(K)eine Abrechnung zum Abschied?

Zum Goldbrich-Interview auf Laola1.at

Wunder gibt es immer wieder: Gerhard Goldbrich sprach in dieser Woche mit Laola1.at per Dialog und zitierte diesmal nicht die üblichen, kuschelweichen Protagonisten nach Messendorf, sondern begab sich auf das harte Parkett. Ein kleines Resümee:

„Causa Leitgeb“:

Zur peinlichen „Causa Leitgeb“ wollte sich der (noch) General-Manager nicht (mehr) äußern. Ob nun eine mündliche Vereinbarung zu einer Vertragsfixierung abhängig vom Medizincheck, wie an und für sich üblich, als bindend zu werten ist, ist nach wie vor fraglich. Fakt scheint jedoch zu sein, dass der zumindest nationale Reputationsschaden vorhanden, wenn auch noch nicht messbar ist. Die Agentur von Mario Leitgeb betreut zumindest noch auch andere, junge Talente von Sturm Graz. Leitgeb selbst immerhin schaffte es noch mit einem Wechsel zum FC St. Gallen. Auch keine schlechte Wahl.

Aufschwung:

Zumindest sieht Goldbrich nach einem (glücklichen) Unentschieden und einem (unglücklichen) Cup-Ausscheiden bereits enorme Fortschritte. Bei einem Spieler trifft das auf alle Fälle zu: Daniel Offenbacher, der sich im Vergleich zum Herbst plötzlich sehr gut präsentiert, lieferte in beiden Partien des Kalenderjahres 2016 eine tadellose Leistung ab. Ob der im Sommer auslaufende Vertrag damit zu tun hat, oder ein vorliegendes Angebot für viel Geld aus Kasachstan, bleibt offen.

Einzug einer neuen Spielkultur:

Interessant wird es dann in der Diskussion mit dem unbefristeten General-Manager über die Spielweise: Ein Dreieraufbau soll es also werden, man will „zur richtigen Zeit“ attackieren und erst dann umschalten, ansonsten kompakt zurückgezogen stehen und reagieren. Für einen Laien klingt es etwas nach Walter-Schachner-Gedenkfußball, der bereits vor zehn Jahren einen Bart hatte. Vom hohen Ballbesitzanteil wird man sich dann wohl gegen Wolfsberg ein erstes Bild machen dürfen. Laut General Goldbrich wird zwischen den einzelnen Ebenen von der Kampfmannschaft bis hin zu den Akademien viel ausgetauscht. Schaut man sich jedoch ein Vorbereitungsspiel der Amateure im Winter an, so wird da relativ hoch attackiert, man spielt erfrischend mit zwei Deckspitzen und versucht den Gegner fußballerisch zu dominieren. Eigentlich ein genaues Gegenteil zu der Idee einer Spielanlage der Kampfmannschaft.

15-09-19 (12)

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Karriereplattform:

Der kritischen Sicht von Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Friedrich Santner weicht Goldbrich mit einer politischen Antwort aus. Er beruft sich jedoch darauf, wie viele Spieler bei Rapid von Rapid ausgebildet wurden. Es sind aktuell mit Leihspielern deren 12, im Sommer hat Rapid Wien drei ausgebildete Kicker um rund 1.5 Millionen Euro verkauft. Bei Sturm sind es aktuell, wenn man großzügigst den Austria-Schützling Sascha Horvath wirklich mitzählt, aktuell neun Spieler – wohlgemerkt inklusive Leihspieler. Rapid hält aktuell bei einem 25-Mann, Sturm bei einem 30-Mann Kader. Hier sieht man für die Zukunft, wie wohl unterschiedlich und argumentationsorientiert das jauksche „17+8“ Konzept ausgelegt werden kann. Immerhin präsentierte sich das gesamte Sturmumfeld ja auch bei „Tradition und Emotion“, „Karriereplattform“ oder „Ausbildungsverein“ als eher vergesslich oder schönredend. Bis zur nächsten Generalversammlung wird dann auch dieses Konzept vergessen sein, außer Sturm-Historiker Herbert Troger erinnert Präsident Jauk als offizieller Funktionär an die Iden dieses historischen Januars 2016. Auch wenn selbst dann noch nicht alle Würfen gefallen sind. Danach analysiert Goldbrich das Thema Karriereplattform so selbstreflektiert, wie man es sich beinahe erwartet hat: Damit seien nicht nur eigene Spieler gemeint, außerdem ist es ja auch nicht so, dass es seit 2012 kein Spieler geschafft hat. Da muss man Goldbrich recht geben. Beric, Kainz und Stangl sind gute Beispiele, dass es Ex-Sturm-Spieler bei Rapid schaffen können. Weiters sei es gut, wenn man prinzipiell ein bis zwei Spieler pro Jahr „hoch bringt“. Was er genau darunter versteht, bleibt dem Autor dieses Artikels im Verborgenen. Aktuelle noch verbleibende Jungspieler wie Andreas Gruber, Benjamin Rosenberger und Sandi Lovric waren unter Darko Milanic schon „oben dabei“. Dass man fünf Spieler nach Belek mitnimmt, die man dann mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum Sommer nie mehr im Kader sehen wird, bringt wohl keinem was für das Erreichen dieser Meilensteine.

Scoutingsystem:

Dann spricht Goldbrich vom Chefscout des 1. FC Kaiserslautern, der wohl aktuell aktiv mit Imre Szabics auch für Sturm tätig ist. Ob dies eine Leitgeb-/Jeggo Retourkutsche ist, kann nicht bewertet werden. Fakt scheint jedoch zu sein, dass Anastasios Avlonitis von einem in Graz bekannten Berater kommt. Er betreut Kamavuaka und Esser und war im Herbst dank Michael Madl kurzfristig ins Rampenlicht gerückt, als er den Kapitän aktiv den Löwen aus München angeboten hat. Zwar gab Madl an, diesen frommen Helenen gar nicht zu kennen, trotzdem sollte langsam daran gedacht werden, ihm in Graz als Dank und Anerkennung eine Akropolis zu errichten.  Aufgebaut im Drei-Säulen-System Wilson/Bruno/Avlo. Ob es nun ausgeklügeltes Scouting war, obwohl ein Spieler (ähnlich wie übrigens bei Lykogiannis) kaum spielte, oder doch eher ein Beraterfax, bleibt an dieser Stelle allerdings offen, lässt aber den entsprechenden, immer präsenten, Interpretationsspielraum. Des weiteren sei James Jeggo, gerade 24 Jahre alt geworden, ein junger Hoffnungsträger. David Schnaderbeck scheint so etwas nicht zu sein, obwohl er, etwas jünger als der Aussie, von Franco Foda ebenfalls noch immer als Talent bezeichnet wird.

17+8:

Das 17+8 Projekt wird mit Fortdauer der Fragestunde dann umformuliert. Die Akademie ist trotz aktivster Sturm-Beteiligung wohl in der Ausbildung zu schwach. Im Laufe des Interviews wird dann jedoch auf die hohe Anzahl von Junioren-Teamspieler hingewiesen. Irgendwo kneift sich da der Esel ins Ohr. Auch die beschriebenen Eigenschaften wie Mentalität, Siegeswille, Einstellung oder Trainingsfleiß wirken wie eine Aneinanderreihung von Eigenschaften mit Fußballbezug, auch wenn sie sich gegenseitig aufheben oder dasselbe aussagen. Die Frage, ob Transferflops, wie schon so oft in den letzten vier Jahren getätigt, wurde etwas vermisst. Jedoch kann sich eigentlich jeder die Antwort selbst geben. „Da wo gearbeitet wird fallen natürlich auch Späne, das ist in der Gastronomie zum Beispiel auch so, daher auch im Fußball. Man darf aber auch Transfers von Djuricin, Esser oder natürlich auch Kamavuaka nicht vergessen.“ Efcharisto!

Aufgabenspektrum:

Das Aufgabenspektrum des Generals ist groß. „Rund 70% seiner Zeit“, so der unbefristete Sportdirektor, „opfert“ er für sportliche „Dinge“, wie er selbst zugibt. Die Themen Fanmanagement, Sponsoring, Marketing, Personalführung, Infrastruktur oder auch Traditionelles dürfen da schon einmal zu kurz kommen. Der offenen Frage, weshalb es zur Spaßjobeinschaltung im Spätherbst kam und warum die regelmäßigen Treffen mit den Fanvertretern (wohl) nicht mehr stattfinden, gibt Goldbrich keine klare Antwort. Es sei zumindest nicht gestritten geworden. Die Schuld an der massiven Kritik, welcher sich nicht nur im Zuschauerschwund zeigt, macht Goldbrich also weniger an sich oder Foda fest, mehr an der Champions-League-Zeit. Auch beispielsweise unter und mit Mischa Petrovic war die, nennen wir es, Gesamtstimmung besser (trotz drohenden Konkurses), tut aber wohl weniger zur Sache. Dass jedoch Integrationsmöglichkeit, Sympathie, positive Medienarbeit über „Krone“ und „Kleine-Zeitung“ hinaus oder ein Grundsatzvertrauen in die Aussagen des Präsidenten schlicht weg fehlen, ist wohl nicht nur der „Champions-League-Generation“ ein Dorn im Auge. Goldbrich wünscht sich dagegen, als Ablenkungsmanöver (?), eine Rückkehr eines natürlichen Gegners (?), wo sich die (Champions-League-)Fans (?) auf das Singen konzentrieren können (?). Aha.

Ausblick:

Eine Medienanalyse oder eine präsidiale Auswertung macht Goldbrich abschließend nicht. Jedoch eine, weitestgehend betrachtet, Selbstanalye. „Sturm macht eine super Arbeit, aber sie wird nicht anerkannt.“ Alles klar. Abschließend kann man nur hoffen, dass diese Früchte namens „Super-Arbeit“ nach vier Jahren (so lange hatte Goldbrich nämlich mittlerweile Zeit) von dem ante portas stehenden neuen Sportdirektor geerntet werden können. Auch wenn dieser in jüngster Vergangenheit inaktiv war und man ihm ein ambivalentes Verhältnis zu Sportchef Foda nachsagt, wurde er nicht nur beim Cup-Spiel im VIP-Klub gesichtet. Aus dem Vorstandsumfeld ist zu entnehmen, dass man wohl schon sehr weit ist. Vermutlich, damit Goldbrich seine Zwei-Drittel-Mehrheit von sportlichen „Dingen“ sinnvoller nutzen kann, um vielleicht künftig endlich anerkannt zu werden. Wir wünschen es ihm.

 

18 Kommentare

  1. hutab sagt:

    Also, der Punkt auswärts war nicht „glücklich“, wie Ihr schreibt. Ja, in letzter Minute, aber angesichts der Geschehnisse und des Spielverlaufs könnte man mit nur wenig gutem Willen von einem „mehr als verdienten“ Punkt sprechen.

    0

    • dawuede Sebastian En sagt:

      Hallo hutab! Danke für den Kommentar. Ich nehme es mir kurz heraus dem Autor vorzugreifen: Glücklich bzw. verdient. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Man kann einen Punkt mit Glück holen, was aber noch lange nicht heißt dass er unverdient ist 😉

      5+

  2. Aero Aero sagt:

    In der Saison 2003/04 wurde der Nichtabstieg, wie ein Meistertitel gefeiert!

    Da kommen Erinnerungen hoch, auch das Spiel unter Petrovic war im Gegensatz zum heutigen Foda Spiel eine Augenweide.

    Obwohl man fairerweise auch dazu sagen muss, auch Franco Foda hatte seine Zeit beim SK Sturm.

    2+

  3. Juran Juran sagt:

    Ich hoffe das es mit Schupp klappt, seit Jahren wünsche ich mir das man ihn irgendwie bekommen kann.

    Er ist nämlich diese beste Option, er hat Erfahrung gesammelt bei größeren und vergleichbaren Vereinen wie Sturm Graz, ist nirgendwo wirklich gescheitert hat aus Kampl innerhalb von ein paar Wochen einen Millionen Transfer gemacht.

    Und das wichtigste bei Sturm um zu überleben er hat eine Sturm Vergangenheit und ist sehr gut verhabert im Verein, jeder der diese Voraussetzung nicht hat bekommt sowieso keine Chance bei Sturm.

     

    2+

    • Rene90 sagt:

      Ja genau, noch ein Deutscher und die Zukunft wird dann bis ca 2025 so ausschauen: zuerst Verlängerung mit Foda bis 2220, dann wird wieder mit Schupp verlängert, anschließend verlängert Schupp wieder den Vertrag mit Foda bis 2025 !!!
      Bravo, dann sind die nächsten 10 Jahre gesichert, dass kein neuer junger Trainer mit den jetzigen neuen Trainingsmethoden bzw neuer Spielphilosophie kommt. 10 Jahre Sicherheitsfußball stehen uns dann bevor. Danke nein zu Schupp, als Sportdirektor brauchen wir eine Person, die Foda auch Parole bieten kann

      1+

    • Juran Juran sagt:

      Was hat das damit zu tun das er Deutscher ist ?

      Schupp ist Vollprofi und das hat er auch in der deutschen Liga bewiesen in dem er überall seine Meinung vertreten hat egal ob diese unbequem war, wofür er auch entlassen wurde.

      Das gleiche würde er auch bei Sturm tun selbst wenn Foda einer seiner freunde ist wie viele aus der CL zeit. Für ihn zählt nur die Leistung und sonst Garnichts im Fußball Geschäft, er ist Vollprofi und nicht so einer wie GG oder andere in Österreich für die die Beziehung zu jemanden wichtiger ist als alles andere.

      Schupp ist das beste das Sturm passieren könnte.

       

       

       

      1+

    • Rene90 sagt:

      glaubst wohl das Weihnachten und Ostern auf einen Tag fällt. In diesem Geschäft tut man sich dann nicht weh, sondern inszeniert max dann eine Geschichte für die Medien !!! Der Weitblick hinter den Kulissen schaut eben anders aus und noch dazu eine Frage: wer soll denn dieses Gehalt bezahlen, oder glaubst du er gibt Sturm einen Bonus in Form eines Nachlasses weil seine Frau in Graz lebt? Dann träume weiter !!!

      0

    • Juran Juran sagt:

      Bitte, GG meinte im Laola Interview das man rund 5 Mio. an Transfer Geld eingenommen hat, also müsste locker das Geld für einen Sportdirektor marke Schupp da sein. Vor allem weil sich so eine Sportdirektor von selbst finanziert.

      Und wie ich schon sagte Schupp ist Vollprofi und niemand der sich selbst und seine Freunde bereichern will.

      2+

  4. Blacky575 sagt:

    Manche Aussagen im Interview sind wirklich sehr wirr, manche Nichtssagend und manche einfach aus gekränkter Eitelkeit heraus.

    Bei Offenbacher gebe ich ihm Recht. Gute Partie. Sollte man aber nicht überbewerten. War ja schon des öfteren ganz anders.

    Dafür hinkt der Vergleich mit den Eigenbauspielern bei Rapid gewaltig. Bevor man so was sagt sollte man besser Bescheid wissen.

    Es nützt auch nichts pro Jahr 2 Jungspieler in den Kader aufzunehmen aber nicht zu integrieren. Nur auf der Kaderliste zu stehen bringt nichts, die müssen auch mal eingesetzt werden. Wobei ich unsereem GM recht gebe, nur junge gehen auch nichts. Aber das ist jedem klar, fordert ja auch keiner. Warum der GM glaubt das wir nur mit jungen Eigenbauspielern antreten wollen weiss ich nicht.

    Das Scoutingsystem bringt seit Jahren nichts oder viel zu wenig. Weiss aber nicht ob das Scouting schuld ist oder vielleicht nur von FF übergangen wird und er seine eigenen Vorstellungen von Transfers hat und durchsetzt.

    Die Fans brauchen also einen „natürlichen Gegner“ damit man sich aufs singen beschränken kann? Selten so einen Schwachsinn gehört. Die Kritikpunkte intern bleiben ja trotzdem die gleichen. Oder glaubt der GM wenn die Fans nur durchsingen haben sie keine Zeit mehr gewisse Dinge kritisch zu hinterfragen? Der Begriff was ein „natürlicher Gegner“ sein soll muß er mir auch noch verraten. Rivalität (falls er das meint) gibts doch mit Rapid genug.

    Und dann noch mit Aussagen zur CL-Zeit kommen. Natürlich erinnert man sich gerne zurück. Das heisst aber nicht das man solche Erfolge derzeit einfordert. Die Fans fordern einfach ordendliche Strukturen und ehrliche profesionelle Arbeit in allen Bereichen um das bestmögliche (nicht ewiges Ziel 4. oder 5.Platz) herauszuholen und attraktiven Fussball mit gesunder Altersstruktur.

    Zum Schluss wieder die Ansage die man von der GV kennt. Bei Sturm ist alles super, es wird toll gearbeitet, aber warum zum Teufel wollen die bösen Fans das nicht ohne zu hinterfragen annerkennen.

    2+

  5. Neukirchner sagt:

    Der Sturmfan ist ja per se genügsam. Und Zuschauerzahlen der beste Indikator. Unter Petrovic hatte man das Gefühl, es geht voran und es werden nicht nur hohle Phrasen rausgehauen. Bei 5000 Besuchern bei fast 7000 verkauften Dauerkarten sollte doch endlich ein Warnsignal sein.

    4+

    • black_aficionado sagt:

      Als Warnsignal kann man das aber vermutlich nur wahrnehmen, wenn man nicht der Meinung ist, dass die Fans ohnehin nur undankbar sind. Respektive man die Beziehung zu seinen „Kunden“ nur frei nach dem Motto: „Hände falten, Gosch´n halten“ pflegt…

      Man braucht auch nicht großartig trotzig sein, factum est der General ist seit 4 Jahren im Amt und es gibt de facto – bis auf ein paar Modernisierungen im Online Auftritt – null Fortschritt. Keine Karriereplattform, keine großen Sprünge beim Finanziellen, sportlicher Nihilismus in Liebenau, Nachhaltigkeit nicht erkennbar, etc etc. – man kann das natürlich alles damit abtun, dass sich die Erfolge so einer Entwicklung erst einstellen müssen, aber mir kann kein Mensch erzählen, dass (wirklich) gute Arbeit über 4 Jahre unbemerkt bleibt um dann plötzlich irgendwann, irgendwo erkennbar zu werden und auf einmal ein Rädchen ins andere greifen zu lassen.

      1+

  6. wama sagt:

    ich bin auch alles andere als ein goldbrichfreund, aber eines ist klar: irgendwie ist dieser mann in dieser position absolut bedauernswert.

    ein beispiel: egal wie sehr er sich auch bemüht, ja selbst wenn er mal den einen oder anderen guten transfer an land zieht( zB. djuricin, lyko, wahrscheinlich avlonitis,…), es reicht uns fans nicht, es könnte immer noch besser sein, oder für ihn noch trauriger, selbst gute transfers verstellen doch nur unseren eigenen jungen die perspektive…

    ich will damit sagen, dass wir fans unglaublich kritisch geworden sind, sehr wohl noch immer der erfolgreichen osim/kartnigzeit nachhängen und ansprüche an den verein haben, die nur schwer zu erfüllen sind. die medienlandschaft hat sich durch das internet unglaublich verändert, jeder kann heute mehr oder weniger anonym seinen gedanken und frust in diversen foren freien raum lassen. der fan kommt somit wesentlich kritischer rüber, man stachelt sich gewissermaßen gegenseitig auf und verurteilt so gut wie alles und jeden. für einen club wie sturm, heißt das, nahezu gläsern geworden zu sein, sich so gut wie keine fehler mehr erlauben zu dürfen,…stellt euch mal vor, wie sich das bei einem selbst anfühlt, wenn man ständig unter dauerbeobachtung steht und alles, was man macht, irgendwie hinterfragt oder kritisiert wird.

    kllar gibt es bei anderen vergleichbaren clubs das eine oder andere, was die besser machen, wo sie uns voraus sind, wo sie erfolgreicher arbeiten. die frage ist nur, wie lange schaffen sie das, erfolgreich damit zu sein, welche budgets haben sie dafür zur verfügung,…

    sturm ist seit jahren schuldenfrei, hält sein budget in für österreich, vor allem graz annehmbarer höhe, hat seit dem konkurs nichts mit dem abstieg zu tun, arbeitet mit den sich auftuenden mitteln zumindest halbwegs erfolgreich, auch wenn natürlich einiges deutlich besser laufen könnte.

    der anspruch sturms können keine titel sein – die können sie sich so und so nicht leisten, wie die vergangenheit lehrte, weil nach diesen immer der wirtschaftliche zusammenbruch kam, vielmehr ab und an oben mitzuspielen, junge eigene und fremde talente weiter zu entwickeln, den einen oder anderen halbwegs guten routinier als führungsspieler zu bekommen und letztlich mit eben diesen jungen geld zu verdienen, nicht mehr und nicht weniger. ob der trainer da foda, petrovic oder beispielsweise tuchel heißt, spielt nur insoferne eine rolle, als das der eine oder andere den einen oder anderen jungen früher ins kalte wasser werfen würde, denn ein schlechter oder erfolgloser trainer ist keiner der genannten, jeder hatte seine erfolge, jeder würde am liebsten mit nur jungen spielen, wenn das die lösung schlechthin wäre.

    ob ein schupp etwas besser macht als ein goldbrich, dem man zumindest sein bemühen und manche (transfer-)erfolge zugestehen darf, ich glaubs nicht, einzig ein klein wenig mehr internationaler touch würde bei uns einkehren und eventuell der eine oder andere deutsche transfer mehr bei uns landen – brauchen wir das wirklich, zumal der sicher keine billiglösung wäre?

    ich würde einen hörmann fürs sportliche zurückholen vom verband, goldbrich den rest erledigen lassen – auch wenn und weil foda mit dieser starken persönlichkeit damit sicher keine freude hätte…

    und nun könnt ihr über mich herziehen.

     

     

     

    2+

    • black_aficionado sagt:

      Mein Senf zu deinen Punkten:

      Zu den Transfers: Wenn man ein Scouting implementiert (und dieses bei jeder sich bietenden Gelegenheit lobt), dann darf man schon eine niedrige Flop-Quote erwarten (wenn man sich die Parade der Spieler in der Ära Goldbrich anschaut…).
      Ansonsten kann man sich das Geld sparen und das gleiche machen wie bisher, sich auf von Berater angebotene Spieler konzentrieren, diese testen und… oh wait, klingt nach wie vor bekannt!

      Zur Situation um den Verein: Es wurden in der Vergangenheit schlimmste Fehler begangen, stimmt. Das Nicht-Wiederholen dieser als Erfolg zu verkaufen, ich weiß nicht?!
      Sturm hat/hätte vom Fanpotenzial in Österreich die 2.Position inne. Das Grazer Umland ist wirtschaftlich auch kein ganz Armes, Erfolgloses. Ich weiß auch – und das empfinde ich nach wie vor als riesengroße Sauerei, Wettbewerbsverzerrung und Frechheit – dass die öffentliche Hand in Wien reinbuttert was nur geht, aber wenn man den Fakt mal außen vor lässt und sich anschaut was die Austria und Rapid strukturell und wirtschaftlich die letzten Jahre auf die Beine gestellt haben, das ist die Richtung in die es gehen müsste!

      Zum Trainer: Genau das macht mMn den springenden Unterschied! Wenn ich als Verein finanziell nicht vom Fleck komme und sportlich stagniere…Sprich, ich eigentlich nur ein Szenario habe mich zu steigern (das ist eben die Ausbildung und der Verkauf junger Talente), dann MUSS ich Verantwortliche installieren die diese Idee zu 100% mittragen und den Verein (bzw die Mannschaft) dahingehend ausrichten!
      Und zum Thema kaltes Wasser, bitte berichtigt mich, aber ein Franzl hat noch NIE einen Jungen ohne Not ins kalte Wasser geworfen!

      Zum Hörmann: JA! Zusammen mit dem Franco (mit vielen Streitereien), haben die 2 damals bewiesen, dass es auch ganz anders gehen kann, wenn die Situation schier aussichtslos ist.
      Und Hörmann hat damals `08 schon erkannt, dass er professionelle Strukturen braucht!
      Zum Schluss: Warum sollte jemand über dich herziehen? Das ist eine andere, völlig legitime, Sichtweise und das gehört respektiert, damit man sachlich darüber diskutieren kann!

      1+

  7. Rene90 sagt:

    @wama
    ich beginne gleich einmal und haue gleich mal richtig drauf: dein Kommentar einfach sachlich und ohne Untergriffe (nicht wie hier meistens üblich) von mir bekommst das Prädikat „einzigartig – sensationell – RÖMISCH 1“
    können jetzt über 2 herziehen :-)))))

    weil dein Statement auch richtig gut tut, setze ich für Goldbrich noch einen drauf, er wird uns im Frühjahr mit einer positiven Meldung überraschen

    2+

    • wama sagt:

      @rene90

      nettes kompliment – danke schön!!!

      schön, dass es hier auch fans gibt, die mit etwas sachlicheren postings zufrieden sind…

      du scheinst wie immer schon wieder gut informiert zu sein – handelt es sich dabei um positive meldungen am spieler/trainersektor, puncto sponsoren, stadion,… zumindest eine allgemein gehaltene antwort wäre interessant.

      @black aficiondo

      fein, dass dir bei all dem frust zumindest die hörmannidee nicht gegen den strich geht…

       

      1+

  8. Rene90 sagt:

    – Stadion ist Politik, da halte ich mich raus
    – Sponsoren ist Sache der Verantwortlichen des Vereines wie auf der GV im Jäger gewählt
    – Verlängerung von Foda sehe ich nicht unbedingt als positive Nachricht zu so einem frühen Zeitpunkt

    hoffe alles beantwortet zu haben :-))))

    1+

    • Neukirchner sagt:

      Bleibt nur noch die bevorstehende Installierung eines SD….

      1+

    • wama sagt:

      ok, danke für die „Infos“.

      hatte schon gehofft, da käme etwas tatsächlich Erfreuliches…sieht aber wohl danach aus, als bliebe alles wie gehabt.

      Positiv betrachtet arbeitet man quasi an der kontinuierlichen Weiterentwicklung des eingeschlagenen Weges…mal sehen, ob er tatsächlich erfolgreicher wird und man aus seinen Fehlern gelernt hat.

       

      0

Schreibe einen Kommentar