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Spielercheck: SKN St. Pölten vs. SK Sturm

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Begegnung SKN St. Pölten vs. SK Sturm sind abgeschlossen und alle Einsendungen ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Kiril Despodov – Note: 1,10

Was für ein Abend für den 22-jährigen Bulgaren! In Halbzeit eins wirkte er mit sich selbst noch nicht sehr zufrieden. Er versuchte viel, blieb aber weitgehend glücklos. Wie auch in Minute 31, als sein Freistoß das Ziel deutlich verfehlte. Auch der zwischenzeitliche Seitentausch mit Thorsten Röcher brachte noch nicht die gewünschte Dynamik in der Offensive. Das änderte sich im zweiten Durchgang schlagartig – innerhalb von einer knappen halben Stunde traf die Leihgabe von Cagliari drei Mal. Es sollten seine ersten Bundesliga-Treffer für die Grazer sein. Beim 1:0 überließ Balaj Despodov geschickt die Kugel, der Rechtsaußen legte den Ball mit viel Gefühl via Außenrist an Riegler vorbei. Sein zweiter Treffer gehörte zumindest zum Teil Röcher, der den Ball direkt vor das Tor servierte und bei Treffer Nummer drei zeigte er nochmals seine Schnelligkeit und ließ Riegler abermals keine Chance. In der 80. Minute wurde er von Philipp Huspek ersetzt. Despodov fühlt sich beim SK Sturm sichtlich wohl, bleibt nur zu hoffen, dass er dieses gute Gefühl auch in viele weitere Tore ummünzen kann. Ganz klar und völlig zurecht wurde er von den Leserinnen und Lesern zum Man of the Match gewählt.

Jörg Siebenhandl – Note: 1,88

Wie gewohnt war Jörg Siebenhandl der sichere Rückhalt. In der Anfangsphase bewahrte er die Grazer vor dem Rückstand. In der 10. Minute hielt er die Kugel fest, nachdem Avlonitis nach einer Pak-Hereingabe gegen Husein Balic nicht klären konnte. Auch bei seinem kleinen Ausflug in Minute 30 blieb der 29-Jährige ruhig und beförderte das Spielgerät routiniert auf die Tribüne. In der zweiten Halbzeit hatte der Schlussmann Glück, als Luxbacher den Ball an die Latte knallte. Eine souveräne Leistung der Nummer 27, oft konnten die St. Pöltner allerdings nicht gefährlich werden.

Bekim Balaj – Note: 1,94

In der ersten Halbzeit wirkte Bekim Balaj offensiv wie abgemeldet. Die St. Pöltner Innenverteidigung stellte den Albaner bewusst zu. Weder Röcher noch Despodov oder Kiteishvili konnten ihn in Szene setzen. In der Defensive zeigte sich der 28-Jährige einmal mehr sehr beherzt. Immer wieder presste er mit seiner Offensivkollegen die Abwehrkette der Gastgeber an, die dadurch sichtlich Probleme hatten. Und wenn doch ein Überspielen gelang, ging Balaj nach und versuchte zu stören oder gar zu tackeln. Vor dem 1:0 durch Despodov war der Pass in die Tiefe wohl für ihn gedacht, uneigennützig und sich im Abseits wägend, ließ er Despodov extrem clever den Vortritt. Das Ergebnis ist bekannt. Nach der Führung bekam der Stürmer mehr Platz, doch auch dann konnte Balaj sich nicht richtig durchsetzen. Zu seinem Treffer kam er trotzdem: Nach dem Foul an Röcher trat er zum Elfmeter an und knallte diesen mit völliger Selbstverständlichkeit unter die Latte. Markus Pink ersetzte Balaj nach 82 Minuten. Tor erzielt, viel geackert, Spiel gewonnen, Job absolut erledigt.

Thorsten Röcher – Note: 2,01

Auch Thorsten Röcher konnte in der ersten Halbzeit wenig überzeugen. Wie seinen Offensivkollegen gelang auch dem Linksaußen wenig, besonders George Davies wusste ihm das Leben schwer zu machen. Das Zusammenspiel mit Stefan Hierländer auf der linken Seite funktionierte nicht gut. Vermehrt suchte Röcher den Weg in die Mitte – erfolglos. Auch der zwischenzeitliche Seitentausch mit Despodov brachte keine Besserung. Erst nach der Pause kam der 28-Jährige besser in Fahrt. Das Tor zum 2:0 ging zum Großteil auf sein Konto. Dominguez schickte Röcher mit einem weiten Pass in die Tiefe, der setzte sich mit seinem schnellen Antritt durch und brachte den Ball scharf zur Mitte. Despodov musste nur noch einschieben. Beinahe hätte der Niederösterreicher auch selbst einen Treffer erzielt: Nach einem Steilpass von Kiteishvili brachte ihn Davies beim Abschlussversuch im Strafraum allerdings zu Fall, den folgenden Elfmeter verwertete Balaj sicher. In der 74. Minute machte er für Ivan Ljubic Platz.

Juan Dominguez – Note: 2,04

Der Sechser machte gegen den SKN eine gewohnt souveräne Partie. Immer wieder eroberte er den Ball und versuchte mit Kiteisvili das Spiel schnell zu machen. Dass die Gastgeber ihr Glück über die Seiten und lange Bälle suchten, war wohl vor allem ihm zuzurechnen. Dominguez räumte vor der Abwehr gnadenlos auf, musste sich das ein oder andere Mal auch mit kleinen Fouls helfen und agierte dabei meist klug. In Halbzeit zwei jedoch verschuldete er zwei Freistöße in guter Position für die Niederösterreicher. Diese führten aber zu keinem Gegentreffer. Alles in allem wieder ein gelungener Auftritt des 29-Jährigen.

Isaac Donkor – Note: 2,11

Nach seinem Debüt gegen Salzburg stand Isaac Donkor erneut in der Startelf. Als rechter Innenverteidiger machte er seine Sache sehr gut. Balic und zeitweise Ljubicic hatten mit ihm ihre Probleme, da er sehr nah am Mann stand und so einige Zuspiele oder die Ballverarbeitung verhinderte. Der 24-Jährige holte sich bereits in der 28. Minute ob eines überharten Einstiegs etwas glücklich nur den gelben Karton und musste danach aufpassen, was für ihn jedoch kein Problem zu sein schien. Wie Spendlhofer verschlief Donkor den Freistoßlupfer der Gastgeber in der 72. Minute, der zum Lattentreffer von Daniel Luxbacher führte. Nach der klaren Führung spielte Donkor offensiver, tauschte sogar ein, zwei Mal mit Sakic und versuchte sich als Flügelspieler. Der Neuzugang empfahl sich mit seinem zweiten Auftritt innerhalb einer Woche definitiv für weitere Einsätze.

Anastasios Avlonitis – Note: 2,23

Abgesehen von der Anfangsphase kann man beim „Innengriechen“ von einer soliden Partie sprechen. In der 10. Minute sah er genauso schlecht aus wie Spendlhofer neben ihm. Nach einer Pak-Flanke stand er zu weit von Balic weg, der beinahe das 1:0 machte. Minuten später kam Pak im Strafraum zum Abschluss. Danach besserte sich die Abwehr rund um den 29-Jährigen. Er wusste in Folge die Hintermannschaft zu ordnen und stellte die Mitte gut zu. Avlonitis war als zentraler Innenverteidiger im Spielaufbau weniger gefordert. Dennoch versuchte er mit weiten Bällen das Spiel schnell zu machen, was eher weniger gelang. Wie wichtig er für die Grazer Defensive ist, zeigte sich, als er nach einem Zusammenprall neben dem Spielfeld behandelt werden musste. Die restliche Abwehr verschlief den Lupfer-Freistoß von den Gastgebern, der beinahe zum Anschlusstreffer führte.

Otar Kiteishvili – Note: 2,28

Die erste Spielhälfte von Otar Kiteishvili war eine seiner unauffälligeren im Dress der Grazer. Nach vorne wollte nicht viel gelingen, zu gut und vor allem eng stand das St. Pöltner Abwehrbollwerk. Der georgische Wirbelwind unterstützte indes Dominguez vor der Abwehr und konnte so einige Bälle erobern. Nach der Pause kam er besser in das Spiel, verteilte die Kugel gut und schickte seine Mitspieler mit präzisen Pässen in die Tiefe. So auch beim Führungstreffer, als er Despodov mustergültig mit dem Außenrist bediente. In der 67. Minute leitete er zudem mit einem Steilpass die Aktion ein, die zum Elfmeter führte. Die vielen Fouls gegen ihn sprechen einmal mehr dafür, dass sich dessen Gegenspieler schwertaten, die Grazer Schaltzentrale in den Griff zu bekommen. Zurecht forderte Kiteishvili gelbe Karten, die es jedoch kaum gab.

Emanuel Sakic – Note: 2,29

Es war nicht ganz der Abend des Emanuel Sakic. Besonders in der ersten Halbzeit zeigte er sich schwach. In Erinnerung blieben einige Ballverluste, die der 28-Jährige verschuldete. Bei mehreren Versuchen, Despodov in Szene zu setzen blieb Sakic hängen oder spielte den Ball zum Gegner. In der Defensive war auf seiner Abwehrseite nicht allzu viel los. Gegen Luxbacher sah er in der 23. Minute nicht gut aus, ließ ihm viel zu viel Platz und der St. Pöltner konnte in Ruhe flanken. Wie viele seiner Kollegen konnte sich auch Sakic im zweiten Durchgang steigern, konzentrierte sich speziell nach dem ersten Treffer auf die Defensivaufgaben.

Lukas Spendlhofer – Note: 2,30

Für ihn gilt Selbiges wie für Avlonitis, mit Ausnahme der Anfangsphase machte Spendlhofer eine solide Partie. In der 10. Minute ließ er sich zu leicht von Pak überspielen – mit dem Tempo des Nordkoreaners konnte er nicht mithalten. Einige Male stellte der Nordkoreaner den 26-Jährigen vor Probleme. Dass Hierländer im Vergleich zu Sakic offensiver agierte, machte dem Innenverteidiger das Leben nicht leichter. Nach dem Seitenwechsel wurde es besser. Bis auf den bereits erwähnten Lupferfreistoß, den Spendlhofer in Abwesenheit von Avlonitis verschlief, ließ er nichts anbrennen.

Stefan Hierländer – Note: 2,30

Der Kapitän ging sehr engagiert in die Partie, war in der Anfangsphase der auffälligste Spieler der Blackys. Hierländer interpretierte die Rolle des linken Glieds der Fünferkette sehr offensiv. Gelingen wollte dem Allrounder allerdings nicht allzu viel. Der St. Pöltner Davies machte seine Sache gut, ließ Hierländer wenig Platz und konnte ihm so immer wieder den Ball abluchsen. Durch seine offensive Ausrichtung hinterließ er eine Lücke, mit der Spendlhofer zu kämpfen hatte. Dass es vorne nicht so richtig laufen wollte, ärgerte den Kärntner sichtlich. Vermehrt forderte er die Offensivakteure auf, sich besser anzubieten. Speziell das Zusammenspiel mit Vordermann Röcher wollte zunächst nicht klappen. In der zweiten Halbzeit konzentrierte sich der 28-Jährige wie sein gegenüber Sakic mehr auf seine Defensivaufgaben. Mit Ausnahme einer Aktion, in der Davies ihn überspielen konnte, machte er seine Sache gut. Dass er lieber offensivere Rollen übernimmt, war allerdings klar zu erkennen.

Einwechslungen:

Ivan Ljubic – Note: 2,33 (ab 74. Spielminute)

Trotz der starken Vorstellung mitsamt Treffer gegen die Bullen vor einer Woche musste Ljubic bis zur 74. Minute das Spiel von der Bank aus verfolgen. Mit ihm stellte El Maestro auf ein 4-4-2-System um. Neben Dominguez räumte er alles ab, was nur ging. Nach einem Ballgewinn von Sakic vor dem eigenen Strafraum setzte er Despodov mit einem langen Ball in Szene, den der Bulgare zum 4:0 verwertete.

Philipp Huspek – Note: 2,29 (ab 80. Spielminute)

In der 80. Minute kam Huspek für Despodov. Beim Stand von 4:0 waren die Offensivbemühungen der Schwarz-Weißen eher begrenzt und so konnte sich Huspek nicht mehr wirklich in Szene setzen. Er spulte noch einige Meter ab, als er die Abwehrspieler der Gastgeber anlief, um sie unter Druck zu setzen. Der Oberösterreicher suchte den Weg in die Tiefe, doch die Zuspiele seiner Mitspieler waren zu unpräzise.

Markus Pink – Note: 3,13 (ab 81. Spielminute)

Nachdem er zuletzt Anfang September gegen den SCR Altach zum Einsatz kam, durfte Pink wieder ein paar Einsatzminuten sammeln. Viel konnte der Stürmer in der Schlussphase einer bereits klar entschiedenen Partie nicht mehr zeigen. Er versuchte hohe Bälle im Mittelfeld zu erobern und die Abwehr beim Spielaufbau zu stören, zu einer Chance kam er nicht.

Sonstige Bewertungen:

Nestor El Maestro – Note: 1,79

Da strahlte er, der Coach. Nach dem Sieg hatte Nestor El Maestro einen Riesengrinser im Gesicht. Die drei Punkte und auch der hohe Sieg taten dem Serben sichtlich gut. Doch es hatte nicht so gut begonnen: Sein Matchplan schien in Halbzeit eins nicht so aufzugehen, wie er sich das vorgestellt hatte. Der SKN St. Pölten überraschte den SK Sturm mit Offensivbemühungen und kompromisslosem Defensivspiel. Die Grazer ließen sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen, sondern übten sich in Geduld. Nach der Pause, in der El Maestro wohl deutliche Worte fand, wurde das gesamte Spiel Sturms deutlich besser. Der Weg in Tiefe sollte das passende Rezept gegen die Mauer der Hausherren sein. Wie vom 36-Jährigen erwartet, ging nach der Führung alles leichter und die Grazer bekamen mehr Raum. Dass sich sein persönlicher Schützling Despodov mit drei Treffern hauptverantwortlich zeichnet, stärkt seine Freude bestimmt zusätzlich. Die Wechsel waren diesmal kein Thema, nach dem 3:0 brachte El Maestro Ljubic für Röcher, um keinen Gegentreffer mehr zu kassieren und den Sieg sicher nach Hause zu bringen. Zudem kamen Huspek und Pink in der Schlussphase. Taktisch änderten diese Wechsel freilich nichts mehr.

Schiedsrichterteam um Julian Weinberger – Note: 2,02

Eine durchaus gute und solide Leistung des Schiedsrichterteams. Bei den vielen Fouls im Mittelfeld, vor allem an Kiteishvili, hätte Weinberger die eine oder andere gelbe Karte mehr zeigen können. Auch Rene Gartler hätte sich nach seiner klaren Schwalbe im Grazer Strafraum eine Karte verdient. Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass er seiner Linie bis zum Schluss treu blieb und so auch den einen oder anderen Schwarz-Weißen verschonte, indem er die Gelbe im Brusttascherl ließ.

 

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 186 eingegangene Bewertungen und widmet dem Man of the Match folgende Nummer:

 

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5 Kommentare

  1. blackfoxx sagt:

    Despodov war wirklich stark, auch schon HZ1 sehr auffällig. schade halt, dass er nur bis nächsten Sommer bei uns sein wird…

    2+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Despo selbst hat offen kommuniziert dass er bleiben will…
      Keine Ahnung was die Italiener vor haben aber spielen wir EC und sie nicht können sie ihn nicht gebrauchen und bei uns kann er Erfahrung sammeln.
      Avdijaj war auch länger da als z.B. ein Matic…

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    • glockgame sagt:

      Im Sommer als er kam, war von 3 Mio € Ablöse/Ausstiegsklausel die Rede, da kann er noch so viel wollen, Sturm wird keine 3 Mio für einen Spieler zahlen. Außer er schießt noch 30 Tore und uns damit fix in die EL-Gruppenphase.

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Despo sagt eh selbst Sturm hat keine Option…aber ne weitere Leihe ist nicht unmöglich. Seria A ist halt schon ne große Nummer und Despo kam aus Bulgarien. Da wäre Ö ein guter Zwischenschritt.

      Ich meine nur wenn uns Despo jetzt in die EL schießt bringt er uns als Leihe mehr als so mancher fixer Spieler…hier muss man halt abwägen und Treffsicher sein.

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    • Ferdi sagt:

      Vielleicht lassen sich die Süditaliener auf einen Tausch von Koch und Schrammel für Lyko und Despo ein? ;-))

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