Ganz viel Schatten und ein Lichtblick

Spielbericht: TSG 1899 Hoffenheim vs. SK Sturm Graz (3:1)

Auch im Kraichgau war nun der Winter eingezogen, als es zum selbst betitelten „Testspielkracher“ in dieser Wintervorbereitung kam. Gegner war kein Geringerer als die TSG aus Hoffenheim. Viel wurde und wird noch über diesen Club diskutiert, der in letzter Vergangenheit einen kometenhaften Aufstieg hinlegte und es nach dem Erreichen der Bundesliga sogar bis zum Gewinn der Herbstmeisterschaft brachte. In den letzten Jahren blieben die Erfolge aber suk­zes­si­ve aus und man musste sich mehr und mehr mit dem unteren Ende der Tabelle auseinandersetzen. Der Tiefpunkt war nach Ablauf der Herbstsaison erreicht, so steht man derzeit nur am letzten Tabellenplatz und somit vor Beginn der Rückrunde, erheblich unter Zugzwang. Als letzten Gegner vor dem Frühjahresauftakt wurde der SK Sturm zu einem freundschaftlichen Duell in das Dietmar-Hopp-Stadion geladen. Die Spielstätte, welche nach dem klubeigenen Mäzen und Software-Guru benannt ist, dient normalerweise als Austragungsort von Partien der zweiten Mannschaft und diversen Jugendteams. Die Bewerbsspiele der Profis finden in der deutlich größeren und moderneren Rhein-Neckar Arena im Nachbarort Sinsheim statt. Mit einem Fassungsvermögen von rund 6.000 Plätzen reichte heute allerdings auch das direkt in Hoffenheim gelegene Stadion locker aus.
Die Vereinsführung versuchte, durch kostenlosen Eintritt für alle Abonnenten, Fans ins Stadion zu locken. 2.023 Zuseher wollten sich diese Partie auch nicht entgehen lassen. Diesen Probegalopp korrekt einzuschätzen fällt schwer, da die Vorbereitung der Schwarz-Weißen gerade erst begann und jene der TSG sich gerade dem Ende zuneigt. Das sollte man am Spielfeld auch bemerken!

© SturmNetz.at

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Die Partie startete gleich mit einem Paukenschlag; die Sinsheimer nützten eine Unordnung in der Hintermannschaft der Blackies gnadenlos aus. Nach einem hohen Ball aus der gegnerischen Hälfte schnappte die schwarz-weiße Abseitsfalle nicht zu und Jonathan Schmid brachte die TSG mit einem schönen Heber in Führung. Michael Esser sah hier eher unglücklich aus, da er zu schnell aus seinem Tor rausrückte. In der Folge verflachte das Spiel und Torchancen waren leider Mangelware, Hoffenheim agierte jedoch gefährlicher und hatte die Partie gut im Griff. Manchmal kann Fußball ganz einfach sein. Ein Beispiel, welches diese These belegt, sah man in der 32. Spielminute. Die linke Abwehrseite des SK Sturm war hier nicht vorhanden, die Folge daraus ein Stangelpass, den der deutsche Nationalspieler Sebastian Rudy problemlos im linken Eck unterbringen konnte.
Der Autor dieser Zeilen ist zugegeben vielleicht nicht gerade der Älteste, aber er wagt zu behaupten, dass die erste Spielhälfte die schlimmste in seinem bisherigen Leben war! So ungefährlich und lustlos hat man Sturm nur ganz selten gesehen.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste aufgehört hatte. Die Deutschen machten die Räume geschickt eng und Sturm fand kein adäquates Mittel dagegen. Nach einem Stangelpass, dem ein einfacher Doppelpass vorangegangen war, überwindet Jiloan Hamad Esser erneut. Sturm agierte wie ein Jausengegner par excellence, absolut null Aggressivität und Druck gegen den Ball. In der Folge sollte dann auch nicht mehr viel passieren. Die TSG ließ Sturm etwas mehr Freiraum, den man aber nie wirklich nutzen konnte. Die obligatorische Testspielwechselorgie brachte wenigstens ein bisschen Leben in die Partie. Vor allem der junge Philipp Seidl wusste zu gefallen und belohnte sich gegen Spielende mit einem Treffer. Wenigstens ein kleiner Lichtblick. Traurig, dass wie in den vorigen Testspielen die „Jungen“ für die Highlights sorgen mussten. Natürlich darf man ein Freundschaftsspiel nicht überbewerten, aber diese Vorstellung jagte einem wirklich einen kalten Schauer über den Rücken! Egal in welchem Status der Vorbereitung man sich befindet, ein Testspiel-Highlight gegen einen deutschen Bundesligisten sollte für jeden Sturmspieler Anreiz genug sein, um ein wenig mehr Leidenschaft und Einsatz an den Tag zu legen.

 

Spieldaten

TSG 1899 Hoffenheim – SK Sturm Graz 3:1 (2:0)
Dietmar-Hopp-Stadion, 17.01.2016, 15:30 Uhr, 2.023 Zuschauer

Tore: 1:0 Schmid (7. Minute), 2:0 Rudy (32.), 3:0 Hamad (55.), 3:1 Seidl (88.)

SK Sturm: Esser; Kayhan (66. Potzmann), Kamavuaka, Madl (K), Lykogiannis (59. Seidl); Offenbacher, Lovric (72. Maresic); Schick (66. Rosenberger), Horvath (46. Stankovic), Dobras (46. Klem); Edomwonyi (66. Klaric)

TSG 1899 Hoffenheim (Startaufstellung): Baumann, Kaderábek, Bicakcic, Schär, Rudy, Vargas, Schmid, Hamad, Strobl, Uth, Kim

Franco Foda: „In der ersten Halbzeit haben wir mit zu wenig Überzeugung gespielt und keine Torchancen herausgespielt. Außerdem hatten wir wenig Tempo im Spiel und Ungenauigkeiten im Passspiel. Zweite Hälfte war dann etwas besser. Wir haben mehr nach vorne gespielt. Bei uns hat man heute gemerkt, dass wir erst zwei Wochen in der Vorbereitung sind und der Gegner schon kurz vor dem Saisonstart steht. Es gibt noch sehr viel zu tun. Dennoch war der Test wichtig, gerade auch für die jungen Spieler die reingekommen sind. Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht.“ (© sksturm.at)

Huub Stevens: „Mit der ersten Halbzeit kann man zufrieden sein. Mit der zweiten Halbzeit bin ich nicht zufrieden. Unsere Ruhe im Aufbau hat mir sehr gut gefallen. Dennoch müssen wir in gewissen Momenten einfach schneller nach vorne spielen.“ (© sksturm.at)

Sebastian Rudy: „Es war sicher ein guter Auftritt von uns. Wir standen defensiv gut und haben auch nach vorne ordentlich kombiniert. Darauf können wir eine Woche vor Ligastart aufbauen.“ (© achtzehn99.de)

 

Galerie:

 

Den Liveticker gibt es HIER zum Nachlesen.

 

2 Kommentare

  1. Juran Juran sagt:

    Man kann gegen Hoffenheim verlieren, Hoffenheim ist in der Vorbereitung auf die Frühjahrs Season schon viel weiter als wir.

    Aber so wie wir heuet mit voller Hose gegen Hoffenheim gespielt haben war schon sehr erschreckend, es muss doch eigentlich jeder unserer Spieler bis in die Haarspitzen motiviert sein wenn man sich in Deutschland gegen Hoffenheim zeigen darf oder ?

    Aber stattdessen hat sich die komplette Mannschaft von spiel beginn in die Hose ge…… vor Hoffenheim und das in einen Testspiel.

    Oder vielleicht war es ja auch nur wieder Fodas Angsthasen Fussball.

     

     

     

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  2. Rene90 sagt:

    dieses Spiel ist ganz schnell zusammen gefasst
    Offensive: hat man keine gesehen
    Defensive: 1. Tor gehört dem IV Duo Madl / Kama # 2. und 3. Tor über unsere linke Seite, die defensiv einfach miserabel ist, es fängt die Defensivarbeit halt beim Mittelfeldspieler an – Unterschied sieht man halt ganz deutlich zu rechts, Kayhan / Schick hatten ihre Seite defensiv im Griff und Hoffenheim kam hier nie gefährlich durch – auch nicht nach den Wechseln bei Potzmann / Seidl
    Lovric um einiges stärker als Offenbacher

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