Es warad wegen der drei Punkte

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. SKN St. Pölten

Kaiserwetter, mehrere tausend euphorische Fans, ein tolles Spiel, und viele Tore der Sturm-Mannschaft gegen einen komplett willkürlich zusammengewürfelten Kader. Das Montagsspiel in der Gruabn hatte alles das, was man sich auch für kommenden Samstag erhoffen darf. Der Tabellenneunte der Bundesliga, der Sportklub Niederösterreich Sankt Pölten, gastiert am 76. Geburtstag von Ivica Osim in Graz. Unter normalen Umständen dürfte diese Partie für die Schwoazen eigentlich kein Problem darstellen, während St. Pölten im Tabellenkeller herumkrebst und momentan sogar das Kunststück schafft, noch weniger Punkte als Rapid zu haben, darf man sich in Graz immer noch Hoffnungen auf einen Europacupstartplatz machen. Nach der empfindlichen Auswärtsniederlage bei der Wiener Austria wäre nun eigentlich Wiedergutmachung angesagt, will man in der Tabelle nicht den Anschluss an Altach und eben diese Austria verlieren. Allein, „normale Umstände“ gibts beim SK Sturm Graz ungefähr so häufig wie insolvenzfreien Profifußball in Klagenfurt.

Doppelte Wiedergutmachung

Nicht nur die letzte Bundesligarunde gegen die Austria sollte man aus Sturmsicht eher unter den Teppich kehren, auch die letzten drei Aufeinandertreffen mit St. Pölten werden in einem Rückblick auf die Highlights der Saison eher nicht vorkommen, gingen diese doch allesamt verloren, eines dieser Spiele war das bittere Cup-Aus am Nationalfeiertag. Die Saisonbilanz ist also eh schon negativ, jetzt wäre es zumindest an der Zeit, den zweiten Bundesligasieg gegen die „Wölfe“ einzufahren. Der SKN wird aber alles daransetzen, dies zu verhindern, brauchen sie doch selber jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Die SV Ried liegt nur vier Punkte zurück, und fünf Punkte aus den letzten sechs Spielen sind auch keine unbedingt zufriedenstellende Quote, der letzte Sieg von St. Pölten liegt bereits vier Runden zurück. Letzte Woche gab es für die „Wölfe“ ein spektakuläres 3:3 gegen den SCR Altach, dabei konnte sich besonders Stürmer Kevin Luckassen mit zwei Treffern in Szene setzen.

Uros Matic wird es morgen nicht mehr richten können. (c) Martin Hirtenfellner Fotographie

Beim heutigen Mediabriefing sagt Trainer Franco Foda, dass er sich ein schwieriges Spiel erwartet. St. Pölten stehe „noch mitten im Abstiegskampf“ und „mit dem Rücken zur Wand“, dazu hätten sie im Winter sehr gut eingekauft und im Frühjahr durchaus starke Leistungen gezeigt. Sturm müsse morgen „an die Grenzen gehen und alles investieren, um das Spiel zu gewinnen“. Diesen Sieg will man unbedingt einfahren, denn „noch haben wir die Möglichkeit, aus eigener Kraft Dritter zu werden, und falls uns das gelingt, dann haben wir eine sehr gute Saison gespielt“.  Angesprochen auf die letzten beiden Niederlagen meint Foda, dass die Leistung sowohl gegen die Austria als auch gegen Mattersburg großteils gepasst hat. Gegen Mattersburg hätte man in der zweiten Hälfte „auf ein Tor gespielt“, und auch gegen die Austria hätte man vor dem ersten Gegentor eigentlich schon in Führung gehen müssen. Allgemein sei nun wichtig, „die individuellen Fehler in der Defensive abzustellen“ und die Chancen besser zu nutzen.

Jimmy Jeggo lobt und betont die Wichtigkeit der Unterstützung durch die Fans, die „uns immer unterstützt haben, auch wenn es nicht so gut gelaufen ist“.

Personalsituation

Lukas Spendlhofer wird wegen einer kleineren Verletzung im Spiel gegen die Austria morgen nicht zur Verfügung stehen. Nachdem Christian Schoissengeyr ebenfalls noch verletzt ist, wird wohl Dario Maresic zu seinem dritten Bundesligaeinsatz kommen, wobei Foda auch einen Einsatz von Simon Piesinger in der Innenverteidigung oder eine Umstellung auf eine Dreierkette nicht ausschloss. Sandi Lovric kommt für den Trainer nach seiner Verletzungspause noch nicht für einen Startelfeinsatz in Frage. Auf eine eventuelle Vertragsverlängerung Lovric‘ angesprochen meint Foda „Sandi ist ein junger, talentierter Spieler aus der Sturmjugend, und wir werden alles unternehmen, um ihn bei Sturm zu halten“. Es sei letzten Endes die Entscheidung von Lovric, ob er „sich der Herausforderung bei Sturm stellen“ will, allgemein ist Lovric aber ein Spieler, auf den Foda „nächstes Jahr bauen möchte“.

Deni Alar und Charalampos Lykogiannis wären mit einer gelben Karte beide in der nächsten Woche gegen den SCR Altach gesperrt. Beide werden aber wohl dennoch auflaufen, weitere Veränderungen waren Foda nicht zu entlocken. Gesperrt ist momentan niemand, verletzungsbedingt fehlen Schoissengeyr sowie Roman Kienast. Bis auf den (herben) Verlust von Lukas Spendlhofer kann der SK Sturm also in Bestbesetzung auflaufen, und man darf gespannt sein, ob sich die Blackies zurück in eine gute Ausgangslage im Kampf um die Europacupplätze schießen können. Am Samstag zählt also nur eines. Es warad wegen den drei Punkten.

Spieldaten

SK Sturm Graz vs. SKN St. Pölten
Samstag, 06.05.2017, 18:30 Uhr, Merkur Arena, Graz

Schiedsrichter: Gerhard Grobelnik

Mögliche Aufstellung: Gratzei; Koch, Maresic, Schulz, Lykogiannis; Huspek, Jeggo, Hierländer, Horvath; Atik, Alar

Ersatz: Lück, Piesinger, Lovric, Schmerböck, Dobras, Stankovic, Zulechner

Es fehlen: Spendlhofer, Schoissengeyr, Kienast

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8 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Was ist mit Ovenstad und Chabbi? Wieso sind sie nicht einmal auf der Ersatzbank? Es ist schwer zu verstehen, dass man im Winter noch rasch zwei Spieler kauft und sich dann nicht bemüht, sie in die Kampfmannschaft einzubinden.

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  2. graz4ever sagt:

    Foda heute in der Zeitung, angesprochen, daß Sturm des öfteren jez immer knapp mit meistens nur 1Tor Unterschied verloren hat, sagt beinhart: „Ja, wir haben definitiv zu wenige Unentschieden geholt!“

    Bitte was??? Das sagt eigentlich absolut alles über sein taktischen Anspruch!! Zu wenig Unentschieden!!! i bin sprachlos..OHNE WORTE, ECHT

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    • Ein Unentschieden ist immernoch besser als eine Niederlage, man sollte verstehen was gemeint ist wenn man sowas liest, und sich dann auch noch drüber aufregt

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    • graz4ever sagt:

      @Lorenz

      Hab scho verstanden, was er gemeint hat+sia is a Punkt besser als keiner! Aber er hätt zb a was in Richtung: „..ja, wir haben eindeutig zu oft versäumt, den Sack zu zu machen+no ein Tor drauf zu legen..“

      Find ein Trainer sollt den Anspruch haben, das Maximum aus sich u seinen Spielern herausholen zu wollen (bzw dies jedenfalls zu versuchen) und das auch zu vermitteln!

      Diese Ansage, macht auf mi den Eindruck, als ob ein X (oder in diesem Fall mehrere) eh reicht..

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    • Sicher will er jedes Spiel gewinnen, ich glaube die Aussage des Lords ist so zu verstehn, wie es wörtlich da steht. Mehr Unentschieden statt Niederlagen = mehr Punkte. Nicht, dass es das Ziel wäre Unentschieden zu holn.

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  3. Ennstaler sagt:

    Wer seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung ein Unentschieden noch immer als Erfolg sieht, hat im Rechnen- bzw. Mathematikunterricht nicht aufgepasst!

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  4. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Der Zwiespalt des modernen Sturmfans:

    Zum einem will er das seine Mannschaft immer gewinnt – zum anderem wäre heute wohl kaum jemand überrascht wenn wir verlieren…

    Man kann nur hoffen das ab nächster Saison ein Trainer auf der Bank sitzt, der auch Fussball spielen lässt…

    Muss man sich mal vorstellen: Nach 12 Runden 10 Punkte Vorsprung auf den 2. und jetzt dennoch um einen EC Platz fighten…Alleine diese Tatsache ist schon peinlich aber sollten wir ihn nur wegen RBS oder gar nicht bekommen sind der wirklich die Lachnummer der ganzen Liga…

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