert, zu welchem Verein er im Sommer zurückkehren wird, und sich mit dem Toreschießen für diese Partie etwas zurücknimmt.

Zahlenspielerei

Prinzipiell könnten die Vorzeichen für das Match schlechter sein. Der SK Sturm hat in dieser Saison gegen die Lavanttaler noch nicht verloren, nicht mal ein Tor war den „Wölfen“ vergönnt. Beide Spiele in der Hinrunde wurden mit 2:0 gewonnen, das letzte Match, ausgetragen in Klagenfurt, endete 0:0.

Andererseits ist der WAC nunmehr bereits seit neun Spielen ungeschlagen (Sturm seit zwei), die letzte Niederlage gab es am 6. Februar im Prater gegen Rapid. Dies ist die längste Serie in der (kurzen) Bundesligageschichte des WAC. Zudem ließ man in den letzten beiden Auswärtsspielen kein Gegentor mehr zu. Sturm ist auch der Statistik nach einer der bevorzugten Gegner der Wolfsberger, nur gegen die Admira konnte man öfter gewinnen als gegen den SK Sturm (7 Siege gegen die Admira, 6 gegen Sturm).

Es bleibt also abzuwarten, ob der Stimmungsboykott der Fans die Mannschaft weiterhin „beflügeln“ wird. Der WAC wird sicherlich hochmotiviert antreten, um auch das zehnte Spiel in Folge nicht zu verlieren, mit einem Sieg könnten die Lavanttaler bis auf drei Punkte an den SK Sturm heranrücken. Aber so weit wollen wir hier ja noch nicht denken.

Spieldaten

SK Sturm Graz vs. Wolfsberger AC

Samstag, 16. April 2016, 18:30 Uhr, Stadion Liebenau, Bundesliga Runde 31

Mögliche Aufstellung:
SK Sturm: Esser; Potzmann, Avlonitis, Spendlhofer, Lykogiannis; Offenbacher, Kamavuaka; Horvath, Avdijaj, Gruber; Edomwonyi

Ersatz: Gratzei; Schoissengeyr, Lovric, Stankovic, Dobras, Schick, Kienast

Es fehlen: Piesinger, Kayhan, Klem

 

2 Kommentare

  1. Rene90 sagt:

    @Christoph
    nur vollständigkeitshalber, das 0:0 fand im Wörthersee Stadion in Klagenfurt statt

    0

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