Kein Sieger im Steirer-Duell

Spielbericht: TSV Hartberg vs. SK Sturm Graz (1:1)

Sturm Graz meldet sich nach missglücktem Auftritt am Donnerstag im internationalen Geschäft in der heimischen Bundesliga mit einem Unentschieden gegen den TSV Hartberg in der Bundesliga zurück. Somit schafften es die Grazer im letzten Spiel des Grunddurchgangs nicht ganz, mit dem Liga-Primus aus Salzburg Schritt zu halten. Den Oststeirern gelingt es auch im fünften Spiel in Folge nicht, die Landeshauptstädter aus Graz zu bezwingen. Nichtsdestotrotz dürfen sie sich am heutigen Tag freuen, denn sie sichern sich nach 22 gespielten Runden gemeinsam mit Salzburg, Sturm, dem LASK, Rapid und Austria Klagenfurt einen Platz in der oberen Tabellenhälfte, der Meistergruppe.

Christian Ilzer brachte im Vergleich zum letzten Spiel vier Veränderungen auf den Spielberichtsbogen. Wie schon gegen Rapid soll es im Sturm das „Danish Dynamite Duo“ William Bøving und Mika Biereth richten. Erstgenannter hatte die Aufgabe, den schwerwiegenden Ausfall von Manprit Sarkaria zu kompensieren. Der Dauerbrenner im Mittelfeld, Jon Gorenc Stankovic, fällt aufgrund einer Sperre aus. Für ihn läuft Niklas Geyrhofer auf. Die verbleibenden zwei neuen sind Max Johnston und Alex Prass. Auf Hartberger Seite bringt Markus Schopp drei Änderungen in seiner Startelf. Maximilian Entrup kehrt zurück in den Sturm, Dominik Prokop füllt die Position im linken Mittelfeld und Maximilian Fillafer darf sein Startelfdebüt im rechten Mittelfeld geben.

Beide Mannschaften wirkten in den ersten Minuten schon hellwach, konzentriert und voller Tatendrang. Auch die zahlreich angereisten Sturm-Fans waren schon auf Temperatur zu kommen. William Bøving wurde an der Strafraumkante gelegt, doch Schiedsrichter Sebastian Gieshamer würdigte der Situation keinen Pfiff. Im Gegenzug fand ein langer Pass in die Spitze nicht seinen Abnehmer, sondern konnte von Sturm-Schlussmann Vítězslav Jaroš geklärt werden. Die Anfangsphase war geprägt von vielen Zweikämpfen und ziellosen, hohen Bällen. Otar Kiteishvili, der heute die Kapitänsbinde tragen durfte, hatte in Minute 14 die erste nennenswerte Torchance. Ein langer Schnegg-Einwurf wurde perfekt von einem Hartberg Verteidiger verlängert, Sturms Zehner hielt voll drauf und zwang Raphael Sallinger zu einer Glanzparade. Die Schwoazen bemühten sich, ihr gewohntes Offensivpressing auszuführen, was der Heimmannschaft allerdings auch Räume zum Kontern gab.

(c) SturmNetz

Doppeltes Glück für Sturm

Der erste Eckball des TSV Hartberg brachte eine VAR-Überprüfung mit sich. Donis Avdijaj brachte das Spielgerät scharf zur Mitte, wo David Schnegg den Ball, mit der Hand streifend, zum nächsten Eckball klärte. Schiedsrichter Gieshamer entschied sich nach On-Field-Review gegen einen Elfmeterpfiff. Vermutlich aus dem Grund, dass Schnegg aus kürzester Distanz von Maximilian Entrup angeschossen wurde. Ähnliche Situationen wurden in der Vergangenheit aber schon mit Strafstoß bewertet.

Es folgten noch zwei Eckbälle, die nichts einbrachten. Den dritten in Serie konnte Jaros leicht herunterpflücken und versuchte, den Ball lang und weit nach vorne zu schießen. Linksverteidiger Manuel Pfeifer ließ die Kugel einmal aufprallen, köpfte dann aus kürzester Entfernung zurück auf den herauslaufenden Tormann Salinger, der nicht mehr klären konnte. Der mitgelaufene William Bøving stand plötzlich frei vor dem Tor und musste nur noch einschieben. Ein schwerer Patzer der TSV-Defensive, der den Grazern die 1:0 Führung bescherte. 31 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.

(c) SturmNetz

Infolgedessen entstand eine kleine Druckphase von Sturm. Den Bemühungen der Hartberger tat dies aber keinen Abbruch. In Minute 38 musste Alexander Prass einen weiteren langen Ball in Richtung Maximilian Entrup als letzter Mann noch mit einer starken Grätsche klären. Wenige Augenblicke vor dem Pausenpfiff ein ungestümes Einsteigen von Geyrhofer gegen Kapitän Heil. Der Freistoß, ausgeführt von Dominik Prokop, war ebenso wenig gefährlich wie die bis dahin getretenen Standards. Somit konnte der SK Sturm in einer ausgeglichenen Partie als Führender den Gang in die Kabine antreten.

Hartberg kommt zurück

Beide Mannschaften betraten ohne Wechsel das Spielfeld zu Beginn von Hälfte zwei. Der Spielfluss wurde prompt durch ein Foul von Geyrhofer an Sangare unterbrochen. Hartbergs Nummer 45 konnte nach kurzer Behandlung ohne Probleme weitermachen. In der 54. Minute erspielte sich Sturm eine gefährliche Ecke, bei der zunächst Geyrhofer an Salinger und dann Affengruber an der Querlatte scheiterte. David Schnegg bekam zwei Minuten später den ersten gelben Karton des Spiels präsentiert. Eine kleine Schrecksekunde gab es kurz darauf für Otar Kiteishvili, der in einem Zweikampf umknickte. Glücklicherweise blieb diese Aktion ohne Folgen. In der 62. Minute meldeten sich auch die Hartberger zurück im Spiel. Sie nutzten Sturms Unkonzentriertheit durch einen schnellen Einwurf auf der rechten Seite aus. Entrups Schuss verfehlte den kurzen Pfosten knapp. Nur wenige Augenblicke später die nächste brenzlige Aktion im Strafraum Sturms, die gerade noch rechtzeitig geklärt werden konnte. Der TSV Hartberg wirkte in dieser Phase bissiger und willensstärker in den Zweikämpfen. Sturm wusste sich in letzter Instanz des Öfteren nur mit Fouls zu helfen. Die gelben Karten saßen bei Schiedsrichter Gieshamer nun auch etwas lockerer, Lavalee und Johnston hatten binnen kurzer Zeit jeweils eine gesehen. Ein weiteres Vergehen durch David Affengruber führte zu einem Freistoß in der Nähe der linken Strafraumkante. Ex-Blacky Donis Avdijaj legte sich den Ball zurecht und netzte zum 1:1 Ausgleich. Otar Kiteishvili fälschte den gut getretenen Ball noch unglücklich ab, sodass Schlussmann Jaros nicht mehr retten konnte.

Keine Treffer in der Schlussphase

Beinahe im Gegenzug hatte William Bøving die Chance, sein zweites Tor zu erzielen. Aus kurzer Distanz spitzelte er den Ball am Kasten vorbei, ohne den mitgelaufenen Biereth zu beachten, der sich fürchterlich ärgerte. Sturm wollte den Sieg unbedigt, warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne. Christian Ilzer brachte zuerst Gazibegovic für Johnston und wenige Minuten später Wlodarczyk und Camara für Biereth und Lavalee. In der 84. Minute hatte Szymon Wlodarczyk nach idealer Schnegg-Flanke die Führung auf dem „Kopf“. Sein Versuch landete im Außennetz. Die absolute Schlussphase war geprägt durch Wechsel-Rochaden und ein Hartberger Team, welches für das gemeinsame Ziel, das Erreichen der Meistergruppe, leidenschaftlich kämpfte. Die Grazer schafften es nicht mehr, das Abwehrbollwerk zu durchbrechen und mussten die Heimreise mit einem Punkt antreten.

8 Kommentare

  1. Beutelspecht sagt:

    Das Positive ist, ob jetzt ein oder zwei Punkte Rückstand auf Salzburg ist relativ egal. Entscheidend sind die letzten 10 Spiele. Das Negative ist, dass die Leistungskurve bei vielen Spielern stagniert oder nach unten zeigt. Aber ich lasse mir trotzdem die Hoffnung nicht nehmen. Auf geht’s Sturm Graz. Wir können das heuer schaffen.

  2. Ennstaler sagt:

    Gegen die Austria hätten sich die Bullen im MPO schwerer getan als gegen Hartberg. Und Hartberg entwickelt sich immer mehr zu einem Angstgegner von Sturm.

  3. fid82 sagt:

    Ich bin für nächste Saison pro Demaku als JGS-BU!
    Serrano hat sich nicht empfohlen und Demaku macht seine Sache nicht schlecht bei Altach.

    • Ennstaler sagt:

      Das Fehlen von Stankovic (Sperre) hat man gestern deutlich gemerkt.

    • Melvinuss sagt:

      @ Ennstaler: Seh ich nicht ganz so. Natürlich ist Stanko 1:1 nicht zu ersetzen. Aber Geyr hat meiner Meinung nach erneut eine sehr gute Partie gemacht. An ihm ist es sicher nicht gelegen 😉

  4. Nimrod sagt:

    Mit Serrano dürfte man wirklich nicht mehr planen. Wenn schon der Geyr statt ihm auf der 6 spielt, obwohl er nicht verletzt ist…

    • Melvinuss sagt:

      Denk ich auch, er hat bis heute leider nicht wirklich überzeugt. Gegen Hartberg war er jedoch tatsächlich krank

    • Nimrod sagt:

      Echt, war er? Ich war die Nacht vorm Spiel zufällig im gleichen Hotel wie das Team und beim Frühstück wirkte er eigentlich topfit!

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