Heimfluch bei Mählich-Premiere beendet

Spielbericht Sturm Graz vs. WAC (3:0)

Nach gefühlt endlosen 120 Tagen gelang dem SK Sturm Graz am Sonntag-Abend gegen den Wolfsberger AC endlich wieder einmal ein Heimdreier und rückte damit in der Bundesliga-Tabelle über den ominösen Strich. Durch einen 3:0-Heimsieg überholten die Blackys in der Tabelle den TSV Hartberg, jenes Team, gegen den der dieser bislang letzte Heimerfolg gelang. Zudem blieb man auch im zweiten Bundesliga-Spiel unter Roman Mählich ohne Gegentreffer.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Die Partie begann jedoch mit aktiven Gästen aus dem Lavanttal, die anfangs ganz schön auf’s Tempo drückten, ohne dabei allerdings echte Torgefahr auszustrahlen. Richtig konkret wurde es erst in Minute 12, nachdem der sehr aktive Thomas Schrammel sich über links durchtankte und gefährlich zu flanken vermochte, Stefan Hierländer jedoch in Rücklage zum Kopfball kam und die Kugel nicht platzieren konnte. Ein zumindest ganz leiser Weckruf? Mitnichten. Das Spiel plätscherte zunächst weiter vor sich hin und der SK Sturm verhielt sich – Achtung Fußballspruch des Jahres 2018 – „wie ein Mitdreißiger in der Disco: Hinten reinstellen und warten ob, sich was ergibt.“ In Minute 35 hätte es das auch fast: Fabian Koch und Emeka Eze mit dem Doppelpass, der Nigerianer bekam im Strafraum das ausgestreckte Bein von Michael Novak zu spüren, doch die Pfeife von Schiedsrichter Gerhard Grobelnik blieb stumm. Keiner der rund 400 über die Pack mitgereisten Auswärtsfans hätte sich in dieser Szene über einen Elfmeter für die Gastgeber beschweren dürfen. Fast wäre es das in Halbzeit eins auch schon gewesen und 22 Männer im besten Alter wären nach 45 Minuten in die Kabinen geschlapft, ohne dass auch nur einer von ihnen einen Schuss auf das gegnerischen Gehäuse abgegeben hätte. Dann trat allerdings einer auf den Plan, der zuvor schon des Öfteren aufgrund einer gewissen Ballverliebtheit das Murren des Sturm-Anhangs auf sich zog: Bei einem an und für sich harmlos ausgeführten Eckball von Sandi Lovric stellte sich Ex- und Einst-Fast-Blacky Mario Leitgeb ziemlich ungeschickt an, ein Hierländer-Schuss wurde noch abgeblockt, doch Friday machte es an einem Sunday beim Abpraller besser und haute die Kugel leidenschaftlich in die Maschen. Auf- und Durchatmen, auch wenn die Leistung der Sturm-Akteure bis dahin genau so wenig ein Feuerwerk darstellte, wie eine Begegnung zwischen Sturm und dem WAC ein Derby. 

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Wie gut dieser Führungstreffer der Mählich-Elf tat, wurde schon kurz nach Wiederanpfiff spürbar: Sturm startete wesentlich mutiger als noch in der ersten Hälfte und kam bereits in Minute 49 zur nächsten Top-Chance. Doch nach einer Ecke wurde sowohl Spendlhofers als auch Lackners Versuch gerade noch so geblockt. Kurz darauf marschierte Eze unwiderstehlich über links, doch sein Stanglpass fand um Haaresbreite keinen Abnehmer. Sturm agierte nun völlig konträr zu den ersten 45 Minuten. Und dann war es ebenjener Eze, der in diesem Spiel für so etwas wie die Vorentscheidung sorgte: Bei einem Antritt des Nigerianers konnte WAC-Kapitän Michael Sollbauer sich als letzter Mann nur noch mit einem Foul behelfen. Die überhaupt erste Karte im Spiel erstrahlte somit folgerichtig in Rot. Den daraus resultierenden Freistoß unweit der Strafraumgrenze haute Lovric noch knapp über das Tor. In Minute 62 war es dann wieder Eze, der eine perfekte Kombination mit Otar Kiteishvili und Sandi Lovric einleitete, doch der harmlose Schußversuch des Lienzers aus aussichtsreicher Position landete in den Armen von WAC-Goalie Alexander Kofler. In Minute 65 brachte Mählich Michael John Lema für Markus Lackner aufs Feld und dieser fügte sich nahtlos in das Offensivspiel der Blackies ein. Nach einigen gefälligen Aktionen krönte der 18-Jährige seine Leistung fünf Minuten vor Schluss mit seinem ersten Bundesliga-Treffer: Der ebenfalls eingewechselte Markus Pink erkämpfte sich den Ball, Lovric steckte zu Lema durch und dieser schloss mit einem staubtrockenen Schuss durch die Hosenträger des Kärntner Schlussmannes ab. Es sollte an diesem Abend nicht die einzige Tor-Premiere sein: Denn nach einem Antritt von der Mittellinie aus sorgte der Georgier Otar Kiteishvilli in Minute 89 für den vielumjubelten Schlusspunkt. Der Knoten scheint nun nicht nur bei Oti endlich geplatzt zu sein.

Galerie:

 

Anzeige

14 Kommentare

  1. fuchsrob sagt:

    Kalt wars, aber in der zweiten Halbzeit wurde es einem trotzdem warm ums Herz! 😉

    Oti endlich erstes Tor!!

    Lema erstes Tor!

    400x Heimsieg

    1.Heimspiel und 1.Heimsieg von Romsche

    Eze ist fast wieder der Alte!

    Der Gute har sich den Allerwertesten aufgerissen heute! War aber meist allein auf weiter Flur!

    Wenn man nach Haaren in der Suppe sucht kann man die sehr defensive Aufstellung kritisieren und die resultierende Passivität nach vorne. Peter Zulj ist definitiv abgegangen!

    2 Stürmer wären gut gewesen von Anfang an.

    Übern WAC brauch ma net reden. Sehr schwach, sonst nix.

    Fazit 3 Punkte! Weiter so!!

    6+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Im Winter sollte man sich definitiv mal nach einen Sturmpartner für Eze umschauen. Er kann noch so viele Bälle in die Mitte spielen, wenn nie wer zum Abstauben da ist ist halt keiner da.

      Hoffentlich sind heute alle Knoten geplatzt, vom Oti seiner Torsperre bis zum Eze seiner Unform. Wenn jetzt der Zulj zurückkommt und Kampfgeist zeigt können sich die Grünen warm anziehen…

      6+
  2. Melvinuss sagt:

    Gratulation zum Sieg und den schönen Toren, freu mich für alle 3 Torschützen!

    Unterm Strich klar verdient, hätte auch gerne höher ausgehen können.

    Schade ist nur, dass hier die Kommentare nur dann überquillen, wenn Sturm verliert oder die Leistung nicht passt

    Und jetzt auf nach Wien und den Run fortsetzen!

    4+
  3. el fenomeno sagt:

    Melvinuss hat recht es stehen immer mehr Kommentare wenn wir verlieren…schade!
    @Sturmnetz: den Pass auf Lema hat Lovric gespielt und nicht Pink. Pink hat den ball auf Lovric prallen lassen und dieser hat wunderschön auf Lema durchgesteckt. Cool verwertet vom jungen Lema. Und endlich hat sich auch Otar belohnt, endlich.
    Wenn wir schon beim Lovric sind, gefällt mir von Spiel zu Spiel besser. Gestern an allen 3 Toren direkt oder indirekt beteiligt, hätte ihm das Tor auch gegönnt.
    Vor allem defensiv standen wir die zwei Spiele unter RM richtig gut. Haben hinten eigentlich über beide Spiele nicht viel zugelassen. WAC hatte Gestern vielleicht nicht den besten Tag aber die hatten einen lauf davor, die musst du erst 3:0 besiegen und dann auch noch zu Null. Ich hoffe gegen Rapid kann an die Leistungen angeknüpft werden. Spielerisch war es natürlich immer noch nicht das gelbe vom Ei aber schon besser als gegen Altach, wenn Zulj wieder retour kommt sollte das auch wieder besser werden(vorausgesetzt er hat Bock in der Bundesliga um es in den Worten von Sky zu sagen)…weiter so SCHWOAZE!

    1+
  4. Siro sagt:

    Unter Vogel: Aus den letzten 16 Spielen 1 Sieg, kein Spiel ohne Gegentor. Jungen Lema 2x eingewechselt, als es um nix mehr ging.

    Unter Mählich: 2 Spiele, 2 Siege, 2x zu null, Lema in entscheidender Phase die Chance gegeben.

    Ich denke, mehr gibts nicht zu sagen und sollte die Tastaturhelden, die sich so sehr über die Entlassung Vogls echauffiert haben, verstummen lassen.

    Bravo Roman!

    6+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Wir schaffen endlich den Umschwung und deine Reaktion: Vogel raus!

      Du bist halt einer der Tastaturhelden, die sich nach dem Cupsieg weggeduckt haben, in der ersten schwierigen Phase dann den Dolch für den Rücken des Trainers bereit hatten…

      Es gibt Fans die wünschen dem Verein Erfolg und es gibt welche die wünschen dem Verein Erfolg wenn der richtige Trainer ist…

       

      1+
  5. Mavros sagt:

    Manche wollen die Choreo echt als homophob gesehen haben. Was meint ihr? Nein oder?

    0
  6. brent_everett sagt:

    Tabellenführer in der Mählich Tabelle! Natürlich hätten wir mit dem Vogel noch höher gewonnen. Ganz klar! Mählich wieder raus u Vogel wieder rein! Haha. Natürlich. Schließlich ist er ja Cupsieger geworden! Völlig logisch ihn dann bis zum Abstieg werken zu lassen.. Was soll man da noch sagen.. Der Trainerwechsel hat ja überhaupt nix gebracht – außer 6 Punkte und 5:0 Tore. Vor allem: nur noch 4 Punkte auf Platz 3! Wir sollten nicht dem Vogel nachtrauern, sondern uns gemeinsam auf den nächsten Sonntag freuen..

    0
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Zu glauben Mählich hätte in 14 Tagen alles umgeworfen…Naiv bis zum geht nicht mehr. Und vom Abstieg reden wenn selbst Vogel gegen die Admira gewonnen hat…reinste Polemik in Richtung Vogel.

      In seiner Zeit in Graz hat der Vogel anscheinend vielen hier die Freundin ausgespannt…

      0
  7. goodoldtimes sagt:

    Ich freue mich ganz besonders über die drei Torschützen. Alle drei haben sich den Treffer redlich verdient und das sollte ihnen und der ganzen Mannschaft einen weiteren Push geben. 🙂

    3+
  8. Fanatiker sagt:

    Bravo SK Sturm!!!

    War seit langer Zeit wieder im Stadion…

    Die Jungs fighten bis zu umfallen, auch spielerisch gab es gute Ansätze.

    Mein Fazit: Tormann wenig beschäftigt… Abwehr: sehr sehr solide, Mittelfeld: laufen bis zum umfallen, und Stürmer die Tore, Tore schießen.

    Weiter so!

    2+
  9. rio sagt:

    „Schnelles Umschaltspiel“ aus einer gesicherten Abwehr war und ist unser Spiel. Dieses über Jahre (unter Foda) praktizierte System brachte Erfolg und volles Stadion. Warum dieser erfolgreiche Weg verlassen und auf „Ballbesitz“ gesetzt wurde wird wohl ein Geheimnis bleiben oder auch nur ganz einfach der Fußballphilosophie Vogel’s geschuldet sein. Wie auch immer, der Trainerwechsel hat einmal 6 Punkte und 5 Tore gebracht und, das wohl Tollste, Null Gegentore. Darauf kann aufgebaut und relativ entspannt die Reise nach Wien angetreten werden. 1 Punkt versenkt Rapid, 3 sowieso und selbst bei einer Niederlage bleiben sie hinter uns. Drei Punkte zum Jahresfinale gegen Admira und wir gehen „über dem Strich“ ins neue Jahr. Mein Tipp: Wir überqueren als Vierte, nach Halbierung nur wenige Punkte zum Zweiten die erste Ziellinie!

    2+
  10. Werner Thoma sagt:

    Wenn selbst ein Michael Zorc vom BVB sagt das sich ein Trainer auch an den eigenen Spielern orientieren müsse um eins System zu spielen,muss ich net mehr viel mehr über Vogel sagen…-ein Satz mit x-my two cents

    0
  11. Werner Thoma sagt:

    vergas ganz unseren Romsche als Trainer zu gratulieren,endlich steht mal wieder was da und wir können stoltz auf unseren Sk Sturm blicken-so go on Pls.

     

    0

Schreibe einen Kommentar