Flashback

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. Wolfsberger AC

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler sowie des Trainers und des Schiedsrichterteams der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Gregory Wüthrich – Note: 1,87

Gregory Wüthrich hat die beste Zweikampfquote aller Blackys in der bisherigen Saison. Das wird sich auch nach dieser Niederlage nicht ändern. Dem Schweizer gelingt in seinem Defensivspiel fast alles, der Innenverteidiger stellt eine ungemeine Bereicherung für die Abwehr des SK Sturm dar. Gefühlt konnte er – auch aufgrund eines ausgezeichneten Stellungsspiels – jeden seiner Zweikämpfe in der Begegnung gewinnen. Ein Wermutstropfen: Beim 0:1-Gegentreffer funktionierte die sonst so gute Zusammenarbeit mit David Nemeth nicht. Dieser musste sich folglich gegen zwei Gegenspieler geschlagen geben, einer davon konnte einnetzen. Dennoch wurde Gregory Wüthrich von euch vollkommen zurecht zum „Man Of The Match“ gewählt.

David Nemeth – Note: 2,39

Bei David Nemeth verhält es sich ähnlich wie bei Gegenstück Wüthrich. Sein Zweikampfverhalten ist ohnehin stark, bedenkt man, dass Nemeth noch so jung an Lenzen ist, ist seine zur Schau gestellte Abgebrühtheit umso beeindruckender. Geschäftsführer Sport Andreas Schicker ließ in der letzten Ausgabe von Black FM anklingen, dass ein Verbleib von David Nemeth über den Sommer hinaus in Graz nicht ganz so unrealistisch sei und das dahingehend Gespräche mit Stammverein Mainz 05 geführt werden. Weitere Einsätze beim geilsten Klub der Welt hätte sich Nemeth mit seinen Leistungen ohnehin verdient.

Ivan Ljubic – Note: 2,51

Nachdem Ivan Ljubic im bisherigen Saisonverlauf  bereits vier Treffer erzielen konnte, schrieb er am Sonntagnachmittag zum ersten Mal als defensiver Mittelfeldspieler voll an. Nach einem Eckball von Jakob Jantscher wurde Ljubic von der Wolfsberger Abwehr sträflich alleingelassen, mit Links konnte er den Ball optimal übernehmen. Es resultierte daraus kurz vor Halbzeitpfiff das zwischenzeitliche 1:1. Ansonsten war es ein eher unauffälliges Spiel des 24-Jährigen. Für einen nominellen Sechser nicht die schlechteste Leistungsbeschreibung, dennoch würde man sich wünschen, dass Ljubic einen größeren Teil zur Spieleröffnung beitragen könnte.

Jusuf Gazibegovic – Note: 2,59

Es war eine passable Leistung des Außenverteidigers, der momentan das Duell um die Startelfposition gegen Sandro Ingolitsch für sich entscheiden kann. In der ersten Hälfte konnte sich Gazibegovic noch in einzelne Offensivaktionen miteinschalten, in den zweiten 45 Spielminuten gelang das dem Youngster nicht mehr. In der Defensive darf seine konstant-starke Leistung nicht unerwähnt bleiben, beim spielentscheidenden Gegentreffer in der Nachspielzeit ging ihm jedoch augenscheinlich die Luft aus, als der Verteidiger das Abseits von Torschützen Vizinger aufhebte.

Stefan Hierländer – Note: 3,00

Licht und Schatten beim Captain: Stefan Hierländer konnte mitunter durch starke Tacklings und zwei gefährliche Abschlüsse glänzen. Jedoch waren auch – zum wiederholten Male – zahlreiche Abspielfehler im Spiel des Kärntners dabei. Den Kampfgeist kann man Hierländer nicht absprechen, dennoch kann nicht davon abgesehen werden, dass der Mittelfeldspieler seit Langem seiner Form hinterherläuft.

Otar Kiteishvili – Note: 3,09

Der Georgier wollte viel, dem Zehner der Schwoazen gelang am Sonntagnachmittag jedoch nur wenig. Die wenigen Ballaktionen im Spiel wurden leichtfertig vergeben, da anstelle von einfachen und zielführenden Pässen in die Tiefe oftmals die schwierigen bzw. gar aussichtslosen Passversuche und Dribblings bevorzugt wurden. Nach 66 Spielminuten musste Kiteishvili zu allem Übel auch noch verletzt vom Platz. Wie am Montagvormittag bekannt wurde, erlitt der 24-Jährige eine Muskelverletzung in der linken Wade und wird den Schwarz-Weißen wohl für mehrere Wochen fehlen.

Amadou Dante – Note: 3,24

Amadou Dante durfte nur etwas über 35 Minuten gegen die Kärntner in seiner schon gewohnten Manier fighten. Der junge Außenverteidiger war es auch, der nach 25 Spielminuten den ersten Schuss der Blackys aufs Gehäuse des WAC bringen konnte. Sein Distanzschuss fiel aber zu zentral aus, Goalie Kofler hatte damit keine Probleme. Generell kann Dante in den Zweikämpfen wenig vorgeworfen werden, im Spiel nach vorne gab es aber die gewohnten Probleme in der Übersicht und Pass- sowie Flankengenauigkeit. In der 38. Minute musste er für Ersatztormann Tobias Schützenauer Platz machen.

Andreas Kuen– Note: 3,25

Bis zum Ausschluss von Jörg Siebenhandl und der daraus resultierenden Auswechslung von Amadou Dante sollte Andreas Kuen Akzente in der schwarz-weißen Offensive setzen. Vor allem zu Beginn der Begegnung gelang ihm das  -in Kooperation mit Jakob Jantscher – auch das ein ums andere Mal. Nach der Roten Karte konzentrierte sich der Tiroler primär auf die Defensive.

Jakob Jantscher – Note: 3,30

Aus dem Spiel heraus gelang den sonst so spielstarken Jakob Jantscher in der Begegnung nahezu nichts. Dafür waren seine getretenen Standards umso gefährlicher: In der 42. Minute konnte der Steirer mittels Freistoß die Topchance von Bekim Balaj einleiten. Der zog auch direkt ab, der Ball wurde vor dem Tor von Michael Novak – wohl mittels Hand – abgeblockt. Der Strafstoßpfiff blieb zwar aus, aber nur eine Minute später war Jantscher ohnehin mitverantwortlich, dass der Ball trotzdem im Gehäuse der Kärntner einschlug. Nach seinem Eckball fand das Spielgerät einen Abnehmer bei Ivan Ljubic, der mit dem linken Patschen ins rechts Eck abschloss. Stürmer Jantscher blieb über 90 Minuten lang ohne Torchance.

Bekim Balaj – Note: 3,30

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kevin Friesenbichler durfte sich der Albaner über die Startelfnominierung freuen. Bekim Balaj kämpfe zwar um jeden Ball, als Sieger in seinen Zweikämpfen konnte er jedoch nur selten hervorgehen. Zahlreiche hohe Bälle wurden auf Sturms Nummer Neun geschlagen, die Abwehr des Wolfsberger AC war jedoch zumeist hellwach und konnte die Versuche von Balaj, seine besser positionierten Mitspieler in Szene zu setzen, unterbinden. Bei seinem Schussversuch kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde der Ball noch von Novak geblockt – schade darum. Dem Stürmer hätte ein Treffer gutgetan.

Jörg Siebenhandl – Note: 4,04

Es war offensichtlich nicht der Tag des Jörg Siebenhandl: Bereits nach zwei Minuten ließ der sonst so sichere Schlussmann bei einem ersten Abschlag erahnen, wohin sein Leistungspendel am Liebenauer Acker ausschlagen wird. Beim Gegentreffer in der 28. Minute noch schuldlos, war der Einsergoalie sieben Minuten später zu motiviert, läuft ungestüm aus seinem Strafraum und foult den heransprintenden Joveljic unnötig. Dafür gab es glatt Rot, ein kurzer Arbeitstag für den Wiener, der sonst so souverän agiert und Saison für Saison als sicherer Rückhalt glänzt.

Einwechselspieler

Tobias Schützenauer (38′) – Note: 3,32

Tobias Schützenauer ist zwar der dienstälteste Spieler im gesamten Kader der Schwarz-Weißen, dennoch war es erst der fünfte Einsatz in der Bundesliga für den 23-Jährigen. Es dauerte nach seiner Einwechslung bis zur 51. Spielminute, als der Goalie das erste Mal ins Spiel eingreifen musste: Der Schuss von Matthäus Taferner war jedoch zu zentral, Schützenauer hatte damit keine Probleme. Es folgten Unsicherheiten bei hohen Bällen und beim Herauslaufen, Gegentreffer resultierten daraus jedoch keine. Die fehlende Abgebrühtheit in diesen Situationen ist wohl weniger Tobias Schützenauer anzukreiden, sondern eher der allgemeinen Stellenbeschreibung eines Ersatzgoalies geschuldet. Beim Gegentreffer war er machtlos.

Kelvin Yeboah (63′)– Note: 3,63

Der erst 20-jährige Yeboah sollte mit seiner Schnelligkeit für die nötige Gefährlichkeit bei Konterläufen sorgen. Zu solchen Situationen kam es in seinen 30 Minuten jedoch kaum, der Stürmer musste viele leere Kilometer machen und kam zu keiner gefährlichen Aktion.

Lukas Jäger (66′) – Note: 3,37

Für den angeschlagenen Otar Kiteishvili eingewechselt, blieb Lukas Jäger über seine gesamte Einsatzzeit unauffällig. In der Defensive konnte er die Pflichtaufgaben erfüllen, zu Aktionen in der Offensive kam es nicht. Ein kleiner Meilenstein für Jäger: Es war für ihn der 100. Einsatz in der Österreichischen Bundesliga.

Sonstige Bewertungen

Christian Ilzer – Note: 3,22

Dem Coach kann man nach dieser Begegnung wenig vorwerfen. Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Kevin Friesenbichler, Jon Gorenc Stankovic und Philipp Huspek, musste Christian Ilzer umstellen. Die Auswechslung von Amadou Dante nach der Roten Karte von Jörg Siebenhandl erschien logisch, auch die weiteren Umstellungen in Laufe der Partie waren nachvollziehbar.

Das Schiedsrichterteam um Markus Hameter – Note: 3,54

Wird das Team um Schiedsrichter Markus Hameter auf die Partie zurückblicken, wird auch die Selbstreflexion nicht gänzlich positiv ausfallen. Jedoch gilt: Keine der beiden Mannschaften konnte aus strittigen Entscheidungen des Schiedsrichter-Teams einen Vorteil ziehen, spielentscheidende Fehlentscheidungen wurden nicht getroffen. Obwohl, hier muss der Autor eine Frage an die Regelfuzzis der SturmNetz-Community stellen: Was das vermeintliche Handspiel von Novak nach Balaj-Schuss strafbar?

Das SturmNetz-Team bedankt sich für 147 eingegangene Bewertungen und widmet dem Man of the Match Gregory Wüthrich sowie uns allen folgende Nummer:

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