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Spielercheck: SK Sturm Graz vs. RB Salzburg

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler sowie des Trainers und des Schiedsrichterteams der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

(C) SturmNetz.at

Tobias Schützenauer – Note: 1,51

Obwohl Tobias Schützenauer aktuell der längstdienende Akteur im Dress der Grazer ist, kam der 23-Jährige gegen Salzburg erst zu seinem fünften Liga-Einsatz. Eine damit verbundene Nervosität war dem etatmäßigen Ersatztormann der Blackys jedoch nicht anzumerken. Bereits in Minute fünf wusste der gebürtige Grazer einen Schuss der Bullen aus gefährlicher Position zu entschärfen. Auch sein Passspiel wirkte im Vergleich zu seinem Einsatz gegen den WAC verbessert – sowohl flache als auch hohe Zuspiele brachte Schützenauer oft genau an seine Mitspieler. Nachdem die Salzburger sich im Laufe des Spiels ein deutliches Chancenplus erarbeiteten, konnte der junge Tormann auch immer wieder mit starken Paraden seine Reflexe unter Beweis stellen. Beim Elfmeter von Patson Daka war für ihn jedoch nichts zu halten. Bis auf ein kleines Miss(t)verständnis mit seinen Abwehrkollegen in Minute 80, wo sich die Beteiligten nicht sicher waren, wer den Ball nun klärt, spielte Schützenauer eine staubtrockene Partie.

Ivan Ljubic – Note: 1,58

So wie im letzten Spiel gegen den WAC durfte Ljubic sich wieder auf der Position des Zehners probieren. Grundsätzlich war der 24-Jährige vor allem in der Defensive gebunden und versuchte gemeinsam mit seinen Kollegen den Zwischenlinienraum im Mittelfeld so eng wie möglich zu halten. In Minute 22 rückte er dennoch einmal mit viel Tempo und Wucht in den Salzburger Strafraum vor und konnte in Manier eines klassischen Strafraumstürmers Salzburg-Goalie Stankovic per Kopf bezwingen. Nach seinem Tor gegen den WAC schrieb Ljubic nun bereits zum zweiten Mal in Folge an. Einhergehend mit der Auswechslung von Kuen und der damit verbundenen Systemumstellung auf ein 4-4-1-1, agierte Sturms Nummer 30 bis zu seiner Auswechslung am linken Flügel.

Lukas Jäger – Note: 1,62

Der gebürtige Vorarlberger stand nach den Verletzungen seiner Mittelfeldkollegen Otar Kiteishvili und Jon Gorenc Stankovic erstmals seit dem ersten Spieltag wieder in der Startformation. Defensiv präsentierte sich der 1.84 große Sechser wie gewohnt robust und ging in der Rolle des „Staubsaugers“ vor der Abwehr voll auf. Auch offensiv sollte er in Minute acht von sich reden machen: Nach einer Jantscher-Ecke konnte Jäger beim seinem 101. Einsatz in der höchsten österreichischen Spielklasse sein zweites Tor erzielen. In der zweiten Spielhälfte verlor der Mittelfeldmann jedoch etwas von seinem nach dem Tor erlangten Selbstvertrauen und erlaubte sich das ein oder andere Mal ein fehlerhaftes Zuspiel. Insgesamt gab der Vorarlberger aber eine mehr als solide Leistung ab und vertrat Stankovic in der Zentrale würdig.

Gregory Wüthrich – Note: 1,67

Der Schweizer agierte in seinen Zweikämpfen gewohnt resolut und konsequent. Im Aufbauspiel versuchten Salzburgs Angreifer dieses immer wieder auf seine Person zu lenken und so den spielstärkeren Nemeth zu isolieren. Dabei ging der Plan der Bullen jedoch nur beschränkt auf, da auch der 26-jährige Abwehrchef immer wieder gute Lösungen in der Spieleröffnung fand. So auch in Minute 45, als die Grazer geschickt die linke Seite überlagerten und gleich drei seiner Mitspieler einen Laufweg in die Tiefe starteten. Schließlich fand sein hohes Zuspiel Jakob Jantscher, der eine gute Chance einleiten konnte. In Minute 84 unterstrich Sturms Abwehrchef noch einmal seine enorme Wichtigkeit, als er in einer sehr heiklen Situation die Übersicht behielt und eine flache Hineingabe der Bullen routiniert ins Torout klärte.

David Nemeth – Note: 1,72

Dirigiert von Wüthrich, spielte die Mainz 05-Leihgabe ebenso wie sein Innenverteidiger-Partner eine sehr souveräne Partie. Im Aufbau agierte der 19-Jährige – zumal es die Bullen zuließen und ihn nicht zustellten – gewohnt stark und überspielte die erste Pressing-Linie der Bullen oft mit gezielten hohen Bällen. Bloß einmal hatte Nemeth Probleme, als er nach einem hohen Ball der Salzburger wegrutschte und somit den Weg für Mergim Berisha frei machte, der alleine auf Schützenauer zulief. Dieser verzog aus Sturms Sicht glücklicherweise knapp. Auf der anderen Seite sollte er in den ersten 45. Minuten auch eine gute Kopfball-Chance verbuchen können.

Amadou Dante – Note: 1,73

In der Anfangsphase versuchte Salzburg häufig seine Vorstöße über Dantes linke Seite vorzutragen – dafür gab der Malier der Elf von Jesse March aber oft wenig Angriffsfläche, da er bis auf eine misslungene Kopfballabwehr in Minute 31 sehr solide stand. Als sich Salzburgs Rechtsverteidiger Kristensen zunehmend mehr in die Offensive einschaltete, wurde Dante auch mehr in der Defensive gebunden. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, immer wieder mit vorzustoßen und die Flanke, die zum 2:0 führte, butterweich in den Strafraum der Bullen hineinzudrehen. Dadurch, dass Ilzer in Halbzeit zwei generell tiefer spielen ließ, konzentrierte auch er sich im zweiten Spielabschnitt mehr auf die Abwehrarbeit.

Sandro Ingolitsch – Note: 1,88

Christian Ilzer entschied sich gegen Salzburg dafür, Sandro Ingolitsch anstatt von Jusuf Gazibegovic von Beginn an auf der Rechtsverteidiger-Position auflaufen zu lassen. Defensiv hatte der 23-Jährige, der zuletzt öfter von der Bank startete, seine Seite weitgehend unter Kontrolle. Um auch im Offensivspiel Akzente setzen zu können, war Ingolitsch schließlich aber zu sehr mit Defensivaufgaben bemüht. Diese konnte er jedoch hervorragend ausfüllen und unter anderem einen Salzburger Schuss, bei dem Schützenauer wohl schon geschlagen gewesen wäre, mit einer Rettungstat noch vor der Torlinie klären.

Stefan Hierländer – Note: 1,97

Der Kapitän, für den das „Heimspiel“ in Klagenfurt als gebürtiger Kärntner wirklich eines war, konnte mit Ingolitsch gemeinsam die rechte Seite gut schließen und mutig gegen den Ball arbeiten. Er war es auch, der nach der Ecke, die zum 1:0 führte, den Ball mit viel Gefühl und Übersicht auf Jäger ablegte. Noch dazu kam er gegen Ende der ersten 45 Minuten zu einer sehr guten Kopfballchance, die gut und gerne das 3:0 bedeuten hätte können. In Halbzeit zwei leistete sich der Kapitän vermehrt Fehlpässe – glich dies aber mit einem enorm hohen Laufaufwand immer wieder aus und galt so als Sinnbild für das starke Gegenpressing der Grazer in diesem Spiel. Aufgrund der passiveren Spielweise und dem weiter nach hinten verlagerten Pressing nach dem Seitenwechsel, war auch er zunehmend mehr in der Defensive beschäftigt. In Minute 78 verursachte er durch sein ungestümes Attackieren gegen Nicolas Seiwald schließlich das Foul, das zum Elfmeter führte – wobei hier wohl auch die Positionierung der anderen Sturm-Akteure hinterfragt werden muss, da den Salzburger zu frei im Grazer Strafraum an den Ball kam.

Kelvin Yeboah – Note: 2,03

Der Winterneuzugang rückte statt Bekim Balaj wieder in die Startformation. Vor allem zu Beginn des Spiels war er oft der Zielspieler seiner Team-Kollegen, die ihn sowohl mit hohen als auch mit flachen Zuspielen in Szene setzen wollten. In einigen Situationen wusste der Stürmer diese Bälle geschickt zu halten und schließlich seine Mitspieler zu bedienen. Zudem konnte Yeboah vor allem in den ersten 45 Minuten, als Trainer Christian Ilzer sein Team sehr hoch anlaufen ließ, die Salzburger im Aufbauspiel zu vielen hohen Bällen zwingen. Ansonsten konnte der 20-jährige Stürmer in seinen 68 Minuten Einsatzzeit keine nennenswerten Aktionen setzen.

Jakob Jantscher – Note: 2,28

Wieder einmal sollte es einer seiner gut getretenen Standards sein, der einen Torerfolg der Grazer einleitet. Bei einer einstudierten Eckballvariante fand seine nahezu perfekt ausgeführte Flanke den auf die zweite Stange eingelaufenen Hierländer, der den Ball schließlich auf Jäger ablegen konnte. Ansonsten wich Sturms Nummer 13 wie gewohnt viel auf den linken Flügel aus und versuchte so Räume für Yeboah zu schaffen. In Minute 51 musste Jantscher angeschlagen ausgewechselt werden – es bleibt zu hoffen, dass seine Auswechslung bloß eine Vorsichtsmaßnahme war.

Andreas Kuen – Note: 2,34

Noch Anfang letzter Woche wirkte es so, als ob der Tiroler, aufgrund seiner im Spiel gegen den WAC zugezogenen Schulterverletzung, gegen Salzburg nicht auflaufen könne. Doch wider Erwarten wurde Kuen noch rechtzeitig fit. Insgesamt rackerte der Mittelfeld-Mann wieder extrem viel und spulte sowohl offensiv als auch defensiv Meter für Meter ab. Diese machten sich in Minute 22 bezahlt, als er den Ball für Dantes Flanke auflegte, die zum zweiten Treffer an diesem Tag führte. Nach 68 Minuten wurde er von Ilzer schließlich ausgewechselt, was vor allem damit zu tun haben dürfte, dass man nach seiner Verletzung nichts riskieren möchte.

Einwechselspieler

Bekim Balaj (54′) – Note: 2,69

Der Albaner kam in Minute 54 statt dem angeschlagen Jantscher ins Spiel. Bis auf ein paar gut fixierte Bälle in der Schlussphase, wurde der 1.88 große Stürmer aber nicht auffällig. Seine Arbeit gegen den Ball war wie gewohnt ordentlich.

Jon Gorenc Stankovic (68′) – Note: 2,15

Mit seiner Einwechslung für Andreas Kuen entschied sich Christian Ilzer auf ein flaches 4-4-1-1 mit Doppelsechs umzustellen – wobei Jäger seinen zentralen Partner für die letzten 22 Minuten bilden sollte und Ivan Ljubic auf den linken Flügel rausschob. Vor allem während der Schluss-Offensive der Bullen erwies sich der sonst im Zentrum gesetzte Slowene als extreme Stütze. Kurz vor Abpfiff war es er, der Enrock Mwepu sauber im eigenen Strafraum stoppte und so eine gute Chance der Mozartstädter verhinderte.

Dardan Shabanhaxhaj (68′) – Note: 2,07

Der Youngster wurde gemeinsam mit Stankovic in der 68 Minute eingewechselt, was man durchaus als großen Vertrauensbeweis von Ilzer in das Können von Shabanhaxhaj werten kann. Eine konkrete Tormöglichkeit konnte der 19-Jährige zwar nicht vorfinden, sorgte aber dennoch mit seinen Tempo-Dribblings immer wieder für gefährliche Umschaltmomente. Eine vielversprechende Flanke des Offensivmanns kam leider nicht beim gut positionierten Balaj an, da er beim Flanken wegrutschte.

Jusuf Gazibegovic (88′) – Note: 2,18

Der in den letzten Spielen oft von Beginn an gesetzte Verteidiger kam kurz vor Schluss für Ljubic auf den linken Flügel – sorgte in seiner kurzen Spielzeit aber weder offensiv noch defensiv für nennenswerte Momente.

Sonstige Bewertungen

Christian Ilzer – Note: 1,49

Grundsätzlich gilt: Schlägt man als Trainer das von Mäzen Dietrich Mateschitz beinahe ohne Limit gesponserte Red Bull-Team, hat man als Trainer sehr vieles richtig gemacht. Mit cleveren Wechseln, einer guten taktischen Umstellung in Hälfte zwei und etwas Glück, konnte man die im ersten Durchgang erarbeitete Führung verwalten und den Tabellenführer zum zweiten Mal in dieser Saison schlagen.

Das Schiedsrichterteam um Oliver Drachta – Note: 3,73

In Halbzeit eins hatte Schiedsrichter Oliver Drachta gemeinsam mit seinen Assistenten die Begegnung weitgehend im Griff, ohne durch grobe Fehlentscheidungen ins Spielgeschehen einzugreifen. Dies sollte sich allerdings im Verlauf der zweiten Spielhälfte ändern, als das Spiel um einiges hitziger wurde. Enge Entscheidungen wurden zunehmend zugunsten der Bullen gepfiffen und klare Vergehen, wie das Handspiel von Patson Daka, der im eigenen Strafraum in Volleyball-Manier mit der Hand zum Ball ging, wurden nicht geahndet. Das Elfmeterfoul von Hierländer an Nicolas Seiwald war wohl zu geben, da Sturms Kapitän eindeutig die Beine des Salzburg-Spielers traf.

Das SturmNetz-Team bedankt sich für 339 eingegangene Bewertungen und widmet dem Man of the Match Tobias Schützenauer sowie uns allen folgende Nummer:

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3 Kommentare

  1. Schworza99 sagt:

    Eine seiner ersten Paraden in der Partie wo er deutlich aus dem Tor herausgelaufen ist und den Winkel verkürzt hat: Die Eier brauchst.

    Verdient

  2. ballspieler sagt:

    Das Foul von Hierländer war nicht an Daka

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