Leichtfried: „Ein wichtiger Schritt wäre, dass alle Bundesligaklubs ein Frauenteam haben“

SturmNetz-Advent Tag 10 mit Jörg Leichtfried

Die „Stille Zeit“ ist nur anderswo wirklich still. SturmNetz.at geht im Advent in die Vollen! Wir lassen bis zum Heiligen Abend 24 Prominente zu Wort kommen und sprechen mit ihnen über Sturm, Fußball, Gott und die Welt. Der ehemalige Sportlandesrat und aktuelle Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, Jörg Leichtfried ist großer Anhänger der Blackys. Besonders die SK Sturm Graz Damensektion hat es ihm angetan.

Herr Leichtfried, zu allererst die Frage aller Fragen: Warum eigentlich Sturm, warum nicht GAK?

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Hallo?! Was ist das für eine Frage?!

Sie sind ja bekennender Fan der schwarz-weißen Damensektion und verfolgen die Spiele des erfolgreichen Teams immer wieder live in Messendorf. Wie und wann hat diese Liebe begonnen?

Das war, als ich Sportlandesrat war und die Damen zum ersten Mal spielen sah.

Trotz spannender Duelle und des ehrlichen, körperbetonten Fußballs verirren sich nach Messendorf oftmals deutlich unter 100 Besucher. Noch eklatanter ist die Tristesse auf anderen Plätzen. Im Spitzenduell SKN St. Pölten gegen Sturm kamen gerade einmal 77 Besucher zum Meister und Tabellenführer. Was muss geschehen, damit die Spiele für Besucher attraktiver werden?

Wichtig sind Fernsehübertragungen, etwa wenn das Nationalteam spielt. Das hat man heuer bei der Frauen-Europameisterschaft klar gesehen, wie viele Leute sich plötzlich dafür begeistert haben. Ich persönlich habe mich sehr darüber gefreut, dass damit dem Frauenfußball und den Sportlerinnen endlich mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde.

Sturms Damen sind seit dem Aufstieg für die Saison 2013/14 ein fixer Bestandteil der ÖFB-Frauen-Bundesliga. Aktuell gleicht die Meisterschaft aber einer Mehrklassengesellschaft, vor allem Meister SKN St. Pölten scheint in einer anderen Galaxie zu spielen. Was muss Ihrer Meinung nach geschehen, um Niveauunterschiede in der Liga auszugleichen, damit auch andere Teams um die Spitze mitspielen können?

Ein sehr wichtiger Schritt wäre, dass alle Bundesligaklubs ein Frauenteam haben.

Das Norwegische Frauen-Nationalteam ist das erste, das die gleich hohe Nationalteamprämie wie das Männerteam bekommt. Auch die Däninnen forderten zuletzt mehr Geld und traten deshalb kurzerhand in den Streik. Trotz der äußerst erfolgreichen Europameisterschaft gibt es für Spielerinnen hierzulande noch kaum etwas zu verdienen. Wie stehen Sie persönlich zu diesem Thema?

Ich finde das norwegische Modell gut.

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Was war für Sie Ihr persönlicher Magic Moment in der Geschichte des Sportklub Sturm?

Das war das 4:3 in der „Gruabn“ im Jahre 1985 gegen Innsbruck mit Europameister und Vizeweltmeister Hansi Müller.

Haben Sie selbst eine fußballerische Karriere hinter sich und haben Sie selbst einmal davon geträumt, für die Schwarz-Weißen in der Gruabn bzw. in Liebenau einzulaufen?

Ich war Handballer.

Mit welcher Persönlichkeit aus der langen Geschichte von Sturm hatten Sie den engsten Kontakt?

Am beeindruckendsten war für mich eine Begegnung mit Jahrhunderttrainer Ivica Osim.

Sie haben als Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie ein sehr hohes politisch vielfältiges Amt inne. Wenn Sie allerdings für einen Fußballverein arbeiten würden, welche Position würde Jörg Leichtfried dann besetzen?

Wo auch immer Hilfe notwendig ist.

Was wünschen Sie dem Sportklub Sturm für die Zukunft?

Ich wünsche dem SK Sturm Graz die Champions League-Teilnahme und den Meistertitel für die Herren und die Damen!

Wir danken für das Interview und wünschen noch eine schöne Adventzeit! 

 

 

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