Für immer jung

Spielerbewertung: FK Austria Wien vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler des Spitzenspiels der 13. Runde der Österreichischen Bundesliga FK Austria Wien vs. Sturm Graz sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner

© Martin Hirtenfellner

Christian Gratzei – Note 1,55:

Der Oldie hielt alles, was es zu halten gab. War zudem beim Elfmeter im richtigen Eck, der Ball flutschte aber unter ihm hindurch – schade Schokolade. Der Leobener ist wieder in einer Form, die dafür sorgt, dass dem gemeinen Sturm-Fan das Essen im Mund bleibt, wenn man seinen Namen auf dem Spielbericht liest. Gestern war er der mit Abstand beste Blacky am Platz, konnte sich bei sechs Schüssen auszeichnen. Besonders hervorzuheben sind seine Parade in Minute 7 gegen den Heber von Felipe Pires und seine Reaktionsschnelligkeit im hohen Alter nach der Pause, als er die Gäste vor einem Eigentor von Lukas Spendlhofer und somit vor einem noch höheren Rückstand bewahrte. Gratzei ist nun einmal für immer jung.

Christian Schoissengeyr – Note 2,27:

Der Erstatzmann für Kapitän Christian Schulz machte seine Sache tadellos und war mit Sicherheit der beste Feldspieler auf Seiten der Gäste. Zur Veranschaulichung: Schoissi hatte hinter Koch und Matic die drittmeisten Ballkontakte, ging am öftesten von allen Feldspielern erfolgreich ins Eins-Gegen-Eins und bestritt hinter Alexander Grünwald die meisten Zweikämpfe aller Spieler (17) und konnte starke 14 davon gewinnen. Das ergibt eine Zweikampfquote von 82,35%. Auch seine Passquote lässt sich lesen, 71,05% seiner 38 Pässe kamen an den Mann. Ein Backup seiner Klasse lässt sich in Gold aufwiegen, die Persönlichkeit des Kapitäns lässt sich allerdings nicht einmal mit Gold kaufen.

James Jeggo – Note 2,76:

Wie Uros Matic wirkt auch Jimmy Jeggo, als hätte er zu viele Spiele in den Knochen. Dieses lief etwas an ihm vorbei. Der Australier kam in nur drei Zweikämpfe, gewann deren zudem nur einen und war nur 35 mal am Ball. Überragend war an diesem Nachmittag nur seine Passquote 93,33% sprechen eine deutliche Sprache. Nach seiner Auswechslung zehn Minuten vor Schluss darf der in Wien geborene Aussi einmal länger ruhen, eine Gelb-Sperre (Jeggo holte sich gegen die Austria seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison ab) und die darauffolgende Länderspielpause machen es möglich.

Charalampos Lykogiannis – Note 3,04:

Der Unglücksrabe der Begegnung. Es will einfach nicht klappen mit einem Freistoßtor für den Griechen. War er vergangene Woche schon zweimal knapp dran, waren auch diesmal wieder die verflixten Zentimeter dazwischen. In Halbzeit 2 fuhr der lange Außenpracker im eigenen Strafraum dann den Ellbogen aus, Larry Kayode nahm das Geschenk dankend an. Die Folge: Das 1:0. Auch ansonsten eine eher mäßige Partie des Linksverteidigers: Leitete die erste gefährliche Aktion des Spiels mit einem Fehlpass ein, hob in weiterer Folge eine Abseitsstellung von Scheibenwischer-Kayode auf, welche aber trotzdem gepfiffen wurde und war mit nur 58,33% seiner Pässe erfolgreich.

Fabian Koch – Note 3,07:

Das Ex-Veilchen beackerte seine rechte Abwehrseite gewohnt zuverlässig und kann mit einer Zweikampfquote von 71,43 % auch die zweitbeste aller Akteure in Schwarz-Weiß vorlegen. Hatte zudem mit 55 Ballaktionen die meisten aller Sturm-Spieler – zum Vergleich: Raphael Holzhauser hatte deren 110, bei der Austria würde Koch nur minimalst vor Goalie Osman Hadzikic liegen (50). Der Tiroler konnte außerdem einen Distanzschuss verbuchen, die Kugel verfehlte das Tor der Gastgeber aber doch relativ deutlich.

Lukas Spendlhofer – Note 3,09:

Es war eine von Grund auf solide Partie des Ersatzkapitäns. Hatte bei 36 Pässen nur sechs Fehlversuche, was zu einer starken Quote von 83,33% führt. Spielte außerdem in Abschnitt zwei einen Zuckerpass auf Deni Alar, der zum vermeintlichen Ausgleich netzte, allerdings kam entweder der Pass zu spät oder der Torjäger startete zu früh – entscheiden Sie selbst. Der gebürtige Wiener überließ seinem Innenverteidigerkollegen beinahe die gesamten Zweikämpfe, denn während Schoissengeyr 17 Duelle bestritt, kam Spendlhofer nur in deren drei – wobei er einen davon verlor. Eine interessante Statistik.

Uros Matic – Note 3,13:

Wenn ein Porno-Darsteller innerhalb weniger Tage viele Filmaufnahmen hat, geht selbst beim stärksten Mann nach einiger Zeit nichts mehr. Ähnlich verhält es sich bei Uros Matic. Der Serbe/Mazedonier/Bulgare wirkt überspielt. Unterm Strich stehen beim sympathischen Balkan-Kicker jeweils ein Torschuss und eine Torschussvorlage zu Buche, er kam ex-aequo mit Fabian Koch auf die meisten Ballkontakte aller Sturm-Spieler, brachte 30 seiner 39 Pässe an den Mitspieler aber konnte nur magere 50% seiner Zweikämpfe gewinnen. Im Moment spielt Matic solide, mehr nicht. 

Philipp Huspek – Note 3,18:

Er läuft und läuft und läuft und es schaut nix dabei raus. Huspek rackerte wie gewohnt ununterbrochen, rochierte hin und wieder mit Schmerböck und brachte von seinen vier Abschlüssen zwei aufs Tor. Konnte zudem zwei Chancen vorbereiten und hatte 53 Ballaktionen. Seine Zweikampf- (50%) und Passquote (59,26%) lassen jedoch zu wünschen übrig. Hätte das Spiel zu Gunsten der Grazer wenden können, nach dem katastrophalen Fehlpass von Christoph Martschinko schoss der Ex-Rapidler aber nur Hadzikic an.

Marc-André Schmerböck – Note 3,71:

Schaut man nicht auf den Spielbericht, würde man nicht vermuten, dass Schmerböck gestern am Platz gestanden ist. Das Spiel lief komplett am Torschützen des 1:1 in St. Pölten vorbei, nur 19 Ballaktionen sprechen Bände. Konnte zwar 80% seiner Pässe erfolgreich spielen, kam allerdings in nur fünf Zweikämpfe. Gewinnen konnte er nur einen. Nicht gerade eine Kampfansage an Stefan Hierländer. Für diesen machte Schmerböck nach 62 Minuten auch Platz, besser machte es sein Ersatzmann nicht.

Deni Alar – Note 3,88:

Ein Satz mit X – eh scho wissn. Das war leider sehr mau, was der 9er gestern bot. Im 4-4-2 blieb der Führende der Torschützenliste weitestgehend blass und konnte kaum Gefahr erzeugen. Seine zwei Torschüsse stellten sich als kein Problem für Hadzikic heraus. Erzielte dennoch einen Treffer, allerdings war dieser aus einer Abseitsposition heraus irregulär. Alar kam nur 28 mal an den Ball, verlor desolate 80% seiner Zweikämpfe und war mit seinen Pässen nur zu 53,33% erfolgreich. 

Bright Edomwonyi – Note 4,07:

Einer seiner weniger geniereichen Auftritte. Man glaubt es kaum, aber der Nigerianer verfügt über noch schlechtere Stats als sein Nebenmann: 26 Ballaktionen, 20% gewonnene Zweikämpfe, 50% angekommene Pässe. Sogar Günter Kreissl explodierte seinetwegen einmal auf der Pressetribüne. Den genauen Wortlaut wollen wir euch hier ersparen. 20 Minuten vor Schluss erlöste Foda Stürmer und Zuseher.

Einwechslungen:

Stefan Hierländer (62.) – Note 3,41:

Ersetzte den äußerst schwachen Schmerböck und sollte für mehr Schwung sorgen. Fazit: War noch schwächer. Spielte einen Pass der ankam, einen der es nicht tat. Bestritt fünf Zweikämpfe und verlor sie alle.

Philipp Zulechner (71.) – Note 3,81:

Hätte das Spiel noch einmal spannend machen sollen, kam aber zu keiner Torgelegenheit. Hatte eine ausgeglichene Zweikampfbilanz und brachte vier seiner fünf Pässe an den Mann.

Roman Kienast (81.) – Note 3,98:

Kam zehn Minuten vor Schluss ins Spiel und bewegte sich so, als wäre er schon 80 am Feld gestanden.

SturmNetz.at bedankt sich bei 246 eingegangenen Bewertungen und widmet dem ewig jung gebliebenen Sturm-Goalie folgenden Song:

5 Kommentare

  1. Kleiner Vorschlag für zukünftige Votings:

    Wie wärs wenn das Voting erst am nächsten Tag möglich ist? Direkt nach einem Spiel ist die Emotion noch so hoch, dass es unmöglich ist objektiv zu beurteilen.

    0

    • Arch Stanton sagt:

      Aber ist es denn nicht notwendig, subjektiv und aus der Emotion heraus zu urteilen, um die Stimmungslage nach dem Spiel zu spiegeln. Wer will denn schon objektives Herumgerechne und Statistiken.

      Sind wir hier Fans oder Experten?

      0

    • Rene90 sagt:

      Du kannst ja eh 1 Nacht schlafen und dann voten – Zeitfenster ist lang genug offen, denke sicher 20 Std

      1+

    • Rene90 sagt:

      @Arch Stanton
      objektive Beurteilung spiegelt sich in Statistiken früher oder später nieder und Experten urteilen eben nach anderen Kriterien, wie Trainer nach wieder anderen Kriterien entscheiden oder eben auch Sportdirektoren nach anderen Kriterien entscheiden

      eines sollte man aber immer berücksichtigen, was im Netz steht , steht im Netz und ist immer nachvollziehbar, betroffene Personen werden oft angegriffen obwohl die Sachlage ganz anders ausschaut – aktuelles Beispiel Kienast – manche Statements sind einfach ohne Worte , Hintergründe kennt fast keiner

      good night 🙂

      2+

    • Arch Stanton sagt:

      Lieber Rene!

      Ich meinte doch gerade, dass ich hier weder Experte, noch Trainer oder Sportdirektor bin und dass unabhängig von meiner Funktion ich immer subjektiv bewerten werde. Natürlich ist mir bewusst, dass auch Zahlen untergriffig sein können, dennoch kenne ich in diesem Medium keine Statements, die ohne Worte auskommen. Zudem glaube ich, dass Du nachles- mit nachvollziehbar verwechselst.

      Und ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass es mir fernliegt, auch nur irgendjemanden zu beleidigen, schon gar nicht, wenn er die Farben unseres SK Sturm trägt. Man muss den Fans aber zugestehen, dass eine schlechte Leistung manchmal einfach nur schlecht ist. Die Beurteilung hier in diesen Kommentaren kann deshalb nie wertfrei, sollte aber natürlich nie beleidigend sein.

      ps.: good night kurz nach fünf?

      2+

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