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Spielercheck: SK Sturm Graz vs. LASK

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Begegnung SK Sturm Graz vs. LASK sind abgeschlossen und alle Einsendungen ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Gideon Mensah – Note: 2,02

Die Salzburg-Leihgabe erwischte einen durchwachsenen Tag gegen die Linzer. Offensiv vermochte er immer wieder, mit starken Dribblings Akzente zu setzen und Raumgewinne zu erzielen, doch speziell im eigenen Strafraum agierte er des Öfteren kopflos. Beispielsweise in der zweiten Minute, als er Samuel Tetteh völlig unbedrängt aus fünf Metern auf das Tor köpfeln ließ. Da hat die Zuordnung in der Abwehrkette überhaupt nicht funktioniert und auch in der zweiten Halbzeit verlor er seinen Gegenspieler aus den Augen, was zu guten Möglichkeiten für den LASK führte. So geschehen in Minute 53, als Frieser freistehend den Ball an das Außennetz schoss. Trotzdem bot er vor allem kämpferisch keine schlechte Leistung, was auch häufig zu Szenenapplaus führte. In Erinnerung bleibt da wohl am ehesten seine Monstergrätsche an der linken Außenbahn. Mensah hat gegen den LASK keine schlechte Leistung geboten, aber aus Sicht des Autors hätte sich Stefan Hierländer den Man of the Match um ein Vielfaches mehr verdient gehabt, so überrascht es doch ein wenig, dass die SturmNetz Leserschaft den Mann aus Ghana zu ebenjenem krönten.

Stefan Hierländer – Note: 2,25

Der Chef am Platz beim SK Sturm hat gegen den LASK ganz einfach eine unfassbar starke Partie abgeliefert und bewiesen, warum er völlig zu Recht die Kapitänsbinde trägt. Sei es mit cleverem Passspiel, guter Zweikampfführung oder sehr starker Laufarbeit. So nebenbei hat der Kärntner auch noch eines der schönsten Saisontore des SK Sturm Graz erzielt, was den Sonntagskater bei einigen Sturmaficiondos wohl in Vergessenheit geraten ließ. Zudem gelang es Hierländer auch noch, den zweiten Treffer von Markus Pink mustergültig per Kopf vorzubereiten. Bemängeln kann man wohl nur seinen schlampigen Pass vor der Großchance Tettehs in Minute zwei. Ansonsten eine sehr gute Leistung des Kärntners.

Otar Kiteishvilli – Note: 2,53

Es war ein eher gebrauchter Auftritt des Georgiers, zwar lief er wieder viel und verzeichnete mit dem ein oder anderen Dribbling wichtige Raumgewinne, doch im Endeffekt hing er, sowie die gesamte Offensive des SK Sturm, über weite Strecken der Partie in der Luft. Seine auffälligste Szene hatte Kiteishvilli wohl in der ersten Halbzeit, als er den Ball aus aussichtsreicher Position mit links über das Gebälk jagte. Ansonsten blieb er eher blass und wurde kurz nach Wiederanpfiff verletzungsbedingt ausgewechselt. Nach seiner Auswechslung ging in der Offensive der Grazer nicht mehr viel.

Markus Pink – Note: 2,59

Tore, Tore, Tore, daran wird ein Mittelstürmer in der Regel gemessen und Markus Pink liefert diese in den letzten Partien. In diesem Fall hat er sogar ein sehr schönes erzielt, mit seinem schwächeren linken Fuß schiebt er den Ball staubtrocken ins Eck. Der Mattersburg-Neuzugang, mag zwar technisch ein wenig limitiert sein, doch er rechtfertigt seinen Startelfeinsatz im Moment mit wichtigen Treffern und steht völlig zu Recht in ebenjener. Zudem läuft er viel, setzt die gegnerische Abwehrkette häufig unter Druck und hat ein gutes Kopfballspiel. Man möge hoffen, dass die gute Form Pinks anhält und er mit seinen Toren die Schwoazen nach Europa schießt. 

Lukas Spendlhofer – Note: 2,78

Unter der Woche gab es erfreuliche Nachrichten zu vermelden, denn der Fanliebling Lukas Spendlhofer hat seinen Vertrag um drei weitere Jahre verlängert und ist auf dem besten Wege, sich den Legendenstatus anzunähern. Legendär war seine Leistung gegen den LASK zwar nicht, aber der Niederösterreicher hat eine durchaus passable Partie abgeliefert. An den Gegentreffern ist ihm wenig vorzuwerfen und speziell seine Spieleröffnung konnte überzeugen. Immer wieder spielte er clevere Pässe durch die erste Kette der Linzer hindurch und auch in den meisten Pressingsituationen agierte er abgeklärt.

Jakob Jantscher – Note: 2,91

Am vergangenen Mittwoch erlebten wir die Wiedergeburt des Unterpremstättners im Sturmdress, als er eine bärenstarke Leistung in Linz bot. Daran konnte er in Graz leider nicht ganz anknüpfen, obwohl er offensiv keine schlechte Partie abgeliefert hat. Einen groben Schnitzer erlaubte sich Jantscher jedoch beim 0:1-Gegentreffer, als er Wiesinger ein wenig aus den Augen verlor und dieser dann doch recht glücklich mit dem Schienbein einschoss. In der ersten Halbzeit konnte er hin und wieder auf der Außenbahn durchbrechen und somit für Gefahr sorgen und im zweiten Durchgang zeichnete Jantscher für die einzige Tormöglichkeit der Grazer verantwortlich. Leider fiel sein Abschluss mit links etwas zu locker aus und war deshalb kein Problem für Schlussmann Schlager.

Dario Maresic – Note: 3,05

Das Eigengewächs absolvierte eine insgesamt eher ruhige Partie ohne wirklich auffällige Aktionen. Bis auf sein Abwehrverhalten beim 3:2 gibt es nichts wirklich Erwähnenswertes, doch hier sei Maresic hinterfragt. Bei dieser Aktion rückt er viel zu spät aus der Abwehrkette heraus und ist somit nicht eng genug beim Mann, was Goiginger erst ermöglicht, sich den Ball herzurichten und ihn ins linke Eck zu feuern. Hier fehlt dem Jungspund einfach die nötige Aggressivität im Zweikampfverhalten, das ist ganz einfach zu lasch. Ansonsten gibt es aber wenig zu bemängeln und besonders erwähnenswert ist sein Zuspiel auf Stefan Hierländer vor dem 2:1-Führungstreffer.

Ivan Ljubic – Note: 3,13

Der Leihrückkehrer machte in der Mittelfeldzentrale eine souveräne Partie und agierte gewohnt unauffällig. Er stopfte viele Löcher, bewegte sich gut und spielte den ein oder anderen starken öffnenden Pass. Der „Winterneuzugang“ kann als Gewinn für die Mannschaft bezeichnet werden und macht seine Sache auf der Sechs stets gut, leider konnte er bisher in der Offensive noch nicht so viele Akzente setzen wie noch in Hartberg, aber vielleicht liegt das auch an der eher defensiveren Ausrichtung des Grazer Cheftrainers Roman Mählich.

Michael John Lema – Note: 3,44

Es war wieder ein braver Auftritt des Eigengewächses, dass sich immer besser an das Niveau der Bundesliga gewöhnt. Man merkt ihm jedoch trotzdem an, dass er noch ein wenig Probleme dabei hat, sich an das Tempo in Österreichs höchster Spielklasse zu gewöhnen, was oftmals zu später Entscheidungsfindung führt. Auch seine Schnelligkeit und die Dribbelstärke kann Lema noch zu selten ausspielen, speziell in der zweiten Halbzeit war zu wenig von ihm sehen, da die Spielanlage Sturms ihm hier doch im Normalfall entgegenkommen müsste. Die Schuld liegt hier natürlich keinesfalls ausschließlich bei ihm und einem Spieler so jungen Alters verzeiht man gerne die ein oder andere Formschwankung.

Fabian Koch – Note: 3,56

Der Tiroler spielte eine recht unaufgeregte Partie und konnte sich wieder ein wenig steigern im Vergleich zu den vorherigen Leistungen. Im Passspiel agierte er deutlich sicherer als zuletzt, vermochte offensiv trotzdem eher weniger Akzente zu setzen. Im Endeffekt hatte der Außenverteidiger seine  rechte Seite gut unter Kontrolle und dies ist schließlich das Kerngeschäft eines Abwehrspielers. Hoffentlich zeigt die Formkurve auch in den verbleibenden Spielen wieder nach oben.

Jörg Siebenhandl – Note: 3,78

Nachdem der Schlussmann der Grazer in den letzten Wochen zu einem der stärksten Akteure gehörte, trägt er diesmal leider maßgeblichen Anteil an der Niederlage gegen den LASK. Nach seinem schweren Schnitzer zum zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer, als er einen eigentlich harmlosen Weitschuss von Michorl durchrutschen ließ, konnte sich die Mannschaft nicht mehr erholen. Sichtlich geknickt stellte er sich nach der Partie der Kurve, die ihn trotzdem mit Siebenhandl-Gesängen verabschiedete – zu konstant gut sind seine Leistungen im schwarz-weißen Dress bisher, um ihm diesen Patzer vorzuhalten. So kann man ihm auch nicht wirklich böse sein.

Zu Kurz eingesetzt:

Markus Lackner, Emeka Eze, Lukas Grozurek

Sonstige Bewertungen:

Schiedsrichterteam – Note: 3,29

Der als strenger Schiedsrichter geltende Gerhard Grobelnik sparte überraschenderweise allen voran mit Karten, was ihm in einigen Szenen den Unmut der Fans einbrachte. Im Großen und Ganzen hielt er diese Linie jedoch. Zudem gab es für Grobelnik nicht allzu viele strittige oder möglicherweise spielentscheidende Aktionen zu bewerten. Apropos bewerten: Fällt die Leserwertung beim Wiener mit 3,29 mittelprächtig aus, ist dies bereits ein Indiz dafür, dass es sich tendenziell um eine überdurchschnittliche Leistung des in Graz nicht sonderlich beliebten Schiedsrichters handelt. 

Roman Mählich – Note: 3,65

Nach der starken Leistung gegen den LASK unter der Woche in Linz schickte der Cheftrainer seine Mannen unverändert auf den grünen Rasen. Mit einer eher defensiveren Spielausrichtung sollten die Oberösterreicher geknackt werden. Sturm agierte einmal mehr in der Offensive über weite Strecken harmlos, konnte sich aber nach dem Ausgleichstreffer von Hierländer fangen und besser in die Partie finden. Die Marschroute, die der Cheftrainer für den zweiten Durchgang vorgab, erschließt sich einem aber nicht wirklich. Es wirkte so, als hätte man ernsthaft geglaubt, man könnte das 2:1 über die Zeit bringen. Die Abwehrkette des SK Sturm verschob sich einige Meter nach hinten und man wollte über Konter zum Erfolg kommen, was eher weniger gelang. Anlaufen der gegnerischen Abwehr sah man fast gar nicht mehr und so kam es, wie es kommen musste, denn irgendwann riss das Defensivkorsett, auch wenn dies eher unglücklich geschah. Nach dem Rückstand vermochte man es leider nicht mehr, den Schalter umzulegen und so steht man im dritten Heimspiel in Serie ohne Punktgewinn da. Eine Niederlage gegen einen starken Gegner, die womöglich mit anderer Spielausrichtung vermeidbar gewesen wäre. Mählichs Idee, auf Konter zu lauern und über schnelles Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen, kann man verstehen, ob man das gutheißen mag, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 217 eingegangene Bewertungen und widmet dem Man of the Match, Gideon Mensah, folgende Nummer:

 

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4 Kommentare

  1. Aero Aero sagt:

    Ja für mich auch Stefan HIERLÄNDER Blacky of the Match!

    Ich denke alle Beteiligten beim SK Sturm werden froh sein wenn diese Saison vorbei ist. Voriges Jahr haben wir über unsere Verhältnisse gespielt und haben auch Spiele gewonnen, die genau so gut mit einem Unentschieden oder einer Niederlage enden hätten können. Nach dem Aderlass im Sommer und der recht großen Erwartungshaltung um den Verein aber vor allen auch bei den handelten Personen beim SK Sturm, war das eine Seuchen Saison mit Ansage.

    Jedoch würde ich nicht alles so schwarz sehen, denn trotz der überschaubaren Leistungen haben wir noch intakte Chancen auf den dritten Platz, was eine Mannschaft aus der Hauptstadt nicht behaupten kann und sich mit der creme del a creme um den siebenten Platz matchen muss.

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  2. schmitzi82 sagt:

    Ja alles schön und gut aber die Mannschaft aus der Hauptstadt hat Möglichkeiten einen Titel zu holen ( was ich Ihnen und zu traue) Aber nicht gönne .

    Bin der Meinung das wir es nicht mehr schaffen unter die Top 3 . Was auch gerächt wäre,,Da der WAC einen viel bessesn Fussball spielt . Is sooo!!!!!

    3+
  3. Wistint sagt:

    Sehe es auch wie der Autor. Hierländer ist für mich klar Man of the Match.

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