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Spielbericht SCR Altach vs. SK Sturm Graz (1:2)

Durch das 0:0 zwischen dem Wolfsberger AC und Rapid Wien war bereits vor Anpfiff klar, dass Sturm Graz in den Top Zwei der Österreichischen Bundesliga überwintern würde. Dennoch blieb das Ziel der Blackys unverändert: drei Punkte aus dem Ländle mitnehmen und gegen den SCR Altach auch spielerisch zu überzeugen. Nach der famosen Leistung der Grazer am Dienstag gegen Admira Wacker standen die Vorzeichen dafür auch nicht allzu schlecht. Dennoch war Vorsicht geboten. Die Altacher gingen nach dem überraschenden 2:1-Auswärtserfolg gegen Rapid ebenfalls mit breiter Brust in die Partie. Nichtsdestotrotz waren die Schwarz-Weißen klarer Favorit, hatten sie doch seit zehn Spielen nicht mehr gegen die Vorarlberger verloren und das letzte Duell im Cup klar mit 4:1 für sich entschieden.

Cheftrainer Franco Foda war naturgemäß gewillt, diese Serie fortzusetzen. Allerdings plagten die Grazer einige Verletzungssorgen. Christian Schulz, Charalampos Lykogiannis, Philipp Huspek, Stefan Hierländer und Thorsten Röcher konnten die Reise ins westlichste Bundesland der Republik allesamt nicht antreten. Daher gab es in der Startformation auch zwei Veränderungen. Patrick Puchegger durfte ebenso wie Oliver Filip von Beginn an ran. Trotz der vielen Ausfälle startete somit eine großteils eingespielte Mannschaft in das Match, in welchem die Tabellenführung zumindest bis Sonntag zurückerobert werden sollte.

Start erneut verschlafen

Die von Schiedsrichter Dieter Muckenhammer geleitete Partie begann äußerst ausgeglichen. Kein Team riskierte zunächst allzu viel, beide wollten unter keinen Umständen ein frühes Tor kassieren. Die erste halbwegs gefährliche Situation gehörte dem Gastgeber: Jedoch fand eine Flanke von Christian Gebauer in der sechsten Minute keinen Abnehmer im Zentrum. Altach war in der Anfangsphase die etwas aktivere Mannschaft und kam in der zwölften Spielminute erneut zum Abschluss. Andreas Lienhart verfehlte das Tor jedoch um ein paar Meter. Der Tabellensiebente war nun viel besser im Spiel und ging in der 15. Minute auch verdient in Führung. Nach Flanke von Lienhart war Adrian Grbic per Kopf zur Stelle. Schoissengeyr sah bei diesem Gegentreffer gar nicht gut aus. Man konnte nur hoffen, dass dieser Gegentreffer eine ähnliche Reaktion wie am Dienstag hervorrufen würde.

(c) SturmNetz

Drängen auf den Ausgleich

Zunächst ließ die Antwort jedoch auf sich warten. Altach war bissiger, passsicherer und aggressiver in den Zweikämpfen. Nach gut 20 Minuten konnten sich die Grazer ein wenig aus der Umklammerung befreien. Sie wurden etwas sicherer in ihren Aktionen und konnten in der 26. Minute beinahe über den Ausgleich jubeln. Ein super Distanzschuss von Fabian Koch aus gut 30 Metern ging jedoch nur an die Querlatte. Eine Minute später tauchte Sturm erneut gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Peter Zulj wurde von Tormann Martin Kobras gerade noch rechtzeitig abgedrängt, die anschließende Flanke landete in den Armen des Altacher Schlussmanns. Die Schwarzen, die an diesem frischen Samstagabend komplett in Blau aufliefen, drängten jetzt auf den Ausgleich und fanden in der 32. Minute erneut eine gute Gelegenheit vor. Ein Kopfball von Deni Alar strich leider knapp am Tor vorbei. Der Tabellenzweite war mittlerweile die bessere Mannschaft und hätte sich den Ausgleich verdient gehabt. Dass dieser dennoch nicht fiel, lag an der Stabilität der Vorarlberger Hintermannschaft. So wurde in der 42. Minute ein Querpass von Marvin Potzmann noch vor Alar geklärt und als eine Minute später einmal die Abwehr ausgeschaltet war, klärte Kobras nach Schuss von Potzmann zur Ecke. Diese Doppelchance war die letzte Aktion vor dem Pausenpfiff, der Auftritt der letzten 25 Minuten dürfte den mitgereisten Sturm-Fans dennoch Hoffnung auf eine Wende in der 2. Halbzeit gemacht haben.

Kein Erfolg im Abschluss

Nominell unverändert ging es in die zweiten 45 Minuten. Doch nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff musste der Altacher Benedikt Zech verletzt ausgewechselt werden. Er wurde von Bernhard Janeczek ersetzt. Am Spielverlauf selber änderte sich relativ wenig. Sturm machte noch mehr Druck und musste dieser offensiven Spielweise beinahe Tribut zollen. Grbic vergab in der 52. Minute nach einem kapitalen Fehler der Grazer Verteidigung allerdings kläglich. Der Torschütze zum 1:0 stand bei der Ballabgabe zwar klar im Abseits, der Treffer hätte dennoch gezählt, weil der Schiedsrichter die gehobene Fahne seines Assistenten ignorierte. Nur vier Minuten später wurden dann die Gäste wieder gefährlich. Nach Zuspiel von Potzmann fand Peter Zulj aber in Kobras seinen Meister. In der 58. Spielminute reagierte Foda das erste Mal. Marc André Schmerböck durfte sein Comeback feiern und ersetzte den oft unglücklich agierenden Patrick Puchegger. Altach war nun sichtlich verunsichert, der Ausgleich schien in der Luft zu liegen. Ein weiterer Versuch des agilen Zulj in der 61. Minute ging aber erneut am Tor vorbei. Zwei Minuten später wurde ein Abschluss des Mittelfeldmanns in letzter Sekunde durch eine Grätsche geblockt. Die Anhänger der Grazer spürten, dass dieses Spiel noch lange nicht gegessen war und sorgten nun für richtig Stimmung. Beinahe wäre ihre Laune aber in den Keller gegangen, nach schöner Kombination von Gebauer und Grbic war das Zuspiel für Louis Ngwat-Mahop allerdings etwas zu ungenau.

(c) SturmNetz

Was für eine Schlussphase!

Sturm musste mit fortgeschrittener Spielzeit immer mehr riskieren, um doch noch etwas Zählbares aus dem Ländle mitzunehmen. Daher brachte Foda in der 66. Minute auch Emeka Friday Eze für Oliver Filip. Die Grazer hatten nun drei Stürmer auf dem Platz, taten sich aber dennoch schwer, gefährliche Chancen zu kreieren. Altach stand sehr kompakt und machte den Gästen das Leben alles andere als leicht. Eine Viertelstunde vor Schluss kamen sie dennoch zu einer nächsten Gelegenheit. Philipp Zulechner setzte einen Kopfball nach Flanke von Schmerböck aber knapp neben das Tor. Den Gästen schien die Zeit davonzulaufen, aber gerade als einen das Gefühl der Grazer Ideenlosigkeit beschlich, schlugen sie zu. Nach Traumpass von Eze besorgte Zulechner aus kurzer Distanz den hochverdienten Ausgleich. 1:1 in der 80. Minute! Und noch war genügend Zeit, mit einem Dreier im Gepäck die Heimreise anzutreten. Zwei Minuten später hätte der Tabellenzweite das Spiel fast komplett gedreht, ein Pass von Eze auf Alar fiel jedoch zu ungenau aus. Die Blackys wollten den Sieg nun unbedingt und waren dem Führungstreffer auch näher als der Gastgeber. Und dieser Wille wurde in der 88. Minute auch belohnt. Nach sensationeller Kombination über Alar und Schmerböck schoss Eze die Grazer in Führung. Sein erster Bundesligatreffer und, noch viel wichtiger, das 2:1 für die Schwarz-Weißen! Überdies blieb den Altachern nicht mehr viel Zeit für den Ausgleich. In der Nachspielzeit fanden sie durch Patrick Salomon zwar noch einmal eine gute Chance vor, am Ergebnis änderte dies zum Glück aber nichts mehr. Ein unglaublich wichtiger Sieg, der Sturm zumindest bis zum Spiel der Salzburger gegen Austria Wien wieder auf Tabellenplatz 1 hievt.

Spieldaten

16 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Der Junge hat sich gegen St. Pölten die Start 11 verdient…würd ihm mit Zulechner aufstellen, da er ihm gerne die Bälle perfekt serviert. Alar eher blass, sollte mal ein Spiel aussetzen oder von der Bank kommen.

    Zurzeit läufst einfach bei uns.

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  2. Ennstaler sagt:

    Und wieder hat der vielgescholtene Zulechner, den viele gar nicht mehr in der Mannschaft sehen möchten, ein wichtiges Tor geschossen. Das freut mich für ihn, sollte aber auch für seine Kritiker Anlass sein, ein Urteil erst nach dem gesamten Spiel abzugeben.

    3+

    • black_aficionado sagt:

      Hier, ein Kritiker! Schön, dass er jetzt zweimal hintereinander getroffen hat, aber die Situationen die wegen seinen Unzulänglichkeiten versanden soll ich deshalb vergessen? No way!
      Die unzähligen Bälle die er nicht halten kann, vor allem weil er eine grauenhaften Ballbehandlung (insbesondere der erste Kontakt) hat, wiegen so viel schwerer als ein abgefälschter Sonntagsschuss und ein (zugegeben) heute guter Laufweg vorm Tor.

      @sturmnetz: Heute ein Spiel mit insgesamt knapp 130% Ballbesitz?

      4+

    • toreandreflo sagt:

      Die Kritik kommt mir bekannt vor. Nur war die meistens an Bright Edomwonyi gerichtet. 😀

      Als er dann weg war, haben ihm alle nachgetrauert. 😉

      Zulechner hat die letzten Spiele besser gespielt. Die Tore geben ihm sicher Selbstvertrauen und dass er mit ebensolchem Tore schießen kann hat er in Grödig gezeigt. Wäre nicht der erste Stürmer der doch noch auf Touren kommt. Mal abwarten.

      Grauenhafte Ballbehandlung könnte man auch Oliver Filip unterstellen. Zumindest gestern war das größtenteils ein Graus.

      Auf Zulechner haben sich halt viele schon ein bissl eingeschossen, da is es jetzt natürlich nicht so leicht die Meinung einfach zu ändern.

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    • black_aficionado sagt:

      @toreandreflo

      Stimmt schon, (zu) viele bewerten Stürmer nur anhand der erzielten Tore. Aber, selbst wenn beim Bright nichts geklappt hat und er die wildesten Chancen dilettantisch verstolpert hat, hat er immer noch eine Menge Bälle festgemacht und durch seine Laufwege und sein Arbeitspensum den Raum für andere Spieler geöffnet. Das seh ich beim Zulechner einfach nicht – da werden kaum Bälle gehalten und ist wenig bis gar kein Kombinationsspiel vorhanden (von seinen 1:1 Versuchen beginne ich gleich gar nicht).

      Zu Filip: Auch wenn bei ihm gestern nichts zusammengelaufen ist und das kein guter Auftritt war, so sieht man bei dem 19 jährigen, der übrigens noch keine 10 Einsätze in der Buli hat, dennoch in jeder Situation, dass er einen viel besseren ersten Kontakt hat.

      3+

    • toreandreflo sagt:

      Zu Filip: ja, der Junge hat sicher Potential, keine Frage. Freu mich wenn der lange bei uns ist und sich dementsprechend entwickelt.

      Das letzte Spiel war er dennoch mit Puchegger sicherlich der Schwächste. Meine nur, dass die Bewertungen wie man die Spieler vergleicht oft rein nach Sympathie gehen (eh klar, eine Bewertung eines Fans is ja immer a bissl subjektiv). Zulechner wird da halt auch wenn er gut (oder besser) spielt dennoch anders beäugt. Kommt halt daher, dass er in der Vergangenheit kaum was Zustande gebracht hat (leider). Aber in den letzten Spielen kann man ihm nichts vorwerfen, das war schon ok.

      0

  3. jott1976 sagt:

    Tolle Reaktion in HZ2 und auch wenn glücklich ein verdienter Sieg.

    41 Punkte nach 18 Runden sind ein Wahnsinn. Schade nur das die Bullen Heuer gar nie auslassen.

    Jetzt gegen St. Pölten vor hoffentlich gut besuchten Haus nachlegen.

    Und ich hoffe, dass auch die Foda-Kritiker ihm einen würdigen Abschied im letzten Heimspiel erweisen. Er hat sich das verdient. Er ist und bleibt eine Sturm Legende, denn er war bei all unseren Titeln beteiligt. Als Spieler sowie als Trainer.

    7+

  4. black_aficionado sagt:

    Yes, das war wichtig! Im Moment läufts einfach. Schön zu sehen, dass de Aufwand (speziell 2.HZ) belohnt wurde.

    Ich schließe mich meinem Vorposter an, auch wenn ich Foda oft kritisiert habe, der Abschied muss gebührend gestaltet werden. Nach so vielen erfolgreichen Jahren im Verein kann man über vergangene Differenzen schon mal hinwegsehen und Foda als das verabschieden was er ist, eine Legende in Schwarz-Weiß!

    3+

  5. Ennstaler sagt:

    In seinen letzten Tagen bei Sturm traut sich Foda vieles zu tun, was früher undenkbar war: ein Spiel mit drei gelernten Stürmern, einen offensiven Mittelfeldmann für einen Verteidiger einwechseln. So meißelt der Mainzer an ein seinem Denkmal als einer der besten Trainer, die Sturm je hatte.

    2+

  6. graz4ever sagt:

    Foda hat im Interview gesagt, der neue Trainer steht scho fest..wird vorm St.Pölten Spiel präsentiert.. Aber kein Hinweis wer..

    Bitte bitte nicht Vogel!!! 

    Zum Spiel:

    Es is einfach herrlich dieser Mannschaft zuzusehen, mit ihrem wirklich unbedingten Willem zu Siegen, egal was passiert (hinten sein..egal, Trainer weg..egal, 4Stammkräfte weg..egal)

    Das ist Sturm Graz..die geilste Mannschaft der Welt 🙂

    Der Dritte scho Lichtjahre entfernt..

    DANKE STURM für diese Freude Woche für Woche

    10+

    • toreandreflo sagt:

      Habe das Interview auch gesehen. Hätte er nicht unbedingt durchsickern lassen müssen, dass er etwas weiß, finde ich. Aber gut.

      Was stört dich an Heiko Vogel?

      PS: In deinen Lobgesang stimme ich gerne mit ein! 41 Punkte sind großartig! Auch die Art und Weise wie größtenteils die Siege zustande kamen hinterlässt bei mir ein breites Grinsen nach jedem Spieltag 🙂

      1+

    • graz4ever sagt:

      @tor..

      Vogel hatte sei „beste“ Zeit als Assistenztrainer von nem jetzt mäßig erfolgreichen Austria-Trainer! Konnte mit Basel zwar die Meisterschaft no erreichen (was mit Basel in der Schweiz net zu den härtesten Aufgaben gehörte), aber im Jahr darauf scho wegen Erfolglosigkeit entlassen..

      Sry, das is mir zuwenig..

      14+

    • graz4ever sagt:

      P.S.

      Ja, Sturm macht einfach nur Spaß 🙂

      9+

    • toreandreflo sagt:

      Also ich kann über Vogel eigentlich gar nix sagen. Kenne ihn zu wenig. Mit seiner Vita hab ich mich natürlich schon beschäftigt, aber bei Trainern ist das ja immer schwierig.

      Milanic bei Maribor höchst erfolgreich, bei Sturm nicht.
      Andre Schubert zB bei St. Pauli (in Liga Zwei) hochkant rausgeworfen, danach mit Gladbach in der Bundesliag dann die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte gespielt. Sind das jetzt gute oder schlechte Trainer? Kann man so nicht sagen, meine ich. Ein Trainer muss halt immer zum jeweiligen Verein passen. Ob Vogel zu Sturm passen würde kann ich beim besten Willen nicht beurteilen.

      Hoff mas Beste 🙂

      1+

  7. Fanatiker sagt:

    Die Moral unserer Mannschaft ist einfach sensationell!!!

    Letzte Saison hätten wir beim Stand von 1:1 auf Ergebnis gespielt…oder verloren…

    Und heuer, kämpft rackert und spielt die Mannschaft auf den Sieg!!! Super Jnungs.

    5+

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