Platz zwei im Visier

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. SKN St. Pölten

Der SK Sturm surft aktuell auf einer Welle des Erfolgs. Neun der letzten 13 Pflichtspiele konnte man für sich entscheiden. Dabei kassierten die Grazer gerade einmal sechs Gegentore und stellen somit eine der besten Defensiven Europas. Der Heimsieg am vergangenen Wochenende gegen die Admira ließ die Ilzer-Elf auch in der Liga in ungewohnte Sphären vordringen. Mit einem absolvierten Spiel weniger befindet man sich derzeit hinter Salzburg und dem LASK auf Platz drei der Tabelle. Im letzten Pflichtspiel dieses Jahres empfängt man nun den Tabellensechsten aus St. Pölten. Besiegt man die Wölfe, könnte man mit etwas Glück sogar auf Tabellenplatz zwei überwintern.

Aufgrund der aktuellen Aufrtitte der Grazer kann man ruhig einmal klatschen. © Martin Hirtenfellner Fotografie

Angriffsstarke St. Pöltner

Bereits zum Liga-Auftakt im September kam es zum Duell der beiden Mannschaften. Die Partie endete für Sturm eher schmeichelhaft mit 0:0. „Es war damals ein glückliches 0:0, St. Pölten hat uns voll gefordert“, hält Ilzer im Vorfeld der kommenden Partie fest.
Für die Wölfe aus niederösterreichischen Landeshauptstadt sollte dies der Beginn einer Spielzeit sein, in der sie die Erwartungen versierter Ligabeobachter klar übertreffen. Neben passablen Ergebnissen (4 Siege, 3 Remis und 4 Niederlagen) gelang es ihnen vor allem auch, sich fußballerisch im Vergleich zur Vorsaison deutlich zu steigern. Die Niederösterreicher versuchen unter der Leitung von Robert Ibertsberger, im eigenen Ballbesitz über einen kontinuierlichen Spielaufbau und ein gepflegtes Passspiel nach vorne zu kommen. Dabei kristallisierte sich Salzburg-Leihgabe Peter Pokorny als Schlüsselspieler und Fädenzieher im Mittelfeld heraus. Der 19-jährige Slowake lässt sich oft zwischen die beiden Innenverteidiger zurückkippen und holt sich dort dann die Bälle ab. Gegen Sturm wird der Mittelfeldspieler, dessen Passquote bei starken 80 Prozent liegt, jedoch gelbgesperrt fehlen.

Peter Pokornys Headmap beim Spiel gegen Hartberg. © Bundesliga.at

Grundsätzlich agieren die St. Pöltner diese Saison mit einem 4-3-3 als Grundformation. Beim Spielaufbau lässt sich der zentrale Mittelfeldspieler, wie bereits erwähnt, zwischen die Innenverteidiger zurückfallen und die beiden Außenverteidiger schieben hoch. Somit eröffnet die Ibertsberger-Elf das Spiel oft über ein 3-4-3. In der Offensivreihe der Niederösterreicher dürfen diese Spielzeit Alexander Schmidt, Dor Hugi und George Davies regelmäßig von Beginn an starten. In der Liga kommt dieses Trio gemeinsam bereits auf 15 Tore und fünf Vorlagen. Mit insgesamt 23 erzielten Treffern zählt St. Pölten generell zu den drei torgefährlichsten Teams der Liga. Vor allem das Spiel über ihre schnellen Außenverteidiger mit anschließender Hineingabe auf den körperlich robusten Schmidt erweist sich diese Saison als Waffe. Trainer Christian Ilzer weiß über die Offensivstärke des Gegners Bescheid und möchte diese mit einer geschlossenen Defensivarbeit entschärfen. „Die Kombination aus Schnelligkeit und Präsenz strahlt viele Gefahrenmomente aus. Da müssen wir sie im Verbund daran hindern, zur Entfaltung zu kommen“

Drittbeste Defensive in Europa

Sturm zeichnet sich diese Saison durch eine sehr kompakte Spielweise aus. „Wir haben uns in allen Phasen des Spiels weiterentwickelt“, berichtet Trainer Christian Ilzer im Vorfeld der Partie. Im 4-4-2 mit Mittelfeldraute versucht man, den Raum im Zentrum möglichst eng zu machen und nach Balleroberung selbst schnell nach vorne umzuschalten. 30 erzielte Tore, die bloß sechs erhaltenen entgegenstehen, sprechen Bände – Ilzers Konzept funktioniert. Im internationalen Vergleich, mussten bisher nur Diego Siemones Atleti und Steven Gerrads Glasgow Rangers weniger Verlusttreffer hinnehmen. Eine wichtige Aufgabe in Ilzers System kommt aber nicht nur der Defensivabteilung zu, sondern auch Andreas Kuen und Kapitän Stefan Hierländer, die auf den beiden Halbpositionen in der Raute gesetzt sind. Sie sind dafür verantwortlich, die Mitte zu schließen und gleichzeitig die in diesem System einfach besetzten Flügelpositionen zu sichern. Aufgrund ihrer körperlichen und spielerischen Veranlagung, sind beide für diese Position prädestiniert und gehören wenig überraschend zu den Dauerbrennern bei den Grazern. Bloß was die Lösungsfindung im letzten Offensivdrittel gegen tieferstehende Mannschaften betrifft, gibt es sowohl bei Kuen und Hierländer als auch bei der gesamten Mannschaft noch Luft nach oben. Der Liebenauer Rasen, der sich aktuell in einem katastrophalen Zustand befindet, trägt das Seinige dazu bei.

Gegen diese drei Herren gibt es aktuell kaum ein Durchkommen. © Martin Hirtenfellner Fotografie

Und personell?

Ganz nach dem Motto „never change a winnig team“ wird Christian Ilzer wohl auch im letzten Pflichtspiel des Jahres wenig Drang verspüren, seine Startelf zu ändern. Zudem wurde letzten Sonntag nach dem Admira-Spiel extra ein Testmatch gegen den Kooperationsverein aus Kapfenberg gespielt, um auch den Reservisten Spielpraxis zu geben. Dieses konnten die Grazer übrigens klar mit 5:0 für sich entschieden. Bis auf die langzeitverletzten Trummer und Geyrhofer hat Coach Ilzer den gesamten Kader zur Verfügung.

Spieldaten

12. Runde der tipico Bundesliga 2020/21

SK Sturm Graz vs. SKN St. Pölten

Samstag, 19.12.2020, 17:00 Uhr, Graz-Liebenau

Schiedsrichter: Stefan Ebner

Mögliche Aufstellung (4-4-2 – Raute): Siebenhandl; Dante, Nemeth, Wüthrich, Ingolitsch; Kuen, Gorenc Stanković, Kiteishvili, Hierländer; Jantscher, Friesenbichler

Ersatz: Schützenauer, Gazibegovic, Jäger, Shabanhaxaj, Huspek, Balaj, Ljubic

Es fehlen: Trummer, Geyrhofer

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2 Kommentare

  1. neubeginn sagt:

    Auf geht’s Musketiere!

    Gemeinsam wird die Festung fallen.
    Unermüdlicher Wille.
    Ein Blitzstart und ein Positionen Hagel Sturm zieht auf. Von der ersten Minute bis zur nachspielzeit dominiert und siegt das Team.

    Jede Spielminute in der Offensive ist vielmal wirksamer als die Trainingsarbeit.
    Mutig, gerissen und adaptiv wird St Pölten paniert.

    Sturm paniert ..
    Ilzer verbessert und der Spielaufbau der Gegner ist das erste störziel…

    Ois „auf“ die Schwoarzn.

  2. neubeginn sagt:

    Da Ingo macht die rechte Seite zur Gefahrenzone mitn hierlie.
    Zerlegz die Niederösterreicher mit maximalen Hunger auf mehr.
    Alles mobilisieren und jeder Gegner unterliegt..
    Zeit zum Austeilen der bummerl ist heute.

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