Haushoher Sieg gegen die WSG Tirol

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. WSG Tirol 5:0 (2:0)

Nach Monaco kommt Wattens! Die WSG Tirol gastierte in der achten Runde der Österreichischen Bundesliga in Liebenau. Nach dem Last-Minute-Sieg gegen den Aufsteiger Austria Klagenfurt und der Niederlage gegen die Monegassen am vergangenen Donnerstag wollte Sturm die überaus positive Serie gegen die Elf von Trainer Thomas Silberberger fortsetzen: In sechs Duellen ging man ganze fünf Mal als Sieger vom Platz, in einer Partie trennten sich die beiden Teams mit einem Unentschieden. Die Wattener kamen im bisherigen Ligabetrieb nicht wirklich in Schuss – aufgrund von fünf Punkten in sieben Spielen hängt die berühmt-berüchtigte Rote Laterne am Eingang des Wattener Trainingszentrums. Auf die Blackys wartet in den nächsten 15 Tagen ein straffes Programm: Ganze fünf Partien in Bundesliga, ÖFB-Cup und Europa League sollen möglichst positiv bestritten werden. Die intensiven Wochen nahm Trainer Christian Ilzer zum Anlass für Änderungen in der Startelf: Lukas Jäger ersetzte Jusuf Gazibegovic und Niklas Geyrhofer übernahm die Aufgaben von David Affengruber. Stefan Hierländer befand sich gar nicht im Kader, dafür aber im Krankenhaus – der kommende Nachwuchs kündigte sich perfekt getimed für den 19.09 an. Alles Gute an dieser Stelle, Captain und Familie!

Die Nordkurve der Blackys sorgte mit Spielbeginn für eine sehenswerte Choreo. | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Jantscher – Teil Eins

Nach anfänglichem Abtasten war es der SK Sturm Graz, der zur ersten Halbchance kam: Nach einer verpatzten Rückgabe der Wattener Defensive kam Jakob Jantscher beinahe an den Ball und hätte nur noch Keeper Ferdinand Oswald vor sich gehabt. Gleich darauf musste Tobias Anselm nach einem Zweikampf mit Otar Kiteishvili mit der Trage vom Feld – wir wünschen eine möglichst schnelle Genesung. Trotz des ungewollten frühen Wechsels kamen die Gäste besser ins Spiel, Zan Rogelj und Markus Wallner kamen zu mehreren Abschlüssen. Nach 20 gespielten Minuten wieder Sturm: Nach einem Fehlpass im Aufbauspiel der WSG Tirol fand Andreas Kuen sehr viel leeren Raum vor sich und startete einen Sprint über 50 Meter, sein Pass auf den mitlaufenden Kelvin Yeboah war aber schlecht gespielt und unerreichbar – vorbei war die Chance. Und weiter ging es mit einer riesen Möglichkeit für die Gäste: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß verschlief die Grazer Defensive und Markus Wallner hatte nur noch Jörg Siebenhandl vor sich. Der Versuch eines Hebers war aber schlecht ausgeführt und Siebenhandl fischte die Kugel locker runter. Aber nach 25 Minuten ging der SK Sturm Graz nun doch in Führung! Nach einem fürchterlichen Rückpass kam der Ball zu Yeboah, der den optimal positionierten Jakob Jantscher mit einem Stanglpass bediente – der Steirer netzte im Anschluss abgebrüht zum 1:0 ein.

Jakob Jantscher hatte gegen die WSG Tirol gut lachen. | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Jantscher – Teil Zwei

Und nur wenige Minuten später rettete Ferdinand Oswald seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand: Yeboah übernahm eine optimale Flanke von Amadou Dante direkt, doch der Keeper zeigte einen großartigen Reflex und konnte die Kugel abwehren. Und die – wegen teils grober Defensivfehler auf beiden Seiten – hoch attraktive Partie ging weiter: In der 34. Minute erlief sich Yeboah eine Topchance und rannte auf Oswald zu, entschied sich jedoch gegen einen erneuten Stangler auf Jantscher und schloss selbst ab – der Versuch ging mittig aufs Tor, der Wattener Schlussmann hatte wenig Mühe den Ball abzuwehren. Schade drum. Und beinahe im Gegenzug fanden die Gäste auch eine Großchance vor: Der für Anselm eingewechselte Thomas Sabitzer schaffte es jedoch nicht, Siebenhandl zu überheben. Ein Highlight folgte dem nächsten: Jakob Jantscher mit viel Tempo in den Strafraum, am Gegner vorbei und mit dem linken Huf auf das Tor von Oswald. Das Spielgerät ging an die Torinnenstange und fiel danach in Oswalds Hände. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff sorgte Jakob Jantscher dann doch noch dafür, dass Sturm mit einem 2:0 in die Pause gehen konnte. Gregory Wüthrich mit dem hohen Ball nach vorne, die Defensive der Gäste verschätzt sich erneut und Doppel-JJ hatte keine Mühe, einzuschieben. Mit diesem Highlight ging eine intensive erste Hälfte mit vielen Chancen auf beiden Seiten zu Ende.

Kollektiver Jubel in Schwarz-Weiß und Schweizer-Käse-Socken bei der georigischen Zaubermaus. | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Einwurf – Strafstoß – Tor

Und die zweite Halbzeit ging dort weiter, wo Hälfte Eins endete – mit einem Tor für die Blackys! Nach einem weiten Einwurf auf Otar Kiteishvili wird der Georgier im Strafraum gelegt. Kelvin Yeboah übernahm Verantwortung und verwandelte den Elfmeter staubtrocken in der 48. Spielminute zum 3:0 – läuft! Nach dem Blitz-Restart beruhigte sich das Geschehen am Platz und es folgte eine Phase ohne wirkliche Torchancen. Doch in der 66. Spielminute hätte es zu einem weiteren Treffer der Schwoazen kommen können. Erneut wurde in der Hintermannschaft der WSG gepatzt, Andreas Kuen traf jedoch in personeller Überzahl die falsche Entscheidung und Keeper Oswald konnte den misslungenen Pass auf Yeboah abfangen. Und nur drei Minuten später gelang dann doch der vierte Treffer: Kuen mit dem tiefen Pass auf Jantscher, der widerum bediente mit einer flachen Hereingabe Yeboah, den Torschützen. Zwei Mal Espresso-Time, zwei Mal JJ! In der 78. kam es zu einem Pflichtspieldebüt in Schwarz-Weiß: Für Jon Gorenc Stankovic wurde Alexandar Borkovic eingewechselt und bekleidete die Position im defensiven Mittelfeld. Und auch ein Tordebüt gab es an diesem Nachmittag zu feiern: Nach einem Fehler von Ex-Blacky Fabian Koch schoss Neo-Blacky Anderson Niangbo den Ball ins Netz. Es erübrigt sich festzuhalten, dass die WSG zu diesem Zeitpunkt und generell in Halbzeit zwei nur noch mit dem Vermeiden einer noch höheren Niederlage beschäftigt war. Nach zwei gespielten Minuten in der Überzeit pfiff Schiedsrichter Harald Lechner die Partie ab. Der SK Sturm Graz gewinnt gegen Schlusslicht WSG Tirol mit 5:0. War es in Halbzeit eins eine ausgeglichene Partie, gingen die Tiroler in der zweiten Hälfte regelrecht unter. 

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8 Kommentare

  1. fuchsrob sagt:

    War eine richrig geile Partie! Von Müdigkeit keine eine Spur nach dem Monaco-Ausflug! Im Gegenteil, fast 90 Min Powerfussball. Das Spiel hätte sich mehr als 8000 Zuschauer verdient gehabt!

    • tomg sagt:

      Keine Ahnung aber mir kommt vor bei den Zuschauern sind wir generell sehr schwach oder erfolgsfans

    • Tobias sagt:

      Hab ich mir auch schon mal gedacht.

      Was ich noch seltsamer finde, dass das Spiel gegen PSV noch immer nicht ausverkauft ist und wenn es so weitergeht wird es das auch nicht mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass das an den 3G-Regeln liegen könnte bzw. einige noch abwarten ob es zu Verschärfungen kommt. Anders ist das in meinen Augen nicht erklärbar, man denke zurück an Quali!-Spiele gegen Ajax usw bei denen das Stadion binnen weniger Tage ausverkauft war.

  2. arrai sagt:

    Muss hier mal der Nordkurve meinen fettesten Respekt für die „Leistung“ in dieser Saison aussprechen. Was dort Spiel für Spiel abgeht, ist aller Ehren und vor allem hörenswert. Man hat während dem Spiel nie das Gefühl, dass die Stimmung nachlässt, auch (bzw. schon gar nicht!), wenn wir in Rückstand geraten. Gewaltig, welche Energie da rüberkommt – denke, das trägt schon auch zur guten Stimmung im Team bei. Immer weiter so! 🙂

  3. Schworza99 sagt:

    Richtig geile Partie! Zum Spiel: Anfangs etwas gebraucht aber dann souverän die Fehler der Tiroler ausgenutzt. Auch die Teamchemie scheint zu stimmen (Niangbo rennt zum Hölzel beim Tor – auch ned schlecht im guten Sinne gemeint). Einzig Kuen scheint mal eine Pause zu benötigen um körperlich und mental voll aufladen zu können. Eigentlich rundum ein gutes Spiel. Yeboah muss nicht die Gelbe wegen Klatschen bekommen aber die Jungen sind halt wild.

    Zu den Fans: Also die Stimmung die die Nord macht ist schon sehr bemerkenswert. Im Stadion selbst fällt es gar nicht so auf aber die 8k heute haben im TV wie volles Haus geklungen, wenn nicht sogar lauter.
    Zum Thema nur 8k muss man auch sagen diese scheiß Pandemie ist noch nicht vorbei. Und machen wir uns nix vor solche Menschenansammlungen sind halt nicht gerade einladend wennst warum auch immer dich fürchtest. Manche wollen auch nicht ihre Daten zeigen. Zusätzlich überlegen es sich die Gelegenheitsgeher natürlich doppelt ob der Umstände. Ich behaupte unter normalen Umständen würden auch bei solchen Spielen wie heute um die 10k kommen. Da ist dann aber auch ca. der ungefähre Kern. Deswegen wäre so ein kleines Schmuckstück mit 15-20k wünschenswert…aber naja eh wissen.

    PS:
    Alles gute dem Captain dem frisch gewordenen Papa!

  4. black_aficionado sagt:

    Schön, einfach nur schön!

    Auch wenn die WSG gestern ein dankbarer Gegner war, wichtig ist, dass wir gleich voll anschreiben konnten am Beginn der englischen Wochen! Das Programm ist ja tatsächlich nicht ohne, welches da die nächsten Runden auf uns zukommt – insofern würde ich mir persönlich auch etwas mehr Rotation wünschen, allein schon um dem Verletzungsrisiko zu entgehen (in diesem Sinne auch gute Besserung an Anselm, das ist echt bitter). Gestern hätte aus meiner Sicht wohl recht wenig dagegen gesprochen bspw. Kitei und Jantscher schon ab der 60. zu schonen, ebenso Stanko. Wir waren saustark in der Partie und Tirol hatte keine Möglichkeiten mehr
    Seis drum, am Mittwoch voll konzentriert im Cup und am Sonntag im Westen Wiens, das sind zwei ganz ganz entscheidende Partien! Die Grünlinge werden gegen uns zwar wie gewohnt wieder ein anderes Gesicht zeigen, aber wenn wir dort voll punkten, dann werden wir die Liga vermutlich vom Rumpelstilzchen erlöst haben 😉

    swg

    • Melvinuss sagt:

      Also solange der eigentliche österreichische Meister (hinter RB per Eigendefintion) aufgrund der Inkompetenz des Rumpelstilzchens so weiter performt, „halt“ ich ihn gerne noch länger bei den Grünen aus

  5. Ennstaler sagt:

    Nach einem 5:0 noch Kritik zu üben und zu „sudern“ grenzt schon an Majestätsbeleidigung. Aber mit einer Defensivleistung wie gestern wird Sturm in den nächsten EL-Spielen genauso abgeschossen werden, wie gestern die Wattener.

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