Funktioniert‘s mit Mählich?

Am kommenden Sonntag ist es so weit. Roman Mählich wird beim Auswärtsspiel gegen den SCR Altach das erste Mal auf der Betreuerbank des SK Sturm Platz nehmen. Der Neo-Sturm-Trainer wird zudem auch das erste Mal überhaupt eine Mannschaft in der höchsten Liga eines Landes coachen. Diesen Umstand kann man natürlich in Frage stellen. Sollte man denn nicht eigentlich ein größeres Repertoire an gesammelter Erfahrung bei Erstligaklubs vorzeigen können, um in Graz überhaupt das Traineramt bekleiden zu können? Oder ist das eh „wurscht“? Funktioniert’s mit Mählich sowieso auf Anhieb?

© Martin Hirtenfellner Fotografie

SC/ESV Parndorf, SC Lassee, FC Mannsdorf, SV St. Margarethen, Austria Wien Amateure und SC Wr. Neustadt – bei diesen Vereinen schwang Mählich das Trainerzepter. Bis auf den Zweitliga-Klub Wr. Neustadt, wo der 47-Jährige in der letzten Saison tätig war, waren das allesamt Vereine dritter Ligen und abwärts. Natürlich kann man von jedem Klub der Welt etwas mitnehmen und an Erfahrung gewinnen, das will niemand in Abrede stellen. Doch die Bedingungen zwischen einem Unterhaus-Klub und Sturm Graz können vermutlich kaum unterschiedlicher sein. Dinge wie Erwartungshaltung, Medienpräsenz, Druck darf Mählich nun in Graz kennenlernen. Dann wird man wissen, wie die Sturm-Legende („Sturm Graz kommt bei mir immer zur richtigen Zeit“) als Neo-Erstliga-Coach damit umzugehen weiß. Auch in Wr. Neustadt, wo Mählich sehr gute Arbeit geleistet hat und der Traum vom Aufstieg nach dem verpatzten Relegationsduell erst gegen St. Pölten platzte, sind die Voraussetzungen anders als in Graz. Die Liga als TV-Experte zu verfolgen und in der Theorie bestens analysieren zu können, ist eine Qualität, aber ebenfalls ein Unterschied zur wirklichen Praxis.

Apropos Sturm-Legende. Mählich schnürte von 1995 bis 2003 seine Schuhe für den SK Sturm und war maßgeblich an den glorreichen Zeiten der Blackys beteiligt. Mählich holte mit den Grazern zwei Meistertitel und drei Cupsiege und hat sich als „Kampfschwein“ in die Herzen der Fans gespielt. Somit ist es ja eine schöne Geschichte, dass der ehemalige Mittelfeldspieler als Trainer in die steirische Landeshauptstadt zurückkehrt. Aber nachdem Sturm gerade gewaltig strauchelt, kann es wiederum auch äußerst gefährlich sein, einer Vereinslegende das Steuer zu überlassen. Zu behaupten, Mählich könne Sturm in der aktuellen sportlichen Situation eh nur noch nach oben bringen, wäre riskant. Man will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber was passiert, wenn die Schwarz-Weißen im Frühjahr nur im unteren Play-off mitspielen, in der nächsten Saison nicht international vertreten sein werden und die kommende Saison ähnlich verläuft wie die jetzige? Vermutlich wäre er schneller wieder beim ORF als ihm und uns allen lieb ist. Oder er wird von Leeds United verpflichtet.

Ergebnis der SturmNetz-Umfrage (6. November)

Die fehlende Erstligaerfahrung in Kombination mit dem Legendenstatus, welchen man ihm nicht verbauen will, waren vermutlich auch die Gründe, warum Roman Mählich bei der SturmNetz-Umfrage („Wer soll neuer Sturm-Trainer werden?“) vom 6. November äußerst schlecht abgeschnitten hat. Von insgesamt 3.234 Stimmen hat der Neo-Sturm-Trainer nur 5 Prozent aller Votes erhalten. Nur Heimo Pfeifenberger hat in unserer Auswahl der potentiellen Vogel-Nachfolgekandidaten weniger Leserstimmen abbekommen.

„Ich bin von der Qualität der Mannschaft überzeugt und sehr optimistisch, dass wir das hinkriegen“, sagte Mählich kürzlich der APA. Kann dieser mit Leidenschaft, „Kampfmodus“ und seinen fachlichen Qualitäten für eine Trendumkehr beim SK Sturm sorgen und sogar eine Siegesserie starten? Was ist eure Meinung zur Trainerbestellung in Graz?

 

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13 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    Bin ehrlich gesagt sehr misstrauisch bzw. unsicher! mein Wunschkandidat war er nicht, aber dennoch hoffe ich natürlich, dass alles gut geht!

    Wenn dieses Experiment nicht funktioniert, frage ich mich auch, was wir dann tun werden?

    Mmg hätten wir so auch gleich mit Neukirchner und standfest weitermachen und etwas später einen wirklich erfahrenen Trainer verpflichten können!

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  2. Ennstaler sagt:

    Also diesen Beitrag finde ich genau so unnötig wie den Kropf, den uns alle Nichtsteirer so gerne andichten. Wieso wärmt man nochmal die ganzen Trainernamen auf, wo bei den meisten überhaupt nicht bekannt ist, ob sie jemals zu Sturm gegangen wären (in der Liste fehlt übrigens David Preiss, aber der ist ja für viele Schwarze ein rotes Tuch). Jetzt einfach volle Unterstützung für Roman Mählich! Die mangelnde Bundesligaerfahrung, die man ihm so gerne vorwirft, macht er durch seine Fähigkeit, Spieler zu motivieren, auf jeden Fall wett.

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  3. goodoldtimes sagt:

    Bitte net jetzt schon alles schlechtreden! Und für alle, die Christian Ilzer für so viel besser halten: In welcher Liga hat er denn letztes Jahr trainiert? Also. Erst mal bitte abwarten und dann ein Urteil fällen.

    Mählich’s Interviews gefallen mir schon mal sehr viel besser als die von Vogel. Vielleicht bringt er ja auch noch ein besseres Spiel aufs Feld.

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  4. schwoaza Peter sagt:

    Kann mir irgendjemand erklären warum hier (sei es bewusst oder unbewusst) schon Stimmung gegen Mählich gemacht wird.

    swg

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    • goodoldtimes sagt:

      Stimmt, dafür, dass der Artikel eine offene Diskussion anstoßen will, ist er äußerst subjektiv geschrieben und fängt gleich mal mit einer Reihe Suggestivfragen an. Ich verstehe auch nicht, was das bewirken soll.

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  5. rio sagt:

    „keine Bundesligaerfahrung“ ist wohl das schwächste Argument gegen Mählich. Ich darf dabei an einen Herrn Gilbert Gress erinnern, der auf seiner „Vita“ Granatenvereine hatte und das Resultat dieser Verpflichtung ist uns noch in schauriger Erinnerung.

    Auch ein Christian Ilzer oder Marco Rose hatten mit der 1.Liga nichts zu tun. Natürlich kann der „Versuch“ Mählich schief gehen, genauso wie wir keine Garantien bei einem Ralph Hasenhüttl gehabt hätten. Entscheidend wird sein, dass nicht wir an Mählich und seine Fähigkeiten glauben, sondern die Spieler und GK. Sollten sich auch jetzt die Neuverpflichtungen als „Krücken“ herausstellen, hätte GK klarer Weise Erklärungsnotstände. Bei einer (durchaus möglichen) Explosion z.B. eines Hosiner’s wäre es wohl der Beginn einer wunderbaren Männerfreundschaft (Mählich-GK), anderen Falls suchen wir im Sommer einen neuen GF-Sport oder einen neuen Trainer oder beides!

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  6. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Sollte man nicht hinterfragen wie die Entscheidung in unserer Situation auf jemanden mit so wenig Erfahrung wie Mählich fallen kann? Lehne mich ganz weit aus dem Fenster und behaupte jemand ohne Sturm Vergangenheit mit dem gleichen  Lebenslauf hätte den Posten nie und nimmer bekommen und wenn doch massiv Gegenwind von den Medien kassiert.

    Eines muss klar sein: Mählich ist gekommen um zu siegen. Verlieren ist mehr oder weniger verboten weil wir haben nur mehr 8 Spiele. Sollte es schief gehen kann man es nicht (mehr) Vogel anhängen, dann wird Mählich verantwortlich gemacht werden und sein Vermächtnis drunter leiden. Kreissl wird dann wahrscheinlich auch Geschichte sein ansonsten führt er sich mit seinen eigenen Aussagen zu Erfolg ist alles ad absurdum.

    Die Zeit wirds ohnehin zeigen nur eines zeigt die Diskussion allemal: Jeder im Verein, egal ob Präsident, Kreissl, Spieler oder Fans: Alle sind nervös.

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  7. Gusi21 sagt:

    Ich würde die Erfahrung nicht überbewerten, es gibt grundsätzlich nur erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Trainer, und Trainer die eine Mannschaft langfristig entwickeln können oder eben nicht. Als Beispiel kann man Peter Stöger nennen, er war Trainer beim GAK in der RL, dann ziemlich erfolglos bei Wiener Neustadt. Und dann ist er im ersten Jahr mit der Austria mit Punkterekord Meister geworden und hat seinen Weg gemacht. Nächstes Beispiel Adi Hütter, Hasenhüttl usw.!

    Ein guter „unerfahrener“ Trainer schlägt genauso relativ schnell ein wie ein guter junger Spieler.

    Gebt Roman einfach mal die Chance, ich glaube schon das es funktionieren kann, so schlecht sehe ich die Mannschaft für österreichische Verhältnisse auch nicht.

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  8. Rockstar Rockstar sagt:

    Dass i d oben angeführten Tabelle zu 80% Namen enthält von Kandidaten die sowieso nicht für Sturm in Frage kommen verschweigt der Autor aber…

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  9. GazzaII sagt:

    Naja wenn mah im unteren Playoff spielen sollten, dann hat Mählich auf Platz 7 übernommen und eigentlich sehr wenig Zeit zum rumreißen des Ruders=> ich für meinen Teil wüsste dann schon wer mein Hauptschuldiger wäre…

    Ich sehe es wie graz4ever aber jetzt ist er da und das Geschriebene erinnert mich an ein Premiere Interview von Günther Neukirchner, nur das es halt ein Artikel ist und „kane Frogn“;-)

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Kreissl. Jauk. Mählich. Vogel. In der Reihenfolge liegt die Verantwortung. (Vogels Verantwortung endete mit seinem letzten Arbeitstag)

      Und das „er hat wenig Zeit“ Argument kann man nicht gelten lassen. Keiner hat den Verein gezwungen in dieser Situation mit klarem Aufwärtstrend den Trainer zu feuern bzw. einen mit dem Lebenslauf wie Mählich zu holen.

      Man kann nicht den Trainer feuern weil er zu wenig gwinnt und dem Neuen dann eine Sonderbehandlung geben…die können wir ihm in unserer Situation nicht geben. Ist nicht einer der Gründe die für Mählich gesprochen haben das er Sturm kennt und somit wenig Eingewöhnung braucht?

      Ich wünsche es dem Roman das er das Ruder rumreißen kann, nur sollte es nicht funktionieren liegts in seiner bzw. Kreissls Verantwortung.

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    • GazzaII sagt:

      Keine Sonderbehandlung! Sollte er einen Punkteschnitt von unter 1,14 haben gebe ich dir Recht…

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Also mind. 10 Punkte in 8 Runden.

      Darunter gegen RB, Austria, Rapid und Lask.

      Ambitioniert mit dem jetzigen Kader.

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