Gegen die Admira war Bruno wie gewohnt Wacker

Spielercheck: Admira Wacker vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der gestrigen Bundesliga-Begegnung FC Admira Wacker Mödling vs. SK Sturm Graz sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

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(c) GEPA pictures/ Energie Steiermark

Man of the Match

Bruno Esser – Note: 1,40

Bereits zum siebenten Mal ein vertrautes Bild: „Bei Michael Esser ist Endstation, da geht es nicht mehr weiter, da steigen alle aus“. Eine fehlerlose Partie des Deutschen. Im Eins zu Eins wie gewohnt stark, bezeichnend auch die Szene, als er sich Markus Lackner mutig in den Weg warf und obwohl dieser den Grazer Torwart am Kopf traf – zudem die Aktion schon abgepfiffen war – ließ Esser den Ball einfach nicht los. Zwar wurde er in Halbzeit 2 nur mehr einmal – und das vom eigenen Mann – geprüft, hat dennoch auch mehrmals bewiesen, dass er ein mitspielender Torwart ist und ließ bei diesen Aktionen keine technische Mängel oder Ungenauigkeit erkennen. Dank dem Deutschen ist eine Torwart-Diskussion bei Sturm Graz so weit weg wie der GAK von der Bundesliga. Eine derart unumstrittene Nummer 1 gab es bei Sturm letztmalig zu Zeiten eines Kazimierz Sidorczuk.

Donis Avdijaj – Note: 1,88

In der ersten halben Stunde gelang es der Südstädter Defensivabteilung hervorragend Avdijaj nicht ins Spiel kommen zu lassen. Auch wen dem Kosovo-Deutschen nicht all zu viel gelang, steckte er seinen Kopf nicht in den sprichwörtlichen Sand, sondern kämpfte umtriebig weiter. Belohnt wurde er durch seine technisch hervorragende Ballannahme mit einem Assist, als er Roman Kienast vor dem 1:0 in hervorragender Manier den Ball auf dem Silbertablett servierte. Was danach folgte, war jedoch eines Bundesliga-Profis unwürdig: Völlig grundlos befand er sich im Dauerclinch mit Schiedsrichter Manuel Schüttengruber und sah wettbewerbsübergreifend seine sechste Gelbe Karte in dieser Saison. Im Übrigen die fünfte wegen Kritik. Die Auswechslung von Franco Foda erfolgte umgehend und diente zu Avdijaj’s Schutz. Gerade nach seiner Herausnahme wurde die Admira situationsbedingt etwas offensiver und Avdijaj hätte garantiert mehr Platz gehabt, um seine Qualitäten öfter zur Geltung kommen zu lassen.

Michael Madl – Note: 1,92

Ungewohnte Unsicherheiten waren bei Madl nur in der ersten Viertelstunde zu diagnostizieren, danach war er wieder Herr im eigenen Strafraum. Er zeigte sich kopfballstark und wie gewohnt agierte er gestern im Defensivverhalten enorm unaufgeregt. Als es darum ging seine Rolle als Capitano auszufüllen, zeigte er jedoch ungeheure Emotion: Nach permanenter Schiedsrichter-Kritik von Donis Avdijaj wies Madl den Deutsch-Albaner gehörig in die Schranken. Das Trio Esser – Spendlhofer – Madl kann man bislang gut und gerne als Defensives-Magisches-Dreieck bezeichnen; gestern war wieder einmal deutlich zu sehen, warum Sturm in dieser Saison die wenigsten Gegentreffer aller Teams der Bundesliga hinnehmen musste.

Lukas Spendlhofer – Note: 2,05

Ausgezeichnete Leistung des Niederösterreichers: Anfangs reagierte er in der ein oder anderen Situationen etwas unglücklich, fand danach aber schnell – auch dank seines guten Stellungsspieles und seinem Talent, ein Spiel hervorragend antizipieren zu können – in die Partie. Mit seinen doch erst 22 Jahren agiert er zunehmend abgebrüht und routinierter. Zudem konnte Spendlhofer sensationelle 85% seiner Zweikämpfe gewinnen und war wieder einmal jener Sturm-Spieler mit den meisten gewonnen Zweikämpfen. Bei Inter Mailand ausgebildete Spieler scheinen auch noch heutzutage die Lehren des Helenio Herrera verinnerlicht zu haben.

Sascha Horvath – Note: 2,13

Übernahm ab Minute 67 die ursächliche Rolle von Donis Avdijaj: Gleich auffällig, gleich beweglich, wenn auch nicht ganz so effektiv. Trotzdem kam er des Öftern zum Zaubern. Bei seiner besten Aktion agierte er im Abschluss leider zu eigensinnig, als er gleich drei besser positionierte Mitspieler übersah und das Tor selbst machen wollte. Das Solo davor war aber einer der wenigen Highlights dieses Spieles.

Anel Hadzic – Note: 2,50

Fand diesmal wieder sehr schnell in das Spiel und war in einer schwachen ersten Halbzeit der Aktivposten im Dress der Grazer. Je länger jedoch das Spiel dauerte, umso mehr passte er sich an das Niveau der Partie an. Sein gewonnener Zweikampf (manch einer würde auch sagen sein Foul) gegen Daniel Toth war die Initialzündung zum 1:0. Die Aufgabe als Sechser hat er auf jeden Fall mehr als ordentlich erfüllt. Hadzic scheint sich im Laufe dieser Saison immer mehr zu konsolidieren und ist wieder ein wichtiger Bestandteil im Spiel der Grazer.

Marvin Potzmann – Note: 2,51

Der Burgendländer erfuhr erst wenige Minuten vor dem Anpfiff von seinem Startelf-Einsatz und ersetzte den angeschlagenen Tanyu Kayhan als Rechtsverteidiger. Trotzdem fand er schnell ins Spiel und lieferte eine gediegene Defensiv-Leistung ab. Die Abstimmung mit den beiden Innenverteidiger klappt immer besser, offensiv verhielt er sich eher unauffällig.

Wilson Kamavuaka – Note: 2,68

Der Deutsch-Kongolese war beinahe über 90 Minuten auf der Suche nach seiner Mission. Dass er die gesamte Partie über seine Stärken als defensiver Mittelfeldspieler nicht ausspielen durfte, lag daran, da Hadzic –  aufgrund einer offensiv zumeist harmlos agierenden Admira –  beinahe alle Herausforderungen alleine lösen konnte. Kamavuaka war jedoch nicht imstande diese neue gewonnenen Freiheiten für konstruktive Spielereröffnungen oder Offensivaktionen zu nützen, sondern irrte zumeist etwas orientierungslos über den Platz. Lediglich in der sechsminütigen Nachspielzeit hatte er sichtlich Freude daran, den Ausputzer spielen zu dürfen und beschränkte sich auf Rettungsaktionen im eigenen Strafraum.

Christian Klem – Note: 2,69

Man konnte Klem in der Südstadt nicht das Bemühen absprechen auch offensiv Akzente setzen zu wollen, allerdings strahlte er dabei keinerlei Gefahr aus. Er hatte – da defensiv völlig unterfordert – unglaublich viele Gelegenheiten Nadelstiche zu setzen, scheiterte aber zumeist an seinen ungenauen Abspielen. 17 Bälle von Klem landeten direkt bei einem Gegenspieler, mehr als die Hälfte aller seiner Zuspiele.

Roman Kienast – Note: 2,83

Kam anfangs aber so etwas von überhaupt nicht ins Spiel, ein harmloses Schüsschen war seine gesamte Ausbeute in Halbzeit Eins. Zudem konnte er im gesamten Spiel nur 19% seiner Zweikämpfe gewinnen, sein erster Saisontreffer gab ihn aber sichtlich Auftrieb. Ein schönes Assist auf Gruber hätte eigentlich das 2:0 bedeuten müssen und der Rempler von Admira Torhüter Siebenhandl an ihm war zumindest nicht weit entfernt von einem Torraub. In der Schlussphase gelang es Kienast des Öfteren den Ball gut abzuschirmen und zu halten und sorgte daher oft dafür, dass die Admira gar nie richtig ins Spiel kam.

Andreas Gruber – Note: 2,92

Im Match gegen die Admira offenbarte sich bei Gruber wieder die ein oder andere technische Schwäche. Zu viele Stockfehler gepaart mit sehr vielen verlorenen Zweikämpfen in der Offensivbewegung prägten sein Spiel. Erschreckend schwach waren vor allem Grubers Flanken die allesamt beim Gegner landeten, obwohl der Mürzzuschlager dabei zumeist unbedrängt agieren konnte. Zudem erfolgten die wenigen Angriffsbemühungen der Admira zumeist über seine Seite. Insgesamt 12 Fehlpässe runden dieses Bild ab; zumindest vor dem Goldtor konnte er mit einem langen Pass Donis Avdijaj sehr gut in Szene setzen. Gruber war am heutigen Tag jener Spieler mit den meisten Torschussbeteiligungen (4 Torschüsse und 4 Torschussvorlagen), seine Chance zum 2:0 darf man nichtsdestotrotz auch einmal verwerten.

Thorsten Schick – Note: 3,23

An seiner alten Wirkungsstätte war Schick auffällig wie zu seinen besten Zeiten, jedoch sprang viel zu wenig dabei heraus. Symbolisch für sein Spiel gestern war jene Szene, als er bei einer guten Torschusschance nicht den Ball sondern seinen Gegenspieler Schick traf. In der zweiten Halbzeit präsentierte er sich leicht verbessert, bekam auch mehr Platz und konnte diesen ab und an auch effektiv nutzen. Zusammengefasst war das – zumindest in der Vorwärtsbewegung-  keine gute Leistung des Grazer Eigengewächs. Defensiv kann man ihm nach diesem Spiel nicht viel vorwerfen.

 

Krijstian Dobras – Note: 2,97: Zu kurz eingesetzt.

Josip Tadic – Note: 2,77: Zu kurz eingesetzt.

 

Das Team von SturmNetz bedankt sich bei seinen Lesern für insgesamt 162 eingegangene Bewertungen.

 

2 Kommentare

  1. Arch Stanton sagt:

    Ich find‘ es wirklich schade, dass dem Kienast zur Zeit gar nichts gelingt. Er ist zwar mittlerweile ein bisserl weniger lustlos unterwegs, aber für einen Stürmer seiner Größe, lässt er sich viel zu oft abdrängen/ am Schießen hindern und haut dann auch noch stümperhaft drüber. Aber da ist er ja nicht der einzige am Feld.
    Das Foul an ihm war schon dunkelgelb meiner Meinung nach.
    Ich wünsch‘ ihm auf jeden Fall baldige Besserung in jedem Sinne des Wortes.
    Und Hut ab vorm Sascha Horvath, vor seinem Einsatz und dem Solo.. beides lang nicht mehr geseh’n und wie erwähnt der Höhepunkt vom Spiel. Dem und uns wünsch‘ ich noch viele und längere Einsätze!
    Übrigens, habe das Spiel im Fernsehen verfolgt – kann es sein, dass der Baumeister manchem Bösewicht in Guy Ritchie Filmen ähnelt?

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  2. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Zum Foul von Siebenhandl muss man schon sagen, dass des eine klar Rote war. Nicht nur wegen Torraub, sondern auch weil er in Kienast ohne Rücksicht auf Verluste hineinspringst. Räumt er den schmächtigen Hovrath so ab ist dieser sicherlich verletzt…
    Wenn man für Tätlichkeiten nachträglich gesperrt werden kann, sollte man auch für für gefährliches Spiel nachträglich gesperrt werden…
    Ohne Ball die Verletzung des Gegenspielers zu riskieren ist Nicht nur einer längeren Sperre würdig, sondern auch an Unsportlichkeit Nicht zu überbieten…

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