Gegen die Bullen um Platz eins

Spielvorschau: RB Salzburg vs. SK Sturm Graz

Es sind die wenigen Spiele in der Österreichischen Bundesliga, auf die man sich schon Tage, wenn nicht Wochen, zuvor freut. Nun ist es wieder einmal so weit. Der Doublesieger und Ligakrösus RB Salzburg bekommt es vor heimischen Kunden mit dem aktuellen Spitzenreiter aus der Steiermark Sturm Graz zu tun. Lediglich ein Punkt trennt die Bullen momentan von den Nerobianchi aus Graz. Somit geht es um viel. Es geht um den Platz an der Sonne, den die Steirer seit der zweiten Runde dieser Saison innehaben. Es gilt daher aus Sicht der Blackys, zumindest einen Punkt aus dem Marketing-Tempel in Wals-Siezenheim zu entführen, möchte man weiterhin ganz oben stehen.

Beide Mannschaften in bestechender Form

Dass am Sonntag ein absolutes Spitzenspiel erwartet werden darf, liegt auch daran, dass beide Teams zuletzt in überragender Form agierten. Die Schwarz-Weißen verfielen nach den ersten beiden Saisonpleiten gegen den LASK und die Admira keineswegs in eine Herbstdepression. Ganz im Gegenteil. Nach einem Unentschieden gegen den SCR Altach folgten vier Siege en suite, ehe man sich in der vergangenen Runde mit einem Unentschieden gegen den SK Rapid begnügen musste. Somit ist Sturm Graz schon seit sechs Runden bereits wieder ohne Niederlage. Geht nicht besser? Leider doch. Die Salzburger Abteilung des Kracherlkonzerns ist seit Runde sechs ungeschlagen. Damals setzte es die bis dato einzige Saisonniederlage gegen, wie könnte es anders sein, den SK Sturm Graz. Deni Alar erlöste am 27. August dieses Jahres die ausverkaufte Merkur-Arena und festigte damals die Tabellenführung. Apropos Deni Alar. Am Sonntag steigt zudem auch das Duell der beiden bisher besten Torschützen der Bundesliga. Sowohl der Steirer, als auch Munas Dabbur aus dem Bullenstall halten bei neun Treffern in 14 Spielen. Der Statistik nach ist Sturm leicht im Vorteil. In den letzten fünf Aufeinandertreffen konnten die Grazer drei Siege holen, während man zwei Mal das Nachsehen hatte. Die letzten vier Spiele allerdings endeten allesamt mit 1:0, bzw. 0:1, waren also stets sehr eng. Sowohl Salzburg, als auch Sturm konnten je einmal zu Hause und einmal in der Fremde gewinnen. Ausgeglichener geht es kaum.

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Neo-Teamchef Franco Foda kann aus dem Vollen schöpfen

Die richtig starken Leistungen der Grazer gingen in den letzten Wochen allerdings etwas unter. Grund dafür war Franco Foda. Der Deutsche wurde vom ÖFB tatsächlich als Nachfolger von Marcel Koller auserkoren, wird mit Jahresende den SK Sturm Graz verlassen und als Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft versuchen, das rot-weiß-rote Team wieder auf die Erfolgsspur zu führen. Um seine neue Aufgabe bestmöglich ausüben zu können, bekam Foda von Günter Kreissl Urlaub, um mit dem Nationalteam im spanischen Marbella den ersten Lehrgang zu absolvieren und in Wien ein Testspiel gegen Uruguay zu bestreiten. Das Feedback zur Person Foda war durchaus positiv. Mit einem 2:1 konnte auch gleich der erste Sieg eingefahren werden. Während Foda sich ein erstes Bild von den besten Kickern des Landes machte, unter denen auch Deni Alar, Stefan Hierländer und Jörg Siebenhandl zu finden waren, schwitzte die restliche Sturm-Mannschaft unter Co-Trainer Thomas Kristl in Messendorf. Foda zeigte sich ob der Arbeit seines Trainerkollegen sehr zufrieden: Es war alles genau so, wie ich mir das vorgestellt habe. Deshalb ist er ja auch mein Co-Trainer. Ich habe großes Vertrauen in ihn. Er hat die Dinge umgesetzt, die ich klarerweise ein Stück weit vorgegeben habe. Zufrieden kann man auch aufgrund der momentanen Personalsituation sein. Alle Spieler sind fit. Franco Foda kann somit aus dem Vollen schöpfen. Bei den Salzburgen wird man auf Diadie Samassekou verzichten müssen, der sich einen grippalen Infekt zugezogen hat und kein Thema für den Schlager sein wird.

Zusätzliche Motivation durch einen Liebesbrief

Um wieder einmal die letzten Prozent Motivation aus den Spielern herauszukitzeln, überraschten die Fangruppen des SK Sturm die Mannschaft mit einer Laudatio in Form eines Briefes. In diesem Schreiben bedankten sie sich für eine „bisher extrem geile Saison“ und das Wiederentfachen einer Begeisterung, „die(durch einen Sieg gegen Salzburg, Anm.) in ungeahnte Dimensionen katapultiert“ werden würde. Die Fans versprechen der Mannschaft, im Bullenstadl wie eine Wand hinter ihr zu stehen, egal was passieren würde. Zudem appellieren die Fangruppen an die Mannschaft, sich nicht durch diverse Wechselgerüchte verunsichern zu lassen. Die Spieler werden am Sonntag auf jeden Fall auf die Unterstützung der schwarz-weißen Aficionados zählen dürfen. Ob die Grazer abermals gegen die Bullen gewinnen können, wird sich weisen.

Vertreter der Nordkurve waren heute zu Besuch und haben der Mannschaft diesen Brief übergeben! GEMMA SCHWOAZE! 🖤⚫️⚪️💪🏻…

Posted by SK Sturm Graz on Freitag, 17. November 2017

Spieldaten

Red Bull Salzburg vs. SK Sturm Graz

15. Runde der tipico Bundesliga, Sonntag, 19. November 2017, 16:30 Uhr, Wals-Siezenheim, Red Bull Arena

Schiedsrichter: Gerhard Grobelnik

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Hierländer, Koch, Maresic, Lykogiannis, Potzmann; Jeggo, Zulj; Huspek, Alar, Röcher

Ersatz: Schützenauer, Schoissengeyr, Puchegger, Lovric, Filip, Zulechner, Eze

Fraglich: Gratzei, Spendlhofer, Schmerböck

 

5 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Schon allein die Tatsache, dass die Wettquoten (1,6 : 4,2 : 6,1) Sturm als krassen Außenseiter bewerten, sollte für Sturm Grund genug, den Bullen zu zeigen, wer die Nummer 1 im Fußball-Österreich ist.

    2+

  2. graz4ever sagt:

    Is a schade, daß Foda gleich das ganze Trainergespann mitnimmt…sonst hätt ichs garnet so schlecht gefunden wenn Kristl und der Imre S. die Saison komplett dann no zu Ende gemacht hätten! Wär sicher „leichter“ auf dieser Welle weiterzumachen dann, weil die 2 ja Fodas System/Strategie ja ziemlich ähnlich fortsetzten würden..und Konstanz is mmg das Wichtigste das wir über die Saison brauchen werden (denn Moral, Kampfgeist + Reife hat die Mannschaft ja diese Saison echt scho oftmals bewiesen) um die heurig wirklich große Chance auf nen Titel nutzen zu können.. Spieler denk i, werden wir alle halten können übern Winter, da bin i zuversichtlich 🙂

    Schockiert hat mi gestern a bissl die Nachricht das Zeidler im Gespräch sein soll..HOFFENTLICH NICHT 😉

    Also, dann heut mal ALLES AUF SCHWARZ

    SturmGraz4ever&ever&ever..

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  3. Ennstaler sagt:

    Also ich finde es gut, dass mit Foda auch Kristl und Szabics gehen. Es ist nur sinnvoll, dass sich der neue Trainer sein Team selbst zusammenstellt und nicht Altlasten übernehmen muss. In den letzten Saison (besonders in der 2016/2017) war Sturm im Frühjahr oft sehr schwach, da kann es der neue Trainer mit einer ordentlichen Vorbereitung in der Winterpause nur besser machen.

    Und bitte, keine Hals-über-Kopf-Verpflichtungen wie im letzten Winter (Chabbi, Ovenstad).

    1+

    • graz4ever sagt:

      Ich meinte eigentlich das Kristl eben dann „neuer“ Headcoach wär, der Imre sein Co..und das restl. Team könnt er eh nach seiner Lust zusammenstellen..

      Dann könnten wir diese Saison zumindest relativ normal weiterspielen (an Frühjahres-Einbruch glaub ich ob der neuen Reife+Konstanz der Mannschaft – bei der das Trainerteam sicher auch seinen Anteil hat – net so diesmal)..

      So wirds a größeres Risiko die Konstanz bis zu nem (möglichen) Titel durch zuziehen, da der Neue im Winter ja quasi bei 0 (von seinen eigenen Vorstellungen her) anfangen muss.. Mannschaft wieder Zeit braucht dies zu verinnerlichen..denk a daß die Chance, daß Spieler im Winter uns mit Foda verlassen größer wird, als wenn er da bleiben würd..

      Näxte Saison können wir dann den ganz neuen Umbruch in Ruhe angehen und da bin i in Sachen Altlasten voll bei dir..

      Meinte mein „Kristl-Modell“ ja nur für den rest dieser Saison noch 😉

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