Fiesta en el Lovntol

Spielbericht: Wolfsberger AC vs. SK Sturm Graz 0:2 (0:1)

Nach einer wenig ereignisreichen Länderspiel (Zwangs)Pause ging es für den heiligsten aller Sportklubs im Lavanttal um wichtige Punkte für den Europacup. Einen solchen lukrativen Tabellenplatz peilt auch der Gastgeber an. Vor dem Spiel lagen die Wölfe zwar nur auf dem fünften Platz der Meistergruppe, allerdings nur drei Zähler hinter den Blackys. Die beiden letzten Begegnungen endeten jeweils mit klaren Erfolgen der Gastmannschaft. Besonders an die letzte Begegnung in der Lavanttal Arena aus dem August 2021 erinnert man sich aus Sturm-Sicht gerne zurück: Binnen wenigen Minuten drehten die Schwarz-Weißen einen 0:1-Rückstand in einen 4:1-Vorsprung und brachten damit den zum Bersten gefüllten Gästesektor in Ekstase. Auch an diesem Spieltag war der Gästebereich der mit Abstand am besten gefüllte Bereich im Stadion. Zwei Torschützen aus dem zuvor beschriebenen Auswärtssieg mussten zumindest vor dem Spiel mit der Bank vorlieb nehmen: Zum einen Otar Kiteishvili, der erst seit kurzem nach seiner schweren Verletzung wieder fit ist, zum anderen Jakob Jantscher, der während der Busfahrt über die Pack über Übelkeit klagte. Auch Amadou Dante, für den Andreas Kuen in die Startelf rückte, musste zuerst auf der Bank Platz nehmen. Trotzdem sollte die Kaderqualität gut genug sein, um auch ohne die beiden Spieler ein nicht übles Spiel auf den Platz zu bringen.

(c) SturmNetz.at

¡Vamos!

VAMOS stand zum Einlauf der Teams auf großen Lettern vor dem Awayblock, garniert mit Farben in den Fahnen, die für uns die Welt bedeuten. Vamos war auch von Beginn an die Marschrichtung von Sturm. Gleich in den ersten Minuten setzte man die Gegenspieler unter Druck und zwang diese zu Fehlern, jedoch noch ohne daraus einen Nutzen ziehen zu können.

Mediocre

Der Schwung der Anfangsphase verpuffte jedoch recht schnell wieder und ging über in ein nicht sehr ansehnliches Mittelfeldgeplänkel. Die erste richtige Offenivaktion gehörte in der 15. Spielminute den Gastgebern und resultierte aus einer Ecke, die zuerst zwar keinen Abnehmer im Anschluss aber doch gefährlich auf Dario Vizinger kam. Der kam zwar zum Glück auch nicht an den Ball, reklamierte jedoch auf Foul, Schiedsrichter Harald Lechner sah darin aber keine irreguläre Aktion.

(c) SturmNetz.at

Celebración

Sturm versuchte in dieser Phase mit langen, hohen Bällen die Reihen des WAC auszuhebeln und schaffte dies in der 23. Minute beinahe, doch Alexander Kofler war um ein Haar vor dem heraneilenden Manprit Sarkaria am Ball. Drei Minuten später war es abermals Kofler, der sein Team vor einem möglichen Rückstand bewahrte, indem er einen Niangbo-Schuss und einen Kuen-Nachschuss entschärfte. Kurz darauf war der Kärntner Schlussmann dann aber machtlos: Prass mit dem Musterschüler-Pass auf Sarkaria und der machte den WAC nass. Schlechter Reim, gute Aktion! Sturm zog das Tempo an und belohnte sich mit der Führung selbst. Der Gästeblock war nun natürlich endgültig obenauf und brachte das sonst so ruhige und idyllische Lavanttal zum Beben.

Suerte enorme

Die Wolfsberger kamen erst in der 35. Minute zu ihrer nächsten Möglichkeit. Wieder wurden sie nach einer Ecke gefährlich, diesmal kam Tai Baribo an die Kugel, köpfte aber am Tor vorbei. Plötzlich agierten die Kärntner wie von der Tarantel gestochen, zuerst Baumgartner gefährlich per Kopf, Sturm brachte den Ball nicht richtig raus, die Grazer Defensive völlig desorientiert, der WAC an der Sechzehnergrenze mit mehreren Schussmöglichkeiten, doch irgendwie war immer ein Bein dazwischen, ehe das Spielgerät irgendwann bei Siebenhandl landete. Riesen Glück für Sturm in dieser Situation. Die Hausherren drückten weiter auf den Ausgleich, scheiterten in der 44. Minute nach einem Fehler von Affengruber am exzellent reagierenden Jörg Siebenhandl. Dies war die letzte nennenswerte Aktion im ersten Durchgang, in welchem Sturm zwar lange Zeit das etwas bessere Team war, in der Schlussphase aber auch die nötige Portion Glück hatte.

(c) SturmNetz.at

El amoroso

Die zweite Halbzeit begann für Sturm traumhaft! Bedingt durch eine Fehlerkette und zu harmloses Attackieren tankte sich praktisch die gesamte schwarz-weiße Offensivabteilung durch den Wolfsberger Strafraum, Rasmus Højlund sagte „Danke“ und traf zum 2:0 in der 48 Minute. Die Grazer konnten den Ball nun laufen lassen und agierten nun sichtlich weniger verkrampft als teilweise in der ersten Hälfte.

¡Ya! ¡Oh! ¡No!

Doch die Wolfsberger wollten sich noch nicht geschlagen geben und prüften in der 54. Minute Jörg Siebenhandl, der abermals glänzend parierte. Nur kurz nach dem Siebenhandl-Safe kamen Baribo und Dedic in aussichtsreicher Position zu aussichtsreichen Einschussmöglichkeiten, doch die Rückennummer 77 der Kärntner beförderte den Ball in Richtung der Leichtathletikanlagen weit hinter dem Kasten. In der 69. Minute jubelte abermals Rasmus Højlund, der WAC reklamierte heftig und Schiedsrichter Lechner sah sich die Szene auf dem VAR-Screen an. Ergebnis: Kein Tor. Jusuf Gazibegovic, der für die Vorarbeit sorgte, hatte seinen linken Arm zwar angelegt, stoppte damit aber den Ball. Deshalb war diese Entscheidung auch durchaus nachvollziehbar. 

Victoria fuera de casa

In der Schlussphase ließ Sturm Ball und Gegner laufen, der WAC konnte kaum noch Akzente setzen und gab sich seinem Schicksal hin – ein gefährlicher Kopfball von Dominik Baumgartner an die Stange kurz vor Ablauf der 90 Minuten war ein letztes offensives Aufbäumen der Gastgeber.  Die mitgereisten Fans feierten währenddessen den bald bevorstehenden Auswärtssieg und stimmten sich mit „Wer nicht hüpft, der ist ein Wiener“ schon auf das Duell gegen die Austria am kommenden Sonntag ein. Die letzten Minuten waren nur noch reine Formsache, die drei Punkte somit in trockenen Tüchern und Rang zwei weiterhin abgesichert. 

Datos del juego

 

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6 Kommentare

  1. elceezed sagt:

    Denke die Tabelle zeigt recht deutlich das machtgefüge in ö.
    Dosen vornweg und wir die zweite Kraft.
    Auch wenn wir im opo in Salzburg noch unglücklich verloren haben, jez 2x klar gewonnen untermauert noch die Situation.
    Wenn wir jetz in unsren Heimspielen gut punkten kann das schon der zweite endrang sein

  2. Schworza99 sagt:

    Also Verbesserungspotenzial gibt es viel aber ja der Sieg war wichtig.
    MotM Sarkaria der an beiden Toren beteiligt war und wohl langsam in die Start 11 rutschen muss.
    Jörg aber auch mit einer MotM Leistung, scheint seine konstante Stärke wieder erlangt zu haben. Höllenhund auch wieder mit Türl – tut dem Selbstvertrauen sicher gut wie man ihm angesehen hat.
    Kuen als LV deutlich offensiv aktiver als Dante sonst, insgesamt sehr brav. Auch Prass sehr aktiv. Affi mit gebrauchtem Tag.

    Wie gesagt wir haben eine sehr gute Ausgangsposition. Verstecken müssen wir uns wahrlich nicht aber Fehler schleichen sich bei uns schon ein. Hier muss man einfach konzentrierter sein.

    Ad Tor 3: Da springt der Ball dem Gazi auch vom eigenen Körper an die Hand. Gegen RB habens gesagt man kann die Hand nicht abschneiden aber der Gazi schon oder wie? Naja lass ma des es ist nicht das VAR-System Schuld sondern die Ahmungslosen in Gelb…

  3. fid82 sagt:

    Hier ist die Handregel eindeutig :
    Wenn vor dem Tor ein Handspiel dabei war, ist es immer strafbar. Auch wenn fie Hand angelegt war und der Spieler angeschossen wurde.

    • Schworza99 sagt:

      Ok dann ist die Regel einfach dumm. Warum sollten man in der Defensive eher Hand spielen dürfen als in der Offensive? Aber naja anderes Thema.

    • black_aficionado sagt:

      @Schworza

      Es ist mMn schon nochmal ein Unterschied dabei: Habe ich vor einem erzielten Tor den Vorteil durch das Hands gehabt weil die Situation sonst so nicht passiert wäre (Ball nicht stoppen können oÄ) oder werde ich mit einem Elfer bestraft weil einer den Ball an die Hand bekommen hat wo dem Gegner aber nicht wirklich ein Nachteil daraus entstanden ist…
      Bei Gazi wars aus meiner Sicht aber glasklar, wenn er den Ball nicht an die Hand bekommt, dann kann er ihn nicht so mitnehmen und nochmal aufspielen.

      Es ist halt offensichtlich nicht möglich das sauber abzugrenzen, weil man es nie definitiv sagen kann wann das Hands einen Unterschied hinsichtlich Vor-/Nachteil gemacht hat und wann eben nicht.
      Unabhängig davon finde ich das ganze Herumgeiere bei der Regel aber schwachsinnig. Da ist so viel Interpretationsspielraum und Platz für Eventualität… Warum Hand nicht einfach Hand bedeutet und damit strafbar ist, ich checks net. Mir ist schon klar, dass die Spieler oft nicht reagieren können wenn sie aus kurzer Distanz abgeschossen werden, aber auch wenn das in einigen Fällen „unfair“ erscheint, wenigstens würde man sich die Diskussion sparen und es wäre endlich einheitlich angewendet.

  4. Melvinuss sagt:

    Das sehe ich auch so, Schworza. Aber im gestrigen Fall ist ihm der Ball vom linken Arm auf den rechten gesprungen und es hat schon etwas danach ausgesehen, dass da dann der ball auch ein klein wenig aktiv mitgenommen wurde. Und auch wenn nicht, ohne die rechte hand hätte er den ball wahrscheinlich nicht mehr weiterspielen können. Also so gesehen kann ich mit der entscheidung leben, obwohl ich sehr gern ein 3:0 gegen die „unnedigen“ Wolfsberger samt Liendl gesehen hätte. Grad der WAC hat uns die letzten Jahre in Graz teils ordentlich geärgert. Am Sieg hats aber weder was geändert noch war er zu dem zeitpunkt in gefahr 😉

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