Lauf, Forrest, Lauf!

Ein etwas anderes Spielerportrait

Es glänzt am Spielfeldrand. Zwischen den braunen Spuren kommen noch einzelne Grashalme zum Vorschein. Man hört es schnaufen, immer lauter nähern sich schnelle Schritte, man hält Ausschau, aber ehe man etwas sieht, spürt man nur einen Windstoß und es ist vollkommen klar, dass da ein absoluter Dauerläufer die Seite rauf- und runterkoffert.

Immer dem Ball hinterher. Der Gegner versucht schon wieder, den Ball in eine gefährliche Position zu bringen, aber irgendein Körperteil bringt dieser ominöse Außen noch dazwischen und spitzelt den Ball einem Mitspieler zu, läuft das Folgeangebot und wird schon wieder über das halbe Feld in die andere Richtung geschickt. Das ist doch nicht normal. Wird der Typ denn nie müde?

Nein.

Der durchschnittliche Fabian Koch ist 24 Stunden am Tag wach, aufmerksam und in Bewegung. Ein Fabian Koch schläft nicht, er wartet auf den Anpfiff. Wenn Fabian Koch den Ball in Richtung gegnerisches Tor drischt, dann aus vollem Lauf und mit 200 Stundenkilometern. Fabian Koch hat kein Interesse an halben Sachen. Fabian Koch spielt nicht halbherzig, sondern prügelt seine Schuhe in den Rasen und wetzt die Seitenlinie rauf und runter, bis der Schiedsrichter pfeift, weil es genug ist. Wenn Fabian Koch auf Tom Hanks trifft, ruft der ihm grinsend zu „Lauf, Fabian, lauf!“ Fabian Koch hat nur eine Glatze, damit er aerodynamisch einen Vorteil gegenüber den anderen Gegnern hat. Und sie ist frisch poliert.

Und ja, es ist wahr: Eddy Bosnar hat seine Karriere erst beendet, als er erfuhr, dass Fabian Koch statt ihm aus dem Bildrand geschossen kommen würde, um den Ball mit seinem rechten Gewehr von einem Bein entweder unter die Latte oder unter das Stadiondach zu zimmern. Das ist doch vollkommen egal, wohin, hauptsache die Kugel fliegt in einem abartigen Tempo weg vom eigenen Kasten. Er weiß es genauso gut wie alle anderen beim SK Sturm: Wenn auf einen Verlass ist, dann auf Fabian Koch. Da ist kein Anspruch vorhanden, irgendjemanden schlecht aussehen zu lassen. Da ist kein Anspruch, besonders elegant zu sein. Der Trainer sagt „mach rechts hinten dicht“, also ist das auch so. Oftmals vergessen Fans, dass es in Mannschaften neben Kreativspielern, Torschützen, Staubsaugern, Henkern und Kraken eben auch die verlässlichen Dauerbrenner braucht, die sich nicht für Rampenlicht und Aufsehen interessieren. Sie schwarteln einfach auf und ab und stellen ihren Eisenfuß zwischen Gegner und Tor. Sturm hat seit einiger Zeit so einen auf der rechten Seite. Man würde Fabian Koch oft gerne die Hand geben und kurz Danke sagen, aber es geht nicht. Der Typ ist entweder am Trainingsplatz oder am Spielfeld und macht das, was andere vielleicht auch öfter tun sollten: Er konzentriert sich auf seinen Job.

(c) Martin Hirtenfellner - Fotografie

© Martin Hirtenfellner – Fotografie

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5 Kommentare

  1. schmitz sagt:

    Na gsd . Danke Kochi das Verlängert hast

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  2. Goe Goe sagt:

    Ein absolutes Vorbild für die Jugend – an Typen wie Kochi sollten sich mehr orientieren! Danke dass Du da bist und bleibst! Ois für die Schwoazn!

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  3. Abo420 sagt:

    Das erfreuliche daran: GK ist bereit, aus den Fehlern der vergangenen Saison zu lernen.

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  4. realistic sagt:

    Hoffentlich kommt er wieder in Form.

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