„Ich denke, dass ich mich schon gut etabliert habe“

SturmNetz im Chat mit Maria Plattner.

Seit dieser Spielzeit trägt Maria Plattner die Rückennummer sechs bei den SK Sturm Graz Frauen und stellt sich im Mittelfeld gemeinsam mit ihrer Kapitänin und Kollegin vom U19-Nationalteam Celina Degen den Gegnerinnen in den Weg. Obwohl der Neuzugang körperlich nicht sehr groß ist, hat Maria Plattner es in kürzester Zeit geschafft, ein wesentlicher Bestandteil des Spiels der Grazerinnen zu werden. Mehrere schöne Weitschusstore später und rund drei Monate nach ihrer Ankunft in Graz, stellt sich die Tirolerin nun zum ersten Mal den Fragen im bereits bekannten SturmNetz-Chatformat.

In kurzen, knappen und überlegten Antworten schildert Plattner, die besonders schnell von Defensive auf Offensive umschalten kann, wie es für sie war, beim zweitgrößten Frauenfußballverein des Landes anzukommen, wer ihr fußballerisches Vorbild ist und was ihre Ziele für die Zukunft sind. Ambitioniert erscheint Plattner auf jeden Fall, ist sie doch dafür, dass sie Jahrgang 2001 ist, nach dem FC Bergheim und Wacker Innsbruck nun bereits bei ihrer dritten Station in der österreichischen Bundesliga.

Maria Plattner bekommt Post bei Email für dich | Foto: Benjamin Vollmann

SN: Hallo Maria. Bist du gut angekommen? Was war die größte Umstellung?
MP: Die größte Umstellung für mich war natürlich die Entfernung zu meiner Familie, dennoch konnte ich mich gut in die Mannschaft hineinspielen und ich denke, dass ich mich schon gut etabliert habe. Meine Mitspielerinnen haben mich sehr gut aufgenommen.

Wir nähern uns mit großen Schritten der Halbzeit der Meisterschaft. Was waren deine bisherigen Highlights?
Mein persönliches Highlight war die Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League in Riga gleich zu Beginn der Saison. Ich konnte dort viele Erfahrungen sammeln und auch als Team sind wir immer enger zusammengewachsen. Aber auch der positive Saisonstart gegen Neulengbach war ein Highlight.

Nach deinen bisherigen Leistungen muss man sagen, du bist mit Celina Degen wohl das Um und Auf im schwoazen Umschalt- & Offensivspiel. Warum ergänzt du dich mit deiner Kapitänin so gut?
Grundsätzlich denke ich, dass Celina und ich uns sehr gut ergänzen, weil wir schon seit einigen Jahren zusammen trainieren und nicht nur bei Sturm Graz sondern auch im Nationalteam zusammen am Platz stehen.

Jetzt gab es gegen Altenmarkt diese bittere Niederlage, aber auch postum die wichtige Reaktion gegen Horn (samt abermaligem Tor von dir) – Ist der Vize-Titel trotzdem erreichbar?
Unser Ziel ist es, die Herbstsaison mit einem Sieg abzuschließen und uns nach der Winterpause bestmöglich auf die Frühjahrssaison vorzubereiten. Wir denken von Spiel zu Spiel und werden dann sehen, was am Ende der Saison herausschaut. Wir werden sicher nie aufgeben!

Wann dürfen eure Fans realistisch gesehen auch mal auf den Meistertitel hoffen?
Wie schon gesagt versuchen wir uns von Spiel zu Spiel zu verbessern und am Ende der Saison wird sich das Ergebnis zeigen. Aber natürlich wollen wir uns von Jahr zu Jahr zu steigern.

Was sind deine persönlichen Ziele? Meistertitel mit Sturm, U19-EM, oder so bald wie möglich in eine der Topligen?
Zurzeit spiele ich bei Sturm Graz und im U19 Nationalteam, deshalb gilt meine Konzentration in den nächsten Monaten auch diesen Aufgaben. Aber natürlich möchte ich mich auch individuell weiterentwickeln und mich selbst fordern.

Zusammen mit Celina Degen (rechts) ist Maria Plattner (links) das Um und Auf im schwoazen Spiel | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Apropos Topligen – Wer ist gerade dein fußballerisches Vorbild?
Das ist Rose Lavelle. Sie ist eine sehr wendige und auch technisch starke Mittelfeldspielerin mit der ich mich sehr gut identifizieren kann. (Anm. Rose Lavelle (*1995) ist seit Juli amtierende Weltmeisterin mit dem USWNT und spielt bei Washington Spirit in der US-Liga)

Kannst du dir vorstellen, wenn du dir ein gewisses Standing erarbeitet hast, in Interviews und öffentlichen Auftritten auch so vehement für die Gleichberechtigung der Frauen einzutreten, wie es Spielerinnen in anderen Ländern machen?
Grundsätzlich denke ich, dass der Frauenfußball immer mehr Ansehen erlangt und ich die Spielerinnen, die sich für die Gleichberechtigung einsetzen, als meine Vorbilder sehe und ich mir vorstellen kann in Zukunft die selben Werte zu vermitteln.

Hast du die Präsentation des Leitbilds miterlebt und verfolgt? Mit welchem Punkt im Leitbild kannst du dich am besten identifizieren?
Natürlich habe ich die Präsentation mitbekommen. Ich finde, dass sehr viele wichtige Punkte im Leitbild zu finden sind. Ein wichtiger Aspekt ist in meinen Augen, dass der Verein ein Klub für alle ist und jede und jeder – unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe und sozialer Stellung – dazugehören sollte und darf.

Manche Spielerinnen und Spieler sind gerne mal in die Grazer Nordkurve gegangen wenn sie nicht spielen konnten. Machst du das auch?
Seit ich bei Sturm Graz spiele, war ich schon bei einigen Spielen im Stadion. Es macht mir immer großen Spaß, wobei ich dann doch immer die etwas stillere Zuseherin bin.

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