Halbfinale!

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. SV Wimpassing (3:0)

Nachdem Heiko Vogel in seinen ersten vier Bundesligaspielen nur einen Punkt mit dem SK Sturm Graz holen konnte, stand der Chefcoach der Blackys im ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen den burgenländischen Landesligisten SV Wimpassing bereits mit dem Rücken zur Wand. Es musste unbedingt ein Sieg und der damit verbundene Einzug ins Halbfinale her, um eine frühzeitige Trainerdiskussion in der steirischen Landeshauptstadt zu vermeiden. Im „bisher wichtigsten Spiel des Jahres 2018“ war Sturm nicht zuletzt aufgrund des Heimvorteils haushoher Favorit, alles andere als ein souveräner Sieg wäre einer Überraschung gleichgekommen.

Vogel selbst überraschte bei der Auswahl der ersten Elf, Tobias Schützenauer ersetzte Stammkeeper Jörg Siebenhandl im Tor und defensiv stellte der Deutsche wieder auf eine Viererabwehrkette um. Marvin Potzmann bekam die Gelegenheit, die in der Hinrunde gezeigten Leistungen zu bestätigen und sich ins Rampenlicht zu spielen. Auf den Außenbahnen kamen Jakob Jantscher und Philipp Huspek zum Einsatz, im Angriff schenkte Vogel Deni Alar und Bright Edomwonyi das Vertrauen. Einige Umstellungen also im Vergleich zur Partie gegen RB Salzburg – eine gute Gelegenheit für die Spieler aus der zweiten Reihe, sich in den Fokus ihres Trainers zu spielen.

Blitzstart

Um 18:00 pfiff Schiedsrichter Julian Weinberger die Partie bei eisigen Temperaturen an und es dauerte gerade einmal etwas mehr als eine Minute, bis die 2.811 Fans das erste Mal jubeln durften. Nach schönem Doppelpass von Deni Alar und Philipp Huspek vollstreckte unsere Nummer 18 zum 1:0. Das nennt man wohl Traumstart! Zwei Minuten später hätte der Torschütze beinahe einen weiteren Treffer markiert, nach herrlichem Zuspiel von Peter Zulj setzte er die Kugel jedoch knapp neben die rechte Stange. Die Schwarz-Weißen machten gehörig Druck, in der siebenten Spielminute verzog Alar aus der Ferne relativ deutlich. Wenig später fiel ein Kopfball von Edomwonyi nach guter Flanke von Potzmann zu schwach aus, Tormann Thomas Dau hatte keine Probleme. Vor allem die langen Bälle aus dem Halbfeld auf Huspek machten der Wimpassinger Hintermannschaft zu schaffen, die Blackys hatten das Spielgeschehen in den ersten zehn Minuten mehr als nur gut im Griff. Danach zeigten die Burgenländer, dass die Siege über BW Linz und den WAC kein Zufallsprodukt waren. Nach einem zuvor etwas schwächeren Abschluss verpasste Erdal Kara in der 13. Minute eine Hereingabe nur denkbar knapp. Natürlich blieb der Tabellenzweite der Österreichischen Bundesliga stets gefährlicher, diese beiden Aktionen zeigten dennoch, dass man gerade bei diesem knappen Vorsprung immer auf der Hut sein musste. Auch defensiv fand der Landesligist besser ins Spiel, die Abwehr stand sehr tief und ließ so kaum mehr nennenswerte Gelegenheiten zu.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Auf der Suche nach Lösungen

In der 25. Minute kam dann erstmals wieder Gefahr auf, ein Schuss von Bright Edomwonyi fiel unglücklicherweise zu zentral aus. Kurz darauf fand eine Flanke des sehr agilen Huspek keinen Abnehmer im Zentrum. Die Hausherren fanden jetzt wieder mehr Räume vor, ein Schuss von Alar wurde im letzten Moment abgeblockt. Aus der daraus resultierenden Ecke konnten die Murstädter beinahe Profit schlagen, diese wurde zwar zunächst geklärt, im zweiten Anlauf brachte Potzmann dann aber einen aussichtsreichen Pass in den Fünfmeterraum, der allerdings in höchster Not vor den heraneilenden Sturm-Akteuren geklärt werden konnte. Wenig später, in der 37. Spielminute, vergab Alar einen Freistoß aus sehr aussichtsreicher Position recht deutlich. Die Grazer dominierten erwartungsgemäß, zu oft fand der letzte Pass allerdings keinen passenden Abnehmer. In der 41. Minute herrschte dann erneute Aufregung, dieses Mal aber nicht wegen einer Torchance, sondern aufgrund einer Tätlichkeit von Edomwonyi. Der Nigerianer fuhr völlig unverständlicherweise den Ellbogen aus und hatte Glück, nur mit der gelben Karte bedacht zu werden. Danach fand Jakob Jantscher eine Doppelchance vor, beide Abschlüsse fanden allerdings nicht den Weg in das gegnerische Tor. Das waren die letzten beiden Gelegenheiten vor der Pause, der Unparteiische Weinberger bat pünktlich zum dringend benötigten Pausentee.

Frühe Vorentscheidung

Nach dem Seitenwechsel kam Emeka Friday Eze für den glücklosen Edomwonyi ins Spiel, die erste Chance der zweiten Hälfte fanden allerdings die Gäste vor. Kara beförderte den Ball allerdings in den Liebenauer Nachthimmel. Im Gegenzug durfte Sturm dann das zweite Mal jubeln: Nach Assist von Potzmann vollstreckte Peter Zulj aus rund 18 Metern äußerst sehenswert ins linke Kreuzeck. 2:0 in der 47. Minute, das musste die Entscheidung zugunsten des Bundesligisten sein! Kurz nach diesem Tor hatte Eze die Möglichkeit, Sturm sogar noch höher in Front zu bringen. Sein Schuss aus spitzem Winkel ging aber am Kasten des SV Wimpassing vorbei. Zehn Minuten nach dem 2:0 konnte Zulj beinahe seinen zweiten Treffer des Abends bejubeln, Dau konnte den platzierten Distanzschuss mit einer Glanzparade gerade noch zur Ecke klären. Die Schwarz-Weißen kontrollierten das Spiel, ohne dabei ans Limit gehen zu müssen, und kreierten auch immer wieder gute Chancen. Alar scheiterte ebenso wie Zulj aus der Ferne, Eze verstolperte in aussichtsreicher Position. Kurz darauf war Schluss für den starken Zulj, James Jeggo ersetzte ihn in der 64. Spielminute. Mittlerweile hatte man das Gefühl, dass das Spiel längst entschieden war und es nur noch um die Höhe des Sieges ging.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Pflicht erfüllt

Dass dieses Gefühl bestätigt wurde, war Emeka Friday Eze und Jakob Jantscher zu verdanken. Der Nigerianer tankte sich in der 70. Minute auf der rechten Seite bis zur Torauslinie durch und legte auf den völlig freistehenden Mittelfeldspieler zurück, der den Ball aus ungefähr sechs Metern souverän im Tor unterbrachte. 3:0, die endgültige Entscheidung und der erste Treffer für unsere Nummer 13 seit seiner Rückkehr zu Sturm. Vier Minuten darauf konnte sich beinahe ein weiterer Spieler über seinen Premierentreffer freuen. Thomas Schrammel wurde dieses Erfolgserlebnis aber von dem bemitleidenswerten Thomas Dau verwehrt. Danach fand der Gastgeber weitere Einschussmöglichkeiten vor, Hierländer und Alar hatten allerdings kein Glück mit ihren Abschlüssen. Richtig gefährlich wurde es dann wieder in der 82. Minute, Jantscher setzte einen Kopfball nach Flanke von Potzmann an den Pfosten. Danach passierte nicht mehr viel, die Blackys spielten die Begegnung kontrolliert nachhause und durften sich über den ersten Cup-Halbfinaleinzug seit der Saison 2013/2014 freuen.

 

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12 Kommentare

  1. Nock-74 sagt:

    Ich glaube mit den Worten „Pflicht erfüllt“ bringt man das gestern gesehene am besten auf den Punkt. Positiv aufgefallen sind mMn sicherlich Huspek, Zulj, Eze und auch Potzmann. Beide Letztgenannte haben eine perfekte Vorarbeit geleistet zum 2:0 bzw. 3:0. Negativ aufgefallen, leider wie so oft, Schrammel und Schulz. Der eine kann keinen Landesligisten überspielen und der andere verliert jedes Laufduell. Kann mir bitte irgendjemand erklären warum die beiden gestern gespielt haben, nachdem sie ja am Samstag gegen den LASK sowieso gesperrt sind. Habe für mich selbst Antworten gesucht aber leider keine gefunden. Und den Vertrag vom Eze würde ich gleich mal um mind. 2 Jahre verlängern. Mit dem Burschen könnten auch wir wieder mal richtig gut verdienen.

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    • Rockstar Rockstar sagt:

      Schon wärs‘, die Sache mit den Verlängerungen. Linke Seite extrem schwach Schramml/Jantscher funktioniert (noch) überhaupt nicht, grundsätzlich glaube ich aber man muss dem Trainer einfach noch Zeit geben, allerdings tut er sich mit seinen Aussagen in letzter Zeit keinen Gefallen, war erst gestern ein kritischer Kommentar in der Kleinen Zeitung. Und auch dort ist man schnell beleidigt….

      1+

    • GazzaII sagt:

      Das mit dem richtig gut verdienen bezweifle ich bei Eze, weil die Ballverliebtheit passt für Verteidigerkaliber in der ÖBL(&LL) gegen Bessere wirst da keinen Riss machen! Aber ja trotzdem verlängern man muss ja nicht immer verdienen sondern könnte Spieler ja auch einfach Mal länger halten.

      1+

    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Alar ist bis auf seine Vorlage auch nicht positiv aufgefallen. Wenn man sieht wie Eze bis zur Linie bei seiner Vorlage fightet…da muss man sagen da verdient sich Eze den Start in Pasching einfach. War nicht souverän aber man ist weiter. Egal wer nächste Runde kommt, da wirds wirklich auf die Tagesform ankommen.

      Und zu den Zeitungen braucht man nicht viel sagen, die sollen mal unser Auswärstspiel gegen RB vom Herbst anschauen, bevors vom Cupsieg sprechen. (Oder den Jauk fragen, warum er den Erdogan die Hand geschüttelt hat, da man ja jetzt politisch überkorrekt ist und man sich selbst für Metaphern entschuldigen muss)

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    • MHD23 sagt:

      @Rockstar

      Was für Aussagen bitte? Die Medien interpretieren immer soviel rein und schreiben, wenn der Trainer nicht Foda heißt, einfach nur Blödsinn.

      Eze spielt richtig stark momentan, der hat sich den Platz in der Startelf mehr als verdient. Eze kann sich wenigstens auf den Seiten durchsetzen und den Ball behaupten, was man von Alar (der momentan einfach nur schlecht spielt) nicht behaupten kann und über Edi ist es noch zu früh jetzt schon zu urteilen.

      3+

    • GazzaII sagt:

      @MHD23

      Alar war gestern Schwach, wobei mir für Wimpassing generell zu viele Distanzschüsse waren, in den Katastrophenpartien zu Beginn der Rückrunde ist schwach relativ, wenn man als Stürmer 0 Bälle bekommt.

      Egal, aber da sehe ich Eze auch eher am Flügel, MS/Solospitze in dem Sinn ist für mich aber keiner, aber man wird ja sehen was Vogel macht

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  2. jorge72 sagt:

    fand das spiel taktisch und von der bereitschaft der spieler, sich den arsch aufzureißen, durchaus für i.O.

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  3. Marchanno Diaz Rabihou sagt:

    Eze / Schubert wäre ein super SturmDUO. Sind. jung, motiviert, verschiedene Spielweise und (hoffentlich) noch länger bei Sturm.

    Awa durch 5er Kette und Doppelsechs gehen dann vorne die Leiberl aus 🙁

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  4. rio sagt:

    So richtige Feierstimmung kann wohl nicht aufkommen, wenn man zu Hause (!) einen LL besiegt. Überheblich setze ich so etwas einfach voraus!

    Na, dann hat der Vogel also sein erstes Pflichtspiel gewonnen und es gibt keine „Toten“. Wobei,  einen Toten sehe ich, den Fußball. 7.500 Zuseher gegen Salzburg, 2.000 gegen Wimpassing (bei ca. 6.000 Dauerkarten!) lassen sich bei gutem Willen vielleicht mit der Kälte erklären, aber sicherlich auch mit den gebotenen Leistungen unter dem neuen Trainer. Jetzt müssen in der Liga nicht nur Punkte her, sondern auch entsprechende Leistungen. Mit 5er Abwehrkette und 1 Mannsturm wird Liebenau garantiert nicht mehr zu füllen sein. Für Schrammel & Edi braucht es Freikarten und angenehme 20 Grad!

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Unter der Woche, saukalt gegen einen Landesligisten…bei einem CL Spiel gegen Bayern in der CL z.B. wäre die Hütte auch unter der Woche, bei -30 Grad und einer 10er Kette, voll.

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  5. Fanatiker sagt:

    Und jetzt daheim gegen Rapid!!!

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