Leidenschaft x Kampfgeist = 18

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. RB Salzburg (1:0)

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Dario Maresic – Note: 1,38

Der 17-Jährige schaffte es auch an diesem Wochenende verdient in die Startelf und konnte die Leistungen der letzten Partien erneut abrufen. Er hatte früh im Spiel großes Glück, dass das vermeintliche 1:0 der Salzburger zu unrecht wegen Abseits annulliert wurde, denn Maresic hob es als letzter Mann auf. In der 26. Minute versuchte er es aus der Distanz, der Ball landet, nachdem er von Deni Alar abgefälscht wurde, nur wenige Zentimeter neben dem Tor. Die Defensivleistung von Maresic war bis auf wenige Kleinigkeiten auch am gestrigen Sonntag wieder Eins A. Dass der Jugendliche keine Nervosität kennt und sich auch nicht scheut, älteren Kollegen lautstark Anweisungen zu erteilen, beweist, wie gefestigt das Abwehrjuwel ist. Boss-Modus steht bei Dario eindeutig auf ON.

Marvin Potzmann – Note: 1,55

Die Formkurve des 23-jährigen Außenverteidigers zeigt weiterhin steil nach oben. Bereits in der 7. Minute beweist er sein Können – er spielt den Ball, obwohl er enorm unter Druck stand, weiter zu Röcher und konnte somit eine knifflige Situation entschärfen und gleichzeitig einen schnellen Gegenstoß einleiten. Immer wieder versuchte er den Ball nach vorne zu spielen, was ihm auch einige Male gut gelang – mit 73 Ballaktionen war er der aktivste Spieler am Feld. Im Defensivspiel schlichen sich hin und wieder kleine Unsicherheiten ein, doch während des gesamten Spiels konnte er elf Zweikämpfe für sich entscheiden, nur drei wurden von ihm gegen die sonst so zweikampfstarken Salzburger verloren. 

Sandi Lovric – Note: 1,58

Mit dem fixierten Stammplatz traut sich Lovric von Beginn an einiges zu. Ein wenig zu viel für den Geschmack von Schiedsrichter Schörgenhofer: Bereits in der zweiten Minute wird Lovric vom Unparteiischen aus Vorarlberg nach einem Foul an Gulbrandsen ermahnt. Nur eine Minute später eine ähnliche Szene: Foul von Lovric am Gegenspieler, eine erneute Ermahnung des Schiedsrichters ist die Folge. In Minute 53 erobert der 19-Jährige nach einem Fehler der Salzburger den Ball von Berisha tief in Sazburgs Hälfte, spielt zu seinem Teamkollegen Deni Alar, dieser verwertet – 1:0! Auch in der Defensive konnte er viele Male den Ball in höchster Not sichern oder seinen Gegenspielern im letzten Moment vom Fuß grätschen. Mit diesen Leistungen hat er sich seine Nominierung im U21-Nationalteam redlich verdient.

Thorsten Röcher – Note: 1,71

Das Zusammenspiel mit Potzmann ist in der Offensive einfach nur zum Zunge-Schnalzen. Viele Dribblings, Pässe und kluge Läufe, um seinen Mitspielern mehr Räume zu verschaffen, machen den Neuzugang zu einem absoluten Top-Transfer. Der Flügelflitzer hatte mit seinen Gegenspielern viel Spaß, drehte sich wie ein Kreisel und spielte damit die Defensive der Salzburger ein ums andere Mal schwindelig. Besonders Pongracic hatte mit der quirligen Art von Röcher enorme Probleme und konnte sich oft nur mit einem Foul helfen. Hätte Schiedsrichter Schörgenhofer die ein oder andere Szene strenger bewertet, dann hätte Pongracic wohl noch in Halbzeit Eins mit Gelb-Rot unter die Dusche marschieren dürfen, denn Röcher entwischte dem Salzburger Defensivspieler in beinahe jeder Aktion.

Stefan Hierländer – Note: 1,78

Der Ex-Salzburger konnte an diesem Spieltag nicht sein gewohntes Spiel präsentieren, auch weil die Salzburger das Zentrum geschlossen hielten. Die Schwarz-Weißen spielen an diesem Sonntag also vermehrt über die Außenbahn, was zu einer eher unauffälligen Partie führte, in der Hierländer immerhin elf Zweikämpfe für sich entscheiden konnte. Nach einem langen Ball von Maresic ging er in ein Luftduell mit Walke und Ulmer, der Sturmspieler erwischte den Ball zuerst und setzte seinen Kopfball nur knapp am leeren Tor vorbei. In der Defensive leistete er sich einen beinahe fatalen Schnitzer, nachdem er zu weit ins Zentrum rückte, hätte Farkas völlig freistehend eigentlich den Ausgleich erzielen müssen.

Philipp Huspek– Note: 1,78

Huspek legt bislang einen fulminanten Saisonstart hin. Seine Leistungen waren bis dato immer überragend, auch in diesem Spiel startet er sensationell. Er läuft und arbeitet wie immer enorm viel für die Mannschaft. Die erste sehenswerte Aktion passiert in Minute 16: Huspek steckt auf Alar durch, doch ein Salzburger Gegenspieler kann den Ball gerade noch abfangen. Und in der 38. Minute geht die Show des Philipp Huspek weiter, er spielt mit der Ferse auf Thorsten Röcher, der die nächste Ecke für den SK Sturm rausholen kann. Auch wenn er in diesem Spiel nicht für entscheidende Impulse sorgen konnte, mit seinen Läufen ohne Ball riss er immer wieder Löcher in Salzburgs Defensive.

Deni Alar – Note: 1,83

Versuchte es in der 21. Minute von der Strafraummitte, doch der Ball verfehlte das Tor nur knapp. Augenblicke später fälschte er einen Distanzhammer von Maresic bewusst ab und lenkte den Ball dabei nur hauchdünn am Tor vorbei. Nur 10 Minuten später konnte er sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzen, und versucht es mit einem Kopfball, der das Kreuzeck nur knapp verfehlt. Er hat aber in der zweiten Halbzeit, wie schon im letzten Ligaspiel, genau das gemacht, was es zu machen gilt: Er stand im richtigen Moment an der richtigen Stelle und brachte den SK Sturm mit 1:0 in Führung! Deni machte in der 85. Minute für Philipp Zulechner Platz, die hohen Temperaturen und die vielen Meter ohne Ball machten sich bei ihm in der Schlussphase bemerkbar – bis zur seiner Auswechslung fightete er jedoch jedem Ball bedingungs- aber nie kopflos hinterher. War mit 5 Torschüssen der aktivste und auch gefährlichste Offensivspieler.

Peter Zulj – Note: 1,86

Wie schon zuletzt – unglaubliche Leistung des Neuzugangs! Seine Wechselpässe sind gezielt, scharf und zumeist in den Lauf des Mitspielers. Er geht, wie in den letzten Wochen, mit viel Risiko in die Zweikämpfe und gewinnt über 60% davon. In der 51. Minute versucht er sich selbst in der Offensive, doch sein Kopfball geht knapp über das Tor. Peter Zulj ist also ganz klar mit ein Faktor für den Erfolgslauf der Grazer! Die Salzburger wussten um Zuljs Stärken bestens Bescheid und engten den Bewegungsradius des zentralen Mittelfeldspielers stark ein – sobald Peter den Ball hatte wurde er gleich von mehreren Salzburgern überfallsartig attackiert. 

Jörg Siebenhandl – Note: 1,88

Solide Partie der Nummer Eins im Tor der Grazer. Hielt, was es zu halten gab und ließ sich auch nicht durch Salzburgs Pressing aus der Ruhe bringen. Er schaffte es als bislang einziger Torhüter dieser Saison, den Kasten gegen die Bullen aus Salzburg sauber zu halten und trug somit zum Erfolg seiner Mannschaft bei. Besonders auszeichnen konnte er sich bei einem satten Schuss von Haidara, den er mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenken konnte und in einer Eins gegen Eins-Situation mit Farkas, als er rechtzeitig aus seinem Kasten kam, um dem Salzburger den Winkel zum Tor zu schließen. Bei hohen Bällen schlichen sich wieder kleine Unsicherheiten ein, bei Ecken faustete er die Bälle souverän aus der Gefahrenzone. Bei einem Abschlag hatte er Glück, ein zu kurzer Ball in die Spitze wurde für ihn nicht zum Boomerang. 

Fabian Koch – Note: 1,90

Der gebürtige Tiroler holt in der 25. Minute den ersten Eckball für die Schwarz-Weißen heraus. Konnte während der gesamten Spielzeit in der Defensive überzeugen und sorgte mit Huspek auf der rechten Seite immer wieder für Gefahr. Spielte jedoch einige brenzlige Fehlpässe in der eigenen Hälfte, hier hatte er Glück, dass die Gegenspieler seine Fehler nicht nutzen konnten. Konnte dafür fünf gegnerische Pässe abfangen und zwei Bälle im Strafraum sichern. Vom ältesten Spieler von Sturm darf man sich aber ein wenig mehr Abgeklärtheit wünschen.

Charalampos Lykogiannis – Note: 2,22

Schon in der 15. Spielminute verlor der Grieche den Ball und musste ein taktisches Foul begehen, welches zu einer guten Freistoßmöglichkeit für die Gäste aus Salzburg führte. Nur zu selten konnte er seine Ideen am Spielfeld umsetzen. Nur 48,1% Passgenauigkeit und viele Ballverluste in der eigenen Hälfte markierten ein eher schwaches Spiel gegen einen Gegner, der für Lykogiannis einfach zu schnell war. Kam oft zu spät, verlor seine Gegenspieler aus den Augen, oder klärte nicht mit der letzten Konsequenz –  so auch schon früh im Spiel, als er den Ball an der Seitenlinie verlor und sich danach nur noch mit einem Foul aushelfen konnte, dadurch sah der Grieche schon früh in der Partie eine gelbe Karte.

Kurzeinsätze

James Jeggo – Note: 1,95

Wurde in der 74. Minute für Sandi Lovric eingewechselt, konnte in den letzten Minuten noch fünf Zweikämpfe gewinnen und somit noch einen wesentlichen Beitrag zum 1:0-Erfolg beisteuern. Beteiligte sich auch noch an einigen Konterchancen, konnte hier aber leider den letzten Pass nicht abschließen.

Christian Schoissengeyr – Note: 2,11

Kam in der 79. Minute für Philipp Huspek und durfte somit nach seinem Comeback am vergangen Wochenende auch endlich zu Hause in Liebenau wieder vor den eigenen Fans auflaufen. Ließ in den letzten Minuten nichts mehr anbrennen und klärte eine brenzlige Situation im eigenen Strafraum und half mit seiner Körpergröße gegen die hohen Bälle in den Strafraum der Grazer.

Philipp Zulechner – Note: 2,54

Schaffte es nach seiner Einwechslung für Deni Alar in der 84. Minute, die Offensive gefährlich zu halten. Mit seiner Frische konnte er die schlappe Abwehr der Salzburger wieder unter Druck setzten und die Gäste so am kontrollierten Spielaufbau hindern. Eine klärende Aktion im eigenen Strafraum war in den letzten Augenblicken der Partie nicht unwichtig. Provozierte in der Nachspielzeit auch eine Tätlichkeit von Caleta-Car, auch wenn Schörgenhofer diese nicht ahndete. 

 

Das SturmNetz-Team bedankt sich bei 400 eingegangenen Bewertungen und widmet unserem Man Of The Match, Dario Maresic, folgenden Song:

4 Kommentare

  1. Sturm-Echo sagt:

    Pooahhhhhhhhhh…schlechtester Wert 2,22…konnte das Match leider net sehen…die müssen ja gespielt haben wie aus einem Guss…GEIL!!!

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  2. fid82 sagt:

    War ne geile Partie!

    Ich bin gespannt, wer gegen LASK Hierländer ersetzt?

    Ich sehe keinen Spieler, der das könnte! Am ehesten würde ich Koch auf die Hierländer-Position ziehen und Schoissengeyr auf die Koch-Position stellen.

    Aber IMO haben wir keinen Potzmann/Hierländer-Ersatz. Links wäre es also das gleiche. Wäre Potzmann gesperrt/verletzt, würde ich Lyko vorziehen und einen IV (Puchegger, Spendlhofer) bringen!

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    • graz4ever sagt:

      Ja, Hierländer zu ersetzen wird sicher schwer, weil i find er is einfach irrsinnig wichtig für unser ganzes Spiel! Wird uns fürchte ich, einiges an Kreativität kosten, was man durch nen IV so net wiederkriegen wird..

      Bin echt gespannt, was sich Foda einfallen lässt, aber im Vergleich zu letzten Saisonen, hab i das Gefühl, daß wir uns auch da drüberkämpfen werden! Allerdings is für mich das Lask-Spiel, das gefährlichste Spiel bis jez..i kann keine genauen Gründe nennen, es is eher so ein Gefühl..wir dürfen jez einfach net nachlassen!!!

      Aber bin echt voller Zuversicht 🙂

      SturmGraz4ever

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  3. Aero Aero sagt:

    Für mich ist ganz klar Peter Zulj MotM! Nicht das ich es Maresic nicht gönnen würde, Leistungstechnisch ist für mich jedoch Peter Zulj höher zu bewerten.

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